lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Lerche

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
23 in 17 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
65
Verweise raus
49

Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Lerche

Bd. 2, Sp. 36
Lerche 1. Besser eine Lerche heute, als eine Nachtigall morgen. Böhm.: Milejší dnes pečený skřivan, než zítra kura. (Čelakovský, 256.) 2. De Lewark (Lerche) singt, de Wocke (Rocken) stinkt. (Königsberg.) Sobald der Frühling kommt, wird das Spinnen in der Stube widerwärtig. 3. De Lêrk is'n Lork1, je düller he schrît, je ärger 't snît. – Danneil, 126a. 1) Eigentlich Name für Kröte, hier Scheltwort in der Bedeutung von Schelm. (S. Kukuk 115.) Der Landmann in der Altmark erkennt die Lerche nicht als Frühlingsboten an. 4. Die Lerch singt am besten, wenn sie bey andern Lerchen ist. – Petri, II, 135; Sutor, 561. Lat.: Se quaerunt et amant similes, simul undique clamant. (Loci comm., 184.) 5. Die Lerche fliegt hoch, aber sie baut ihr Nest auf der Erde. Die Türken: Was niedrig fliegt, das nistet hoch, was hohen Flug hat, nistet niedrig. (Nordmann.) 6. Die Lerche hört lieber den Spatz als die Nachtigall. – Altmann VI, 506. 7. Die Lerche nistet an der Erde und singt hoch am Himmel. Böhm.: Skřivánek nízko žive, ale vysoko Boho chválí. (Čelakovský, 8.) 8. Die Lerche muss an Lichtmess singen und sollte sie noch an demselben Tage erfrieren. – Reinsberg VIII, 88. 9. Die Lerche singt anders als die Krähe. Die Russen meinen aber: Wenn du nach der Lerche siehst, so höre auch auf die (Blau-) Krähe. (Altmann IV.) 10. Die Lerche singt im Mai so fröhlich, weil sie keine Miethe zu bezahlen hat. Holl.: De leeuwerik zingt vrolijk, omdat hij op meidag geene huisbuur te betalen heeft. (Harrebomée, II, 14.) 11. Die Lerche verkündet den Frühling. Die Russen: Die Lerche ist des Frühlings Herold. (Altmann VI, 398.) 12. Die (geköppelten) Lerchen bringen schlecht Wetter, wenn sie auf dem Hofe singen. (Pommern.) 13. Die Lerchen fliegen nicht gebraten ins Maul. Die Holländer: Gebratene Hasen laufen dem Schläfer nicht in den Mund. Die Russen: Die gebratenen Vögel fliegen nicht in den Mund. Die Engländer: Wer den Mund aufsperrt, bis er gefüttert werde, mag den Mund aufsperren, bis er todt ist. – Ihr könnt lange den Mund aufsperren, ehe euch ein Vogel hineinfällt. Die Dänen: Man könnte den Mund lange aufsperren, ehe eine gebratene Taube hineinflöge. (Reinsberg III, 135.) Frz.: Les allouetes luy tomberont toutes rôties dans la bouche. (Leroux, I, 88.) 14. Eine Lerche, die singt, noch keinen Sommer bringt; doch rufen Kukuk und Nachtigall, so ist es Sommer überall. (Brandenburg.) – Böbel, 114. 15. Fallende Lerchen singen nicht. 16. Gebratene Lerchen fliegen einem nicht ins Maul. Frz.: Les alouettes rôties ne se trouvent pas sur les haies. (Lendroy, 26.) 17. Je höher die Lerche fliegt, desto lieblicher singt sie. – Parömiakon, 1922. 18. Jede Lerche hat ihr Häublein. Böhm.: Žádného není skřivánka, aby na jeho hlavĕ nebyla chocholka. (Čelakovský, 108.) 19. Lat de Lerke flêge, de Hâfke (Habicht) kröggt se doch. (Pillkallen.) – Frischbier2, 2399. 