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lappe

mhd. bis Dial. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
25 in 15 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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100

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

lappe m.

Bd. 12, Sp. 192
lappe, lapp, m. 11) homo stolidus, ineptus. ein in den oberdeutschen volksmundarten weit verbreitetes (Schm. 1, 1496 Fromm., lappes Kehrein 256), schon dem späteren mhd. eigenes, und mit laffe sp. 56 aufs engste verwandtes wort, das, wie letzteres auf laffen lecken, schlürfen, so auf das gleichbedeutende lappen (s. unten) sich stützt, und vom leckenden, naschenden kinde ausgeht; wobei aber der begriff in den eines schlaffen, weichlichen, und hernach geradezu thörichten menschen um so leichter umschlägt, als neben dem verbum lappen schlürfen ein in der form ganz gleiches lappen schlaff hangen steht (s. unten), beide wol im grunde éin wort, und nur zu verschiedener bedeutung später auseinandergegangen. die schriftsprache verschmäht das substantiv zu gunsten von laffe, doch hat sie die adjective ableitung läppisch beibehalten. lappe, iners, fatuus, stultus, vulg. narr. voc. inc. theut. m 1b; lappe, fatuus, agrestis, homo stolidus, er ist ein lappe, homo est fatuus Steinbach 1, 976; höret nur ferner, wie der lappe hat hungern müssen. unw. doct. 375; drei söhne, von denen der jüngste Hans hiesz, und ein rechter lappe war. Zingerle hausmärch. 2, 17; schalten ihn einen lappen, dasz er sich so etwas einfallen lasse. 21; die vasnacht machet vil lappen, das sich mancher macht zu eim ackertrappen. fastn. sp. 91, 19; richter, ich klag euch uber disen lappen, der get mir des nachts umb mein haus trappen. 221, 7; das wendt mir an mein weib von Säckhendorf und spricht: laap dich soll nun gar benüegen, und lasz ein jungen werben nach werder min. Püterichs ehrenbrief bei Haupt 6, 36; so henkt si mir zwuo schellen dran, so heb ich an und gnappe, ain groszes klinglen ich da han, gleich als ain ander lappe. Uhland volksl. 642; das er in seiner spanschen kap nicht herzög als ein ander lap. froschm. 2, 2, 3, bl. Y 3b. die eigentliche vorstellung des kindischen, die in lappe liegt, zeigt sich in der häufigen verbindung junger lappe (vgl.junger laffe sp. 56 fg.): so wir jungen lappen müszig gehn, pflegen wir der wollust. A. v. Eyb philogenia 109a; da nun die nechsten stett hörten was sich verloffen hett, und die jungen lappen das regiment der statt beseszen. Keisersberg narrensch. 168a; du siehest wol, er ist ein junger aufgewachsener lapp (che egli è un cotal giovanaccio sciocco). Bocc. (1535) 58a; kurz, die allerklügste müssen mich ohn allen zweifel vor einen jungen lappen gehalten haben, dessen hoffart nothwendig nicht lang dauern noch bestand haben würde. Simpl. 1, 292 Kurz; hiermit wandte er sich zu dem jungen lappen, der viel wuste was der krieg vor ein ding wäre. Chr. Weise erzn. 195; er, als ein junger lappe. pol. näscher 108; man findet manchen jungen lappen der auf der gassen get her gnappen. fastn. sp. 315, 20; du junger lapp, du wirst mir geben die meit! es gilt dir sust mein und dein leben. 549, 29; und stiesz den jungen lappen inn dreck. 756, 20. sonst ist lappe mit thor und narr formelhaft verbunden: sollich lappen und dildappen seind wir under dem christlichen namen. S. Frank trunkenheit Ga; ach du verheiter lapp und tor. fastn. sp. 686, 17; sprach so sol man bedören sollich lappen und doren die geren hören schmaichlerei. Nürnb. meisterl. fol. 23 no. 98; (die weiber) setzen ihm (dem manne) auf die eselohrn, machen zu eim lappen und thorn. H. Sachs 3, 4, 75d; wiewol ich bin ein groszer lapp und mich die narren gar hand bsessen. trag. Joh. A 2; oder es treten adjective oder andere beisätze ähnlichen sinnes hinzu: dasz der gute lapp nichts thun darf, er musz sein weib erst drumb begrüszen. Creidius 1, 427; sy sprach: du magst ain lapp wol sein mit deinem torochten wesen. Hätzlerin 282, 252; so haisz ich der Ackertrapp und bin auch ein müesalig lapp. fastn. sp. 398, 5; herr der wirt, ich heisz der Tiltapp, ich bin gar ein einveltiger lapp. 857, 11; heimlich anlegen die narrenkappen, gleich einem unsinnigen lappen. H. Sachs 3, 2, 47c; und hab Simson dem groszen lappen an hals gestreift die narrenkappen. 