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Läufer

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Läufer Der

Bd. 3, Sp. 46a
Der Läufer, — s, Mz. gl. überhaupt etwas das läuft, besonders, eine Person, welche läuft; eine solche weibliche Person, die Läuferinn, Mz. — en. Ein guter Läufer sein, gut, d. h. schnell laufen können. I engerer Bedeutung ist der Läufer ein auf besondere Art gekleideter Diener eines vornehmen Herrn, welcher vor dem Wagen desselben herläuft, oder auch von ihm schnell Nachricht zu geben oder zu empfangen versendet wird; ehemahls ein Rennknabe, da man darunter auch wol überhaupt nur einen Bothen verstand. I der Bibel kömmt es mehrere Mahl für Fußbothe vor, welche Bedeutung es noch in dem Worte Bothenläufer hat. Oft verschwindet der Begriff der Schnelligkeit, wie in den Wörtern Heideläufer, Landläufer  I N. D. nennt man auch die Karrenschieber bei der Deicharbeit Läufer, und im Schachspiele führen diesen Namen zwei Steine, welche über die Ecken der Felder das ganze Schachbrett durchlaufen können. Ein schnell laufendes Thier wird gleichfalls ein Läufer genannt. So heißt ein schnell laufendes Pferd ein guter Läufer. I der Bibel wird ein solches Pferd, wie auch ein Einhöcker (Camelus dromedarius L.) schlechthin der Läufer genannt; sonst auch das Laufkameel. I der Naturbeschreibung führt den Namen Läufer auch eine Gattung Landkrabben, welche an dem Meeresufer in Ägipten und Sirien nach Untergang der Sonne aus dem Meere hervorkommt und sehr schnell laufen kann (Cancer cursor L.). Auch Spinnen, welche kein Gewebe machen, sondern nach ihrer Beute laufen und sie haschen, werden Läufer genannt. Eine Art Holzböcke oder Borkenkäfer führt ebenfalls den Namen Läufer (Cerambix cursor); wie auch der Laufkäfer. S. d. Der Weidenzeisig oder das Seidenvögelchen (Motacilla trochilus) ist auch unter dem Namen Läufer bekannt. Auch hier ist der Begriff der Schnelligkeit nicht nothwendig damit verbunden. So heißt bei den Vogelstellern der abgerichtete Vogel, welcher auf dem Herde herumläuft und singt, der Läufer oder Läufervogel; so heißen in der Landwirthschaft junge entwöhnte Schweine, bis sie sich zum ersten Mahle begatten, Läufer, von da an Überläufer. Auch von unbelebten Dingen, welche sich bewegen oder welche beweglich sind, wird das Wort Läufer gebraucht. Zu diesen gehört der Läufer in den Mühlen, der obere Mühlstein, welcher sich auf dem untern fest liegenden herumdreht und die Körner zermalmt; ferner der kleine unten ebene und glatte Stein, mit welchem die Farbenreiber die Farbe auf dem großen flachen Steine, dem Reibesteine zerreiben. Bei den Tuchbereitern heißt das bewegliche Blatt der Schere der Läufer, zum Unterschied vom Lieger oder dem unbeweglichen Blatte. Bei den Seilern ist der Läufer ein in der Wand stehendes bewegliches Rad, ein Seil mit vier Haken daran zu spin= nen; das Seilerrad, der Wirbel. Auf den Schiffen sind Läufer Taue, welche über eine oder mehrere Scheiben fahren und diese zu einem Takel, einer Tolje, Gien  machen. Auch wird auf den Schiffen eine gewöhnliche Sanduhr ein Läufer, bestimmter Sandläufer genannt. Röding. Bei den Tuchmachern ist er eine abgelaufene Spule, auf welche nicht Wolle genug gewunden war. An den Thorwegen der Bauerhöfe ist der Läufer das an den Säulen aufrecht stehende dicke Holz, woran der Thorflügel befestiget ist, welches unten mit einem Zapfen in einer Pfanne steht oben aber walzenförmig gerundet in einem eisernen Ringe gehalten wird, und welches sich über der Pfanne und in dem Ringe drehen läßt. I der Schifffahrt führen die beweglichen Stücke auf dem Jakobsstabe ebenfalls den Namen Läufer. I gemeinen Leben werden die Ranken der Erdbeeren , weil sie an der Erde hinlaufen, auch Läufer oder Ausläufer genannt, wie auch die weiblichen Blüten des wilden Hopfens, welche sich frühzeitig von der Hitze aufthun und den Samen auslaufen lassen. Die Wurzelschosse führen ebenfalls den Namen Läufer, Ausläufer. I der Tonkunst ist ein Läufer oder ein Lauf, eine Reihe nach der Tonleiter auf einander folgender Töne, welche schnell nach einander gesungen oder gespielt werden. Die Maurer nennen die nach der Länge der Mauer gehenden Steine Läufer; zum Unterschiede von den Bindern, welche in die Quere gehen, und unter den Grenzsteinen werden diejenigen, welche zwischen den Haupt= und Ecksteinen stehen und gleichsam mit unter laufen, auch Läufer genannt. I O. D. wo man du laufst, er lauft sagt, lautet dieses Wort dem gemäß auch Laufer.
4345 Zeichen · 42 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Läufer

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Läufer , des -s, plur. ut nom. sing. von dem Zeitworte laufen. 1) Eine Person, welche läuft, Fämin. die Läuferinn. E…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Läufer

    Goethe-Wörterbuch

    Läufer mehrfach ‘Laufer’ 1 jd, der schnell gehen, laufen kann [ Narr: ] so wahr ich der beste L. und Säufer bin in Frank…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Läufer

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Läufer , Bedienstete, die sonst vor den Wagen- oder Reitpferden vornehmer Herrschaften herliefen, um freie Bahn zu schaf…

  4. modern
    Dialekt
    Läuferm.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Läufer m. häufiger Hundename Wi; Wi NKlost ; Wa; hd. Lautform wie beim Hundenamen Wasser.

