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Nahrung

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Nahrung

Bd. 3, Sp. 867
Nahrung 1. Böse Nahrung macht kunstreiche Leute. 2. De Nahrung hebben will, mot mennig Hôre Jüffer heten. (Ostfries.) – Bueren, 243; Frommann, IV, 142, 338; Eichwald, 818; Kern, 408; Hauskalender, II; Schlingmann, 691. Geschäftsleute, die Kunden gewinnen oder behalten wollen, müssen schmeicheln können. 3. Der seine Nahrung hat, der ist so reich als ein König. – Lehmann, 534, 25. Holl.: Het is een goed ding, een man van veel nering te zijn. (Harrebomée, II, 120a.) 4. Die Nahrung ist bei den Leuten, sagte der Scherenschleifer, und schob in die Küche. (Westf.) 5. Die Nahrung ist jedem gleich nahe, aber nicht jedem so nutz. – Lehmann, 533, 10. Holl.: Nering is allen man wel even na, maar niet even nut. (Harrebomée, II, 120a.) 6. Die Nahrung ist schlecht, da es von Hand zum Maull gehet. – Lehmann, 533, 3. 7. Eine Nahrung schlegt die ander nicht auss. – Petri, II, 179. 8. Êder de Niaring säät de Tiaring. (Sylt.) Nach der Nahrung setze die Zehrung. 9. Einer gewinnt sein Nahrung mit sitzen, der ander mit lauffen vnd schwitzen. – Lehmann, 533, 1; Simrock, 7305. 10. Ist dein Nahrung schon gering, so sey doch allzeit guter Ding. – Gruter, III, 55; Lehmann, II, 284, 58. 11. Ist die Nahrung auch nicht fein, wir wollen dafür dankbar sein. n.: Bonde føde er god, værd at takke Gud for. (Prov. dan., 190.) 12. Nach der Nahrung richt' die Zehrung. Holl.: Men moet de tering naar de nering zetten. (Harrebomée, II, 120a.) 13. Nahrung ist kein Erbe. – Schottel, 1135b; Eisenhart, 302; Hillebrand, 162, 226; Pistor., VIII, 47; Simrock, 7303; Graf, 184, 15. In Ostfriesland: Nahrung is gên Arve. (Hauskalender, I.) Nahrung ist wie Gerade (s.d.) und Heergewäte (s.d.) ein Theil des vom Erbe auszuscheidenden Nachlasses und zwar der, welcher in den alten Rechtsbüchern auch »Mustheil« oder »Hofspeise« genannt wird. Hillebrand (a.a.O.) hält diese Ansicht für unbegründet und will unter Nahrung nicht Speisevorräthe, sondern den sogenannten Mustheil (vgl. Siegel, Das deutsche Erbrecht, S. 77), d.h. die Hälfte der am dreissigsten Tage nach dem Tode eines Mannes, der eine Frau hinterlässt, auf dessen Gütern befindlichen Speisevorräthe verstanden wissen. Unter Nahrung werden nach Eisenhart solche Güter verstanden, die der Eigenthümer theils durch Fleiss und Arbeit selbst erworben und die theils in Küchen und Kellervorrath bestehen. Ueber diese konnte er nach seinem Gefallen bestimmen, sie durch Vertrag, Schenkung, Letztwillen vermachen, an wen er wollte. Anders aber war es mit den Stamm- und Erbgütern beschaffen, die der jedesmalige Besitzer nicht veräussern durfte, sondern dem nächsten Erben hinterlassen musste, weil alle Nachkommen des ersten Erwerbers ein Recht daran haben. 14. Nahrung, Kleidung und Himmelreich, diesen Schätzen ist nichts gleich. n.: Føde, klæde og himmerig – er saa intet meere. (Prov. dan., 190.) 15. Nahrung soll man suchen ohn ander Leuth schaden. – Lehmann, 535, 40. 16. Nahrung will Füsse haben. – Lehmann, 534, 15. Und auch etwas Verstand, denn sagen die Holländer: Nering zonder verstand is schade voor de hand. (Harrebomée, II, 120a.) 17. Nahrung will getrieben sein. – Coler, 209. 18. Niemand ist mit seiner Nahrung zufrieden. Holl.: Niemand is met zijne nering tevreden. (Harrebomée, II, 120a.) 19. Tracht nach der nahrung, nicht nach der mastung. – Lehmann, 534, 30; Körte, 4428; Körte2, 5358; Simrock, 7304; Braun, I, 2908. 20. Wen man die nahrung nimbt, dem greifft man zum Leben (oder: dem thut man ein stich ins Leben). – Lehmann, 548, 42. 21. Wen seine Nahrung nicht ins Hauss treibt, den jagt sie herauss. – Lehmann, 533, 6; Simrock, 7306. 22. Wenn wir Nahrung und Kleider haben, so lasst uns genügen. Lat.: Omnes sunt divites, qui coelo et terra frui possunt. (Cicero.) (Philippi, II, 68.) – Pauper non est cui rerum suppetit usus. (Horaz.) (Philippi, II, 86.) 23. Wer Nahrung gibt, gibt Leben. n.: Den som giver leven, han giver livet. (Prov. dan., 238.) 24. Wer Nahrung will gewinnen, der muss der Händ, Kopffs vnd Füss nicht sparen. – Lehmann, 534, 14. 25. Wer seine Nahrung nicht treibt, den treibt die Nahrung. »Es ist ein alt Sprichwort, treibet einer seine Nahrung nicht, so treibet unnd jagt die Nahrung gewisslich den Wirth.« (Coler, 209.) 26. Wer seine Nahrung nicht verdienen kann, muss sein Kraut mit seinem eigenen Schmalze schmelzen. 27. Wie man die Nahrung erlangt, so muss man sie auch handhaben. »Durch Krieg – mit gewehrter Hand, durch Finanz mit Finanz, durch Geiz mit Geiz, durch ehrliche Mittel mit Ehr- und Billigkeit.« 28. Wo böss Nahrung ist, da sind witzige Leute. – Petri, II, 799. 29. Wo ist Nahrung, da ist Zehrung. »So dumm ist selbsten keine Kuh, wo Nahrung ist, da beisst sie zu.« (Glassbrenner, Neuer Reineke Fuchs, S. 212.) 30. Die Nahrung ist ihm zugezählt. – Körte, 4428; Körte2, 5558b. 31. Er ist sehr nach der Nahrung. – Frischbier, 519; Frischbier2, 2717; Hennig, 166. »Er lässt es sich sehr sauer werden, spürt jeder Gelegenheit, wobei er sich etwas verdienen kann, nach.« (Bock, Idiot. pruss.) 32. Es ist ihm kranke Nahrung. 33. Seine Nahrung ist ihm aufs Kerbholz geschnitten. – Körte, 4428a; Körte2, 5558a; Braun, I, 2909. [Zusätze und Ergänzungen] 34. Wenig Nahrung, ein freier Kopf. – Merx, 143. 35. Die Nahrung ist mancherley. – Kirchhof, Wendvnmut, I, 453. 36. Da ist gute Nahrung. – Pauli, Schimpff, 264. So dachten nämlich die Buhlen, als ein Vater seiner hässlichen Tochter, um die sich kein Freier meldete, ein grosses Vermögen testirt hatte. 37. Einen in Nahrung setzen. Ihm etwas zu verdienen geben. Ironisch: Jemands Hülfe in Anspruch nehmen, z.B. Geld von ihm borgen.
5648 Zeichen · 170 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nahrung