3, 1, 54a; doch musz man vor den armen lappen verstelln mit einer narrenkappen. E. Alberus 190; denselben geiln bulerischen lappen bring ich auch in die narrenkappen. J. Ayrer 457b (2298, 18 Keller); ihr schwestern, lacht jhr nicht der alber-klugen lappen, die damen sperren ein als wie in blinde kappen. Logau 2, 10, 37. in Baiern ist der lapp ein blödsinniger, taubstummer. Schm. a. a. o. 22) lappe, auch als fem. gebraucht, närrin: (die jungfrau spricht zum schneider auf seine werbung) schweig, du böser schneider-knapp, ich bin nit ain solche lapp. fastn. sp. 618, 12. 33) lappe für einen weibischen, schlaffen menschen, unter einflusz des verbums lappen hangen (s. oben unter 1) entstanden: es lief in mir herum, ich würde, wenn ich mein schülerleben so fortsetzte, zu einem weichlichen und liederlichen lappen werden. Arndt leben 66. Logau braucht das wort für kapaun: du stacktest, Veit, nechst unterm dache in einer unvergunten sache. wofern du mehr wirst drinnen stecken, so magst du dich wol besser decken, sonst möcht es sein vergunte sache dasz man den hahn zum lapen mache. 3, 95, 99. hierzu steht ein schles. adjectiv lâpe schwach, untüchtig (Weinhold 50), das düringische adjectiv lappe, lapp bezeichnet schlaff: ein lapper kerl; die arme hängen ihm ganz lappe am leibe; auch von gegenständen, die nicht fest schlieszen: der deckel auf dem kruge ist lappe geworden; lapp werden, flaccescere, lapp oder lappicht sein, flaccere Frisch 1, 576c. vergl. hierzu auch das adj. schlapp. 44) ganz im entgegengesetzten sinne scheint lappe in der Zimmerschen chronik zu stehen: herr Johanns freiherr zu Zimbern, herrn Wörnhers selligen son, ward ain groszer starker herr, also das er in seiner jugendt umb der ungewönlichen lenge willen und sterke der lap von Zimbern gehaiszen ward. 1, 205, 2. doch wird bei dieser bezeichnung nicht sowol auf die stärke, als auf die ungewöhnliche länge betonung gelegt, weil die glieder und die haltung langer menschen den eindruck des schlaffen machen, oder die ganze erscheinung an einen halbwüchsigen knaben erinnert; vgl. schlank, schlankel und schlingel. 55) sprichwörtliches. amor excaecat etiam Argum, die lieb macht lappen. S. Frank sprichw. 1, 10a; die welt ist voll lappen und diltappen. Simrock sprichw. 329; jedem lapp gefällt seine kapp. ebenda. wortspielend mit dem folgenden subst. lappen: denn unzüchtige liebe macht lappen, und wie jener schriebe, so ist es schneiderwerk. Mathesius Syrach 1, 117b; lieben macht lappen, von disem tuech tragt manicher ein kappen. Schm. 1, 1496 Fromm.; mit dem volksnamen Lappen: zum beschlusz ist nicht zu vergessen, dasz es in dem mondreich viel Lappländer gibt, sind aber nicht von denen, die den wind verkaufen und mit rehnen und schlitten fahren, sondern man nennet sie bald Lappen, bald Lappländer, bald Lappenhäuser und Lappenmäuler. Simpl. 1684 3, 804.
6887 Zeichen · 126 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    LAPPEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    LAPPE swf. ? lappe. ahd. lappa lat. lacinia Graff 2,38. quadrulus fleck oder lappe Diefenb. gl. 229. 2. eine pflanze. pe…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    lappeM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    lappe , M. nhd. „Lappen“ (M.), Flicken (M.), Stück, Fetzen (M.) Tuches oder Leders, Wischtuch, von der Schulter herunter…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lappe

