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übermögen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

übermögen v.

Bd. 23, Sp. 423
übermögen, v. , mhd. übermügen; mnd. overmogen. II. untrennbare verbindung: mehr vermögen als ein anderer, jem. überwältigen. zur form und flexion vgl. das o. th. 6 sp. 2449 zum simplex gesagte, ferner Diefenbach gloss. 458b s. v. praevalere. mhd. belege s. mhd. wb. 2, 1, 11a; von obd. u. nd. wbb. des 15. jahrh. bis zur gegenwart gebucht, vgl. praevalere, mer mügen oder übermügen voc. ex quo; ubermugen, ubertreffen, vermugen oder angesigen, praevalere voc. theut. (1482) hh 7b; ich übermag, hab überhand, praevaleo Alberus (1540) 104b; ich übermag, überweltig, prosterno ebenda; superiorem esse potentia, supprimere aliquem Stieler 1203 ; überwältigen, übermeistern Kramer hochniederd. wb. (1719) 219b. das wort beginnt aber schon in der ersten hälfte des 18. jahrh. obsolet zu werden und hält sich nur durch die bibelsprache (s. u.). Stade (1737) 656 commentiert das verbum in anschlusz an Luthers übersetzung von 1 Mos. 32, 25 (s. u.), Teller (1794) 81 u. 172 sagt ausdrücklich, dasz es veraltet sei, u. sucht sich des wortes anzunehmen, indem er es gegen das synonyme überlegen sein differenzierend abgrenzt. Herder verwendet es, von Luther ausgehend, wiederholt; belege aus d. 19. jahrh. vereinzelt. I@AA. transitiv. I@A@11) mehr vermögen als ein anderer, überlegen sein, stärker sein als er. mhd.: der knab der schlosz sy in sein arm, er sprach: obe, nun müsz es got von himel erparm, das ich den tag nit übermag. ich wolt in zwar versencken und werffen in den wag, das es wurd nymmer tag Hätzlerin liederb. 14b. nhd.: I@A@1@aa) da rang ein man mit im bis die morgenröte anbrach. und da er sahe, das er in nicht übermocht (superare non posset), rüret er das gelenck seiner hüfft an 1 Mos. 32, 25. sprichwörtlich: wer den andern übermag, stosse yhn yn den sack Luther 30, 2, 556 Weim.; welches das ander übermagk, das scheubt es gentzlich in den sack Hans Sachs 3, 499 Keller; vgl. noch Schade satiren und pasquille 2, 53 ; schon mhd., z. b. Heinr. v. Neustadt Apollonius 10161; also verjahen sie, dasz sie ain gesellschaft hetten, und wer in bekommen wer, den sie übermöcht hetten, den hetten sie niedergeworfen städtechron. 5, 310; in disem lermen erwürget keyser Henrich vil geystlich und weltlich personen, was dem bapst oder Rudolffo anhieng, und er ja übermocht Seb. Franck chron. Germ. (1538) 125a; so si (die sünde) aber dich übermag, wie du selbs sagst, so hat si gott nach deiner rede nit überwunden und getödt, dann were si tod, so wurd si dir nit zuomügen Hans Denck was geredt sei, das die schrifft sagt, gott thue und mache guts und böses (1526) A 4b; er (der ritter) philosophirte über die römische art, kriegsvölker zu stellen, und zeigete, woher es gekommen, dasz keine andre heeresmacht dieselbe übermocht? neuest. aus d. anmuthigen gelehrsamkeit 3, 416; sind seine (gottes) heere nicht ohn alle zahl? und alle übermag sein licht! Herder 11, 281. I@A@1@bb) jemand in etwas übermögen, superare uno in qualche cosa, essergli superiore di forze, di sapere, di ricchezza u. s. w., übertreffen Kramer teutsch-italiän. dict. (1702) 2, 71b; viertzig männer in unkeuscheit übermögen S. Franck weltb. 120. I@A@22) aus 1) entwickelt sich die perfective verwendung: jem. überwältigen, überwinden, zwingen; grenze gegen 1) ist flieszend: wa sy ein heyden übermögen, den schinden sy lebendig S. Franck weltb. 