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Nahrung , plur. die -en. 1. Dasjenige, was nähret. 1) Eigentlich. Diejenigen Theile eines genießbaren Körpers, welch…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Nahrung

    Goethe-Wörterbuch

    Nahrung ‘Nährung’ 47,316,11 1 nomen actionis: Vorgang der Nahrungsaufnahme; auch bildh; wiederholt ‘Organe, Werkzeuge de…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Nahrung

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Nahrung , s. Nahrungsmittel ; N. in der Gerberei, s. Leder , S. 310.

  4. modern
    Dialekt
    Nahrungf.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Nahrung f. : 1. wie schd., Nahrung [ HB-Jägbg , mancherorts], Nahring [ RO-Gundw ]; vgl. Kost . — 2. a. vom Milchertrag …

  5. Sprichwörter
    Nahrung

    Wander (Sprichwörter)

    Nahrung 1. Böse Nahrung macht kunstreiche Leute. 2. De Nahrung hebben will, mot mennig Hôre Jüffer heten. ( Ostfries. ) …

  6. Spezial
    Nahrung

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Nah|rung f. (-,-en) 1 (Nahrungsmittel) nudrimënt (-nc) m. 2 spëisa (-ses) f. 3 mangé m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nahrung

99 Bildungen · 90 Erstglied · 8 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von nahrung

nahr + -ung

nahrung leitet sich vom Lemma nahr ab mit Suffix -ung.

nahrung‑ als Erstglied (30 von 90)

Nahrungbrief

DRW

nahrung·brief

Nahrungbrief, m. Urkunde über einen Leibzuchts- oder Unterhaltsvertrag nahrungbrüeff auf folio [kosten] ieden plat zwelf kreizer [Schreibgel…

nahrungen

DWB

nahr·ungen

nahrungen , verb. reflexiv, sich nahrung und lebensunterhalt verschaffen, ernähren: wann vil sich ab der stat narungen ( von der stadt leben…

nahrunglich

DRW

nahrung·lich

nahrunglich, adj. nahrungliche Güter als Übs. von bona profectitia: einem Teil des Kindesvermögens, über das der Vater den Verwaltungsnießbr…

Nahrungsabbruch

DRW

nahrung·s·abbruch

Nahrungsabbruch, m. I Beeinträchtigung von Handel und Gewerbe privilegium, welcher maßen uff eine meyle weges kein schumacher sich setzen [d…

nahrungsabfall

DWB

nahrung·s·abfall

nahrungsabfall , m. abfall der nahrung (4, c ), defectus rei familiaris Frisch 1, 243 b ; nahrungsabfall eines gantzen landes, einer stadt, …

