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Mögen

mnd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
14 in 13 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Mögen v., ntr, intrs

Bd. 3, Sp. 330a
Mögen, v. ntr. mit haben, u. intrs. unregelm. ich mag, du magst, er mag, wir mögen ; gebund. F. ich möge, du mögst, er möge ; unl. verg. Z. ich mochte; geb. F. ich möchte; Mittelw. d. verg. Z. gemocht; Befehlw. (wenn man es bilden will) möge. 1) Können, Kraft, Vermögen haben etwas zu thun, durch kein Hinderniß, keine Einschränkung abgehalten werden zu sein und zu handeln. »Mag auch ein Blinder dem andern den Weg weisen?« Luc. 6, 39. »Weiter mögen meine schwankende Knie nicht.« Geßner. »Das Land mochts nicht ertragen.« 1 Mos. 13, 6. Daß ihren Glanz im Sonnenschein Die Augen kaum ertragen mochten. Wieland. Diese außer dem O. D. wenig gebräuchliche Bedeutung kömmt auch noch in den Kanzeleien vor, z. B. Es hat ihm solches nicht verdacht werden mögen. I diesem Sinne kömmt auch noch das Mittelwort der gegenwärtigen Zeit mögend vor, indem die Staaten oder Stände der vereinigten Niederlande mögende Herren betitelt werden; zum Unterschiede von den größmögenden Herren, den Ständen von Holland, und den hochmögenden Herren, den Ständen der sämmtlichen vereinigten Staaten der Niederlande. Zuweilen ist mit dem Begriffe des Besitzes der Kraft auch der Begriff der Äußerung derselben verbunden. — — — Mögen denn Erze An Erze geschlagen so viel, und das krumm gehörnete Schallrohr? Voß. I engerer Bedeutung wird mögen gebraucht (1) für können d. h. Macht, Erlaubniß haben zu thun, sofern der Wille eines Andern nicht daran hindert. Warum sind Sie nicht gekommen, daß ich fragen mag? Vor mir mag er es thun, d. h. was mich betrifft, so kann, so darf er es thun, ich werde es ihm nicht wehren. Mag er doch sagen was er will. »Mag er doch den Verdacht haben.« Weiße. Oft druckt man auch damit den Begriff aus, da man einen Andern einem gewissen Zustande oder sich selbst überläßt, womit denn ein gewisser Unwille verbunden ist. Er mag nun zusehen, wie er ohne mich fertig wird, durchkömmt. Er mag nun fühlen, wie es thut  I diesem Falle bedient man sich auch bloß der gebundenen Form, womit man einen Wunsch ausdruckt, so daß die Bedeutung schon etwas von der eines Wunsches und Wollens annimmt. Man kann nämlich auch sagen: Er sehe nun zu, wie er ohne mich fertig wird; er fühle nun, wie es thut. Häufig bedient man sich (2) dieses Wortes, sofern an ein Zulassen, Nichthindern dabei gedacht wird, um zugleich eine Gleichgültigkeit damit an den Tag zu legen. Mag es doch sein, was kümmerts mich. Mögen die Leute sagen was sie wollen, mir gilt es gleich. Meinethalb mag er lachen oder weinen. Es mag kommen wie es wolle, oder wozu es wolle. Was ich auch sagen mag, man achtet nicht darauf. Man mag gleich stumm und fühllos sein. Man sei nur schön, so nimmt man ein, Gellert; d. h. es ist gleichgültig, man sei stumm und fühllos, man nimmt doch ein, wenn man schön ist. Sehr häufig bedeutet mögen (3) sein, geschehen, erfolgen können, wenn von einer ungewissen oder auch möglichen Sache die Rede ist. Es mag recht gut sein, daß es so gekommen ist. Was es auch kosten mag. Worin wol die Bedingungen bestehen mögen? Was mag unser alter Freund machen? Was mag dies bedeuten? Wenn von einer möglichen Sache die Rede ist, welche unter gewissen Umständen leicht in Wirklichkeit übergehen kann, gebraucht man mögen in der gebundenen Form, wo es dann gewöhnlich eine Besorgniß einschließt. Wenn sie nicht bald kommen, möchte es zu spät sein. Reizen Sie ihn nicht, er möchte Sie sonst beleidigen. Daraus möchte wol nichts werden. Hören Sie auf, ich möchte sonst böse werden. Sein Sie auf der Hut, man möchte uns hören, sehen, verrathen  Oft schließt es aber auch eine Vermuthung, eine Wahrscheinlichkeit ein. Es möchte ihm eine so gute Gelegenheit nicht leicht wieder kommen. Es möchte eins leicht so schlimm sein als das andere. Es mochten etwa acht Tage vergangen sein, als  »I Grunde mag sie ihn wohl leiden können.« Weiße. »Ih möchte dieses Weges so bald nicht wieder kommen.« Lessing. Znweilen gebraucht man es spöttisch auch in einem entgegengesetzten Sinne. Und eine Frau ist ohne dem (dies) ein Lamm. — Ein Lamm? da magst du Weiber kennen? Lessing. 2) Oft dient mögen auch, einen Rath, eine Bitte, einen Befehl, und besonders einen Wunsch auszudrucken. Er mag sich nur in Acht nehmen. Er mag immer eilen, damit er nicht zu spät kömmt. Das möchte er ja unterweges lassen! Er ließ mich ersuchen, daß ich doch auf ein Wort zu ihm kommen möchte. Sag ihm er möchte sogleich nach Hause gehen. Ih gab ihm ein Zeichen, daß er schweigen möchte, wo es das Mittel zwischen befehlen und wünschen oder bitten ist, anstatt daß sollen nur einen Befehl anzeigt. »Daß wir ein stilles Leben führen mögen.« 1 Tim. 2, 2. Diese letzte Bedeutung des Wünschens macht den Übergang zu derjenigen Hauptbedeutung, nach welcher mögen 3) für wollen gebraucht wird. Doch ist mit diesem Begriffe in allgemeinen der Nebenbegriff des Wünschens und Begehrens, oder daß das was man will gefällt, angenehm ist, noch genau verbunden und häufig wird mögen für ein bestimmteres Wollen nur als ein milderer Ausdruck gesetzt. Er möchte wol, wenn er könnte. Ih möchte wol wissen, was an der Sache ist. Das möchte ich nicht gern, z. B. haben, thun  oder daß man es thäte  Er hat es nur nicht gestehen mögen. »Ih möchte gern, daß Sie ein Paar würden.« Gellert. Ih möchte das nicht thun, ich hätte nicht Lust, ich würde mich hüten, das zu thun. Ih möchte wol der Kaiser sein. Gleim. Er mag das wol leiden, er hat das gern. I N. D. sagt man auch er mag das, er hat das gern, er ißt das gern. Für wollen geradezu, besonders sofern es Neigung, Lust empfinden, etwas zu thun und geschehen zu lassen bedeutet, wird es nur in der härtern Sprech= und Schreibart gebraucht. Ih mag nicht, ich will nicht. Ih mag nichts weiter hören. »Graben mag ich nicht.« Luc. 16, 3. Ih bedarf ihn (den Spiegel) nicht mehr. Denn was ich vormahls gewesen Kann ich nicht — was ich jetzt bin, mag ich nicht in ihm sehn. I N. Götz. I O. D. auch mit dem zweiten Falle der Sache. »Derer mag ich nicht.« Es. 1, 13. — Mögen wird wie mehrere Aussagewörter z. B. dürfen, können, wollen, müssen, sehen, hören  auch in der unbestimmten Form gebraucht, wenn man es mit einem andern Aussageworte in der unbestimmten Form verbindet, anstatt daß eigentlich das Mittelwort der vergangenen Zeit stehen sollte. Ih habe es nicht hören, sagen, thun mögen, für, gemocht. D. Mögen. D. — ung ist ganz ungewöhnlich.
6348 Zeichen · 126 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    mȫgenv.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    mȫgen (moygen , mügen) , v. pt. ps. ( Präs. Ind. mach, machst machs macht mochst, Plur. mȫgen -et [mȫcht], Konj. mȫge[n]…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mögen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Mögen , verb. irreg. neutr. Präs. ich mag, du magst, er mag, wir mögen u. s. f. Conjunct. ich möge; Imperf. ich mochte, …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    mögen

