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reuse

mhd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
16 in 13 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
18
Verweise raus
20

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

reuse

Bd. 14, Sp. 846
reuse , f. nassa. ahd. riusa, rûsa, rûssa (vgl. Graff 2, 544), was auf ein goth. riusjô schlieszen läszt. es gehört wol zu demselben stamme wie goth. raus, nhd. rohr. mhd. riuse: er was riuse und vengec vach. Parzival 317, 28. nhd. wechselt die schreibung reuse mit reusze: mit den hennden segen, hammen, rewsen, angeln. Nürnb. polizeiordn. 190; denn da hat der mensch angel, netze, garn, körbe, reusen und allerley gerüst. Luther 3, 239a; alles nachtfischen .. ist verbotten, wie auch die bimsen- und schmelchen-körblein oder reusen. Hohberg 2, 467b; damit si den visch in die reusen pracht. fastn. sp. 311, 11; eilt nur geschwinde! lauft nach den reusen! Göthe 11, 107; (die fische) werden offt derhalb in den reüszen gefangen. Eppendorff Plinius 95; wenn die meerbarbel in ein reusz oder korb schleuffet, begert sie nicht mit dem kopf zuo erst hinausz, damit sie jhre augen nicht verletze, sondern kehrt sich umb, unnd schlecht so lang umb den eingang der reusen her, bisz er weiter wirt, schleifft alszdenn hinderwerts hinausz. Heyden Plinius 347; alle fasern der barten (des wales) stehen senkrecht nach unten und bilden so eine art von sieb oder reusze. Brehm thierl. 2, 862. für reusze erscheint auch in der älteren sprache reisze: der fang geschiehet mit streichzeugen, hahmen und in reiszen. Göchhausen notab. venat. 348; man fänget dieses fischlein .. in menge, so wohl in reiszen, als mit dem hahmen. 359. schon in die mhd. zeit zurück geht die form reusche (vgl. Müller - Zarncke 2, 1, 747b): sie sullen in ouch chain irrung tuen an irn abhangunden reuschen an der Tuenaw. urkundenb. v. Klosterneuburg bei Lexer 2, 470; rüschen, darinn die fisch gefangen werdend. Maaler 337d; im junio laichen die barben und alten, werden unter den kräutern, in reuschen, auch biszweilen wird einer mit dem garn erdappt. Hohberg 2, 490a. reische: daz (das eben beschriebene mittel) nym dann etwievil und pintz in ain tuech und hänks in ein reischen zu dem ding, so streichen alle die visch, die in demselben wasser wonend und erwinden nicht, unz daz sie in die reischen kumen seind. Haupts zeitschr. 14, 172. reuse [] bedeutet, der etymologie gemäsz, überhaupt etwas aus rohr verfertigtes, daher aa) einen aus rohr oder ruten geflochtenen korb, besonders einen tragkorb. dieser wird in Österreich die reische, reischen genannt Adelung. Schmeller 2, 156. Vilmar 325 führt reuse als bezeichnung eines verlängerten rückenkorbes an. unter reusche soll man in engerer bedeutung auch in einigen gegenden einen bienenkorb verstehen. Campe. vgl.käsereuse 5, 256, bezeichnung eines geflochtenen käsekorbes. bb) die fischreuse, als eine art körbe mit engem eingange, welche von binsen, weiden oder anderen biegsamen ruten gemacht werden: in groszen wassern, in der Donau und andern flüssen, werden die fische in den reuschen, die in den grund gesenckt, und an bequemliche ort, wohin der fisch gerne seinen strich nimmt, gelegt und angepfälet werden, sehr gefangen, da bauen die fischer ihre aerchen oder zäune, die von reisicht gemacht sind, damit der fisch, wann er zur reuschen kommt, und durchzudringen vermeynt, darinnen gefangen wird. die reuschen werden in dem mundloch gelegt nach dem strom, weil die fische gegen, und nicht nach dem wasser ihren meisten gang haben. Hohberg 2, 500a; es lagen bei ihnen (den fischern) ihrer ämsigen hände gerätschaft, weidene körbe, angelröhr', und hamen, und fischernetze voll seegras, schlingen, und binsene reusen, die labyrinthe der fische. Stolberg 16, 237. besonders aale werden in reusen gefangen; im vergleich: lasz sie sich wenden wie aele in der reuse, sie sollen uns nicht entschlüpfen. Göthe 8, 126; und was er sonst bald mit beglückten händen zu angeln pflegt, bald in der netze wänden gefangen führt, bald, wie den fetten aal, in reusen lockt, zum frohen mittagsmahl. Hagedorn 1, 73; zu der natter sprach der aal: ... mein geschlecht füllt alle reusen. 2, 31. auch krebse: die krebse gehen auch gern in die reuschen und werden allda gefangen .. wo es viel krebse giebt, hänget die reuschen (wenn man ein lockmittel hineingethan) auch von auszen gantz schwartz von krebsen. Hohberg 2, 502b. man hängt oder legt allerlei lockspeisen in die reusen, um die fische herbeizuziehen: wenn die fischer den schmaltz (von reihern) in reiszen, oder an angel hiengen, sie mehr fische, als sonsten, fangen sollen. Göchhausen notab. venat. 130; wann man kuchen von leinsaamen oder mahensaamen, wann er zu oel geschlagen wird, in die reuschen bindet, gehen die grundeln gern ein. Hohberg 2, 501a; nimm staub-mehl aus einer mühl, und eberwurtzen-pulver, machs mit hönig zu einem taiglein, darnach bach es, und legs in die reuschen. 2, 501b. die reusen werden in der nachtfischerei gebraucht: wo aber solich vischen bey nacht beschähe oder ymandt ausz solichen wassern nachtzeug oder anders hübe, das will ein rate für einen diebstal halten und straffen. Nürnberger polizeiordn. 190; die reuschen werden von den fischern auf den abend gelegt, und des morgens wieder darzu gesehn. Hohberg 2, 500b; an einem schönen abend fuhr Irin mit seinem sohn, im kahn aufs meer, um reusen in das schilf zu legen, das ringsum den strand von nahen eilanden umgab. E. v. Kleist 104. man benutzt die reusen auch um fische aufzubewahren: reuse, darin man die fische behelt, seclusorium Schottel 1385; auch soll man kleine enge reuszen und fisch-körbe haben, die in dem ablaszgraben mögen entzwischen hängen, darein man die kleinen fische thun mag. Hohberg 2, 487a. reusen werden gestellt, gelegt: schosz die fischergere, die tridenten, die dreyzänig elger, die füscingabel, stelt reuschen, angelt. Garg. 179a; welche mühlen und hammer an den flüssen haben, sollen nicht macht haben, in ihren geflidern das brut aufzufangen, reuschen zu legen, oder sonst zu angeln. Hohberg 2, 467b; indessen hatten sie die reusen ausgelegt. E. v. Kleist 109. cc) besondere bilder: in die reuse kommen, zum ziel gelangen, seinen zweck erreichen: dise geystreichen und hoffertigen ... wöllen vor alles wissen, damit sie got nicht betrieg, darumb namen sie all jr lebenlang ein bedacht, und kommen ye lenger ye weniger got misztrewig in die reuszen oder an die rigel. Franck sprichw. 1, 92a. ähnlich: mir scheinet wiederumb die sun, das glück thut sich nit gen mir sprewsen; mich dünckt, der visch sey in der rewsen und sey der hasz schon in dem garn. H. Sachs fastn. sp. 2, 126, 313; [] häufig steht reuse obscön in dem sinne von vulva in den verbindungen den fisch in die reuse bringen, der fisch geht, kommt in die reuse: her, sol ich in pas gen schuol füeren, ob ich ainn man mecht an im spüren, so wil ich noch tröstlich anfengen, ob ich den fisch in die reusen mecht prengen. fastn. sp. 326, 24; und wen ir also zuo samen mengt und ains dem andren nach hengt und ir den visch in die reusen prengt, das als eur trauren wirt abgesengt. 328, 5; darzu sie keins bosen nicht gedacht, bis das er ir den visch in die reusen pracht. 854, 11; ich main, wenn heint ain solchs geschech, das ich mich zu eim man scholt legen, ich wolt mich also gen im regen, das es künd niemant understeen, es müst der visch in die reusen geen. 747, 11; si schwang meim esel das fuoter vor und öffnet mir der freuden tor. da von si söllichen understurz nam, das ir der visch in die reusen kam. 356, 23.
7333 Zeichen · 110 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    reuse

