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müller

mhd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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13 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

müller m.

Bd. 12, Sp. 2654
müller, m. molitor, molendinarius. 11) wie mühle auf lat. molina, so geht müller auf mlat. molinarius (ital. mulinaro, span. molinero) zurück, und findet sich als solches lehnwort im hoch- und niederdeutschen, und bis ins nordische: ahd. mulinari, mulnari, molinarius Graff 2, 712, mhd. mülnære; alts. mulenire, mnd. molner; altnord. mylnari, schwed. mjölnare. die mhd. form setzt sich zunächst als mülner im nhd. fort und wird noch von Stieler 1303 aufgeführt: der müller, mülner, molitor, pistrinarius, später und jetzt nur noch im geschlechtsnamen (oberdeutsch auch noch als appellativ, z. b. kärntnisch müllnar Lexer 193); mulner, molitor. voc. inc. theut. o 2b; molendinarius, mulner, mülner, molner, molenner Dief. 365b; an vielen orten sind die müllner befreiet, dasz sie auch den sonntag durch, arbeiten dörfen, weil wir auch am sonntag des brods nicht entbähren mögen. Hohberg 1, 69b; so thut einer des mülners tochter pflegen. fastn. sp. 651, 25; und ain esel und ain mülner. 714, 2; schon im 14. jahrh. hat sich die assimilierte form muller, müller gebildet, die seit dem 16. jahrh. die gewöhnliche wird: molitor, multor, muller. voc. opt. 22, 54; molendinarius, muller, müller, myller, miller. Dief. 365b; multor, muller nov. gloss. 255b; in mittel- und niederdeutscher form moller, möller: molendinarius, molendinator, moller. ebenda; das die möller auf die sontage, wann man in der kirchen sunge, nicht mahlen. weisth. 3, 439 (Wetterau, von 1441); mnd. molre, mölre, moller Schiller-Lübben 3, 115a; n. möller, welche formen ebenfalls häufig als eigennamen gehen. 22) müller, der eine mühle bedient oder leitet; eine handmühle: müller, fruchtstoszer, pinsor, pistor Dasyp.; und wil her aus nemen (aus dem lande) allen frölichen gesang, die stim des breutgams und der braut, die stim der müller, und liecht der latern. Jer. 25, 2; gewöhnlich der leiter eines mühlenwerks, und ohne weitere bezeichnung der leiter einer getreide mahlenden wasser- oder windmühle: der müller, molitor, polintor Maaler 294d; müller und brotbegken. Basler rechtsqu. 1, 188 (von 1458); ein müller, zu dem wir verbunden seind von unserer herschaft wegen zu mahlen. weisth. 5, 627 (von 1450); so sol auch jeder müller zu allerhand sorten geträides gute reine und nicht grobe peutel haben, damit nicht dem müller zum besten, dem mahlgast ein grobes meel gemacht werde. Löhneysz regierkunst (1679) 312; solte man den müller nicht in die lache werfen, der die räder nicht laufen liesze, ausz beisorge, es möchte zu viel wasser darneben weg flieszen. Chr. Weise erzn. 64 Braune; metze, müller, metze bieder! das giebt segen, das! und der kunde kommt dir wieder. mildheim. liederb. nr. 442, 2; sprichwörter bezeichnen den müller als eigennützig und als dieb: also weren die müller vor der mül, in der mül und auszer der mül allzeit bereite dieb. Bebels fac. (1589) 110b; gefragt, was das best in der mühlen sei, antwortet er: das die säck nicht reden können; und, warumb man die müller nicht henge, wie andere dieb, antwortet er: darumb, damit nicht das ganz handwerk undergehe. Zinkgref apophth. 