    Goethe-Wörterbuch

    mögen Konjunktiv Prät möcht- häufig in der Bed eines Indikativ Präs; 2. PersSg Konjunktiv Präs ‘mögt’ GB2 1 ,112,11 ; me…

  4. modern
    Dialekt
    mögen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    möge n [mǽkə Olti. ; mêkə Ruf. Su. M. ; mêjə Ingersh. Dü. Bf. Str. Lützelstn. Wh. ; Ind. Präs. in Bed. 1: mêk, –, –t Ol…

  5. Sprichwörter
    Mögen

    Wander (Sprichwörter)

    Mögen 1. Ich mag dich, wenn du weit von mir bist. ( Rottenburg. ) 2. Ich mag sie nicht, sprach der Fuchs. – Eiselein, 44…

  6. Spezial
    mögen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    mö|gen (mag, mochte, gemocht) I vb.intr. 1 (wollen, den Wunsch haben) orëi (ó, orü): er mag nicht nach Hause gehen al n’…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit moegen

23 Bildungen · 6 Erstglied · 14 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von moegen 2 Komponenten

mo+gen

moegen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

moegen‑ als Erstglied (6 von 6)

mȫgenhaftich

MNWB

mȫgenhaftich , -aftich , adj. , 1. kräftig, c. G. r. mächtig, sîner lēde, sinne m., — 2. wohlhabend, vermögend, reich.

mȫgenhaftichêⁱt

MNWB

moegenhaftich·eit

° mȫgenhaftichêⁱt , f. , in de m. gēven ‚in possessionem dare' (B. d. Könige 140 nach 3. Reg. 8, 36, sonst besittinge, erve u. a.).

