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lichtmess

nhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
6 in 6 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Lichtmess

Bd. 5, Sp. 434
Licht-mess līχt-, līt-, lēχ-, lēt-, leit-, leχ(t)mes (-møs, –mas usf., s. S.), alt auch -mesə(n) [-təm- vielfach in Birkf, Merz, Bernk, Zell, Daun, Prüm, Malm, Monsch, Eup, Heinsb; vərleit(ə)mes (Frau-) MGladb-Viersen, Kemp-Dülken; vərlēχ- Kemp-Grefr Hinsbeck Waldniel; auch Maria L. kommt in den Bauernregeln vor (mərleitəmes Kemp); zeŋktərmēs Erk-Keyenbg, Jül-Linnich]: 1. der 2. II., der kath. Feiertag, an dem die Lichterweihe in der Kirche stattfindet; die Gläubigen nehmen geweihte Kerzen mit nach Hause (Sterbekerze, K. für Versehgang, bei Gewitter); früher war es in der Eif Sitte, dass der Hausvater mit einer geweihten Kerze gleich nach dem Hochamte seine Kinder u. das Vieh segnete; danach wurden aus dem [] Wachs Kreuzchen geknetet, von denen eines über die Stubentüre u. den Türen zu den Schlafkammern u. eines auf den Schormantel des Rauchfanges aufgeklebt wurde; diese aufgeklebten Kreuzchen blieben an der Stelle, so lange sie hielten, so dass meist in den Häusern eine grössere Anzahl Kr. nebeneinander klebten; bei der Prozession um die Kirche nach der L.weihe schaut man zu, ob die Kerze, die der Geistliche trägt, noch brennt oder nicht; die noch brennende K. bedeutet ein gutes Bienenjahr, die verlöschte ein Bienenunglücksjahr Heinsb-Erpen; man lässt von der gesegneten brennenden K. einige Wachstropfen auf ein Stück Brot fallen u. gibt es dem Vieh, damit es vor Unglück bewahrt bleibe Koch; nach dem Hochamte (abends nach gemeinschaftlichem Rosenkranzgebete Kemp-Grefr) träufelt der Hausvater jedem seiner Hausbewohner, u. zwar den männlichen in die Unterjacke oder Weste, den weiblichen in den Unterrock, drei Tropfen Wachs in Form eines Dreiecks, wobei er spricht: Im Namen des Vaters usf. Geld-Leuth; noch um 1890 wurden um L. die Obstbäume mit einem Palmzweig geschmückt Dinsl-Spellen; in Trier-Euren wird ein Lichtmessfeuer (an Stelle des früheren Fastensonntagsfeuers) angezündet. — Der L.tag ist für Mensch u. Tier ein wichtiger Termintag, ebenso für die Entwicklung des Wetters; deshalb zahlreiche Regeln. L. erlan (langst, vorbei), hät der Wöngkter nüs ze san (sagen) Schleid-Hellenth. L. os erlast, Wonter kess mech om (im) Arsch! Malm, Prüm, Bitb. L. ös der Wöngkter half Schleid-Scheven. L. han de Dag en Stond gelängk Eusk, — morges on oəves en St. g. Kemp. L. schelt (macht einen Unterschied) et en Stond an de Märgen en an den Owend Klev. Könniksdag öm en Sprong, L. öm en Stong (Stunde) Altk-Hecken. No L. os et Ausselt (Aushalt, Vorfrühling), et os warm odder kalt; dann gen de Dag lang, on der Fuss (Fuchs) krit sengen Gang Eif o. O. L.dag, do rauscht de Bach, do sprengt der Has, do schreit de Fuchs, do sengt de Specht (sprengt de Hecht), do danzen (heppen) alle Mäd on Knecht, do schlohn de Eilen (Eulen) die Tromm, all die Mädcher, die hufferdig sein, die gihn met Schüwesch Hunn Neuw. L. öm Röcke kalf (kalbt) dat Köhche, kakelt dat Höhnche Schleid-Hellenth. Im L. geht der Tit op, da legt de Hohn on kauft (kalbt) de Koh Geilk-Gangelt. L., da kalft de Koh, da legt et Hohn, da hat Fra on Mod (Magd) ze dohn May-Trimbs, Köln-Poulh, — do könnt de Feisch (Fisch) en de Bach, do kalf de Koh, do let et Hohn Dür-Lucherbg. Bal es et L., do let (legt) dat Höhnche, do kalf dat Köhche, do wangele (wandern) de Dümcher (Sternmieren) op de Eərd, dann kruffe de al Wiver op der Dörpel, on dann geht et en dat Fröhjahr eren Grevbr. Marje L., dann git dat Spönne net mih vell, dann lähmt et Äuche (Schaf), dann kromt (kommt in Wochen) dat [] Fräuche, dann let dat Höhnche, dann kalf dat Köhche Dür-Golzh. Öchter (nach) L. gen de mas (nicht trächtigen) Keh mih Koch-Laub. L. deht den erschten Hohnenschra (-schrei) Bitb-Kyllbgw. L. let (legt) de Sprohl (Star) de irschte Stecke zom Nös (Nest) Sieg-Scheiderhöhe. L. legt de Elster et irscht Reis Prüm-Burb, Ahrw-Bengen, — den irschte Balke Sieg-Braschoss. Öm L. geht der Levver (Lerche) ene Plogstatz (Pflugsterz) huhch Geilk-Marienbg; L.dag fliegt de Lewerek so hohg, as hej mag Klev. So lang de Livvelängkes (Lerchen) för L. sengen, modde se derno schwige Kref (s. Lerche) (Mäs-cher ‘Meisen’ Kreuzn). No L. traut de Foss (Fuchs) et Is ni meahr MülhRuhr. Wann L. de Sonn schingk (scheint), krüff der Bier (Bär) nouch vierzig Dag en et Louch Köln-Widdersd, May, Bitb; wann de B. op L.dag erausgeht, moss en noch veərzig Däg hannesch (zurück) gohn Prüm-Waxw; läft (läuft) den Dachs an (in) der L.woch, su geht en noch sechs Wochen en et Loch Trier-Schleidw; wenn öm L. der Bäər sech sonnt, dann krüppt he noch seəss Weəke en de Höəhl MGladb, Geld (Dass Neuw); wenn de Sonn om L. op et Mössbok (Messbuch) schinnt, krüppt der Dass (Dachs) noch vertig Dag en et Höəhl Kemp, Geld, MGladb (Mösbett), — of de Mest, dann kräucht de Bär noch mol sechs Woche en de Kest May. Wenn L. der Dass (Wolf, Bär, Fuchs) (für zwölf Uhr) sine Schem (Schatte, Schein; s. d. W.) süht, dann krüppte noch verzig Dag en et Höhl (en sin Loək, en et Gat, en de Erd) Kref, Allg., — dann moss he noch vierzig de Schnüss en de Arsch stechen Gummb-Harschd. Em L. seiht de Bauer de Wolf liewer am (im) Schofstal wie de Sonn Bitb-Bollend, May; betər öm L. ene W. en et Feld äs ene Plog Heinsb-Orsbeck, Köln-Pingsd, — wie ene Bur en Hemsmauen (-ärmeln) Kemp-Grefr. Wenn de Beien (Bienen) flegen op L.dag, get et noch e bisen Stuss Wanter (Winter) Bitb-Wiersd. Wenn L. de Sonn schingk (op et Messboch), moss de Schiffer (Schäfer, Hirt) de Uərze (Futterreste) opbenge (aufbinden) Neuss, Grevbr, Erk, Heinsb, — op et Mösbett (Mistbeet) schinnt, dann mott der Schepper noch seəss Weəke de Hutele stipe (stützen) MGladb-Rheind; wenn L. morgens e jen Kerk de Sonn op de Keərze schint, don mott der Schiəper för de Schoəp de Uərte seəss Weəke verwahre Heinsb-Kirchhv; Marje L. hell (hart) on klor, et For gott opbewohr; schingkt (scheint) de Sonn övver Berg on Dal, wörp de Urzele op ne Stall! Monsch-Rollesbr Kesternich; wann der Mesterknet (-knecht) för elf Uhr sinen Schatte sieht, moss der Schiffer de Uərzen opstechen Jül-Boslar; L., hell on klar, Schepper, bewahr deng Busche (Strohbauschen) war (= wahl)! Geilk-Frelenbg, — de Uərze war! Geilk-Üb Marienbg. Geien (geigen, spillen) L. de Mecken (Schnoken) of der Möscht, sperr et Fouder ean de Köscht Merz-Nunk, Mosfrk. An L. muss mer et Fure noch halb hon Rhfrk, Mosfrk, [] [] Rip, — muss