lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Lump(en)

mnd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
34 in 19 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
40
Verweise raus
62

Eintrag · Rheinisches Wb.

Lump(en)

Bd. 5, Sp. 605
Lump(en) das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk u. Saar bis einschl. Merz lumbə, –o- Sg. u. Pl. m. [für Bed. 2 aber lump, –o-]; Mosfrk lomp, Pl. -mbən f. [f. reicht über die Ahr bis MüEif]; sonst lomp, Pl. -pə(n) m. [-ǫ- Eup; -ō:- Aach-Ld; -ō- Mörs; -ou- Sol]: 1.a. Fetzen, Lappen; al (alte) L.ən Allg. (neben Synonym. L. on Hoddele, L. on Lommele; L. on Klommele usf.). RA.: Körsche (Kirschen) fir L.ən, Eise, Guss! rief der L.sammler, worauf die Kinder: Al Weiwer oməsoss! Trier-Stdt, Merz-Stdt. Die Kinder rufen ihm nach: Ehr Kenger, söckt (sucht) L.ən, de Bedröger es do! Barm. Dat Fleisch es wie wölle L.ə so zäh Kobl-Güls. Et as eso welch (welk) wie en L. ein Kind, das infolge Krankheit schwach geworden ist Trier-Mehring. De L.ən stenken! es ist Ehrenrühriges verbreitet WBitb. L.ə zehje (ziehen) Läus May-Polch. Kläre (Kleider) mache Leit, un L.ə m. Leis Simm, May, Köln, Sol. Nette Mädcher on L.ə bliven övverall hange Schleid-Reifferschd. Aller Anfang ös schwer, nur beim L.ənsammelen nöt da ist der Sack leicht Trier-Stdt, Kreuzn. Wann ech L.ən friess (frässe) a Scheider (Scheite) schess, da wär ech eier Man so sagte der Dienstbote zum geizigen Dienstherrn, der ersterem den leisen Vorwurf machte, er ässe zuviel Bitb-Geichl. Eich haə (schlah usf.) deich, dat de L.ə kotzt! Mosfrk, Rhfrk; et L. Kotzen kriegen sich ekeln Lennep. Hannesperer (-peter), Stumpe, stopp dei Fra mit L.ə, werf se werrer's Butterfass; ei, ei, ei, wie rumpelt das! Wend-Baumholder (verbr. in andern Neckreimen). Wer sich entsetzt, ärgert, der krigt e Kend von L.ən; do soll mer jo e K. von L.ə krige! Kobl, Eusk, Rheinb, Lennep. Roje (rate), r., wat es dat? Üt L.ə wor ik gemak, dör L.ə (Schufte) an de Rhin gebrach, von L.ə nährt de L.ə sech on männechenne wörd enne L. (Schuft) dör mej? die franz. Assignaten Mörs-Rheinbg. — b. im bes. α. zu bestimmten Zwecken, Scheuerlappen (Schauer-, Putz-, Schruppl.), Spüllappen (Spöll.) Rip, Allg.; Dreckl. vor der Haustürschwelle, auf dem man vor dem Eintritt ins Haus die beschmutzten Schuhe abstreicht Simm; Backofenwischer Daun. — β. Lomp, meist Demin. Lempchen (-ø-) ein Stück Verbandzeug; Moder ich hu mich in de Fenger geschnieden, sei su gout un mach mer e Lempchen drof (drem)! Bernk, Allg.; et es net schlömm, mer benne e Lömpche dröm Rip, Allg.; er hat e wih Lempchen den Finger verbunden Trier-Mehring. RA.: Du has en krank L. öm ne gesonne Fenger! Malm. — γ. Lempchen (-ø-) Stück Zeug, in das man etwas, bes. Geld, einwickelt; noch jet em Lömpche han einen Sparpfennig; ech han at vill em L.; der hät necks em L. Sieg, Berg, Altk (Sieg), Aden-Kaltenborn, Kobl-Bend, Trier-Ehrang, Merz-Bergen; den hot ebbes an (in) der Lump Bitb-Badem, Wittl-Dörb, Prüm-Ihren. Hätt ech dat Geld nouch es en em beschesse Lömpche, ech wöll et geərn drus weische! Sieg-ODollend; dat G. däht e och bester en e bedresse L. drihe! MülhRh-Ensen. Hätt dat Mädchen de Jung gut on (in) er beschessener Lomp! es würde gern etwas in Kauf nehmen Prüm-Ihren. — Lüm(p)chen (-ø-) die hintere Rocktasche im Futter, Geldbeutel aus Zeug genäht, den man zudrehte, dieselben Wend. wie oben Gummb. — δ. Pl. t. Windeln, heute meist verächtl.; de L. wäschen Mosfrk, Rip. — ε. Pl. t. verächtl. Kleidungsstücke, Wäschestücke; der hät jo nur die paar L.ə; pack deng (paar armselige) L. (Lömpcher) beiənen on gangk! scher dich fort; he ös met jet L. he zogetrocke (-gezogen) on jetz es he der gemachte Mann; e Lömpche billiges, dünnes Kleidchen Rip, Allg. Eich haə (haue) dich, dat de L.