1, 223; der müller ist fromm, der haar auf den zähnen hat. Pistorius thes. par. 6, 5; müller, schneider und weber werden nicht gehenkt, das handwerk gienge sonst aus. müller und bäcker stehlen nicht, man bringts ihnen. müller ist nicht eher fromm, bis er zum fenster ausguckt. nichts kühner als des müllers hemd, das jeden morgen einen dieb beim kragen nimmt. Simrock sprichw. 384; für müllers henne, beckers schwein und der wittfrau knecht soll man nicht sorgen. kein müller hat wasser und kein schäfer weide genug. er nährt sich aus dem stegreif wie ein müller. 385; müller, .. von denen das lied gehet: die müller han die beste schwein, die inn dem ganzen lande sein, sie mästens aus der bauren säcken. Fischart praktik (1574) F 5b; der zehn jahr ein müller war, diesem, das den beutel steubt der, der jhm die mühle liesz, scheint gar billich und erleubt. Logau 2, 184, 36; der müller mit der metzen, der weber mit der gretzen, der schneider mit der scheer, wo kommen die drei diebe her? Pistorius thes. par. 3, 49; des müllers henn und wittwers magd, hat selten hungersnoth geklagt. 5, 30; des müllers thier, der esel (vgl. müllerthier): hie wissens weniger denn des müllers thier. Luther 5, 140b; auch wenn dir not zu pruntzen ist, so .. giesz ein lange lach daher, als obs des müllers esel wer. Grobian. D 4b (v. 1027); in einem bilde für das schneien: eben da war Egidius froh, dasz drauszen müller und bäcker einander schlugen — wie man das wehende schneien in groszen flocken nennt. J. Paul Qu. Fixl. 98. 33) müller, der zermalmende zahn, in einem bilde der bibel: gedenk an deinen schepfer in deiner jugent, ehe denn die bösen tage komen, und die jar erzutretten, da du wirst sagen, sie gefallen mir nicht .. zur zeit wenn die hüter im hause zittern, und sich krümmen die starken, und müszig stehen die müller, das jr so wenig worden ist, und finster werden die gesicht durch die fenster. pred. Sal. 12, 3; auch auszerhalb der bibelsprache: abends kamen frembde herren, ich sasz hinter dem ofen, denen, als sie aszen, sahe ich mit lust zu, allein meine müller hatten nichts zu mahlen. unwürd. doctor 375. vgl. mühlzahn. 44) müller, thiername: des fisches gasterosteus spinachia, dornfisch, steinpicker; des fisches cottus gobio, kaulquabbe (auch mull, müll, s. d.); in Schwaben des schmetterlings, namentlich des kohlweiszlings, von dem staub seiner flügel; vgl. dazu mahler 1, sp. 1456; einer spinnenart, araneus muralis, mit langen beinen, auch bock genannt. Stieler 1303.
5619 Zeichen · 109 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    müller