Nahrungsangebot

LDWB2

nahrung·s·angebot

Nah|rungs|an|ge|bot n. (-[e]s,-e) oferta de mangiaria f. , pîta de mangiaria f. , lîta de mangiaria f.

nahrungsaufnahme

DWB

nahrung·s·aufnahme

nahrungsaufnahme , f. : die organischen wesen .. zeigen ohne ausnahme zwei allgemeine erscheinungen: die nahrungsaufnahme und die ausscheidu…

nahrungsbedürfnis

DWB

nahrung·s·beduerfnis

nahrungsbedürfnis , n. das bedürfnis nach, der bedarf an nahrung: nahrungsbedürfnisz eines erwachsenen. Klencke hauslex. 2, 921 a .

nahrungsbedürftig

GWB

nahrung·s·beduerftig

nahrungsbedürftig 1 hungrig Die Mutter [ Myrons Kuh ] ..bereitet durch ihren prächtigen Körper dem jungen Säugling [ dem Kalb ] ein Obdach; …

nahrungsbestandtheil

DWB

nahrung·s·bestandtheil

nahrungsbestandtheil , m. : im chymus sind alle mehligen nahrungsbestandtheile schon in zucker verwandelt. Minerva 1847 s. 408; der thierisc…

nahrungsdieberei

DWB

nahrung·s·dieberei

nahrungsdieberei , f. : nahrungsdieberei, brotdieberei, nahrungstörerei, pfuscherei ist, wenn .. unberechtigte andern ( zu einem gewerbe pri…

nahrungsdotter

DWB

nahrung·s·dotter

nahrungsdotter , m. : die gelbe dottermasse ( des eies ) wird als nahrungsdotter ( vom weiszlichen bildungsdotter) unterschieden. Meyer konv…

nahrungserwerb

DWB

nahrung·s·erwerb

nahrungserwerb , m. das erwerben oder die mittel zum erwerben der nahrung. blätter für lit. unterhaltung 1846 s. 515.

Nahrungsfleiß

Campe

nahrung·s·fleiss

○ Der Nahrungsfleiß , — es , o. Mz . der Fleiß welchen man anwendet sich Nahrung zu verschaffen, oder welchen man in seiner Nahrung, d. h. i…

nahrungsfleisz

DWB

nahrung·s·fleisz

nahrungsfleisz , m. auf die nahrung angewendeter fleisz, erwerbs- oder gewerbsfleisz: eine hand im nahrungs-fleisz. Logau 1, 10, 2 .

nahrungsgabe

DWB

nahrung·s·gabe

nahrungsgabe , f. abgabe für die ausübung eines gewerbs, gewerbsteuer, auch nahrungsgeld Frisch 2, 13 c . Zedler 23, 147 .

nahrungsgelust

DWB

nahrung·s·gelust

nahrungsgelust , m. begierde nach nahrung: die nahrungsmittel und nahrungsgelüste der nächtlichen thiere. Minerva 1847 s. 408.

nahrungsgeschäft

DWB

nahrung·s·geschaeft

nahrungsgeschäft , n. gewerbe: so müssen die meisten und austräglichsten nahrungs-geschäfte .. in verfall gerathen. Zinck 2011 .

nahrung als Zweitglied (8 von 8)

Wohlstandsnahrung

RDWB1

Wohlstandsnahrung f (Lakune) питание состоятельных слоёв населения; пища состоятельных людей; питание, свидетельствующее о материальном благ…

braunahrung

DWB

brau·nahrung

braunahrung , f. braugewerk: es hatte sich kein leibarzt beifallen lassen, der braunahrung zum nachtheil das wasser gesunder zu finden. Möse…

Portersnahrung

DRW

porter·s·nahrung

Portersnahrung, f. zu Nahrung (III 1) nur für Stadtbürger zugelassener Beruf dat alle vrijlaten, nu op eenighe van den vors. tween cueren wo…

sattelnahrung

DWB

sattel·nahrung

sattelnahrung , f. lebensunterhalt, den man sich durch raub verschafft ( vergl. sattel 1, d ). die sattelnarung. Murner narrenbeschw. 24 übe…

stadtnahrung

DWB

stadt·nahrung

stadtnahrung , f. gelegenheit und mittel, den lebensunterhalt zu gewinnen, wie sie die stadt bietet. dazu stadtnahrungsgeschäft, n.: denn es…

Straßennahrung

DRW

Straßennahrung, f. in einer ¹Straße (III 3) betriebenes (Klein-)Gewerbe wegen der straßen-nahrung, so in kraͤmereien, hoͤkereien und andern …

Tischnahrung

DRW

tisch·nahrung

Tischnahrung, f. Versorgung mit Essen und Trinken [mutter hat von mir zu geniessen] einen würdigen winkhl in der stuben, zur wohnung die obe…

Ableitungen von nahrung (1 von 1)

urnahrung

DWB

urnahrung , f. , erste, ursprüngliche nahrung (ur- C 4 c) Brandt über den stoffwechsel im meer ( Kieler rektoratsrede 1899) 10; 16; 22. —