20. Lerche und Hamster werden einander nie errathen. Der Dichter besinge den Reichen, der Reiche beschenke den Sänger, weil eine hungernde Nachtigall nicht am schönsten singt; aber schwerlich dürfte einer von beiden begreifen, worin der andere Frieden und Genüge findet. 21. Lerchen lassen sich nit unterm Hütlein fangen. – Lehmann, 91, 43; Sailer, 58; Simrock, 6343. Von dem, was List und Mühe erfordert. 22. Lerchen und Rosen bringen des Frühlings Kosen. Die Russen: Weil die Lerchen noch nicht genug den Frühling verkünden, lässt Gott auch die Rosen blühen. (Altmann V, 116.) 23. So lang die Lerche vor Lichtmess singt, so lang ihr nachher kein Lied gelingt. – Orakel, 257. 24. So lange de Lauwerk vör Péiderdag singet, so lange mot'n na Péiderdag wijer bucken. (Westf.) 25. So lange die Lerche vor Lichtmess singen will, so lange muss sie nach Lichtmess schweigen still. – Blum, 282; Orakel, 256; Böbel, 8; Reinsberg VIII, 87; Simrock, 6397. Nur im allgemeinen dahin zu deuten, dass gelinde Witterung im Januar und Februar späte Kälte für den März und April befürchten lasse. 26. Wan a Lâsken föör Lâgtens (Lâgtemsklüünj) sjong, do mut's eftert swigge. (Amrum.) – Haupt, VIII, 370, 329. Wenn die Lerchen vor Lichtmess singen, so müssen sie hernach schweigen. 27. Wenn de Leferke vor Lechtmess singt, mutt se na Lechtmess pîpen. – Kern, 749 u. 1189. Wenn das Wetter vor Lichtmess zu schön ist, kommt gewöhnlich noch schlechtes Wetter nach. Wenn es zu kalt ist, verwandelt sich das Singen der Lerche in ein blosses Piepen. 28. Wenn die Lerche hoch fliegt und lange hoch oben singt, so verkündet sie schönes Wetter. – Reinsberg VIII, 59. 29. Wenn die Lerche zu hoch fliegt, frisst sie der Habicht. – Altmann VI, 462. 30. Wer hat die Lerche geschlagen? Wenn ein Schade geschehen ist, will's niemand gethan haben. Holl.: Raet wie stoot den leweric so? Lat.: Cui culpa est imputanda? – Dic mihi sub cauda quis te percussit alauda? (Fallersleben, 607.) 31. Wo die Lerche ist, da ist der Kuckuk auch gern. – Luther's Tischr., 327a; Petri, II, 802. 32. Wo Lerchen singen, hört man Krähen nicht. 33. Dat geit net as de Leferkes, in ên Nacht fett un mager (?). – Kern, 750. 34. Die gebratenen Lerchen sollen ihm ins Maul fallen. 35. Die gebratenen Lerchen werden ihm nicht in den Mund fliegen. Engl.: The larks fall there ready roasted. (Bohn II, 168.) Holl.: De gebraden leeuweriken komen u niet in den mond vliegen. (Harrebomée, II, 14.) It.: Vi se legano le viti con le salsiccie. 36. Die Lerchen mit dem Lichte fangen. Frz.: Briller des alouettes. 37. Eine Lerche schiessen. Trunken, beim Gehen schiefe Linien beschreiben. 38. Er will die Lerche singen lehren. – Altmann VI, 474. 39. Hij lêt an Lask üütjfle an wol en Gus wedder hâ. (Amrum.) – Haupt, VIII, 359, 138. Er lässt eine Lerche fliegen und will eine Gans wiederhaben. [Zusätze und Ergänzungen] 40. Die Lerche muss am Lichtmess singen und sollt ihr auch der Kopf zerspringen. (Breslau.) 41. Lerchen fängt man durch Lerchen, Weiber durch Weiber. 42. Tausend Lerchen scheissen so viel wie eine Kuh.
5972 Zeichen · 174 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    LÊRCHEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    LÊRCHE swf. lerche. ahd. lêrahha, lêrihha , ags. lâverce , engl. larc . nl. leweric, lewerc . Graff 2,245. Gr. 2,181. Re…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Lêrche

