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SCHŒNE

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BMZ
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Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

SCHŒNE adj.

Bd. 3, Sp. 191a
SCHŒNE adj. schön. goth. skauns, ahd. scôni Ulfil. wb. 162. Graff 6,512. neben schœne auch schône, namentlich bei mitteldeutschen und mittelniederdeutschen schriftstellern; im reime MS. 1,52. a. krone 155. a. Frl. 353, 1. schôn bisweilen noch im siebzehnten jahrhundert; s. Schmeller 3,368. scoun leseb. 775,9. superl. schônist MS. 1,53. a. schœne gehört zu schouwen, wie grüene zu grüejen, sæne in seltsæne zu sæjen, frône zu frô, dienen zu diu. daher bedeutet es
1. hell, klar, glänzend. clarus scôner sumerl. 5,57. sullen eineme beseʒʒenem manne vor gebieten di wîle iʒ schône tac ist freiberg. r. 265. daʒ he daʒ guit gekôpht habi rechte unde redelîche bî schônime tage unde bî schîninger sunnen mühlh. rb. 34. vgl. 35. ouch sol man kein korn niht koufen bî der naht, wan niur bî schœnem liehtem tage H. zeitschr. 6,415. andere belege bei Haltaus 1641. ir (der sonne) schîn wart schœn, ir hitze guot Bon. 66,39. auch in anderen wendungen klingt diese bedeutung noch nach: ein sterne der was schôner unde liehter denne dehein sterne den got gescaffen hete spec. eccles. 38. ûʒ iegelîchem orte schein ein alsô gelpfer rubîn, der morgensterne möhte sîn niht schœner, swenn er ûf gât und in des luftes trüebe lât Iw. 32. dô was eʒ XII wuchen an einander schœn, daʒ eʒ einen tropfen nie geregnote zürch. jahrb. 65,17. vgl. Stalder 2,347.
2. rein, sauber, unverletzt. einem sîn meʒʒer schœn machen bildl. die kosten eines mahles für ihn bezahlen Oberl. 1430. doch hôrte man der sachen (anschuldigungen) den pâbist sich schône machin (se purgavit) Jerosch. 172. b. is umi abir di hant schône (von dem glühenden eisen nicht verletzt), sô sal man su ume besigile mit wachsi mühlh. rb. 32. ein schœner man ein unbescholtener, von der anklage freier: sô sullen di boten bekennen daʒ he ein schône man sî und daʒ man in nicht volbrengen muge freiberg. r. 207. he blîbet ein schône man zu rechte, darumme daʒ si ân rede und âne recht gesûchet haben das. 268. sonst ist ein schœner man auch ein vornehmer; vgl. Schmeller 3,369. tôtend mengen schœnen man zürch. jahrb. 70,33. daher schœne ehrendes beiwort in der anrede: schœner meister! Trist. 3534.
3. schœniu huote ist eine solche, wobei man mit dem gefangenen sorgfältig, schonend umgeht: umbe schœne huote wir geben michel guot, daʒ ir genædeclîchen an iwren vîenden tuot Nib. 249,3. vgl. weiter unten schône schonung.
4. schön, herrlich. ein schœne man Iw. 141. ein schœne wîp das. 107. 108. ein sô schœneʒ wîp das. 91. ein schœne magedîn Nib. 2,1. si gewunnen samt schœniu kint Parz. 826,9. ich sage iu von dem degne wie schœne der wart Nib. 21,1. schœne unde rîch Iw. 134. troj. s. 7. d. schœne und missewende frî das. s. 9. a. diu schœne Engelh. 1985. der gê nâch der schônen MS. 1,52. a. comp. ern erkunnete nie schœnern lîp Iw. 239. daʒ ich nie schœner kint gesach das. 20. dâ wonent tûsent man die vil schœner sint Walth. 116,10. superl. maget unde wîp, die schœnsten von den rîchen Iw. 11. die schœnsten liute Barl. 23,19 Pf. der schœnsten ritter ein Walth. 80,28. ich bin aller manne schœnest niht das. 115,36. schône unde schône, aller schônist ist sie MS. 1,53. a. — ein schœne pfert Parz. 274,2. ir ros diu wâren schœne Nib. 69,1. mehr belege bei Pfeiffer das ross 8,37 fg. — sîn schœne houbet Nib. 1008,2. ir schœneʒ antlütze das. 240,1. von rôtem golde ein schœne horn das. 892, 4. ein schœne palas Iw. 236. daʒ senfte vogel gedœne, daʒ süeʒe daʒ schœne Trist. 574. — ze schœner kunst diu güete Iw. 208. von sînen schœnen listen Nib. 437,3. in schôner tugent Pass. K. 6,15.
5. in besonderer anwendung. schœneʒ brôt weissbrot. s. schœnbrôt. er kou si tägelîch vür schœneʒ brôt Nith. 42, 31 u. anm. schœneʒ leder corduan Schmeller 3,360.
3700 Zeichen · 160 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHŒNEadj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    SCHŒNE adj. schön. goth. skauns , ahd. scôni Ulfil. wb. 162. Graff 6,512. neben schœne auch schône, namentlich bei mitte…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ¹schö̂n(e)adj.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +2 Parallelbelege

