Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
sengen
Gl.: ‚ansengen, anbrennen; concremare, ustu-
lare‘ 〈Var.: p-, be-; -anc-, -ench-, -enk-〉. –
Mhd. sengen sw.v. ‚sengen, brennen‘, besengen
sw.v. ‚anbrennen, versengen‘, frühnhd. sengen
sw.v. ‚sengen, brennen‘, besengen ‚anbrennen,
versengen‘, nhd. sengen sw.v. ‚brennen, ver-
brennen, heiß sein, leicht an der Oberfläche
brennen‘.
Das Verb mit Präverb bi- ist in der nhd. Stan-
dardsprache aufgegeben, doch lebt das Simplex
fort und auch andere Präverbkomposita, wie
ansengen ‚oberflächlich anbrennen‘, versengen
‚(leicht) verbrennen‘ sind gebräuchlich. Im
Mhd. steht neben sengen ein schwundstufiges
dimin. sw. Verb sungeln, sunkeln ‚(unter
Hitze) knistern, zischen‘ (Lexer 2, 299), nhd.
dial. findet sich auch z. B. bad. sëngelen ‚sich
an Nesseln verbrennen‘ (Martin-Lienhart, Wb.
d. els. Mdaa. 2, 365) und mit -a- der Wz.
preuß. sangeln sw.v. ‚anbrennen (vom Essen)‘,
sangrig adj. ‚angebrannt‘ (Frischbier, Preuß.
Wb. 2, 247).