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Mühle

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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Mühle

Bd. 3, Sp. 751
Mühle 1. Alle (alte) Müelen un Fiskedujke maket keinen Biurn rujke. (Soest.) – Firmenich, I, 349, 36. 2. An einer Mühle und einem jungen Weibe ist immer was zu flicken (stets was zu bessern am Leibe). (S. Frau 744.) Dadurch gleichen sie einander. Das Unterscheidende zwischen beiden finden die Finnen darin, dass die Mühlen mit der Sonne, die Weiber sogar wider den Strom gehen. (Bertram, 60; Reinsberg I, 7.) Engl.: Mills and wives are ever wanting. (Bohn II, 14.) Frz.: A un moulin et à une jeune mariée, il y a toujours quelque chose à refaire. (Kritzinger, 470a.) It.: Al molino et alla sposa sempre manca qualche cosa. (Cahier, 3121.) 3. Auch auf der Mühle kann man nur Mehl mahlen, wenn man Korn einschüttet. 4. Auf einer schlechten Mühle wird auch gutes Korn schlecht gemahlen. n.: Det korn vorder ilde malet som bæres paa en ond quærn. (Bohn I, 262.) 5. Besser in die Mühle gehen als zum Arzt. 6. Bühlemer Mühle, du wildes Thier, hast schon gfressen drei oder vier, da fufta host im Racha, wuscht 'm 's au itt besser macha. – Birlinger, 1010. 7. Das Beste in der Mühle ist, dass die Säcke nicht reden können. – Einfälle, 209. 8. Der ein viertelstund in einer Mühlen ist, der wird so staubig nit, als der immer darinn ist. – Lehmann, 770, 3. 9. Der erst' i der Mühli mahlt zuerst. (Schaffhausen.) – Schweiz, II, 168, 41. Lat.: Qui prior est tempore, potior est jure. (Philippi, II, 4185.) 10. Der erst' uf der Mühli schütt ûf.Sutermeister, 137; hochdeutsch bei Simrock, 7136a. 11. Der muss nicht in die Mühle gehen, der nicht mehlig werden will. (Blatt 26, Butter 47, Dorn 47, Gras 53, Kopf 430 und Laub 24.) 12. Die beste Mühle macht aus Gerstenkörnern kein Weizenmehl. – Altmann VI, 399. 13. Die besten Mühlen sind zwischen Wasser und Wind. – Eiselein, 474; Simrock, 7128. 15. Die Mühle dreht sich, aber woher das Wasser? – Schlechta, 228. 16. Die Mühle dreht sich nicht vom gestrigen Winde. Engl.: The mill cannot grind with the water that is past. (Bohn II, 14.) Holl.: De molen gaat niet om met wind (water), die (dat) vorbij is. (Harrebomée, II, 94b.) Port.: Com agoas passadas não moe o moinho. (Bohn I, 272.) Span.: Con agua pasada no muele molino. (Bohn I, 209.) 17. Die Mühle geht nicht mehr, wenn Wind und Wasser vorüber. 18. Die Mühle gewinnt ihr Geld gehend und nicht stehend. »Die Mühle, die da mählt, gewinnt ihr richtig Geld, doch im geringsten nicht mit stetem Stillestehen.« (Keller, 173b.) 19. Die Mühle gewinnt mit Mahlen und nicht mit Stillstehen. Frz.: Le moulin gagne en allant et non pas en rien faisant. (Kritzinger, 469b.) Span.: Andando gaña la hazaña, que no estándose queda. (Bohn I, 199.) 20. Die Mühle hat besseres Recht als andere Häuser. – Graf, 497, 87. Oeffentliche Plätze, wie das Haus des Richters (Schöffen), die Mühle und Schmiede standen unter Königsfrieden; ebenso musste der Pflug mit den Pferden, der Ackermann und Weingärtner wahrend der Verrichtung und auf dem Wege mit allem Geschirr in allen Fehden sicher sein. Für heilig und unverletzlich galten auch Stadtmauern, Dorfzäune und Mauern, die Heilige umschliessen. Königsfriede half jedem, der sich selbst nicht helfen konnte, weil es ihm an Kraft oder Waffen fehlte, er schützte also Kranke und Todte, Pilgrime, Priester und Juden, wenn sie ohne Waffen waren; denn »wer mit des Königs frieden begriffen ist, soll (Homeyer, III, 2) keine Waffen tragen«. Mhd.: Diu müle hat bezzer reht danne ander hiuser. (Wackernagel, 205.) 21. Die Mühle kann heute nicht mit dem Wasser mahlen, das gestern vorbeigeflossen ist. Frz.: Le moulin ne moult pas avec l'eau coulée en bas. (Bohn I, 33.) 22. Die Mühle kann mit Einem Stein nicht mahlen. Ein türkisches Sprichwort gibt den Grund an: Die Mühle muss aus zwei Steinen bestehen, zur Freundschaft sind zwei Personen nöthig. (Weigel.) 