    1 schö̂n(e) , adj. , 1. (Metall, Edelsteine, Augen:) glänzend, strahlend, leuchtend; (Tag, Tageslicht:) klar, licht, hel…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Schöne

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    1. Die Schöne , plur. die -n, eine schöne weibliche Person, S. Adelung Schön 2 1).

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schöne

    Goethe-Wörterbuch

    Schöne fem; in der Goethe-Zeit bereits veraltetes Wort 1) ; als (bes in Versdichtung verwandter) gefühlvoll-poetischer A…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schöne

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Schöne , das, s. Schön und Ästhetik .

  6. modern
    Dialekt
    Schön(e)

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schön(e) [ʿSénə Hlkr. Katzent. ; ʿSînə Mittl. ; ʿSienə M. ; ʿSénə u. ʿSén Dü. ; ʿSn Illk. ; ʿSên Str. ] f. 1. Erkältung…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schoene

65 Bildungen · 53 Erstglied · 7 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von schoene 2 Komponenten

scho+ene

schoene setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schoene‑ als Erstglied (30 von 53)

Schönebeck

Meyers

schoene·beck

Schönebeck , Stadt im preuß. Regbez. Magdeburg, Kreis Kalbe, an der Elbe, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Halle-Wittenberge, S.-Staßfurt un…

Schöneberg

Meyers

schoene·berg

Schöneberg , Stadt (Stadtkreis) im preuß. Regbez. Potsdam, südwestlicher Vorort von Berlin, an der Berliner Ringbahn und an der Wannseebahn,…

schö̂n(e)bö̂se

MNWB

schoene·boese

schö̂n(e)bö̂se „ schoͤnbose vel schongut, hypocrita”; vgl. „ valsch beschyt schoͤne boͤze vor ogen ” (NS. K. 102 V. 99).

Schönebundstag

GWB

schoene·bundstag

Schönebundstag ‘Schönebunds-Tag’ für den Jahrestag der Schlacht bei Belle-Alliance (Waterloo) am 18.Juni 1815 B28,137,18 Ottilie 20.6.17 Mic…

schœnecheit

Lexer

schœnec-heit stf. schônekeit: claritas, pulchritudo Dfg. 125 c . 471 c .

Schönechse

Meyers

schoen·echse

Schönechse ( Galeote , Calotes Cuv .), Eidechsengattung aus der Familie der Agamen, sehr lang geschwänzte Tiere mit seitlich zusammengedrück…

Schöneck

Meyers

scho·neck

Schöneck , 1) Stadt im preuß. Regbez. Danzig, Kreis Berent, an der Fitze und der Staatsbahnlinie Hohenstein-Berent, hat eine evangelische un…

Schönecken

Meyers

schoen·ecken

Schönecken , Flecken im preuß. Regbez. Trier, Kreis Prüm, 388 m ü. M., in der Eifel, an der Nims, hat eine kath. Kirche, Burgruine, eine 189…

Schöne (das)

Wander

schoene·das

Schöne (das) 1. Das ist das Los des Schönen auf der Erde, sagte der Nachtwächter, als er eine frühere Primadonna betrunken im Gerinne fand. …

