Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Papier n.
Papier n.
Papier n. dünngepreßter Werkstoff zum Beschreiben, Bemalen, Bedrucken und Verpacken, spätmhd. papier, frühnhd. bappier, papier (Anfang 15. Jh.) ist eine Entlehnung von afrz. papier. Zugrunde liegt lat. papȳrus, papȳrum, griech. pápȳros (πάπυρος) ‘Papyrusstaude’ sowie ‘Beschreibstoff aus dem Stengelmark der Papyrusstaude’, ein Wort unbekannter, vielleicht ägypt. Herkunft, da diese Staude in Ägypten wächst. Im 12. Jh. wird in Oberitalien mlat. papirus (aus dem im 13. Jh. in der Endung romanisiertes paperium hervorgeht) auf das neue, durch die Araber vermittelte, vorwiegend aus Stoff- bzw. Seidenabfällen hergestellte Schreibmaterial (Hadernpapier) übertragen. – Papyrus m. ‘Beschreibstoff aus dem Stengelmark der ägyptischen Papyrusstaude, daraus bestehendes, meist zu einer Rolle aufgewickeltes Schriftstück’. Griech.-lat. papȳrus (s. oben) wird durch Winckelmann (um 1760) aufgenommen (auch in der Zusammensetzung Papyrusrolle) und zum Fachwort der Papyruskunde entwickelt; vgl. dazu gebildetes Papyrologie (um 1900). Eine frühe Entlehnung aus lat. papȳrus liegt vor in ahd. paffūr (10./11. Jh.) und papīr (Hs. 13. Jh.) für ‘Papyrusstaude’.