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Die Lêrche , plur. die -n, ein Sangvogel, welcher an der hintern Zehe einen langen Sporn hat, sich auf den Feldern au…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Lerche

    Goethe-Wörterbuch

    Lerche 1 Singvogel a als für sein wohlklingendes (beim Flug in großer Höhe gesungenes) Lied bekannter Zugvogel; mehrfach…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Lerche

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Lerche (Alauda) , Vogelgattung aus der Ordnung der Körnerfressenden, über ganz Europa, das nördl. Afrika und Asien verbr…

  5. modern
    Dialekt
    Lerchef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Lerche f. : 1. wie schd., Läʳch (lęʳχ, -š), Pl. -e (-ə) [verbr., Mang 164 Müller Dietschw 47 Christmann Kaulb 11 Schneck…

  6. Sprichwörter
    Lerche

    Wander (Sprichwörter)

    Lerche 1. Besser eine Lerche heute, als eine Nachtigall morgen. Böhm. : Milejší dnes pečený skřivan, než zítra kura. ( Č…

  7. Spezial
    Lerche

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ler|che (Alauda arvensis) f. (-,-n) ‹ornit› lerjora (-res) f.

Verweisungsnetz

84 Knoten, 82 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 13 Wurzel 1 Kompositum 60 Sackgasse 10

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lerche

99 Bildungen · 70 Erstglied · 29 Zweitglied · 0 Ableitungen

lerche‑ als Erstglied (30 von 70)

lercheln

PfWB

lerc·heln

lercheln schw. : ' flöten wie die Lerche ', lercheln [ Heeger Tiere II 12].

Lerchenei

SHW

Lerchen-ei Band 4, Spalte 295-296

Lerchenweg

SHW

Lerchen-weg Band 4, Spalte 295-296

Lerchenbaum

Campe

lerchen·baum

Der Lerchenbaum , — es, Mz. — bäume , eine Gattung Bäume, welche zur ersten Familie der Nadelhölzer, die nämlich die Nadeln in Büscheln träg…

Lêrchenblume

Adelung

lerchen·blume

Die Lêrchenblume , plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme der Schlüsselblume, vielleicht, weil sie blühet, wenn die Lerchen im Frühlin…

Lerchen+bühl

PfWB

lerchen·buehl

Lerchen + -bühl m. : ehem. FlN; a. 1330: vb(er) lerkelbuhel [Lam 1, 96v (NW-Lach)]. Südhess. IV 296 . —

lerchenei

DWB

lerche·nei

lerchenei , n. ei der lerche: ausgeblasenes lerchenei. J. Paul Qu. Fixlein 19 .

Lêrchenfalk

Adelung

lerchen·falk

Der Lêrchenfalk , des -en, plur. die -en, eine Art kleiner Falken mit kurzen Flügeln, einem blauen Schnabel und lehmfarbenen Füßen, mit welc…

lerchenfalke

DWB

lerchen·falke

lerchenfalke , m. falco aesalon, zur jagd der lerchen, wachteln und rebhühner abgerichtet. Nemnich 2, 1563 : im september gehet der fang ( d…

lerchenfang

DWB

lerchen·fang

lerchenfang , m. fang der lerchen: wie man sich aber des lerchenfälkleins zum lerchenfang bedienet. öcon. lex. 1415; der apparat dazu: ein b…

lerchenfeld

DWB

lerchen·feld

lerchenfeld , n. weites feld, in welchem die lerchen streichen. sprichwörtlich ins lerchenfeld kommen, sich ins weite verlieren, ausschweife…

Lerchenfink

Campe

lerchen·fink

Der Lerchenfink , — en, Mz. — en , ein zu demjenigen Geschlechte der Vögel, zu welchem der Fink gehört, gehörender Vogel (Fringilla lapponic…

lerchenfurkel

DWB

lerchen·furkel

lerchenfurkel , f. stellstange für das lerchennetz: stellet die klebegarn ( beim lerchenfange ) .. mit denen darzu gehörigen lerchenfurkeln,…

lerchengarn

DWB

lerchen·garn

lerchengarn , n. garn zum lerchenfang. öcon. lex. 1415: wer darum nur zum reinen himmel blicket, nur darum seufzt: wo bleibt der abendstern?…

lerchengeier

DWB

lerchen·geier

lerchengeier , m. falco pygargus, bleifalke, halbweihe; auch falco subbuteo, baumfalk, kleiner bushart. beide heiszen auch lerchenfalken. Ne…

lerche als Zweitglied (29 von 29)