Schöne (die)

Wander

schoene·die

Schöne (die) 1. Der schönen dück ist armer Leut vnglück. – Petri, II, 106. 2. Die schön der keuschheit schaden thut, von schön wird ihr nich…

Schönefeld

Meyers

schoene·feld

Schönefeld ( Altschönefeld ), Dorf in der sächs. Kreis- und Amtsh. Leipzig, an der Parthe, nordöstlich nahe bei Leipzig (s. Plan »Leipzig mi…

Schönehövet

MeckWB

schoene·hoevet

Schönehövet n. a. Spr. 'Schönhaupt', PN.: 'Tydekinus Schonehoved' ( Schw Gad 1385) UB. 20, 347.

Schöne Künste

Meyers

schoene·kuenste

Schöne Künste , im 18. Jahrh. nach dem Französischen ( beaux-arts ) aufgekommene, jetzt nur noch selten angewendete Bezeichnung für Dichtkun…

schö̂nekutte

MNWB

schoene·kutte

schö̂nekutte Ackerraute, Grindkraut, Fumaria officinalis L.; vgl. schö̂ne vrouwe unter 1 schö̂n(e) 4.

Schönele

ElsWB

scho·nele

Schönele [ʿSénələ K. Z. ] n. etwas Schönes, schöner Gegenstand (Kinderspr.). — Schwäb. 477.

schö̂n(e)lĩk

MNWB

schoene·lik

schö̂n(e)lĩk , -en , adv. , „ cirliken , ornate, pulcre”, prächtig, herrlich; vorzüglich, trefflich, bedeutend; liebreich, gnädig, glimpflic…

Schöneln

Campe

schoen·eln

≠ Schöneln , v. ntr . mit haben , ein wenig schön sein. I Wirtembergschen, mehr schön als nützlich sein. I C. Schmid. D. Schöneln .

Schönemann

Meyers

schoene·mann

Schönemann , 1) Johann Friedrich , Theaterdirektor, geb. 21. Okt. 1701 in Krossen, gest. 16. März 1782 in Schwerin, trat als Schauspieler 17…

schoene als Zweitglied (7 von 7)

Jungfrauschöne

Wander

jungfrau·schoene

Jungfrauschöne 1. Jungfrauschöne und Pfaffenübermuth ist (thut) nie gut. 2. Jungfrawenschöne ist Sommer Obs. – Petri, II, 411.

Märzschöne

Wander

maerz·schoene

Märzschöne Märzschöne, Mädchenlieb' und Frauensinn sind heute so und morgen hin.

ȫverschö̂ne

MNWB

oever·schoene

ȫverschö̂ne , ōver- , adj. : sehr schön, prächtig , (häufig in myst. Texten:) dat (Maria) is de māget ȫ. (Könemann 200: Wurzgarten).

weiberschöne

DWB

weib·er·schoene

weiberschöne , f. auf der grenze von der syntakt. gruppe zur composition: weiber schön ist ein verdeckter unflat sprichw. klugreden (1548) 1…

Ableitungen von schoene (5 von 5)

beschœne

BMZ

beschœne swv. 1. mache rein und schön, verschöne, verherrliche. alsus wart er gereinet ( vom aussatze ) und hæte got erscheinet grôʒ wunder …

entschœne

BMZ

entschœne swv. beraube der schönheit. du hast mîne tohter gehœnet, ir schœnen lîp entschœnet U. Trist. 700.

geschœne

FindeB

* geschœne adj. s.v.a. schœne RWh.

unschöne

DWB

unschöne , f. , gth. d. schöne ( s. d. 3 d): die ( lage ) des Ultnerbades ist die u. selbst Steub drei sommer in Tirol 2, 300 . ahd. unskônî…

verschœne

BMZ

verschœne swv. 1. mache schön, verherrliche. der dich bî küngen krœnet und al dîn art verschœnet MS. 2,217. a. 2. übertreffe an schönheit. d…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schoene". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schoene/bmz?formid=S01951
MLA
Cotta, Marcel. „schoene". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schoene/bmz?formid=S01951. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schoene". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schoene/bmz?formid=S01951.
BibTeX
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