ə flieə! Ottw-Gennw. De han ehr L. zesammegeworfe von der Heirat armer Leute Köln. De Stefen (Stephan, 26. XII.) däht et Gesinn de L.ən reəfen (lässt ihre Kleider packen), de sankt Johann (28. XII.) fihrt se zoum annern Mann vom Gesindewechsel Saarbg. E krit es (dessen) en de L.ə er hat Pech, muss grosse Körperanstrengung machen, leidet moralische Einbusse MüEif. En de L.ə treck (zieht) me de Stompe die kleinen Kinder Sieg-ODollend, — zielt mer de Klumpen Trier-Schleidw. — c. übertr. α. Pl. t. Schneeflocken Bitb-Ehlenz. — β. wertloser Gegenstand Bitb-Wiersd. — 2. nur Lump, –o-, Pl. -bə(n), –pə(n) nur m. [doch Bitb, Prüm auch f.]. a. gesinnungsschlechter Mensch, nichtsnutziger, betrügerischer M., wirtschaftlich Heruntergekommener, Schnapstrinker; du (verdammter) L.! Allg. RA.: L. es L., Pack (Gesindel) es P., git zesamme Lompepack Bo-Keldenich. Dat es ennen L., de sinn Wort net helt Klev, Allg. Et darf einer ne L. sin, wann he nor staats (schön gekleidet) eranküt un nobel optritt un sich nit packe liet (lässt) Köln-Stdt. Wat L. grusser as, wat se mih Glöck hat Prüm-Leidenborn. Do git L. fir Lak (Fetzen) Birg (Wortsp. zw. L. 1 u. L. 2) der Bürge ist nicht zahlungsfähiger als der Schuldner Prüm-Ihren. Ber neist erheirat, neist ererft, de bleift en L., bis dat e sterft Koch-Eller. L.ə sen och Löck (Leute) Rheinb-Meckenh. De L.ən hangen an einem Klumpe halten zusammen Köln, Eif. Hopp, Marjännchen, h., M., loss meng Peppchem danzen; du hos en L., on ech sen en L., dat sen zwu nidriger L.ən! Prüm-Elchr. Dat sen der zwien; wemmer die on (in) en Bürd bönd un schibbelt se en Berg eraf, donn os ömmer eine L. owwen Prüm-Schlausenb. Ech on du, on vir twei, vir sind e Paar reite (rechte) L.ən, on wann ver et Geild versopen hant, dann gonnt ver op de Klompen! Schelmenld. Mettm, Düss. Se hat en ene L. üvver de andere geschand (geschimpft) Rip, Allg. An em L. es norens (nur) de Hälft verlor May-Polch. Et get scharfer Scher, as aus em L. werd en Her Koch-Ernst. Wer mat L.ən ackert, moss och mat L.ən ejen (eggen) Prüm-Ringhuschd; ber met em L. anfengkt, kret mot em L. ze dohn Koch, Kobl; wer sech met L.ən niddersetzt, steht och met L.ən of Eif (o. O.). Et rücht (riecht) no L. es geht nicht nach Wunsch u. Willen Schleid-Hellenth. Maierenche (Mairegen), Trepserenche, semmer kläne Stompe, geh mer onner de L.ə! singen die Kinder, die den Mairegen begrüssen Birkf-Oberst. — Dauner L.ən Neckn. derer von Daun; Kockomer L. derer von Erk-Kuckum; Vallenner (Kobl-Vallendar) L.ə, Däler (Thal Ehrenbreitst) L.ə, alle sen grusse L.ə! so beiern die Glocken. Seesbacher (Kreuzn) L.ə, der Deiwel soll och stumpe! Allerkülzer (Simm-Alterkülz) L.ə komme uf Michelbach stumpe, hon se an de rore Räck (Röcke), falle se all in de Dreck! Conzer (Trier-Conz) L., fleck dei Stromp! Bundebacher (Birkf-Bundenb) L.ə kumme of Bollebach pumpe! Sulzbacher (Bernk) L.ə k. of de Hochwald p., met de rore Räckelcher flieən se en alle Eckelcher! Gustörper (Grevbr-Gustorf) L.ə lofe op de Klompe! (auch von Hülchr). Westricher (Grevbr-Westrich) L.ə, Seck (Urin) em Klompe, afgeleck, got geschmeck! Zeltinger Decksehness fressen ger de Hoseness, drinken g. de Cueser Wein, weil et lauter L.ən sein! — b. beliebter Rufn. für einen männl. Hund Verbr.
6826 Zeichen · 216 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    lumpensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    lumpen , sw. V. nhd. hinken, lahmen, sich fortschleppen E.: vgl. mhd. lampen, sw. V., welk niederliegen, niedergeschlage…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lumpen

