schöne,
f. zu schön,
das schönsein, mhd. schœne,
md. schône Lexer
mhd. handwb. 2, 768 (
auch später noch gelegentlich ohne umlaut, so in der unter 2,
a, β angeführten stelle H. Sachs 13, 483, 30
Keller Götze),
ahd. scônî Graff 6, 516,
goth. skaunei (
bezeugt in guþaskaunein,
ἐν μορφῇ θεοῦ Phil. 2, 6,
vgl. schön
sp. 1465
oben),
altsächs. skônî (
in den zusammensetzungen sinskônî, wlitiskônî
Heliand),
mnd. schône Schiller-Lübben 4, 114
b,
nhd. mehr und mehr durch das jüngere gleichbedeutende schönheit
verdrängt, bei Dasypodius
und Maaler 360
b als einzige abstracte substantivbildung zu schön
angeführt, bei Stieler 1755
und Kramer 2 (1702), 639
neben schönheit;
von Steinbach 2, 490
als veraltet bezeichnet, durch Klopstock
neu belebt und seitdem wieder durchaus üblich, jedoch auf die gehobene sprache beschränkt. eine nach analogie der verbalabstracta auf -în,
goth. -eins
gebildete nebenform begegnet ahd.: mit scuonîn,
decore Is. 28, 19
Hench und setzt sich bis ins spätere mhd. fort: man nympt meiner schonyn war. Suchenwirt 46, 100.
als wirkliches verbalsubstantiv zu schönen
musz wol schweiz. schöni,
f. mittel den wein zu klären Stalder 2, 347. Hunziker 229,
auch: abfall beim schälen, säubern von früchten Stalder
a. a. o. aufgefaszt werden (
vgl.schönen 1,
a),
ebenso scheint bair. schön,
f. die nachgeburt beim vieh Schm.
2 2, 427. Hintner 216
und schweiz. schon,
m. wetter das heitere, helle tage verspricht, auch: der nordwestwind, weil er gewöhnlich gute witterung bringt Stalder 2, 347
auf das verbum schönen
zurückzugehen (
s. dieses 1,
a, doch vgl. zum letzteren auch unten 1,
b).
eine andere abstractbildung zum adj. ist ahd. scônida, scônidi Graff 517,
mhd. schœnde,
md. schônde,
f. Lexer
mhd. handwb. 2, 767,
mnd. schônde Schiller-Lübben 4, 114
a,
altniederfränk. scônitha
ps. 67, 13,
noch frühnhd. schônde,
elegantia Dief.-Wülcker 844
und mundartlich bis heute erhalten: scheande (
neben scheane) Lexer
kärnt. wb. 225.
der plural von schöne,
der naturgemäsz selten ist, würde heute schönen
lauten (
vgl.mengen zu menge,
f.);
aus frühnhd. zeit ist er noch in starker form bezeugt als schöne,
verkürzt schön,
vgl. unten 4. 11)
im sinne von schön 1. 1@aa)
wie '
glanz': der selbe stern was sô lieht und sô michel daʒ im niht genemen mohte sînen schîn diu sunne noch die schœne sî
n. Philipp
Marienleben 2523.
dieselbe bedeutung ist erkennbar in der verwendung des worts als krankheitsbezeichnung, schöne,
erysipelas Dasypodius, schöne, ein sucht desz haupts, das die haut auffbläyet,
hydrocephalaea, infirmitas, rubedo. Jac. Twingeri
voc. lat. germ. et hodie sic Argentorati. Scherz-Oberlin 1431, d' schöni,
rotsucht, masern Spreng
Basl. idiot. bei Seiler 263
a: von der schöne oder uberröte an einem knie. Würtz
wundarzn. (1612) 185
a; die knie so da auffgond mit einer geschwulst, unnd rohte maasen hin und wider haben, sich auffbäumen, aber doch nicht erschweren, die hat die schöne also genempt, eingenommen.
