Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
schlichten
schlichten
schlicht Adj. ‘einfach, bescheiden’, mhd. (md.) sliht, mnd. slicht ‘eben, flach, frei, offen, kahl, gerade, glatt, einfach’ entspricht der hd. Form schlecht (s. d.) und wird nach deren Bedeutungsentwicklung zu ‘geringwertig, nicht gut’ im Sinne von ‘einfach, ohne Kunst oder Prunk, bescheiden, ungekünstelt, natürlich’ in die Literatursprache aufgenommen (17. Jh.). Den gleichen (hier lautgerecht vor i bzw. j aus e hervorgegangenen) Stammvokal zeigen ahd. slihtī f. (9. Jh.), mhd. slihte ‘glatte Fläche, Glätte, Ebene, Geradheit, Einfachheit’ sowie schlichten Vb. ‘einen Streit beilegen, Frieden stiften, besänftigen’, ahd. slihten ‘ebnen, glätten, feilen’ (8. Jh.), mhd. slihten, auch ‘Recht erteilen, ausgleichen, beilegen’, mnd. slichten, slechten.