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Lumpen , verb. reg. act. gleichfalls nur im gemeinen Leben, als einen Lump, d. i. verächtlichen, armseligen Menschen beh…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Lumpen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Lumpen a Stoffetzen Ein L. ist zum Segel gut, | Ein gutes Schiff ist jeder Trog 14,202 Faust I 4009 B13,302,21 Knebel 31…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Lumpen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Lumpen ( Hadern, Strazzen ) s. Papier .

  5. modern
    Dialekt
    lumpen

    Elsässisches Wb. · +14 Parallelbelege

    lumpe n [lùmpə fast allg.; lmpə K. Dunzenh. ] nichts arbeiten und statt dessen im Wirtshaus liegen und trinken: Er lump…

  6. Spezial
    Lumpen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Lum|pen m. (-s,-) 1 (zerrissenes Stück Stoff) bordun (-s) m., pientla (-les) m. 2 (Lappen) bordun (-s) m. 3 (altes Kleid…

Verweisungsnetz

98 Knoten, 85 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 10 Hub 1 Wurzel 1 Kompositum 63 Sackgasse 23

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lumpen

327 Bildungen · 302 Erstglied · 23 Zweitglied · 2 Ableitungen

lumpen‑ als Erstglied (30 von 302)

Lumpenbach

SHW

Lumpen-bach Band 4, Spalte 433-434

Lumpenbele

SHW

Lumpen-bele Band 4, Spalte 433-434

Lumpenbube

SHW

Lumpen-bube Band 4, Spalte 433-434

Lumpending

SHW

Lumpen-ding Band 4, Spalte 433-434

Lumpenfrau

SHW

Lumpen-frau Band 4, Spalte 433-434

Lumpengeld

SHW

Lumpen-geld Band 4, Spalte 433-434

Lumpengras

SHW

Lumpen-gras Band 4, Spalte 435-436

Lumpenhund

SHW

Lumpen-hund Band 4, Spalte 435-436

Lumpenjude

SHW

Lumpen-jude Band 4, Spalte 435-436

Lumpenkaff

SHW

Lumpen-kaff Band 4, Spalte 435-436

Lumpenkerl

SHW

Lumpen-kerl Band 4, Spalte 435-436

lumpen als Zweitglied (23 von 23)

klumpen

KöblerMhd

*klumpen , sw. V. nhd. zusammenschrumpfen Vw.: s. er- E.: Herkunft ungeklärt? W.: nhd. (ält.) klumpen, V., klumpen, DW 11, 1292