Mögenheit

Campe

moegen·heit

† Die Mögenheit , o. Mz . im N. D. das Vermögen, die Kraft (Holländ. Mogendheid ).

mögenlich

DWB

moegen·lich

mögenlich , adj. mit kraft versehen, kräftig ( vgl. den infinitiv mögen in substantiver geltung oben sp. 2454): so ich und der krank hernach…

mȫgenthêⁱt

MNWB

mȫgenthêⁱt , mȫgen- , f. , Macht, Mächtigkeit, potestas, Herrschaft, Einfluß, spez. weltliche Macht, m. der werlt, nâ m. c. Poss. dem Können…

mȫgentlĩk

MNWB

° mȫgentlĩk , adj. , mächtig (Leyen Doctr. 236).

moegen als Zweitglied (14 von 14)

Aufnahmevermögen

RDWB1

Aufnahmevermögen n восприимчивость; понятливость; сообразительность; способность быстро и адекватно воспринять что-л. mein Aufnahmevermögen …

Durchhaltevermögen

RDWB1

Durchhaltevermögen n (Lakune) стойкость, терпение, выдержка mangelndes Durchhaltevermögen - отсутствие терпения, нетерпение, нехватка выдерж…

Einfühlsvermögen

RDWB1

Einfühlsvermögen n чувствительность; чуткость; отзывчивость; эмпатия; способность встать на место другого человека; способность посочувствов…

Stehvermögen

RDWB1

Stehvermögen n (kein Bezug zu "стоять") выдержка, выносливость

Unvermögen

RDWB1

Unvermögen n das ~, sich zu entschuldigen - неспособность извиниться

Urteilsvermögen

RDWB1

Urteilsvermögen n (kein Bezug zu "состояние" oder "способность") [auch RDWB1 Urteilskraft ] здравый смысл устойч. , трезвый взгляд на вещи у…

Vermögen

RDWB1

Vermögen n состояние (богатство) способность

gemȫgen

MNWB

gem·oegen

° gemȫgen können, imstande sein (Riedel A 19, 215).

übermögen

DWB

ueber·moegen

übermögen , v. , mhd. übermügen; mnd. overmogen. I I. untrennbare verbindung: mehr vermögen als ein anderer, jem. überwältigen. zur form und…

unvermögen

DWB

unver·moegen

unvermögen , n. , mangel des vermögens ( s. vermögen 1) und sein gs.; ohne plural. zu den formen s. vermögen , mögen . nl. onvermogen; schwe…

²unvormȫgen

MNWB

2 unvormȫgen , -vermȫgen , -vermǖgen , adj. : 1. unfähig, schwach, „ Man list ok vör gewis, dat in Araberland ein schöner vagel wahnt, de Fe…

vermögen

DWB

ver·moegen

vermögen , verb. zu stande bringen, kraft haben zu etwas, mhd. vermügen, mnd. vormogen, ahd. farmagan. zusammensetzung mit dem präterito-prä…

Weibervermögen

Wander

weib·er·vermoegen

Weibervermögen Weibervermögen geht über alle Schulden. – Graf, 154, 100. Bei Auflösung der Ehe wird eingebrachtes Gut von des Mannes Nachlas…

Zusammenmögen

Campe

zusammen·moegen

Х Zusammenmögen , v. ntr . unregelm. ( s. Mögen ), mit haben , zusammenzukommen, zusammenzugehen  Neigung haben. D. Zusammenmögen .

Ableitungen von moegen (3 von 3)

gemȫgen

MNWB

° gemȫgen können, imstande sein (Riedel A 19, 215).

unmögen

DWB

unmögen , verb. , nequire Schröer voc. 1789 . unmögend, part.-adj.; mhd. unmügende, mnl. onmogende. vgl. übel-, unvermögend . krafilos, bewu…

vermögen

DWB

vermögen , verb. zu stande bringen, kraft haben zu etwas, mhd. vermügen, mnd. vormogen, ahd. farmagan. zusammensetzung mit dem präterito-prä…