ebenda. 1@bb)
wie '
klarheit', schöne des himmels,
sudum, serenitas Dasypodius, schöne desz wätters,
apricitas, serenitas Maaler 360
c:
dissereno, .. schön und hüpsch wetter werden, anfahen schönen, oder sich zu eyner schöne ziehen. Dasypodius (
lat.-deutsch); die vögelin fröwend sich dor schöne,
apricitate diei gestiunt aves Maaler 360
c; und so der donner beschehen ist, so resolviert sich das gewülch zu regen, nach eigenschafft desz saltzs: also erlescht der schwefel in seim brandt unnd zergeht der salpeter auch, und folgt ein schöne hernach. Paracelsus (1616) 2, 117 B. 1@cc)
den übergang zu der folgenden bedeutung in der anwendung auf menschen (
vergl.schön 2)
veranschaulichen die folgenden stellen: netûont des nîet wara, daʒ ih so salo sî, iʒ tûot mir michel nôt, wanta diu hêiʒʒa sunna hât mir mîne scône benomen (
vulg.: nolite me considerare, quod fusca sim, quia decoloravit me sol). Williram 10, 3; nu was si (
Maria) als wol getân, das man si ûszer den winkeln sach. ir schœni durch die vinstri brach als diu sunne durch die naht. Hahn
ged. des 12. u. 13. jh. 144
b; sîn varwe an schœne hielt den strît. Wolfram
Parz. 39, 23; an den der tievel sich versneit, daʒ im sîn süeʒe wart ze sûr, sîn schœne swerzer denne ein Sur.
Winsbeke 40, 5. 22)
im sinne von schön 2. 2@aa)
von menschen. 2@a@aα)
allgemein: wiʒʒ, daʒ dû dein kraft, dein schœne, dein leben dâ mit (
mit der unkeuschheit) krenkest. Megenberg 189, 29; niemant sol sich syner schöny ze vil überheben und ander lüt darum verachten. Steinhöwel
Äsop 278
Österley; wenn du einen züchtigest umb der sünde willen, so wird seine schöne verzeret wie von motten.
ps. 39, 12; sy (
ein volk in Indien) heyrathen nach keiner reichthumb noch adel, sunder nach der schöne kinder zuzeügen, unnd jr begird zuersettigen. Franck
weltb. 194
b; sich auff sein schöne lassen,
fallaci figurae confidere Maaler 360
b; eʒ enschirmet burt noch guot, schœne, sterke, hôher muot, eʒ enfrumt tugend noch êre für den tôt niht mêre dann ungeburt und untugent. Hartmann v. Aue
arm. Heinrich 718; wird schön durch kranckheit abgewend, so hat die lieb denn auch ein endt. Ackermann 41, 878
Holstein; sechs heydnisch meyster ich bekrön, haben geschrieben von der schön mit artlichen und kurtzen worten, darausz man spürt an allen orten, dasz die leiblich schön ist ein gab, die wol ein grosz ansehen hab, doch bring sie selten groszen nutz und wohn auch in ir nicht vil guts weder bey frawen noch bey mann. H. Sachs 16, 450, 6
Keller-Götze; wenn du (
gott) ein mit plag, spot und schand züchtigest umb sein sünd unrein, so wird verzehrt die schöne sein, eben einer spinnen geleich. 18, 168, 30.
gnomisch: schöne vergehet von kranckheit, sorg und alter. Petri 2 (1605) Ss 5
b. 2@a@bβ)
meist vom weiblichen geschlecht: Cleopatra cyrode sic an ir gewant unde vor to deme keisere an der hopene, dat siu mit erer scone ene irweken solde.
deutsche chron. 2, 1, 89, 18
Weiland; also ward ich bewegt in barmhertzigkait von ir schön und frumkait und tugend wegen.
d. städtechron. 5, 138, 20; und da er ir schön und reicheit an sach, da was im leid umb sie.
heiligen leben (1472) 14
b; das iunge meidlin er nicht anders hielte dann als es sein leyplich tochter were; die pey im in zucht schöne und tugent auf wuchse.
decamer. 339, 34
Keller; las dich jre schöne nicht gelüsten in deinem hertzen.
spr. Sal. 6, 25; des weibs gleiche ist nicht auff erden, von schöne und weisheit.
Jud. 11, 16; das ein megdlin pranget in einem newen rock, oder mit den schwartzen augen, das gehet wol hin, denn balde kömpt ein fieber, und nimpt ir die schöne. Luther
tischreden (1568) 194
b; die hertzogin mit lachendem munde zuo dem ritter sprach, ach mein aller liebster ritter, ich bitt eüch vertragen mich ewers schimpffs, und nit legen mir solliche schöne zuo, deren ich doch wenig an mir hab.