Ackerlèrche

Adelung

acker·lerche

Die Ackerlèrche , plur. die -n, in einigen Gegenden die gewöhnliche Feld- oder Sauglerche.

brachlerche

DWB

brach·lerche

brachlerche , f. alauda campestris. die lerche sitzt gern auf äckern in der furche, vgl. das gedicht von des hundes nôt 81 (in einer furhste…

doppellerche

DWB

doppel·lerche

doppellerche , f. dubbellerche, riesenlerche, hufeisenvogèl, weil sie einen schwarzen gürtel auf der brust hat, franz. merle à collier d'Ame…

fuhrmannslerche

DWB

fuhrmann·s·lerche

fuhrmannslerche , f. , kommt nur in der redensart vor die fuhrmannslerchen singen. man sagt dies von dem weit hörbaren knirren der räder ein…

gereutlerche

DWB

gereut·lerche

gereutlerche , f. alauda arborea s. nemorosa, die heide- oder baumlerche, die sich im sommer mit vorliebe an gereuteten gebirgsorten aufhält…

häubellerche

DWB

haeubel·lerche

häubellerche , f. : cassita, galerita, heubellerch, kobellerch. Golii onomast. 1582 293 . haubellerche Stieler 1147 .

heidelerche

DWB

heide·lerche

heidelerche , f. alauda arborea, auch alauda campestris und cristata. Nemnich 1, 139. 142. 143 ; bei Stieler 1147 heidellerche, sanglerche, …

knobellerche

DWB

knobel·lerche

knobellerche , f. eine art lerchen, deren fleisch wie knoblauch schmecken soll, daher der name. Adelung ; nach Nemnich wb. 309 ' Leipziger l…

kobellerche

DWB

kobel·lerche

kobellerche , f. die haubenlerche. Frisch 1, 530 b , häubellerch, kobellerch Heuslin Gesners vogelb. 1557 170 a , Golius cap. 82 , im nordun…

kothlerche

DWB

koth·lerche

kothlerche , f. die haubenlerche. Adelung. kot- oder häubellerche Hohberg 2, 676 b , kottlerche 676 a , östr. kottmünch das., bair. kothklei…

pfeiflerche

DWB

pfeiflerche , f. was pieplerche Weber öcon. lex. 411 b .

ruhrlerche

DWB

ruhr·lerche

ruhrlerche , f. lerche, die als lockvogel an der ruhr befestigt ist. Döbel 2, 229 b . s. ruhrvogel.

saatlerche

DWB

saat·lerche

saatlerche , f. die gewöhnliche lerche, alauda arvensis, auch ackerlerche, kornlerche. Nemnich.

schneelerche

DWB

schnee·lerche

schneelerche , f. die lerchenart alauda alpestris. Nemnich ; die schneelerch, alauda nivoso tempore veniens. Frisch 2, 213 a .

seelerche

DWB

see·lerche

seelerche , f. 1 1) der strandpfeifer, charadrius hiaticula, pluvialis torquata minor. Nemnich ; ' eine den lerchen ähnliche art kibitze, we…

Spießlêrche

Adelung

spiess·lerche

Die Spießlêrche , plur. die -n, ein Nahme der Heidelerche, vermuthlich, weil sie am häufigsten gebraten gegessen wird.

steinlerche

DWB

stein·lerche

-lerche , f. 1) alauda nemorosa Nemnich 570 ; 2) accentor collaris Brehm thierl. 3 4, 95;

waldlerche

DWB

wald·lerche

waldlerche , f. 1 1) die baumlerche, heidelerche, alauda arborea L. Nemnich 1, 141 . Leunis zoologie 3 1, 381. Naumann vögel Deutschlands 4,…

weg(e)lerche

DWB

wege·lerche

weg(e)lerche , f. die haubenlerche, galerita cristata Boie Nemnich 1, 143 (wegelerche). Naumann vögel 4, 134 . Brehm 3 4, 228 (weglerche); d…