185a; solt uns der Türk übermögen, ... so were er unser aller herr sprüchwörter (1541) 2, 12b; feinde, die ... nicht auffhören, ehe sie dich übermogen Luther 34, 2, 388 Weim.; auff diesen fels wil ich bauen meine kirche, und die gewalt der hellen sollen sie nicht übermügen sermon vom fest Petri und Pauli 1, 175b; sie haben mich offt gedrenget von meiner jugent auff, aber sie haben mich nicht ubermocht psalm 129, 2. vgl. auch: sie haben mich von jugend wol gedrenget hart mit iren lügen, haben mich doch nie übermügen Hans Sachs 28, 493 Keller-Götze. noch Herder übersetzt: viel haben sie mich geangstet ..., und doch nicht übermocht (in der ersten aufl.: nicht über mich vermocht) 10, 121; es wirt zweyerley volcks ausz deinem leibe kommen, da wirt eins das ander übermögen, und der gröszer wirt dem mindern dienen buch der liebe 304, 3; der grosze Alexander ward gefragt, wie er so gröszre kön'ge übermocht? Herder 26, 384; schämen musz sich der besiegte, übermocht ihn schuft und schächer F. W. Weber Dreizehnlinden (1884) 122. in weiterer verwendung: viel frommer bürger, ... die mit täglichem anhalten dennoch den raht übermöcht haben, schulen und pfarrhen anzurichten Luther br. 4, 119; Weiden in der Oberpfaltz, deme die keyserliche lang nachgetrachtet, aber es nicht übermocht Chemnitz schwed. krieg (1653) 2, 707. in bildlichem gebrauche: denn die weil e. k. f. g. der fürnemest und hohest prelat in deutschen landen ist, deshalben in diesen sachen mehr thun mügen denn sonst yemand, hab ich mich lassen meine gedancken übermügen, e. k. f. g. in sonderheyt untertheniglich mit dieser schrifft zu ersuchen ... Luther 30, 2, 398 Weim.; ein üppiges gedicht, ein bild ... übermögen die keuschheit mit angenemen und gleichsam guldenen waffen Harsdörffer gesprechspiele 4, 120; es hat ihn die wollust übermocht Zinzendorf Socrates (1726) 50; ein flammender zorn übermochte die Colonna C. F. Meyer versuchung des Pescara (1907) 69. part. übermocht, überwunden, besiegt: doch bald von Amorn übermocht, der ihr im jungen busen pocht, kann sie sich länger nicht erwehren, sich zärtlich nach mir hinzukehren Wieland 10, 210; doch, übermogt von müh' und siegeslust, liegt jeder schlafend, seiner nicht bewuszt Gries Bojardos verliebter Roland (1835) 1, 336. I@BB. absolut: das übergewicht erhalten: der hasz der mönche, die er (Savonarola) angriff, der bann des pabsts, den er auch nicht schonte ... übermochten endlich Herder 9, 517. I@CC. subst. inf.: das übermögen für übermacht, herrschaft: der nagende hunger nach wissen und übermögen Herder 8, 324. IIII. in trennbarer verbindung für elliptisches hinüber können, hinüber kommen können: dis noch geschreben hat her vorzert ... mit allem folke, das her mit im obirfürte ken Gotland, als her 5 wochen lak zu Danczk und nicht obir mochte Marienb. treszlerb. 432 Joachim.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    übermögenv.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    übermögen , v. , mhd. übermügen; mnd. overmogen. I I. untrennbare verbindung: mehr vermögen als ein anderer, jem. überwä…

  2. Sprichwörter
    Uebermögen

    Wander (Sprichwörter)

    Uebermögen 1. Da man vbermag, dem baut man selten einen guten tag. – Henisch, 358, 42; Petri, II, 54. 2. Wer den andern …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit uebermoegen

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Zerlegung von uebermoegen 2 Komponenten

ueber+moegen

uebermoegen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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Cotta, M. (2026). „uebermoegen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/uebermoegen/dwb?formid=U01288
MLA
Cotta, Marcel. „uebermoegen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/uebermoegen/dwb?formid=U01288. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „uebermoegen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/uebermoegen/dwb?formid=U01288.
BibTeX
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