Galmy (1540) 61
b; solt nun ire schöne sie verfüren und in jammer bringen, so wer es doch wol zu erbarmen.
Livius übers. von Schöfferlin (1546) 97
a; Sextus der son Tarquinii desz hoffertigen keysers, (
ward) seine unkeusche augen in die ehrbare schöne der keuschen frauwen, reitzlichen werffen.
buch d. liebe 311
b; denn in jhrer jugend, umb jhr wunnigkliche schöne dem vatter uber lieb gehabte, ward sie Ulissi vermähelt. 312
b; man kan jhnen (
den poeten) auch deszentwegen wol ihre einbildungen lassen, und ein wenig ubersehen, weil die liebe gleichsam der wetzstein ist, an dem sie jhren subtilen verstand gleichsam scherffen, und niemals mehr sinnreiche gedancken und einfälle haben, als wann sie von jhrer buhlschafften himmlischen schöne, jugend, freundligkeit, hasz unnd gunst reden. Opitz
poet. 15
neudr.; vater und tochter werden an éinem tage krank — und die tochter durch die blattern völlig entstellt, so dasz nicht gestalt und schöne an ihr ist. Hippel 8 (1828), 48 (
vgl. ps. 52, 2
unter γ); der wirt der het die sinne,im was daʒ wol erkant, wie rehte herzenlîcheder helt von Niderlant sîne swester trûtedie er noch nie gesach, der man sô grôʒer schœnevor allen juncvrouwen jach.
Nibel. 271, 4; waʒ sol lieblich sprechen?waʒ sol singen? waʒ sol wîbes schœne?waʒ sol guot? Walther 112, 11; ich hat' des gar ungedâht, daʒ mich betwingen möht' ein wîp; ûʒ dem wâne hât mich brâht ir gar wîplich schœne und ir minneklîcher lîp.
minnes. 1, 354
a Hagen; ein alsô minneclîcheʒ wîp .. .. an schœne als ûʒ erkorn, daʒ ir schœne hœnet, mit schœnheit überschœnet gar aller wîbe schœne. H. v. Freiberg
Trist. 3918; so man dem Tâtrær ie mê von ir schœne seite, ie harter in verjeite in ir netz diu minne. Ottokar 19111
Seemüller; zehant dô ich sie an sach ir schœne mir in mîn herze prach. Heinr. v. Neustadt
Ap. 12056; nû wendt meins hertzen laid, das mich allraid beklaid durch dein seuberlîch schön gemait. Oswald v. Wolkenstein 76, 3, 22; nu sich her an dit spiegelglas der schonestn schone, der du (
Maria Magdalena) hoist!
Alsf. pass. 1777
Grein; fürwahr glaub ich, hätt Paris dich mit deiner schön gesehen, Venus wär nit begabt damit (
dem apfel), der preis wär dir verjehen. Erk-Böhme
liederhort 3, 472; Susann, das from und keusche weib, mit irer schön und zartem leib die richter beid entzundet hat, doch on ir wiszen, willn und tat. Rebhun
in den schauspielen aus dem 16. jh. 1, 28, 2
Tittmann; also ists umb ein junge magd, die eim gesellen basz behagt, wenn sie mit schön und tugent putzt, denn wers mit kleidern auffgemutzt. Waldis
Esop 4, 28, 55
Kurz; so wist, das ewr englische schon Jovem dort in der götter tron, den höchsten gott zu lieb beweget, euch gunst ob allen frawen treget. H. Sachs 13, 483, 30
Keller-Götze; aber die zwen richter boszhafft lieszen ir den schleyer abthan, begierlich sie zu blicken an, ergetzten sich ir schöne gar. 15, 279, 32; ir gfiel der junckfraw schön und zucht. 20, 19, 15; (
der Satyr) trillte manches liedel zu ihrer (
meiner muse) schöne preisz. Schiller 1, 351; der junge Phrygier .., der, wie das gerücht verbreitet, zwischen drei göttinnen einst der schöne preis entschieden.