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Lappe , des -n, plur. die -n, Diminut. das Läppchen, ein junger unbesonnener Mensch; gleichfalls nur im gemeinen Leb…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Lappe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Lappe , Karl, Dichter, geb. 1774 zu Wusterhausen in Pommern, nahm 1817 wegen Kränklichkeit seine Entlassung als Gymnasia…

  5. modern
    Dialekt
    Lappe

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Lappe [Lápə Steinbr. ] f. Kuhblater; auch Kuehlappe.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lappe

192 Bildungen · 145 Erstglied · 47 Zweitglied · 0 Ableitungen

lappe‑ als Erstglied (30 von 145)

Lappeǟrs

WWB

Lappe-ǟrs m. [ Pad Bür Wal] 1.1. schlaffe, energielose Person. — 1.2. eingebildete, dumme, läppische Person ( Pad Hunold ). — 2. „Hatte der …

Lappeiᵉsel

WWB

Lappe-iᵉsel m. alberner Kerl ( Wie Hb).

Lappelbrühe

PfWB

lappel·bruehe

Lappel-brühe f. : ' schlechter Wein ', Lappelbrih [ BZ-Albw ]; vgl. Lackelsbrühe ; Syn. s. Rachenputzer .

Lappeleªder

WWB

lappe·leader

Lappe-leªder n. [verstr.] Leder zum→ ¹lappen . — 1. Sohlenleder. — Ra.: Tē ase Lappelǟr sehr zäh ( Alt Al || mehrf.). Do kannse an trecken a…

Lappeleⁿ

Idiotikon

Lappeleⁿ Band 3, Spalte 1349 Lappeleⁿ 3,1349

lappelicht

ElsWB

lappe·licht

lapp e licht [làpliχt Str. ] Adj. das leicht schlaff herunterhängt.

lappelig

PfWB

lappelig Adj. : 1. 'locker, lose, wackelig', lapp(e)lich (labəliχ, labliχ) [verbr. SOPf]; vgl. lappeln 1, lapperig 1. Ma Zihⁿ (meine Zähne) …

lappeln

PfWB

lapp·eln

lappeln schw. : 1. a. 'locker sein, wackeln', lapple (lablə) [mancherorts SOPf]; vgl. lappern 1. — b. 'taumeln' [ LA-Rhodt ]. — c. 'nachläss…

Lappelohr

PfWB

lappel·ohr

Lappel-ohr n. : 1. 'hängendes Ohr beim Hund', Lappelohʳ (labəlōʳ) [ LA-Birkw GH-Minf ]. — 2. 'Hase', scherzh. [ BZ-Ingh Wilgws ]. — Zu lappe…

lappelurig

ElsWB

lappe·lurig

lappelurig [làpəlýrik Liebsd. ; làplýrik Winzenh. ] Adj. schlecht, verwässert: das is t lappelüriger Kaffee! Liebsd. †

Lappenfeld

SHW

Lappen-feld Band 4, Spalte 137-138

Lappenhaus

SHW

Lappen-haus Band 4, Spalte 137-138

Lappenhexe

SHW

Lappen-hexe Band 4, Spalte 139-140

lappe als Zweitglied (30 von 47)

plappe

KöblerMnd

*plappe , Sb. nhd. Geklepper, Gebet? Hw.: s. plappenbōk E.: s. pleppe, plapperen (1)?