23. Die Mühle klappert noch, es kann noch Kleien geben. 24. Die Mühle klappert wol, aber wo ist das Mehl? 25. Die Mühle mahlt nicht ohne Wasser (Wind). It.: Il molino non macina senz' acqua. (Bohn I, 102.) 26. Die Mühle von Heimbugen kann im Sommer keinen Strohhut und im Winter keine Pelzkappe ertragen. Birlinger (635) gibt darüber keine Erklärung. 27. Die Mühlen der Götter mahlen langsam, aber fein Mehl. – Steiger, 212; Sprichwörterschatz, 222. Die Strafen von Vergehungen bleiben nicht aus, wenn sie auch nicht bald kommen; sie treffen später oft desto schärfer. 28. Die Mühlen Gottes mahlen langsam, aber sie zermalmen. 29. Ein mühl, die nit vmbgeht, vnnd ein Bachofen, der nit heiss ist, sind vnwerd. – Gruter, I, 3. 30. Ein Mühl ohn Korn und Säck, ein Bäcker ohn Wäck, ein Speicher ohn Getreid, ein Kirche ohn Leut, ein Gärber ohn Häut, ein Tanzhauss ohn Meuth, ein Obrigkeit ohn Leut und Leut ohn Obrigkeit, ein Wirthshauss ohn Trank, ein Glocke ohn Klang, ein Lager ohn Zelt, ein Tasche ohn Geld, ein Wasser ohn Fisch, ein blossen leeren Tisch, ein Wald ohn Wild und Holz, ein Köcher ohn Bolz, ein Gart ohn Blum und Grass, ein Keller ohn Fass, ein Hauss ohn Deck, ein Schwein ohn Speck, ein Student ohn Bücher, ein Bett ohn Kissen und Tücher, ein Kramer ohn Waar, ein Pflug ohn Schar, ein Sack der allzeit leer, ein Kriegsmann ohn Wehr, ein Reder ohn Maul, ein Reiter ohn Gaul, ein Stuben ohn Banck, ein Vogel ohn Gesang, ein Schäfer ohn Schaf, ein Kuchen ohn Haf, ein Doktor ohn Kunst, ein Tochter ohn Gunst, ein Frau ohn Mann, ein Mann, der nichts kann, ein Schreiber ohn Feder, ein Schuster ohn Leder, ein Landsknecht ohn Schwert, seynd alle keinen Heller werth. – Chaos, 396. 31. Ein Mühl ohne gang, ein schelle (Glocke) ohne klang, ein land ohne Knaben, da kan man nicht viel lust zu haben. – Gruter, III, 28; Lehmann, II, 149, 55; Eiselein, 474. Lat.: Stans mola, surda nola, sterilis vola, et schola sola, quatuor haec dominis non placuere suis. (Eiselein, 474.) 32. Eine Mühle, die immer klappert, macht nicht das meiste Mehl. 33. Eine Mühle, die nicht klappert (umgeht), macht kein Mehl. Port.: Andando ganha a azenha, e não estando queda. (Bohn I, 266.) 34. Eine Mühle, die nicht umgeht, ein Backofen, der nicht heiss ist, und eine Mutter, die nicht gern daheim ist, sind unwerth. – Simrock, 1487; Sailer, 95; Schottel, 1142a; Lohrengel, I, 204; Baumgarten, III, 40. Die Basken sagen: Die Mühle ist gut, so lange der Stein sich dreht, doch nicht so bald er stille steht. (Reinsberg III, 133.) 35. Eine Mühle geht, so lange sie Wasser hat. – Parömiakon, 2784. Von unredlichen Advocaten, die den Process so lange führen, als etwas dabei zu gewinnen ist. 36. Eine Mühle ist selten ohne Kleien. – Parömiakon, 1129. Von Orten, wo man leicht Gefahr laufen kann, Schaden an seiner Seele zu nehmen. 37. Eine Mühle mahlt alle Arten Korn. n.: Gierrig qvern maler allehande korn. (Bohn I, 370; Prov. dan., 462.) 38. Eine schlechte Mühle liefert kein gutes Mehl. n.: Det korn vorder ilde malet, som bæres paa ond qvern. (Prov. dan., 355.) 39. Es hat nicht jeder seine Mühle. Frz.: Chacun n'a pas son moulinet. (Kritzinger, 470a.) 40. Es ist noch nicht auf der Mühle, was zum Osterkuchen werden soll. – Eiselein, 474; Simrock, 7130. 41. Es ist noch nicht uff der Mühlen, was vmb Ostern soll gemahlen werden. – Lehmann, 32, 18 u. 449, 26; Sailer, 180. 42. Es ist schon auff der Mühl, was geschehen (gemahlen werden) soll. – Lehmann, 19, 48. 43. Es mag leicht sein, es gehört in die Mühl oder für den Pfaffen. – Henisch, 1440, 10. 44. Es wird auch einmal auf meine Mühle Wasser kommen. Böhm.: Poteče kdys voda i na můj mlýn. (Čelakovsky, 189.) 45. Esi lang de Mil gêt, muole mor. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 979. 46. Geht die Mühle klipp de klapp, das beste Mehl in unsern Sack. – Lohrengel, I, 299. 