Iphig. in Aulis 82; dem helden tönt sein name voran, drum schreitet er stolz, doch beugt sogleich hartnäckigster mann vor der (
deiner, der Helena) allbezwingenden schöne den sinn. Göthe 41, 180; dreimal selig die brüder zugleich! musz ihnen das herz doch stets von entzückender wonn' ob deiner (
der Nausikaa) schöne durchglüht sein. Voss
Od. 6, 156; Nausikaa jetzt, mit göttlicher schöne geschmücket, stand dort neben der pfoste des wohlgebühneten saales. 8, 457.
eines brauchs, der heute noch landschaftlich unter derselben bezeichnung statthat, so im Böhmerwalde Schm.
2 2, 427,
wird in der folgenden stelle gedacht: an disem tag (
Johannis des evangelisten) trincken die mann die stärcke, die frawen aber die schöne (
d. h. sie trinken sanct Johannis minne, sanct Johannis segen,
dasz der heilige ihre stärke, ihre schönheit schütze, vgl. Johannes oben theil 4, 2, 2333). Franck
weltb. 130
b.
in Baiern pflegen die bursche am weiszen sonntage, dem ersten nach ostern, ihre mädchen zum meth zu führen, damit sie das jahr über schön und stark bleiben, eine galanterie, die sie die schön und die stärk zahlen
nennen Schm.
a. a. o. Klein 2, 139. die schön und die stärk
als bezeichnung eines gewissen theils der eingeweide einer gans Schmeller
a. a. o. steht vielleicht in scherzhafter beziehung zu solchem brauch. 2@a@gγ)
vom männlichen geschlecht: er hat keine gestalt noch schöne.
Jes. 53, 2; da hat mich sein person, gestalt unnd angesicht, dermaszen verletzt, als wenn ich mit einem donnerstral wer geschoszen worden, denn auch seine schöne einer groben unfreundlichen frawen nicht köndt verborgen seyn.
buch der liebe 209
c; er bluome an mannes schœne! Wolfram
Parz. 39, 22; aller manne schœne ein bluomen kranz, den vrâgte Karnahkarnanz. 122, 13; er mannes schœne ein blüende rîs, er kunde valscheit mâʒen. 195, 4; kein schöner mans-bild ich nie gesach, sein schön bringt mich in ungemach. H. Sachs 13, 269, 6
Keller-Götze; mein herr vatter gibt im grosz lob, sein schön lieg allen göttern ob, sein angsicht gleich der sunnen glast. 468, 6; vor leid ich nit kan leben, wenn ich an die studenten gedencke, ir schöne mein junges hertz bekrenckt, jnen hab ich mich ergeben.
Ambras. liederb. 65, 5; (
ich) nahm das kind (
den knaben) und wickelt' es in meinen mantel, erfreut ob seiner schöne. Tieck 1 (1828), 120. 2@a@dδ) schöne des leibes: des leibes schön' ist nichts, ob sie das aug entzückt, wo leibesschöne nicht mit tugend ist geschmückt. Rückert
Hamasa 2, 27.
vom antlitz: do die hebammen sohent die schöne an dem antlyde des kindes (
Mosis), do woltent sü es nüt döten.
d. städtechron. 8, 260, 27; sein ernstes gesicht ist voll von männlicher schöne. Klopstock 3, 131 (
Mess. 3, 375).
von den lippen: ihr güldnen pforten ihr, die euch die götter selbst um schöne neiden sollen. Fleming 604.
von den wangen: ein wenig stieg ihm das blut in seine wangen, doch nur, um ihrer blühenden schöne mehr reitz und die miene zu geben von einem mann von muth. Wieland 5, 100 (
n. Amadis 15, 24). 2@a@eε)
mhd. geribeniu schœne,
durch schminke erzeugte falsche schönheit, gnomisch: geribeniu schœne niht enzimt dâ man den schaden blecken siht.