Wahlschlappe

RDWB1

Wahlschlappe f (Lakune) провал на выборах, неудачные выборы, фиаско на выборах

Bārtklappe

Adelung

bart·klappe

Die Bārtklappe , plur. die -n, bey den Schlössern, eine Art Zange mit einer Schraube, deren Mäuler durch eine Feder zusammen gedrücket werde…

berlappe

KöblerMhd

ber·lappe

berlappe , sw. M. nhd. Bärlapp Q.: BW (1372) E.: s. ber (2), lappe (2) W.: nhd. Bärlapp, M., Bärlapp, DW 1, 1134 L.: LexerN 3, 64 (berlappe)

blīlappe

KöblerMnd

blī·lappe

blīlappe , M. nhd. Stück Tafelblei E.: s. blī, lappe (1) L.: MndHwb 1, 295 (blîlappe)

borstlappe

MNWB

borst·lappe

borstlappe , m. , Brusttuch, -latz, Weste. — In der biblischen Sprache für den Schild des Hohenpriesters (Luther: Schildlein).

fliegenklappe

DWB

fliegen·klappe

fliegenklappe , f. muscarium mortiferum: die fliegenklappe ( spricht die ameise zur fliege ) wartet, dasz sie dich ertappe allenthalben, und…

futlappe

DWB

fut·lappe

futlappe , m. labium vulvae. labrum, futlap. voc. opt. nr. 1, 202.

goukel|slappe

MWB

goukel|slappe swF. ‘Zauberkappe’ swelch münich sich schemt sîner kappen, / der sprünge ûf gern mit reise knappen, / hêt er vor im ein goukel…

klēvelappe

KöblerMnd

klēve·lappe

klēvelappe , M. nhd. schlecht gebautes Haus, schlecht gebaute Bude E.: s. klēve (3)?, lappe (1)? L.: MndHwb 2, 578 (klēvelappe[n]) Son.: im …

klēverlappe

KöblerMnd

klēverlappe , M. Vw.: s. klēvelappe

knēvelappe

KöblerMnd

knēvelappe , M. Vw.: s. klēvelappe L.: MndHwb 2, 597 (knēvelappe) Son.: örtlich beschränkt

luftklappe

DWB

luft·klappe

luftklappe , f. klappe zum lüften eines zimmers u. ähnl.; klappe an einem luftballon, um die innere luft entweichen zu lassen: in kurzem str…

ôrlappe

Lexer

ôr-lappe fm. BMZ ohrläppchen, auricula: ôrlappe, -lep, -lippe Dfg. 62 a , n. gl. 43 a ; pinnula, pinula ( blättchen eines gefiederten blatte…

palterlappe

KöblerMnd

palterlappe , M. nhd. Lappen (M.), Fetzen (M.) Hw.: s. polterlappe E.: s. polterlappe, palte?, lappe L.: Lü 268b (polterlappen) Son.: polter…

pelslappe

KöblerMnd

pel·slappe

pelslappe , M. nhd. „Pelzlappen“, abgerissenes Stück Pelzwerk, Fetzen (N.) von Pelzwerk E.: s. pels, lappe W.: s. nhd. Pelzlappen, M., Pelzl…

polterlappe

MNWB

polter·lappe

° polterlappe , m. ( Pl. -n ) : Lappen, Fetzen, Lumpen, wor de klê(i)der sîn altô bunt dâr sîn vēle p.n (Köker ed. Cordes 23).

ribbelappe

MNWB

ribbe·lappe

ribbelappe , m. : bei der Flachsbearbeitung mit dem Reibeisen untergelegte Lederschürze.

schāflappe

MNWB

schaf·lappe

schāflappe , m. , zum Werkzeug der Gerber u. Schuhmacher gehörig (Ub. Hildesh. 8, 853).