47. Hat die Mühle scharf gemacht, dann mahlt sie wieder besser. Böhm.: Mlýny klepané lépe melí. (Čelakovsky, 409.) Kroat.: Nabrušen nož rad réže. (Čelakovsky, 409.) 48. Hohe Mühlen fahen viel Wind. Holl.: Hooge molen (masten, boomen) vangen veel wind. (Harrebomée, II, 95b.) 49. Ich will lieber die Mühle treiben, als im Teich faulen, sagte der Bach. »Der Bach ist dem Müller befreundet, dem er nützt, und er stürzt gern über die Räder; was hilft es ihm, gleichgültig durch das Thal hinzuschleichen.« (von Loeper, Goethe's Sprüche, 49.) 50. In der Mühl' erspar' dir 's Geigenspiel. Mhd.: Niht guot ist ze gîgen in der müln gedoeze. (Helbing.) (Zingerle, 64.) 51. In der Mühl seynd nit Esel allein, man findt ihr viel mit zwey Bein. Lat.: Sunt asini multi, quorum bino pede fulti. (Sutor, 915.) 52. In der Mühle ist's am besten, dass die Säcke nicht reden können. – Eiselein, 474; Mayer, I, 95; Simrock, 7127; Braun, I, 2779. Im Plattdeutschen: In de Mill is't Best, dat de Säck ne rööden köännen. (Schlingmann, 1031.) »Einer sagte zu einem Müller, in der Mülen waere diss das best, dass die Säck nicht könnten ruffen: o Dieb, o Dieb. Darauf antwort der Müller: die Säck hetten nicht vrsach dazu; er pflegte jhnen zu pfeiffen vnnd sie frölich zu machen; welcher Sack aber nicht seiner pfeiff wolt tantzen, der müste zur straf sich beser multeren lassen.« (Lehmann, 120, 26.) 53. In der Mühle sagt man's zweimal, das dritte mal halten sie den Sack auf. Als Erwiderung, wenn jemand, etwas nicht verstanden hat. 54. In der Mühlen ist übel harfen. (S. Harfe 6.) – Simrock, 7132. Mhd.: Ez ist boese harpfen in der mülen. (Morolf.) – Swaz ich ir gesinge, deist gehärpfet in der mül, sî verstêt es ninder wort. (Neidhart.) – Niht guot ist herphen in der mül. (Helbing.) – Mich dunket niht, daz ieman süle ze lange harpfen in der müle. (Freidank.) (Zingerle, 632.) 55. Ist in der einen Mühle kein Mehl, so geht man in eine andere. Frz.: Moulin de çà, moulin de là; si l'un ne meult l'autre meuldra. (Leroux, II, 266.) 56. Je näher die Mühle, je stärker das Klappern. 57. Jede Mühle hat ihr Korn zu mahlen. Es ist jeder beschäftigt, namentlich aber, um zu sagen, es hat jeder seine Portion zu essen. »Man war mit dem Austheilen des Fleisches beschäftigt, bis jede Mühle ihr Korn mahlen konnte.« (Westermann's Illustr. Monatsschrift, 1865, S. 619.) 58. Keine Mühle ohne Mehl, kein Freund ohne Fehl. Port.: O amigo ha de se levar com a sua tacha. (Bohn I, 287.) 59. Man kann keine Mühle mit dem Blasebalg umtreiben. 60. Man muss die Mühle klappern lassen. 61. Man muss die Mühle nach dem Winde drehen, der Wind richtet sich nicht nach der Mühle. Aehnlich russisch Altmann V. 62. Man muss seine Mühle nicht im Thale, sondern auf dem Berge anlegen. 63. Mancher dencket in die Mühle, der keinen Sack drinn hat. – Petri, II, 449. 64. Mann muss die Mühl nach dem wind richten vnd frieden versprechen, biss auf bessere zeit. – Lehmann, I, 215, 49. »Immittels kan mann bey solchen frieden mehr schaden thun, alss bey öffentlichem Krieg.« 65. Mühl' ohne Gang, Glock' ohne Klang, Hand ohne Gaben, Spiel ohne Knaben will niemand haben. – Simrock, 7131. 66. Mühle, Frau und Uhr bedürfen stets der Reparatur. An einer Mühle und einer Frau fehlt immer etwas, sagt der Italiener. 67. Mühlen und Teichen müssen dem Bergbau weichen. – Graf, 130, 368. Drückt den Vorzug des Bergbaues im altdeutschen Recht vor andern Landesculturen aus und will wol sagen, dass wegen Beeinträchtigung der Mühlen durch Wasserentziehung der Bergbau rechtlich nicht gehindert werden könne, wenn auch den Mühlenbesitzern volle Entschädigung gewährt werden muss. (Vgl. Mittermaier, Deutsches Privatrecht, I, 625.) 68. Na de Mähle möt wî hen, na de Kark bruken wî man, wenn wî wält. – Bueren, 923; Goldschmidt, 58; Hauskalender, III. 69. Nicht alle Mühlen klappern für einen. 70. Ohne Mühle gibt's kein Mehl. Engl.: No mill, no meal. (Bohn II, 115.) Lat.: Qui fugit molam, fugit farinam. 