Winsbeke 26, 3; dicke worden ist ze hœn getwungen dienst, geribeniu schœ
n. Seifr. Helbling 2, 150. 2@bb)
von thieren: wenn der pfâw in der vinster wachet und sich selber niht gesehen mag, sô erschrikt er und schreit laut, wan er wænet, er hab sein schœne verlorn. Megenberg 213, 24; diu slang ist sô manigverbich, daʒ si die läut still helt mit irr schœn, alsô daʒ man si gern siht. 281, 18; ir (
der immenwölfe) schöne reitzt die jungen knaben in Creta, dasz sy die mit höuwschrecken, als die schwalmen, fahend.
Gesners vogelbuch übersetzt von Heuszlin (1582) 160
b; sein (
der meerschwalbe) gestalt, so viel die farben und flecken belanget, ändert sich etlicher weisz, ausz der ursach hie sein gestalt nicht weiter sol beschrieben werden, denn sie steht vor augen, allein sein schöne so er an jm tregt.
desselben fischbuch übersetzt von Forer (1598) 17
b; niht ze grôʒ, doch starc genuoc was ein pfärt daʒ den künec truoc, an pfärdes schœne niht betrogen. Wolfram
Parz. 605, 17; wie sich in brüllenden heerden der stier vor den rindern hervorthut, denn er ist mächtig, mit furchtbarer schöne vor allen geschmücket. Stolberg 11, 67.
von einzelnem am körper der thiere: Jacobus spricht, wenne man den pfâwen schawt und in lobt, sô streckt er seinen zagel auf in ains halben kraiʒes weis und zaigt seins zagels schœne allermaist gegen der sunnen, wan dâ sint sein varb aller liehtest und aller klârst. Megenberg 213, 10; de pawe sprak: 'wat helpet mi dat? der vederen schone enbere ek bat, wen dat ek van allen vogelen were, vorsmât dorch minen hals so sere'.
Gerh. v. Minden 79, 12
Seelmann. 2@cc)
von pflanzen: also diu ligna Libani uberfâhent andere waltholz mit iro scône unte mit iro hôhe. Williram 69, 34; irn (
der linde) schadet der winter noch envrumt an ir schœne niht ein hâr, sine stê geloubet durch daʒ jâr. Hartmann v. Aue
Iwein 579; mîn vriundinne muoʒ vür ander tohter sîn, alsam der schœnen liljen schin minneclîche schœne hât, dâ si in den dornen stât. Rudolf v. Ems
Barlaam 64, 19; dâ was sô rîchiu schouwe von liehter bluomen schœne.
Reinfried von Braunschweig 2825; beide winter unde sommer lîke grône blêven se (
die reiser) an einer schône wol twê und druttich hundert jâr.
v. d. holte d. hill. cruzes 302; morgen wird der wanderer kommen, er, der in meiner schöne mich (
die blume) sah. Herder 16, 328
Suphan; (
im bilde) brich die blume in der schönsten schöne. Schiller 1, 298. 2@dd)
von landschaftlich sehönem: ihr werdet sehen die bäume, was immer bey den flüssen begriffen, beederseits mit der anderen schöne der gestad desz wassers spielen. Schuppius 690. schöne der natur, der schöpfung, der erde
u. ähnl.: ihr wiszt es, o geister, wie die neue natur in liebenswürdiger schöne da sich erhub, wie in eurer gesellschaft die morgensterne vor dem schöpfer sich neigten. Klopstock 3, 32 (
Mess. 1, 461); dasz in der einöd' hier es ihnen an heiliger freude, über die mannigfaltige schöne der schöpfung nicht fehle. 66 (2, 273);
mit personificierung: mach' in deiner schöne dich auf, o erde! 5, 208 (13, 758); in junger schöne lächelten die himmel wieder auf ihre schwester, gottes erde, nieder voll zärtlichkeit. Schiller 1, 218. 2@ee)
von körpern, die durch menschen gebildet sind: welches auch dem galanen so wol gefiele, dasz er demselben eine gantze hand voll funckel neuer gulden-thaler von einem schlag zuwarff, davon zween so nahe zu mir rollten, gleichsam als wann sie mich baten, ich solte mich ihrer schöne wegen über sie erbarmen.