einplumpen

DWB

ein·plumpen

einplumpen , 1 1) irruere, irrumpere, was einplatschen, die strengere form ist plumpfen, s. oben einblumpfen: wenn dir solche ding von im in…

erklumpen

MWB

erk·lumpen

erklumpen swV. 1 ‘zusammenschrumpfen’ 2 ‘verstummen’    1 ‘zusammenschrumpfen’ sin kraft vor dinen mechten / zittert, daz sie gar erklumt. /…

goldklumpen

DWB

gold·klumpen

goldklumpen , m. , vgl. zum grundwort teil 5, sp. 1290 klumpe. 1 1) seit Luthers bibelübersetzung ( vgl. u. 2) häufig gebrauchtes compositum…

Haderlumpen

Pfeifer_etym

hader·lumpen

2Hader m. ‘Stoffabfall, Lumpen, Scheuertuch’, ahd. hadara ‘Lumpen, Lappen’ (10. Jh.), mhd. hader ‘zerrissenes Stück Zeug, Lumpen, Lappen’, m…

Hineinplumpen

Wander

hinein·plumpen

Hineinplumpen 1. Er plumbt hinein wie ein baur in ein stifel. – Franck, II, 81 b ; Herberger, I, 2, 683; II, 272; Braun, I, 179. Franck hat …

Rumpslumpen

Wander

rumps·lumpen

Rumpslumpen Dat is rumpslumpt etwas kaufen. – Dähnert, 391. a Ohne Ueberschlag des Masses oder Gewichts.

schlumpen

DWB

sch·lumpen

schlumpen , verb. 1 1) schlapp herabhangen und sich hin und her bewegen Adelung : die kleider schlumpen lassen. ebenda; es schlumpet alles a…

schuhlumpen

DWB

schuh·lumpen

schuhlumpen , m. lumpen, stück zeug zum abwischen der schuhe, vgl. schuhhader . in bildern und vergleichen: ein christ soll sein leben wie J…

sülverklumpen

MNWB

suel·verklumpen

*° sülverklumpen , pl. , „ suͤlver- und goldtklumpen ”, metaph. für Reichtum, materiellen Besitz (Rosarium 136). —

tōslumpen

KöblerMnd

tōslumpen , sw. V. nhd. durch glücklichen Zufall zu Teil werden E.: s. tō (2), slumpen L.: Lü 412b (toslumpen)

vorplumpen

MNWB

vor·plumpen

°vorplumpen , swv. , plump machen, abstumpfen (dat vorstant), v. unde vorgrōven (Veghe 116).

vörplumpen

KöblerMnd

vörplumpen , sw. V. nhd. plump machen, ungeschickt werden, abstumpfen Q.: Veghe 116 (15. Jh.) E.: s. vör, plumpen W.: s. nhd. (ält.) verplum…

wischlumpen

DWB

wisch·lumpen

wischlumpen , m. , s. wischhader: ein wüschlumpen oder keerbürst, damit man etwas auszwüscht oder auszrybt, als wenn etwas mit kaat beschlag…

zuplumpen

DWB

zuplumpen , v. , unvorsichtig und aufdringlich drauf los handeln Adelung ; warümb tragen sie ( die herren ) das schwerd, wenn der pofel so s…

Ableitungen von lumpen (2 von 2)

verlumpen

DWB

verlumpen , verb. zu lumpen werden, zu lumpen machen. intransit.: ein fremder mensch, ein ruppiger passagier, der zu fusz hungrig und ziemli…

zerlumpen

DWB

zerlumpen , verb. , wie ver- ( th. 12, 1, 827) von lumpen 3 ( th. 6, 1294), 1) trans. die kleider in stücke, in fetzen zerreiszen; erst nhd.…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „lumpen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/lumpen/rhwb?formid=L05832
MLA
Cotta, Marcel. „lumpen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/lumpen/rhwb?formid=L05832. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „lumpen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/lumpen/rhwb?formid=L05832.
BibTeX
@misc{lautwandel_lumpen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„lumpen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/lumpen/rhwb?formid=L05832},
  urldate      = {2026-05-18},
}