71. Stehende Mühle macht kein Mehl. Holl.: Een stille molen maalt geen meel. (Harrebomée, II, 95a.) 72. Wä dererst in der Möhl es, krijt dererst gemal'n. (S. Kommen 191.) (Siegen.) – Firmenich, I, 520, 10; für Köln: Firmenich, I, 473, 90; für Westfalen: Boebel, 142. 73. Wä et iez en de Müll kütt, kregg och et iez gemahlen. (Bedburg.) 74. Was hilft der Mühle das Klappern, wenn der Müller taub ist. Engl.: In vain doth the mill clack, if the miller his hearing lack. (Bohn II, 2465.) 75. Was man auf die Mühle aufschüttet, das wird gemahlen. Auch russisch Altmann VI, 401. Böhm.: Jaké na mlýn sypeš, takové se mele. (Čelakovsky, 161.) Kroat.: Melin melje, kaj mu naspeš. (Čelakovsky, 161.) Wend.: Kajkež na młón sypaš, tajke so mele. – Štož sypaš, to meleš. (Čelakovsky, 161.) 76. Was man auf die Mühle schütt, das theilt sie auch dem Müller mit. – Chaos, 639. Lat.: Ante deum orantes, non sitis corde vagantes; si cor non orat, frustra tunc lingua laborat. (Chaos, 693.) 77. Weil die Mühle im Gange ist, muss man aufschütten. Span.: Quando estaba picado el molino. (Don Quixote.) 78. Weit't este in de Mülln kümmet, de millt. (Waldeck.) – Curtze, 342, 361; Firmenich, I, 326, 56. Im Sauerlande: ...de schüddet éirst op. 79. Wen man in der Mühle trifft, den hält man für den Müller. – Altmann VI, 435. Die Russen: Wer in der Mühle ist, wird Müller benamt. (Altmann VI, 467.) 80. Wenn die Mühle des Nachts stehen bleibt, wacht der Müller auf. – Frischbier2, 2669. 81. Wenn die Mühle kein Wasser hat, hört sie auf zu mahlen. 82. Wenn die Mühle nicht klappert, so gibt's kein Mehl. Lat.: Qui vitat molam, vitat farinam. (Tappius, 211a; Philippi, II, 141.) 83. Wenn die Mühle steht, tanzen die Esel. It.: Quando il molino è chiuso gl' asini trescano. (Pazzaglia, 216, 5.) 84. Wer auf einer Mühle nicht gemahlen bekommt, geht in die andere. n.: Hvo ei kand faae malet paa en mølle, gaaer til en anden. (Prov. dan., 419.) 85. Wer auf meine Mühle kommt, ist mein Freund. Engl.: He is my friend that grindeth at my mill. (Bohn II, 95.) It.: Colui è il mio zio che vuole il bene mio. (Bohn II, 95.) Port.: Este hé meu amigo, que móe no meu moinho. (Bohn I, 273.) Span.: Ese es mi amigo el que muele en mi molinillo. (Bohn I, 227.) 86. Wer das letzt auff der Mühl hat, der wandelt im schatten des Tods. – Lehmann, 174, 41. It.: Chi va al mulino, s' infarina. (Bohn I, 86.) 87. Wer die Mühle fleucht, der flieht auch das Mehl. – Simrock, 7129a. 88. Wer die Mühle verlässt, kommt aus dem Mehlstaube. Frz.: Qui fuit la moelle fuit la farine. (Leroux, II, 299.) 89. Wer eine Mühle an das Wasser baut, will damit mahlen. Aehnlich russisch Altmann VI, 463. 90. Wer erst zu der müle kompt, der malet erst. (S. Kommen 191.) – Tappius, 212b; Körte, 4311; Lehmann, II, 840, 260; Simrock, 7136; Graf, 25, 283; Reinsberg III, 2; Braun, I, 2778. Wer ee zu der mul kompt, der melt ee. (Hofmann, 34, 105.) Bei gleichen Rechten entscheidet der Vorzug der Zeit. Mhd.: Die ok irst to der molen kumt, die sal erst molen. (Homeyer, II, 59, 4; Wackernagel, 284, 312; Rössler, I, 151.) n.: Hvo først kommer til mølle, faaer først malet. (Prov. dan., 419; Bohn I, 378.) Engl.: First come, first served. Frz.: Le premier venu engrène. – Premier venu, premier moulu. Holl.: Die ierst ter molen comt, sal ierst malen. (Tunn., 10, 4.) It.: Chi è primo al mulino primo macina. In Wälschtirol: Chi è primo molim masna. (Hörmann, 26.) Lat.: Ante molem primo veniens molet hic prius imo. (Fallersleben, 240.) – Primus veniens, primus molet. (Marin, 8.) Schwed.: Den som först kommer till qwarnen, får först mala. (Marin, 8.) 91. Wer in der Mühle Flöte bläst, verschwendet seinen Athem. Böhm.: Ve mlýnĕ nehud', a ožralce, když spí, nebud'. (Čelakovsky, 139.) 92. Wer in die Mühle gehet, der wird bestaubt. – Lehmann, 859, 3; Sailer, 125. Wer indess nur eine Stunde darin ist, wird bei weitem nicht so staubig, als wer sich stets darin befindet. Böhm.: Kdo často do mlýna chodí, zmouči se. (Čelakovsky, 40.) n.: Hov som gaaer i mølen bliver støvet. (Prov. dan., 60.) Holl.: Die in den molen komt, wordt ligt bestoven. – Die omtrent den molen woont, bestuift van het meel. (Harrebomée, II, 95a.) Lat.: Non intret molam qui vult vitare farinam. 