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Schurz

mhd. bis sprichw. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
26 in 18 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schurz

Bd. 3, Sp. 1686
Der Schurz, des -es, plur. die Schurze, ein Wort, welches in einer doppelten Hauptbedeutung üblich ist. 1. Von einem Dinge, welches ein anderes zur Bedeckung oder zur Befestigung umgibt. 1) Im weitern Verstande, von einem jeden Dinge dieser Art; wo es doch nur noch in einigen einzelnen Fällen üblich ist. Im Bergbaue heißt eine Kette, welche um ein Gefäß gelegt wird, ein Schurz. Der Schurz am Dache ist in den Salzkothen der unterste Theil des Kothdaches, welcher stärker mit Stroh belegt, und mit einem Brete verwahret ist. In den Küchen und andern Feuerstätten ist der Schurz am Herde eine Art Rauchfanges in der Höhe rings um den Herd, welcher den Rauch fasset und ihn nach dem Schlunde der Feuermauer leitet; er wird auch der Sturz, ingleichen der Mantel genannt. 2) In engerer Bedeutung ist der Schurz eine Art des Kleidungsstückes, mit welchem man die Blöße des Unterleibes bedeckt, und welches gemeiniglich ganz um den mittlern Theil des Leibes gehet, und so wohl die Schamtheile als auch den Hintern bedecket. Sie flochten Feigenblätter zusammen und machten ihnen Schürze, (Schurze,) 1 Mos. 3, 7. Jesus nahm einen Schurz und trocknete damit die gewaschnen Füße der Jünger, Joh. 13, 4, 5. Der Schurz ist in den heißen Ländern am gewöhnlichsten, wo man wegen der Hitze nackend gehet, um die Schamtheile zu bedecken, da er denn gemeiniglich die Gestalt eines langen Tuches hat, welches man um den mittlern Theil des Leibes wickelt. Nachmahls pflegte man auch gewisse kurze Schürzen, besonders wenn sie um den ganzen Leib gingen, Schurze zu nennen, von welcher Art auch der Schurz an den ehemahligen Panzern ist. Die ähnlichen Bekleidungen vieler Arbeiter und Handwerker, welche nur den Vordertheil des Unterleibes bedecken, heißen jetzt Schürzen, und wenn sie von Leder sind Schurzfelle, so daß Schurz in dieser Bedeutung wenig mehr gehöret wird. Wenn die Jäger das kurze Büschel Haare des Rehwildbretes und in weiterer Bedeutung auch wohl den ganzen hintern Theil der Hirsche, Rehe und Thiere den Schurz nennen, so scheinet es eine Figur dieser Bedeutung zu seyn. In noch weiterm Verstande heißt in Franken der Kittel der Landleute ein Schurz, wo denn die allgemeine Bedeutung der Bedeckung hervorsticht. S. die Anm. zu Schürze. 2. Von einem Dinge, welches einem andern zum Bande, zur Verbindung dienet. 1) Eigentlich, wo es gleichfalls nur in einigen einzelnen Fällen vorkommt. Im Bergbaue nennet man die Kette über der Stürzbühne, womit die Tonnen gefangen werden,[] einen Schurz, welchen Nahmen auch die Kette vor dem Brennofen, worein die Krücke und der Bock gelegt werden, führet, ingleichen dasjenige Stück einer Kette, womit das Holz, welches aus der Grube geschaffet werden soll, zusammen geschürzet oder gerädelt wird. Eben daselbst heißen auch die Ketten an den Kunststangen in den Gruben, und die Ketten, welche bey in einander Fügung der Kunststangen außer den Gruben gebraucht werden, Schurze. 2) Figürlich, mehrere mit einander verbundene Dinge Einer Art; gleichfalls nur in einigen Fällen. In großen Landwirthschaften einiger Gegenden pflegt man die zu einem Hofe gehörigen Schweine nach dem Alter in mehrere Haufen einzutheilen, und jeden Haufen mit einer eigenen Stallung zu versehen. Ein solcher Haufen heißt alsdann ein Schurz. Bey gerichtlichen Taxationen der Landgüter, wo sich jeder Theil Taxatores wählet, pflegen sich diese wieder in Parteyen abzusondern, so, daß immer zwey und zwey (von jedem Theile Einer) das Vieh, das Getreide u. s. f. taxiren, und solche zwey Taxatores heißen in Sachsen gleichfalls ein Schurz. Anm. In der ersten Hauptbedeutung lautet dieses Wort auch im Böhm. und Pohln. Ssorc, Szorc. Es gehöret hier ohne Zweifel zu Gurt, dem nur der zufällige Zischlaut mangelt. S. Schürze und Schürzen. In der zweyten Hauptbedeutung, besonders deren letztem Falle ist es mit Schar und ohne Zischlaut auch mit Herde verwandt. S. Schürzen.
3896 Zeichen · 43 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schurzstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +10 Parallelbelege

    schurz stm. schurz. ursprünglich wohl abgeschnittenes stück. limus Diefenb. gl. 169. vumf silben sîn zu kurz, zehne hân …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schurz