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    reuse , reusen s. riuse, riuwesen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Reuse

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Reuse , plur. die -n. 1) Im weitesten Verstande, ein von Ruthen geflochtener Korb, welcher in Österreich eine Reisch…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Reuse

    Goethe-Wörterbuch

    Reuse einmal -ss- aus Binsen, Ruten, Rohr od dgl hergestelltes, kegel- od zylinderförmiges, korbähnliches Fischfanggerät…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Reuse

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Reuse (Bunge) , aus Holzstäben, Ruten, Rohr, Binsen, Drahtgeflecht hergestellte, vielgestaltige Fangvorrichtung für Fisc…

  5. modern
    Dialekt
    Reusef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Reuse f. : 1. 'auf einen Reifen gespanntes, in eine Spitze auslaufendes Netz für den Fisch- und Aalfang', Reis [ LU-Altr…

  6. Sprichwörter
    Reuse

    Wander (Sprichwörter)

    Reuse 1. Die Reuse 1 aufstellen, nachdem die Fische vorüber sind. 1 ) Geflochtener Behälter zum Fisch- und Krebsfange. (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit reuse

37 Bildungen · 10 Erstglied · 27 Zweitglied · 0 Ableitungen

reuse‑ als Erstglied (10 von 10)

Reusebeunde

SHW

Reuse-beunde Band 4, Spalte 1377-1378

Reusebrett

SHW

Reuse-brett Band 4, Spalte 1377-1378

Reuseloch

PfWB

reuse·loch

 Reuse-loch n. : a. 1553: uf Hanweiler seiten unter der mühlstätt ein reußloch [ABlieskst 61]. — Das Bestimmungsw. zu Reuse 'kleiner Wasser…

Reusengestell

RhWB

reuse·n·gestell

Reusen-gestell RhWBN rȳsə- Siegld-Netphen n.: geflochtenes, viereckiges Korbgestell auf dem Hohlkohlenkarren.

reusenmacher

DWB

reuse·n·macher

reusenmacher , m. verfertiger von fischreusen: der rüschenmacher vert och damit. des teufels netz 11247 .