93. Wer in die Mühle geht, wird mehlig, wer in den Himmel kommt, wird selig; aber lieber mehlig als selig. 94. Wer zur Mühle will, geht dem Wasser nach. 95. Wie man die Mühle stellt, so geht sie. – Altmann VI, 485. 96. Wi's uf de Mîle kimmt, su werd's abgemoalen. (Schles.) – Gomolcke, 1119; Frommann, III, 242, 11; hochdeutsch bei Simrock, 7135. Auch die Kroaten sagen: Die Mühle mahlt, wie du aufschüttest. (Reinsberg III, 64.) 97. Auf meine Mühle wird auch wol einmal Wasser kommen. Auch mir wird es einmal tagen, sagt, der Zukunft vertrauend, der Serbe. Auch mir wird einst die Sonne scheinen, der Kroat. Auch auf unserer Strasse wird einmal Festtag sein, der Russe. Der Perser: Ein oder das andere mal wird das Wasser in meinen Kanal fliessen. (Reinsberg II, 137.) 98. Dar is wat in'r Möl. – Eichwald, 1323. 99. Dat is noch in'r Möl. – Eichwald, 1322. 100. Die Mühle seiner (seines) Feinde(s) mit Wasser versorgen. »Herr G. sollte doch aufhören, die Mühlen seiner Gegner mit Wasser zu versorgen.« (National-Zeitung, Berlin 1870, Nr. 307.) 101. Er hat das letzte auf der Mühle. Frz.: Il sent le sapin. (Lendroy, 1358.) 102. Er hat eine Mühle ohne Wasser und Wind. Es fehlen ihm die nothwendigen Mittel zur Betreibung seines Geschäfts. Frz.: Peindre sans huyle. Lat.: Absque oleo pingere. (Bovill, I, 176.) 103. Er het em z' Müli trôschet. – Sutermeister, 79. Er hat ihn gedroschen, wie man das Getreide zur Mühle drischt. Für dergleichen fühlbare, handgreifliche Züchtigungen finden sich a.a.O. noch folgende schweizer Redensarten: Er hat em eis abg'hoberet, abgetöfflet, erlideret. Er hat em eis g'tängt. Er hat em's greiset. Er hat em g'ge (nämlich Prügel). Er het mit em kragab g'macht. Er hat en fläckli bim Krübis g'nu. Er het en Näggis erwütscht (s. Nacken). Er het e mit ere g'hämpflige Ruethe erhaue. Er hed en ûsg'wüscht. 104. Er ist dur d' Mühli dure gange. (Luzern.) 105. Er möchte ihre Mühle zwischen Wind und Wasser küssen. – Eiselein, 474. 106. Er weiss seine Mühle nicht im Gange zu erhalten. Holl.: Hij weet den molen niet aan den gang te houden. (Harrebomée, II, 95b.) 107. Er wird schon wieder einmal auf meine Mühle kommen. Frz.: Laissez-le faire, il viendra moudre à notre moulin. (Lendroy, 1040.) 108. Es ist (schon) auff der mühlen, wenn nur wind ist. – Lehmann, 150, 12. Um zu sagen, dass etwas bereit, fertig, im Gange u.s.w. ist, finden sich a.a.O. noch folgende verwandte Redensarten: Es ist angespannt. Man hat schon gesattelt. Die Axt ist albereit dem Baum angeschlagen. Er ist schon in der Esse. Es ist beim Feuer. 109. Es ist eine Mühle, der es an Wasser fehlt. Frz.: C'est une écoute s'il pleut. (Kritzinger, 259b.) 110. Ich will auf keiner andern Mühle mahlen. Engl.: I am loth to change my mill. (Bohn II, 169.) 111. Seine Mühle hat das letzte aufgeschüttet. 112. Seine Mühle klappert mit dem letzten Wasser. 113. Sie mahlen auf Einer Mühle. – Altmann VI, 513. [Zusätze und Ergänzungen] 114. Auf der Mühle wird allerhand Korn gemahlen. 115. Früh in die Mühle und spät in die Kirche sichert die schnellste Heimkehr. – Frischbier, 4300. Poln.: Rano do młyna, a pozno do kościoła zabezpiecza powrrot najspieśncéjszy. 116. In der Mühl nützt kein Saitenspiel. – Wenzig, 84. 117. In einer gehenden Mühle gibt es keine Spinnweben. Holl.: Daer en wast geen rag aen een draegende meulekam. (Cats, 250.) 118. Zur Mühle gehören zwei Steine, zur Liebe zwei Herzen. – Merx, 108. 119. Seine Mühle geht nach Wunsch. Altfries.: Sin Mellen geid eed Wensk. (Hansen, 12.) 120. Sie muss in die plibischker Mühle, wo die alten Gesichter jung gemacht werden. – Frischbier, 2900. Von einer heirathslustigen alten Jungfer. Ueber Plibischken s. Gewehr 7.
19686 Zeichen · 619 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mühle