Simpl. 3, 355, 2
Kurz; dat .... .. dat werk (
der dom) deste êr wedder an sîne schône queme.
deutsche chron. 2, 2, 423, 1676
Weiland. 33)
der entwicklung des adj. zu der bedeutung 4
gemäsz verallgemeinert und verinnerlicht: mit höhrer schöne schmückt der tod den christen. Klopstock 1, 91; hier in dem hain, wo eichen schatten, erschallst schöner, telyn, auch du, wenn schöne des herzens voran vor der schönheit des gesangs fleugt! 214; ihrer schöne beraubt, der anerschaffenen unschuld, tritt alsdann vor gottes gericht die entflohene seele. 3, 253 (
Mess. 5, 212); o der christ ist immer grosz und schön, doch im tod' in seiner gröszten schöne. Claudius 8 (1812), 50; immer, immer schau' ich die werthen plätze, wo du mit mir wandeltest, theurer vater! wo dein mund, dein redlicher mund, der tugend schöne mich lehrte. Hölty 81, 16
Halm; doch ihr, die ächten göttersöhne, erfreut euch der lebendig reichen schöne! Göthe 12, 25; himmlischer söhne geistige schöne, schwankende beugung schwebet vorüber. 75; was hier allein das trunkne aug' entzückt, dient unterwürfig dort der höhern schöne. Schiller 6, 272; der freysten mutter freye söhne schwingt euch mit festem angesicht zum strahlensitz der höchsten schöne, um andre kronen buhlet nicht. 278.
gott ist der meister,
der ursprung aller schöne: der aller schöne meister ist, hat solchs alles geschaffen.
weish. Sal. 13, 3; der ein anfenglicher ursprung aller schöne ist, hat dieses alles erschaffen. Reiszner
Jerus. 2, 73
a.
von ihm heiszt es: was gott thut, das ist löblich und schö
n. gott kan nichts unehrlichs noch heslichs thun, aber die schöne ist nicht jedermans erkentnis, sie ist geistlich. Luther 3, 256
b.
mit bezug auf eine edle frau, die ihm das ideal verkörpert, sagt der dichter: es schwebt kein geistig unbestimmtes bild vor meiner stirne, das der seele bald sich überglänzend nahte, bald entzöge. mit meinen augen hab' ich es gesehn, das urbild jeder tugend, jeder schöne. Göthe 9, 146. 44) schöne
wie '
schöner gegenstand',
daher im plural, von den einzelheiten des weiblichen körpers, frühnhd., vgl. oben das formale und zur sache die in der anmerkung zur ersten stelle angeführte literatur: die 18 schön eyner junckfrawen. H. Sachs 5, 176, 1
Keller; dann sie hatte die vier schöne an statt der vier tugenden, ja der siben schöne wol vierzehen, sampt dem löchlin im backen, wann sie lacht, und dem grüblin im kü
n. Garg. 76
a; sie hat der siben schon wol dreizehen.
fastn. sp. 72, 6; und wenn ich die warheit sol jehen, hets (
sie) der sibn schön wol dreyzehen. H. Sachs 2 (1590), 4, 22
d; der siben schön tragt ir ein kur, die doch all siben traget ir. da sprach die zart junckfraw zu mir: seind denn der schön nit mehr, denn siben? wo habt ir das funden geschrieben? ich sprach: ich hab bey meinen tagen von siben schönen hören sagen. sie sprach: der schön sind wol achtzehen, die natürlichen mayster jehen, die werden ausz-gethailt darbey in sechs thail, yeder thail hat drey. H. Sachs 5, 176, 23
Keller; mann sagt, ein weib hab sieben schön: ach herr, was solt meim lieb abgehn, dasz sie der nicht vierzehen het? Ayrer 967, 23
Keller. 55) schöne
personificiert, im anschlusz an Walther 50, 4: der liebe gêt diu schœne nâch, liebe machet schœniu wîp: desn mac diu schœne niht getuon, sin machet niemer lieben lîp
mit der liebe
streitend dargestellt: diu Liebe zuo der Schœne sprach.
minnes. 1, 337
b Hagen; dye Schöne zü der Liebe sprach.
altd. erzählungen 624, 11
Keller; die Schön sprach tzu der Liebin wider. Suchenwirt 46, 86.
nicht so deutlich in der folgenden stelle: hold mit der Weisheit spielt die schöne der musenkunst in deinem (
des kaisers) glanz: sie nähren that durch süsze töne, und winden ihr den kranz. Voss 3, vi.