Reusenspringer

RhWB

reuse·n·springer

Reusen-springer rǫušəšbriŋ.ər Altk-Seifen m.: ein Fisch , der die Reuse durchbricht oder überspringt, z. B. ein Hecht.

reusenvoll

DWB

reuse·n·voll

reusenvoll , adj. voll von reusen, mit reusen angefüllt. Campe.

reusern

DWB

reus·ern

reusern , verb. halare Dief.-Wülcker 819 . vgl. DWB reusen .

reusetrocken

PfWB

reuse·trocken

reuse-trocken Adj. : ' auf der Käsereuse getrockneter, noch unvergorener Handkäse ', reistrucke [ RO-Obd KL-Alsbn KB-Biedh Kerzh FR-Gr'niedh…

reuse als Zweitglied (27 von 27)

Aalreuse

Adelung

aal·reuse

Die Aalreuse , plur. die -n, Reusen, so fern sie zum Aalfange gebraucht werden.

fachreuse

DWB

fach·reuse

fachreuse , f. nassa, fischreuse, fachgrint, gleichviel mit dem bloszen fach.

fangreuse

DWB

fang·reuse

fangreuse , f. nassa, excipula. Stieler 1593 . vgl. DWB fach .

fischerreuse

DWB

fischer·reuse

fischerreuse , f. nassa piscatoria, fischerreuschen Maaler 136 c : händel sind wie fischerreusen, leichtlich kümt man drein, leichtlich wied…

fischreuse

DWB

fisch·reuse

fischreuse , f. nassa, vischrewse oder korblein, do mit man die visch fahet, fiscella. voc. 1482 kk 5 b ; kanstu das netze fullen mit seiner…

garnreuse

DWB

garn·reuse

garnreuse , f. reuse aus garn gestrickt, zum unterschiede von der gewöhnlichen binsenreuse. Adelung , Frisch.

Gründlingsreuse

Campe

gruendling·s·reuse

Die Gründlingsreuse , Mz. die — n , bei den Fischern, eine Art kleiner Reusen von dünnen Weidenruthen, Gründlinge darin zu fangen.

grundelreuse

DWB

grundel·reuse

-reuse , f. : ein grundelreusz sirpiculus Bentzius thes. lat. (1596) 1, 195 ; das legen der engen grundelreussen ( soll ) ... verbotten seyn…

holzreuse

DWB

holz·reuse

holzreuse , f. eine art fischreusen, mit denen in Baiern zu fischen verboten war. Khraisser jus piscat. bei Frisch 1, 465 a .

käsereuse

DWB

kaese·reuse

käsereuse , f. geflochtener käsekorb: ich han mein kesreusen ganz ausgelert. fastn. sp. 352, 16 ; ein käsreus das verdrosz. Ambr. lb. 140, 7…

krebsreuse

DWB

krebs·reuse

krebsreuse , f. zum krebsfang: ruderte Klinias den strom hinan, um droben seine krebsreusen zu heben. Bronner fischerged. 16 ; ( der greis )…

legereuse

DWB

lege·reuse

legereuse , f. reuse, welche auf den grund des wassers gelegt wird. Jacobsson 2, 583 a .

schmelchreuse

DWB

schmelchreuse , f. reuse aus schmelchen, d. h. schmielen, grashalmen?: schmelch-reuszen, eine verbottene art zu fischen in Bayern. Frisch 2,…

Schoßreuse

DRW

Schoßreuse, f. wie ²Schoßwerk weil durch die schoßreischen, wo die mit dem maul gegen dem rinnenden wasser gelegt, das brut haͤuffig auffgef…

senkreuse

DWB

senk·reuse

senkreuse , f. senkreise, fischkorb, der an tiefen stellen eines gewässers eingesenkt wird. Jacobsson 4, 142 a ; die fachreuse dagegen wird …

stromreuse

DWB

strom·reuse

-reuse : eine palreise leget man in stillen wassern; die ström- oder geflochtene reisen und körbe in die ströme und flüsse Gueintz dt. recht…

wandreuse

DWB

wand·reuse

wandreuse , f. , geflochtener behälter zum fischfang am ufer: es soll auch kainer auf kain kauf, noch pact in der alten Etsch visch noch kre…

weidenreuse

DWB

weiden·reuse

weidenreuse , f. fischkorb aus weidengerten Wh. Müller ged. 273 Hatfield. —

zainreuse

DWB

zain·reuse

zainreuse , f. , bair. geflochtener fischkorb Schmeller 2 2, 1128, zainreischen quelle von 1507 ebenda 146. vgl. zain II, 1 und zaine II, 2,…