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Mühle , plur. die -n. 1) Eine Maschine, wo vermittelst eines Räderwerkes andere Körper gemahlen, d. i. zermalmet, we…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mühle

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Mühle (hierzu Tafel »Mühlen« mit Text), Anlage zum Mahlen der Getreidekörner behufs der Gewinnung von Mehl (s. d.); im w…

  3. modern
    Dialekt
    Mühl(e)

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Mü h l(e) [Mélə S.; Mél O. Bf. Mutzig K. Furchhsn. Ingenh. Betschd. Wörth ; Mìl Str. Aschb. Lohr Wh. Dehli. ; Míl Wingen…

  4. Sprichwörter
    Mühle

    Wander (Sprichwörter)

    Mühle 1. Alle (alte) Müelen un Fiskedujke maket keinen Biurn rujke. ( Soest. ) – Firmenich, I, 349, 36. 2. An einer Mühl…

  5. Spezial
    Mühle

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Müh|le f. (-,-n) 1 (zum Mahlen von Getreide) morin (-s) m. 2 (Zerkleinerungsanlage) morin (-s) m. 3 (Worfelmühle, zum Sä…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit muehle

525 Bildungen · 159 Erstglied · 366 Zweitglied · 0 Ableitungen

muehle‑ als Erstglied (30 von 159)

Mühle a

GWB

Mühle a mit Wasser, auch Wind od (tierischer) Muskelkraft betriebene (Räderwerk-)Anlage zum Mahlen, Zerstampfen, Walken, Schroten, Schneiden…

Mühlebachsall

Meyers

Mühlebachsall , 200 m hoher Wasserfall des vom Brienzer Rothorn kommenden Mühlebachs oberhalb Brienz (Schweiz).