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Schurz , des -es, plur. die Schurze, ein Wort, welches in einer doppelten Hauptbedeutung üblich ist. 1. Von einem Di…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schurz

    Goethe-Wörterbuch

    Schurz um den Unterleib geschlungenes, kürzeres rockähnliches, die Blöße bedeckendes Kleidungsstück für Männer [ Riesen:…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schurz

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schurz ( Bauchschurz ), Teil der Ritterrüstung, s. Rüstung , S. 335.

  5. modern
    Dialekt
    Schurz

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Schurz [ʿSûrts Fisl. Steinbr. ; ‘Sùrts Co. Dü. K. Z. ; Nbform ‘Sarts f. Ruprechtsau ; Pl. ʿSerts O. U. ] m. 1. Handwerke…

  6. Sprichwörter
    Schurz

    Wander (Sprichwörter)

    Schurz 1. Wer es zu keinem Schurz bringen kann, wie soll der eine Schürze kaufen! Wer sich selber nicht ernähren kann, w…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schurz

93 Bildungen · 78 Erstglied · 15 Zweitglied · 0 Ableitungen

schurz‑ als Erstglied (30 von 78)

Schurz I

Idiotikon

Schurz I Band 8, Spalte 1318 Schurz I 8,1318

Schurz II

Idiotikon

Schurz II Band 8, Spalte 1321 Schurz II 8,1321

Schurzfell

SHW

Schurz-fell Band 5, Spalte 835-836

Schurzzeug

SHW

Schurz-zeug Band 5, Spalte 833-834

Schurzbändel

Idiotikon

Schurzbändel Band 4, Spalte 1337 Schurzbändel 4,1337

schurzeit

DWB

schur·zeit

schurzeit , f. , sprichwörtlich: zur schurzeit bin ich immer bei meiner heerde, sagte der pfaff, als man ihm sagte, er sei ein untreuer hirt…

Schurzelbauer

RhWB

schurzel·bauer

Schurzel-bauer šytsəlχəsbūər Ahrw-OWinter m.: Winzer, der nebenher etwas Landwirtschaft betreibt (die Winzer trugen früher eine blaue Rundsc…

Schurzeltuch

RhWB

schurzel·tuch

Schurzel-tuch zunächst im Berg šødəldō:x (s. S.) Sieg-Fussh ; šørtəl- m. Gummb-Berghsn ; šīətəl- Lantenb ; šȳəl-, –ə- Wippf-Stdt ; šøtəl- L…

schurz als Zweitglied (15 von 15)

Chettelischurz

Idiotikon

Chettelischurz Band 8, Spalte 1320 Chettelischurz 8,1320

Chuchischurz

Idiotikon

Chuchischurz Band 8, Spalte 1320 Chuchischurz 8,1320

Chüechlischurz

Idiotikon

Chüechlischurz Band 8, Spalte 1320 Chüechlischurz 8,1320

Drëckschurz

Idiotikon

Drëckschurz Band 8, Spalte 1320 Drëckschurz 8,1320

Lō(w)schurz

Idiotikon

Lō(w)schurz Band 8, Spalte 1320 Lō(w)schurz 8,1320

Strichlischurz

Idiotikon

Strichlischurz Band 8, Spalte 1320 Strichlischurz 8,1320

umschurz

DWB

umschurz , m. , dass. wie schurz; amiculum ein gattung einer kleidung als ein mantel, ein oberkleid, umbschurtz Frisius (1556) 82 b ; cincti…

vorschurz

DWB

vor·schurz

vorschurz , m. , vgl. fürschurz th. 4, 1, 1, sp. 804 ( nur aus Dentzler belegt ): prependium vorschortz Diefenbach gloss. 455 c ; semicincti…

ziegenschurz

DWB

ziegen·schurz

-schurz , m. , bei den böttchern benennung eines loszusprechenden oder vor kurzem losgesprochenen lehrlings: erstlich must du mit dem ziegen…