Liebchen Dimin, selten -gen, davon einmal Kleinschr ( GWB37,302,5
); nach Adelung1) ursprünglich nur für die außer- u voreheliche Geliebte, seit Ende des 18. Jhs Bedeutungserweiterung 1
geliebte Frau a
(erotisch anziehende) Freundin, (voreheliche) Geliebte, Braut; öfter in (anakreontischen) Liebesgedichten, frühen Schauspielen u (auch im Anschluß an islamische Paradiesvorstellungen) im ‘Divan’; mehrfach mBez auf Mädchen aus dem einfachen Volk; mBez auf Silvie vZiegesar neben Tochter, Freundin in Klimaxstellung; ohne pejorative Nuance: ‘edles/holdes L.’; auch bildh-metaphor Ich wollt’ ich wär’ treu, | Mein L. stets neu GWB1,33 Liebhaber in allen Gestalten 20 Helfet, ihr Musen, | Tragen das Glück! | Saget seit gestern | Wie mir geschah? | Liebliche Schwestern, | L. ist da! GWB1,82 Frühz Frühling 36 [
Faust zu Mephisto:] Des Liebgens Kummer thut mir leid, | Schaff du ihr gleich ein neu Geschmeid! GWB39,264 Urfaust 707 Meinem reisigen Zeug unter Pharaos Wagen vergleich ich dich, mein liebgen [
Vulgata: amica; Luther: Freundin]. Schön sind deine Backen in den Spangen, dein Hals in den Ketten. Spangen von Gold sollst du haben mit silbernen Pöcklein GWB37,302,5 Hohelied So geh’ es jedem, der am Tage | Sein edles L. [
maitresse honnete] frech betriegt, | Und Nachts, mit allzukühner Wage, | Zu Amors falscher Mühle kriecht GWB1,194 Der Müllerin Verrat 78 GWB4,238 Nicht am Susquehanna 58 GWB53,425 Notiz 142 Mein schönes Liebchen 1 GWB31,74,2 ItR GWB4,132 Sollen immer unsre Lieder 4 GWB40,299,11 Üb:Hebel,Ged
uö als Kosewort für die Gemahlin, mehrfach in zärtlicher (u neckender) Bezeichnung der (Hausmutter) Christiane GWB50,100 ReinF VII 263 GWBB10,13,16 Christiane 2.9.92 GWBB10,249,9 Christiane 10.4.95 GWBB10,275,4 Christiane 2.7.95
uö explizit iSv intim-sexuelle Gefährtin, Beischläferin Mäßiges braucht er [
der Dichter], doch viel: | Erstlich freundliche Wohnung, dann leidlich zu essen, zu trinken | .. Dann ein L. des Nachts, das ihn von Herzen begehrt. | Diese fünf natürlichen Dinge verlang’ ich vor allem GWB1,315 Vs 160 VenEpigr 34a Ach, mein Hals ist ein wenig geschwollen! so sagte mein L. [die Beste GWB1,330 Vs 445 VenEpigr 101; mein Weibchen
Var] | .. Dich hat die Hand der Venus berührt; sie deutet dir leise, | Daß sie das Körperchen bald, ach! unaufhaltsam verstellt GWB1,465 Vs 445 Var Hörest du, L., das muntre Geschrei den Flaminischen Weg her? | Schnitter sind es; sie ziehn wieder nach Hause zurück, | .. Laß uns beide das Fest [
Heilige Hochzeit der Eleusinischen Mysterien] im Stillen freudig begehen! | Sind zwei Liebende doch sich ein versammeltes Volk GWB1,247 Vs 207 RömEleg XII Will in Bädern und in Schenken, | Heil’ger Hafis, dein gedenken; | Wenn den Schleier L. lüftet, | Schüttelnd Ambralocken düftet. | Ja des Dichters Liebeflüstern | Mache selbst die Huris lüstern GWB6,6 Div Hegire 33 GWB6,258 Vs 42 DivParadies GWB6,154 Vs 11 DivSuleika GWB1,223 Braut vKorinth 112 GWB1,313 Vs 129 VenEpigr 27 GWB6,286 Vs 7 DivNachl
uö im Pl den liebenden u geliebten Mann einschließend Wind! o hättest du Verständniß, | Wort’ um Worte trügst du wechselnd, | Sollt’ auch einiges verhallen, | Zwischen zwei entfernten L. GWB1,155 FinnLied 10
uö b
leicht pejor: (nichtebenbürtige od ehebrecherische) Liebschaft, Mätresse Mit dem Säugling still gepaaret | Schleicht ein L. durch den Hain. | Und sie winkt ihm auf das Plätzchen: | Lieber Herr, nicht so geschwind! | Habt ihr nichts an euer Schätzchen, | Habt ihr nichts für euer Kind? | Ihn durchglühet süße Flamme, | .. Und er findet nun die Amme, | Wie die Jungfrau, liebenswerth GWB1,176 Ritter Kurts Brautfahrt 16 Singe Muse mit Lust den Liebeshandel des Ares, | Den er einst sich erkühnt mit Aphroditen zu wagen. | .. Faßte sie bey der Hand und sprach die reizenden Worte: | Komm, mein L. [φίλη], gehn wir zum Bette zusammen zu schlafen, | Dein Gemahl ist hinweg GWB5
2,386 Aus Odyssee 8 Vs 23 [
