Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
lumpen
lumpen
Lumpen m. ‘Lappen, Stoffetzen’, Plur. ‘zerrissene Kleidung’, spätmhd. lumpe ‘Lappen, Fetzen’, mnd. lumpen (Plur.) ‘schlechte, zerissene Kleider’, nl. lomp ‘Fetzen’, älter lompe ‘Fetzen, Lappen, schäbiges Kleidungsstück’ stehen ablautend zu mhd. lampen ‘welk herniederhängen’. Sie führen mit wohl verwandtem Schlampe (s. d.) sowie außergerm. mit aind. rámbatē, jünger lámbatē ‘hängt (schlaff) herab’, lambana- ‘herabhängend’, lat. limbus ‘Besatz am Kleid, Saum’ auf ie. *(s)lemb(h)- (wozu vielleicht auch glimpflich, s. d.), eine nasalierte Form der unter Lappen (s. d.) genannten Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’, wozu auch (mit s-Anlaut) schlafen, schlaff, 1schlapp (s. d.) gehören. Lumpen übernimmt auslautendes -n aus den obliquen Kasus (16. Jh., geläufig 18. Jh.). – lumpig Adj. ‘zerlumpt, armselig’ (17. Jh.), älter lumpicht (16. Jh.). zerlumpt Part.adj. ‘in Fetzen zerrissen, in Lumpen gekleidet, schäbig, heruntergekommen’ (16. Jh.), zu heute nicht mehr gebräuchlichem zerlumpen ‘in Fetzen reißen, in Fetzen zerfallen’ (16. Jh.).