Mühleck

PfWB

muh·leck

Mühl-eck n. : FlN, mda. Mihleck [ KL-Gimsb Katzw PS-Schopp ]. —

mühleisen

DWB

muehle·isen

mühleisen , n. in den getreidemühlen die eiserne achse, um welche sich der obere mühlstein bewegt: müleisen, subscus ferrea. Stieler 373 ; w…

mühlenamtmann

DWB

muehlen·amtmann

mühlenamtmann , m. praefectus rei molendinariae, der über die mühlen gesetzt ist. Frisch 1, 672 c .

mühlenarbeiter

DWB

muehlen·arbeiter

mühlenarbeiter , m. arbeiter in einem hüttenwerk, der das pochen und waschen der erze besorgt. Jacobsson 3, 94 b .

Mühlenarke

RhWB

muehlen·arke

Mühlen-arke -ęrk (s. Verbr. Simpl.) f.: Stauwehr am Bache zur Ableitung des Wassers in den M.teich.

Mühlenarzt

RhWB

muehlen·arzt

Mühlen-arzt mīlartst Hunsr; mi·l.ən- Prüm m.: ein Mann, der von einer Mühle zur andern zieht, um diese auszubessern.

mühlenbach

DWB

muehlen·bach

mühlenbach , m. wie mühlbach: nun, stauend wie ein mühlenbach, zum lager schiebt es ( das volk ) drängend nach. A. v. Droste-Hülshoff ged. 3…

Mühlenbände

RhWB

Mühlen-bände -bę·n.d(ə) LRip f.: gute Heuwiese an einer Mühle . En de M.ə schloche (schlugen) sech zwei Ende ene ganze Dag, dat dat Kengk ne…

Mühlenbahn

RhWB

muehlen·bahn

Mühlen-bahn Nrhn. f.: Unterlage, auf der die Windmühle zur Windrichtung gedreht wird, auch Krüjbahn genannt.

Mühlenbarg

RhWB

muehlen·barg

Mühlen-barg -ǫ- (verschnittener Eber) Bitb-Rittersd m.: in der RA.: Hean hat en Stross (Kehle) wie e M. schreit laut.

Mühlenbas

RhWB

muehlen·bas

Mühlen-bas SNfrk, Klevld m.: der Müller, vom M.knecht so genannt; im Klevld der Mahlknecht.

mühlenbau

DWB

muehlen·bau

mühlenbau , m. 1 1) bau einer mühle: er ( der müller ) selbst musz aber wünschen, dasz das recht mühlen zu erbauen, der landesobrigkeit vorb…

mühlenbaumeister

DWB

muehlenbau·meister

mühlenbaumeister , m. : ich höre wohl, dasz von einer windmühle die rede ist: aber ich bin kein mühlenbaumeister, der die tausend kleinigkei…

Mühlenbecher

Meyers

muehlen·becher

Mühlenbecher (holländ. Molenbeker ), eine seit dem 16. Jahrh. in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden vorkommende Spielerei aus verg…

Mühlenbesitz

GWB

muehlen·besitz

Mühlenbesitz [ mBez auf die von JJWillemer als Sommersitz erworbene Frankfurter Gerbermühle ] Meine lieben Freunde denk ich mir nun wieder i…

Mühlenbesitzer

GWB

muehlen·besitzer

Mühlenbesitzer man könnte..den [ Jenaer ] M. an Ort und Stelle beruhigen [ betr auf dessen Gebiet übergreifende Durchsticharbeiten zur Flußr…

mühlenbett

DWB

muehlen·bett

mühlenbett , n. das für einen wasserlauf zum betrieb einer mühle gefertigte bett: canale, ên molenbedde, mollenbed Dief. 94 a .

muehle als Zweitglied (30 von 366)

Klapsmühle

RDWB1

Klapsmühle f umg. auch Klapse umg. сумасшедший дом, психиатрическая лечебница, жёлтый дом идиом. , устар. , психбольница разг. , психушка ра…

Ölmühle

Campe

Die Ölmühle , Mz. — n , eine Stampfmühle, in welcher aus dem Samen verschiedener Gewächse Öl gestampfet oder geschlagen wird. Wie auch, der …

Tretmühle

RDWB1

Tretmühle f одно и то же, рутина, монотонная работа, изо дня в день одно и то же, как в беличьем колесе идиом.