et halwe Ha (Heu) noch of dem Balke sei Siegld; hat mer zo L. et For half, krüfft mer dar; hat mer et zo Maria Verkündigung half, dann sprengt mer dar Monsch-Kesternich; zu L. half Stroh, h. Brot Mörs-Lasfonderf. Om L. hät der Deəscher (Drescher) et Wanne (Getreideschwingen) gewonne Heinsb, Erk; L. muss red (reide, fertig) gedreisch sen Prüm-Duppach; L., dreschen vergess Neuw-Dernb. L., spenne vergess on bei Dag (beim hellen (Dag)) se Nacht gess Rhfrk, Mosfrk (Ovensopp bei D. gess), — ess, Bauer em zehn Uhr fress Altk-Friesenhg, — Herr, bei D. ess, Bauer, wann gekocht es Altk-Michelb, Siegld, — reiche Leut bei Dag esse, arm Leut, wenn se et han Altk-Gebhardshain Isert, Siegld, — gess, et Licht en de Bach geschmess Bernk-Schönbg, — gess, bei D. schlofe gang, bei D. ufgestann Hunsr, Neuw, — gess, de Bucks (Hose) in die Hand, in't Bett gerannt Nahe, Simm-Horn, Zell-Sohren, Goar-Weiler, — vergess, Krummess (Winzermesser) in de Hand, en de Wingert gerannt Wittl, Zell. Fir L. werd gesponne, no L. werd gestrickt Neuw-OBieber. Zwesche L. un zinter Vinkel (1. VIII.) stellt mer de Kerz en der Winkel Lichtarbeit hört auf Köln-Stdt. — No L. fällt der Schnei op ene hesse (heissen) Sten Dür-Winden. Öm L. Schni, öm Ustere Kli; öm L. Kl., öm U. Schn. Aach-Würselen, Dür-NZier, Prüm, Bitb, Trier, Wittl (im Mosfrk statt U. auch Palmdag); de Keərz (L.) am Kli, de Pälm am Schni Bitb-NWeis. L. klor on hell schend dem Bur et Fell Köln, Dür. L. hell un klor git e fruchtbar (gut) Johr (e got Flass-, Beien-, Brut-, Wein-, Bukweitenjohr) Allg., — on noch greulich will Schni on't Fröhjohr Malm, — güt et Schnee noch em Fr. Gummb, — göt völ Frost fürwohr Wippf. L. klor on hell, kömmt et Fröhjohr net su schnell; ös et awwer dröf (trüb) on nass, füllt et dem Bauer Scheuer on Fass Altk-Bachenbg. L. stell on donkel, wörd der Bur en Jonker Kref, Sieg, — werd de Schefer en J. un der Bauer en Edelmann Bernk-Horath; L. lecht, es de Bauer en Knecht; L. donkel, es de B. en Jonker Neuw-Dierd. Scheint L. de Sonn so gross wie en Hot, dann es et got Bernk-Maring. As zo L. Licht, su geht de Wanter net Prüm-Ringhuschd. Es et L. Sonneschin, dann sall de Wenter noch dursam (dauer-) sin Mörs-Xanten, — wörd der Flass lang on fin Mettm-Haan. L. dump, freit sich jeder Lump Bernk-Maring. Wenn et L. stirmt un schneit un der Deuwel sein Moder geheit (quält), da os et Frehjohr net mih weit Daun-Strohn. Wenn et L. rent (regnet), blif et verzig Dag dran Bergh-Frauw, Bo. — L. ist in einem grossen Geb. (s. Wk. V 9) Gesindewechsel (nur wenn L. auf einen Montag fällt, meidet das Gesinde den Eintritt in die neue Stelle); L., dat es der Dag, bo ein Schennhex (Schindhexe) de ander net mih mag Ahrw-Westum; bleibt das Gesinde noch den Tag selber, machen se L. (s. Spieltag), denen se für de Köttele (umsonst); [] trecke de Mäde L. net met Dreck (Regen) us, dann trecke se met Dr. en Sieg-Troisd, Köln-Widdersd; L. sagt der Knecht: Bur, haste Geld, ich han Knick (Kreide)! wie steht es mit dem Lohn? Jül-Boslar, MGladb-Giesenk; der Hirt wird um L. gewählt Waldbr-Wildbg. — 2. übertr. leχt- leichtsinniger Mensch (Wortsp. zu leχt ‘leicht’) Geld; lēχtə- Heinsb-Lümb, Kref-Kirchhv.
9596 Zeichen · 170 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lichtmeßf.