Silva zu Alba:] Egmont .. ladet Gäste, ist immer lustig und unterhaltend bei Tafel, würfelt, schießt und schleicht Nachts zum L. GWB8,256,7 Egm IV das Corps Emigrirter [
französischer Edelleute] .. Sie waren mit Frau und L., Kindern und Verwandten zu gleicher Zeit eingerückt, als wenn sie den innern Widerspruch ihres gegenwärtigen Zustandes recht wollten zur Schau tragen GWB33,10,24 Camp GWB17,220,5 GrCoph IV 7 GWB50,109 ReinF VIII 179 GWBB38,211,9 Therese Jakob 2.8.24 K c
als neckische Anrede Mephistos für Geschöpfe seiner Welt [
Mephisto] schüttelt den herabgenommenen Pelz, Cicaden, Käfer und Farfarellen [
s v Farfarelle] fahren heraus .... [
Mephisto zu Insekten:] Hinauf! umher! in hunderttausend Ecken | Eilt euch, ihr L., zu verstecken GWB15
1,92 Faust II 6609 [
Mephisto zum Sphinx:] Vernünftig reden L. wäre Schade | Gib nur ein Räthsel allenfalls Charade GWB15
2,45 Faust II 7130 Var 2
für Jugendliche, Heranwachsende; überwiegend als Anrede; auch in erotischer Anspielung a
für ein junges, heiratsfähiges Mädchen [
ein Kind zu Claudine:] Sieh, es erscheinen | Alle die Kleinen; | Mädchen und Bübchen | Kommen, o L., | Binden mit Bändern | Und Kränzen dich an GWB11,201 Claud
2 49 Was hast du, L.? rief die Alte verwundert aus. Um’s Himmels willen, Töchterchen, was gibt’s? GWB21,4,18 Lj I 1 [
Mutter zur unvermählten Tochter beim Mummenschanz:] Heute sind die Narren los, | L., öffne deinen Schoos, | Bleibt wohl einer hangen GWB15
1,27 Faust II 5197 GWB38,72,2 ErwElm
1 GWB16,50 NeuestePlund 1781 Vs 139 GWB21,62,15 Lj I 12
uö b
für einen Knaben; im erotisch-freundschaftlich-pädagogischen Verhältnis zwischen Dichter u Schenken im ‘Divan’2) [
Mercur, dem 2. Knaben seine Rolle erklärend:] sprich: der Jüngste bin ich dieses Chors, | .. bald wird selbst das hohe Heldenspiel, | Der alten Kunst und Würde völlig eingedenk, | Von uns Kothurn und Maske willig leihen. | Sie kennen dich! nun L. sei es dir genug GWB13
1,83,14 Was wir bringen [1802] [
Dichter:] L.! | Hört es niemand, will dir’s sagen .. [
Schenke:] Wenn du einmal gerne redest, | Brauch’ ich gar nicht viel zu fragen GWB6,217 Vs 6 DivSchenk 3
übertr a
für Pflanzen; zugleich metaphor u auf den (erotischen) Symbolgehalt von Blumen anspielend [
Graf:] Das gute Veilchen schätz’ ich sehr: | Es ist so gar bescheiden | .. Ich will es euch nur eingestehn: | Auf diesen dürren Felsenhöhn | Ist’s L. nicht zu finden GWB1,174 Blümlein Wunderschön 70 An Frau von Willemer mit einem Blatt Bryophyllum calycinum. | .. Was erst still gekeimt in Sachsen, | Soll am Maine freudig wachsen. | .. Mäßig warm und mäßig feucht, | Ist, was ihnen [
den Pflanzen] heilsam deucht. | Wenn du’s gut mit L. [ihnen
Var] meinst, | Blühen sie dir wohl dereinst GWB4,276 Was erst still 9 Ein L. [
Artischocke] ist der Zeitvertreib, auf den ich jetzt mich spitze, | Sie hat einen gar so schlanken Leib und trägt eine Stachelmütze GWBB25,4,5 Christiane [28.]7.14
uö b
metaphor für das eigene Innere, die Seele, das Herz, auch in poet Selbstanrede [
Hatem an Suleika:] Du weißt, daß der Leib ein Kerker ist; | Die Seele hat man hinein betrogen; | .. Schnürt man den Kerker selbst in Ketten, | Da ist das L. doppelt gefährdet, | Deßhalb sie sich oft so seltsam gebärdet GWB6,206 Vs 7 DivSchenk [
mBez auf Eislauf] Stille, L., mein Herz! | Kracht’s gleich, bricht’s doch nicht! | Bricht’s gleich, bricht’s nicht mit dir! GWB1,67 Mut 5 c
metasprachl; mBez auf die dichterische Symbolsprache Wißt ihr denn was L. heiße? | Wißt ihr welchen Wein ich preise? GWB6,301 Vs 1 DivNachl
→ GWB
Hexen- GWB
Teufels- Syn GWB
anbeten(Angebetete) GWB
Favorite GWB
Freundin GWB
Geliebte GWB
Gespielin GWB
Herzchen GWB
Herzlein GWB
klein(Kleine) GWB
Liebe Liebste(lieb) GWB
Mädchen GWB
Misel GWB
Schatz GWB
Schätzchen GWB
Seelchen GWB
Weibchen zu 1b
GWB
Mätresse zu 2
GWB
Kind 1) vgl Adelung 2,2056 2) bei Hafis stärker zum erotischen Bereich gehörig, vgl DivWb,242 Michael NiedermeierM.
N.