Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
râmên
2. Hälfte des 10. Jh.s und10. Jh., beide bair.), bei
O, in NBo, NMC, Nps: ‚zielen (nach), streben,
angreifen, sich beziehen auf, beabsichtigen;
dirigere, festinare, intendere, minitari, niti,
pervenire, petere, quaerere, referre, tendere,
valēre, versare, versari intentio‘, râmênti ‚nach
etw. strebend; intentione‘, gilîcho râmênti ‚in
gleichem Streben; indiscreta intentione‘,
natûra alarehto râmento leitit ‚die Natur leitet
in gerader Zielstrebigkeit; naturalis intentio du-
cit‘ 〈Var.: -a-; -an〉. Das Wort ist bereits ab
Ende des 7. Jh.s in der latinisierten Form ad-
chramire ‚eine bestimmte Leistung rechtsförm-
lich versprechen‘ belegt. Das Verb ist eine de-
nominale Ableitung von ahd. *râm, mhd. râm
st.m., râme st.f. ‚gestecktes Ziel, Zielen‘, mndd.
rām, rāme m. ‚gestecktes Ziel, Absicht, Be-
schluss, Angriff‘ < urgerm. *rēma/ō(n)- (Lexer
2, 336; 3, Nachtr. 343; Lasch-Borchling, Mndd.
Handwb. 2, 2, 1848 f.; Schiller-Lübben, Mndd.
Wb. 3, 417 f.). – Mhd. râmen, ræmen sw.v. ‚zie-
len, trachten, streben, zu treffen suchen, zu er-
reichen suchen‘, nhd. veraltet rahmen, rähmen
sw.v. ‚achten, zielen auf‘, daneben mit analogi-
scher Umformung (wohl nach Raum als Ort der
Besprechung) des Wz.vokals frühnhd. (16. Jh.)
anberāmen > nhd. anberaumen ‚eine Sitzung,
Besprechung einberufen bzw. zeitlich festle-
gen‘, daneben vereinzelt noch ält. nhd. anberah-
men < mhd. berâmen sw.v. ‚dss.‘. Ab dem 17.
Jh. schwindet berahmen, im 19. Jh. schwinden
anberahmen, beraumen.