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

    Lichtmeß f. kirchliches Gedächtnisfest (2. Februar) der Reinigung Marias (eigtl. Mariae Lichtmeß, kirchenlat. festum pur…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Lichtmeß

    Goethe-Wörterbuch

    Lichtmeß Fest der Reinigung Marias mit Weihe der zum Gottesdienst gebrauchten Kerzen (2. Februar); ‘zu L.’ GWB N13,518,2…

  3. modern
    Dialekt
    Lichtmeß

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Wossidia Lichtmeß -miß, meist in der Dat.-Form -missen f. Mariä Lichtmeß, Fest der Reinigung Mariä am 2. Februar; die Ki…

  4. Sprichwörter
    Lichtmess

    Wander (Sprichwörter)

    Lichtmess 1. An Lichtmess (2. Febr.) lässt man (Arbeit und) das Spinnrad in Ruh', damit der Wolf keinen Schaden thu'. ( …

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lichtmess

14 Bildungen · 9 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von lichtmess 2 Komponenten

licht+mess

lichtmess setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

lichtmess‑ als Erstglied (9 von 9)

lichtmesser

DWB

licht·messer

lichtmesser , m. : es ist schade, dasz wir noch nicht geistige licht- und zeitmesser für unsere ideen und gefühle haben. J. Paul vorsch. d. …

Lichtmesskerze

RhWBN

lichtmess·kerze

Licht-messkerze -kēətsə Waldbr-Alzen f.: am Lichtmesstage reichte der Vater um jedes Kind eine geweihte Kerze, übergab sie dabei von der rec…

Lichtmeßkunst

Campe

lichtmess·kunst

◎ Die Lichtmeßkunst , o. Mz . die Kunst, den Grad des Lichtes zu messen (Photometrie ). C. Bürja sagt dafür Lichtmessung , welches Wort eige…

Lichtmessmusik

RhWB

lichtmess·musik

Licht-mess-musik Sieg-ODollend f.: Ball zu Lichtmess, an dem bis 10 Uhr nur die Mädchen zum Tanz auffordern dürfen.

Lichtmeßwoche

PfWB

lichtmess·woche

Lichtmeß-woche f. : ' Woche, in die das Fest Mariä Lichtmeß fällt ', Lichtmeßwoch [mancherorts]. BR.: Sunnt sich de Dachs in de L., geht er …

lichtmess als Zweitglied (4 von 4)

Fraulichtmess

RhWB

frau·lichtmess

Frau-lichtmess vərleit(ə)mes Kemp ; -leχ- Geld f.: Maria L. RA.: F. habben de Dag morges on oəves en Stond gelängt. Wenn F. de Sonn op et Mö…

Maria Lichtmess

RhWB

maria·lichtmess

Maria Lichtmess dafür meist L. allein (s. d. die Bauernregeln) [doch Mərleitəmes u. Vər- (Frau-) in Kemp ].

Ableitungen von lichtmess (1 von 1)

lichtmesse

DWB

lichtmesse , f. fest der reinigung Mariä (2. febr. ), an welchem tage die kirche die zum gottesdienst gebrauchten lichter weiht: als man mit…