Zwickmühle

RDWB1

Zwickmühle f неразрешимая ситуация, неразрешимая проблема in eine ~ geraten idiom. - попасть в трудное положение, не знать выхода из положен…

Affenfickmühle

Wander

affen·fickmuehle

Affenfickmühle Es ist nur eine Affenfickmühle. »Darum dunkt es mich ein gaukelspiel vnd ein affen fickmülen sein.« ( Murner, Ob der König vo…

Apfelmühle

RhWB

apfel·muehle

Apfel-mühle -ø- Sieg-ODollend f.: 1. Mühle , auf der die Ä. gemahlen werden vor dem Keltern. — 2. von Kindern selbstgefertigtes Spielzeug, b…

Bandmühle

Adelung

band·muehle

Die Bandmühle , plur. die -n, eine Maschine, alle glatte und schmale Bänder darauf zu verfertigen. Sie gleicht einem Weberstuhle, der durch …

Bannmühle

Adelung

bann·muehle

* Die Bannmühle , plur. die -n, an einigen Orten, eine Mühle, auf welcher gewisse Unterthanen zu mahlen gezwungen sind; eine Zwangmühle, Fra…

Bauernmühle

PfWB

bauern·muehle

Bauern-mühle f. : 'dörfliche Gemeinschaftsmühle', Baueʳmihl [ KU-Bedb Miesau , vor 1880 auch KU-Kaulb ]; auch im FlN An de Baueʳmihl [ KU-Mi…

beutelmühle

DWB2

beutel·muehle

beutelmühle f . (zu DWB2 3 ): ⟨2.h15.jh.⟩ obrhein. stadtrechte I 1045. 1572 egerer zunftordn. 100 S.

Birnenmühle

PfWB

birnen·muehle

Birnen-mühle f. : 'Obstmühle', bestehend aus einem runden Stein, der sich in der kreisrunden Aushöhlung eines noch größeren Steines bewegen …

Blaufarbenmühle

Campe

blaufarbe·n·muehle

Die Blaufarbenmühle , Mz. die — n, in den Blaufarbenwerken, die Mühle, in welcher das Blaufarbenglas gemahlen wird.

Bleiweißmühle

Campe

bleiweiss·muehle

Die Bleiweißmühle , Mz. die — n, in den Bleigewerken, eine Mühle, auf welcher das Bleiweiß gemahlen und gereinigt wird.

Bochmühle

RhWB

boch·muehle

Boch-mühle bǫxəmēl Siegld f.: M. zum Stampfen der Knochen (veralt.), noch in der RA.: De kemmt vor de B. er erhält Vorwürfe.

Bohnenmühle

PfWB

bohnen·muehle

Bohnen-mühle f. : Auf die neugierige Frage nach dem Wohin, erhält man die scherzh. Antwort: Uff Trippstrill in die Bauhnemihl [ LU-Altr ]; ä…

Bohrmühle

Adelung

bohr·muehle

Die Bohrmühle , plur. die -n, eine von dem Wasser getriebene Maschine, Bäume zum Behuf der Wasserleitungen, Flintenröhre u. s. f. auszubohre…

Bord(en)mühle

PfWB

borden·muehle

Bord(en)-mühle f. : 'Sägemühle', Boʳdemihl [ KU-Ulm Bedb ]; vgl. PfWB Bordschneiderei . —

Brếchmühle

Adelung

brech·muehle

Die Brếchmühle , plur. die -n, eine Art Stampfmühlen, auf welcher die Bestandtheile des Schießpulvers an manchen Orten einzeln zerrieben wer…

Brêtmühle

Adelung

bret·muehle

Die Brêtmühle , plur. die -n, eine Mühle, in welcher Breter geschnitten werden; eine Sägemühle, Schneidemühle.

brettermühle

DWB2

bretter·muehle

brettermühle f . sägemühle: 1448 cod. dipl. Silesiae 1,123. 1998 wb. obs. mdaa. 1,314 b ak.

Brettmühle

Campe

brett·muehle

Die Brettmühle , Mz. die — n, eine Mühle, wo Bretter geschnitten werden; eine Sägemühle, Schneidemühle.

Brockelmühle

PfWB

brockel·muehle

Brockel-mühle f. : 'Maschine zum Zerkleinern der Rüben', Breckelmihl [ KB-Kriegsf Bennhs Albish NW-Bobh ]; vgl. PfWB Brockeler , Bröckelmasc…

Butzmühle

RhWB

butz·muehle

Butz-mühle RhWBN PfWB Verbr. f.: Reinigungsmaschine, die die dicken Körner von den kleinen sondert.