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    müllener , müller , müllerin s. mülnære, mülnærinne.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Müller

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Müller , des -s, plur. ut nom. sing. der die Kunst zu mahlen ( molere) oder einer Mühle vorzustehen verstehet, und i…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Müller

    Goethe-Wörterbuch

    Müller Betreiber od Besitzer einer Mühle; auch als (typisierende) Figurenbezeichnung, wiederholt in sentenzhafter Verwen…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Müller

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Müller , Käfer, s. Mehlkäfer .

  5. modern
    Dialekt
    Müller

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Müller [Mìlər, Melər allg.; Mylər in Bed. 2 Hi. ; Pl. ebenso, nur Mìlərə W. ] m. 1. Müller. Wenn e M. o uch no ch d a rz…

  6. Sprichwörter
    Müller

    Wander (Sprichwörter)

    Müller 1. D' Müller, Schnîder und Wäber wöred nid g'hänkt, 's Handwerk ging sust ûs. – Sutermeister, 120. 2. D' Müller u…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mueller

122 Bildungen · 116 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von mueller 2 Analysen

muel + -ler

mueller leitet sich vom Lemma muel ab mit Suffix -ler.

Alternativen: muell+-er

mueller‑ als Erstglied (30 von 116)

Müllerart

Adelung

mueller·art

Die Müllerart , plur. die -ärte, eine kleine Art an einem langen Stiele, welche die Mühlknappen der Getreidemüller ehedem auf der Reise und …

müllerblau

DWB

mueller·blau

müllerblau , adj. weiszlich blau, von der farbe der kleidung der müller. vgl. müllerfarbe .

Müller-Breslau

Meyers

mueller·breslau

Müller-Breslau , Heinrich , Ingenieur, geb. 30. Mai 1851 in Breslau, studierte nach beendeter Teilnahme am deutsch-französischen Kriege 1870…

Müllerbrot

Wander

mueller·brot

Müllerbrot Müllerbrot hat neunerlei Kräfte. ( Frankenwald. ) Weil es von vielerlei Leute Eigenthum (oder Getreide) kommt oder, wie Birlinger…

Müller, Carl Friedr

DWBQVZ

--- zur sprache Fritz Reuters. ein beitrag zur kenntnis der mecklenburgischen mundart. Leipzig 1902. ferner * Leipzig 1907 . ---

müllerchen

DWB

muell·erchen

müllerchen , n. kleiner oder geringer müller. auch name der grasmücke, motacilla curruca, wegen ihres einförmigen, einem klap! klap! ähnlich…

Müllerde

PfWB

muell·erde

Müll-erde f. : ' lockerer Boden ', Milleʳd (ˈmil̩ǟʳd) [ KL-Weilb ]; vgl. Mull 1, mull , müll .

Müllerei

PfWB

mulle·rei

Müllerei f. : ' Mühlenbetrieb ', Millerei (miləˈrai) [vereinzelt]. AR.: Eins, zwei, drei, / auf der M. / wird ein Kind geboren. / Wie soll's…

mülleren

ElsWB

muell·eren

müllere n [mìlərə Bf. ] eig. zum Müller machen; ein Unfug, der darin bestand, dass man Vorübergehende, besonders Mädchen, anhielt, ihnen die…

Müller, Ernst Friedr. Karl

DWBQVZ

--- symbolik. vergleichende darstellung der christlichen hauptkirchen nach ihrem grundzuge und ihren wesentlichen lebensäusserungen. Erlange…

mülleresel

DWB

mulle·resel

mülleresel , m. esel den ein müller hält: mülleresel, der die müle treibt und die mälseck muosz tragen, asinus molarius. Maaler 294 d ; wir …

müllerfloh

DWB

mueller·floh

müllerfloh , m. in scherzhafter rede namentlich des 17. jh., die laus, ihrer mehlweiszen farbe wegen: müllerflöhe, pediculi Stieler 521 ; da…

müllergast

DWB

mueller·gast

müllergast , m. gast des müllers, mahlgast: städte, sind die beutelmühlen; und das land, ist müllergast: iedem wird daselbst zu staube, was …

mueller als Zweitglied (6 von 6)

beck(möller), müller

MNWB

° beck(möller), -müller, m. , wie möller (am Schluß) (Ub. Quedlinb. 2, 112; Gosl. Urk. von 1541).

Öhlmüller

Adelung

Der Öhlmüller , des -s, plur. ut nom. sing. der Vorgesetzte oder Eigenthümer einer Öhlmühle; dessen Gattin die Öhlmüllerinn. S. Adelung Öhls…

walkmüller

DWB

walk·mueller

walkmüller , m. der besitzer einer walkmühle oder der in einer walkmühle thätig ist: fullo, politor lanarius. Stieler 1303 ; fullo coactilla…

wassermüller

DWB

wasser·mueller

wassermüller , m. der inhaber einer wassermühle B. Krüger Clawerts hist. 32 neudr. Krünitz 234, 298 . —

windmüller

DWB

wind·mueller

windmüller , m. Steinbach 2, 81 ; schon frühe scherzhaft wie windbeutel ' aufschneider ' Sanders dt. synon. 734 , ' schwindler, narr ': eite…