  5. Sprichwörter
    Läufer

    Wander (Sprichwörter)

    Läufer 1. Alle Löpers sünt kêne Köpers. – Eichwald, 1206. Es haben nicht alle Leute, die auf dem Markt herumlaufen, die …

  6. Spezial
    Läufer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Läu|fer m. (-s,-) 1 saltadú (-dus) m. 2 (Bote) saltá (-tas) m. 3 saltarin (-s) m. 4 (Schachfigur) alfier (-s) m. , saltá…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit laeufer

64 Bildungen · 29 Erstglied · 34 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von laeufer 2 Komponenten

lau+fer

laeufer setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

laeufer‑ als Erstglied (29 von 29)

Läuferbein

RhWB

laeufer·bein

Läufer-bein lpərbēn Ess-Frintrop n.: ein Rankengewächs zwischen den Kartoffelpflanzen.

läuferbote

DWB

laeufer·bote

läuferbote , m. laufender bote, vgl. läufer 2: durch unsre rathsgerichts- und läuferbothen. Straszb. polizeiordn. von 1628 bei Frisch 1, 585…

läuferbüchse

DWB

laeufer·buechse

läuferbüchse , f. büchse, worin die botenläufer ihre schriften und briefe tragen. Frisch 1, 585 c .

läuferchen

DWB

laeufer·chen

läuferchen , n. für ein kleines, beim rundtrunk von einem gaste zum andern wanderndes glas: so stell es also an, dasz fein gefach mit saufen…

Läuferen

ElsWB

lauf·eren

Läufere n [Lǽfərə Wh. ] f. ein viel im Dorf herumziehendes Mädchen.

Läuferfalk

Campe

laeufer·falk

Der Läuferfalk , — en, Mz. — en , eine Art Falken, welche sich von Feldmäusen, Fröschen, Kröten, Eidechsen, Raupen, auch von Bienen und Wesp…

Läuferfuß

Campe

laeufer·fuss

○ Der Läuferfuß , — es, Mz. — füße , eigentlich der Fuß, die Füße eines Läufers; dann, die Füße, sofern sie zum Laufen oder schnellen Gehen …

läuferfusz

DWB

läuferfusz , m. fusz eines läufers: ( der mann ) der jetzt bald von dir ( der frau ) weder ein weiches herz noch einen lichten kopf, sondern…

Läufering

RhWB

laeufer·ing

Läufering lEfərek, –ē-, Pl. -gən Bitb-Ammelding Geichl Outschd Roderhsn Übereisenb , Prüm-Arzf Jucken Leidenborn Olmschd , Daun-Kerpen m.: P…

Läuferle

ElsWB

lauf·erle

Läuferle [Laifərla Hi. ] n. 1. Einrichtung zum Gehenlernen Hi. 2. kleine Seitenthüre neben dem Hauptthor; wo nachts Leute ein- und ausgelass…

läuferplatz

DWB

laeufer·platz

läuferplatz , m. platz auf dem vogelherde, wo die läufer oder läufervögel angefesselt (angeläufert) werden, zur lockung anderer. Jacobsson 2…

Läuferpugg

RhWB

Läufer-pugg lȳəpəršpok Geld-Hartef n.: dass.

Läufersau

PfWB

laeufer·sau

Läufer-sau f. : = Läufer 3 a, Laafeʳsau [ KU-Kaulb ], Lääfeʳ- [BZ-Dernb Lambert Penns 96], Laifeʳ- [ BZ-Dierb ].

Läufersche

RhWB

laeufer·sche

Läufersche Mosfrk lEfə(r)š, –fiš; Rip lfəš [im berg. Teil, Siegld -šə ]; Berg (nfrk.) lpə(r)šə; SNfrk lpəšə (setze überall die umgelautet…

läuferschuh

DWB

laeufer·schuh

läuferschuh , m. leichter schuh ohne absatz, wie dergleichen die läufer trugen; auch laufschuh. Jacobsson 2, 568 b .

Läuferstosse

Meyers

Läuferstosse , gemusterte Gewebe aus gröbern Woll-, Jute- oder Kokosgarnen.

Läufertrog

RhWBN

laeufer·trog

Läufer-trog ebd. m.: Vertiefung im Fussboden, in der die Riemenscheibe läuft.

läuferzeug

DWB

laeufer·zeug

läuferzeug , n. bei den vogelstellern schmale kleine riemen, die den läufervögeln um die füsze gelegt werden.

läuferzug

DWB

laeufer·zug

läuferzug , m. 1 1) bei den vogelstellern was läuferzeug. 2 2) im schachspiel zug mit dem läufer ( s. d. no. 11).

laeufer als Zweitglied (30 von 34)

Amokläufer

RDWB1

Amokläufer m бесноватый, безумный, псих разг. , безумец, сумасшедший маньяк

Mitläufer

RDWB1

Mitläufer m пособник, клеврет книж.

abläufer

DWB

abläufer , m. bei den tuchmachern die abgelaufne, leer gewordne grosze spule. bei den webern ein fehler, der entsteht, wenn die fäden unrech…

Afterläufer

Adelung

after·laeufer

Der Afterläufer , des -s, plur. ut nom. sing. in den Bergwerken, ein Arbeiter, der das After auf einen Haufen läufet, d. i. führet.

Aufläufer

Adelung

auf·laeufer

Der Aufläufer , des -s, plur. ut nom. sing. 1) In den Bergwerken, ein Arbeiter, welcher Erz und Kohlen in den Schmelofen schüttet, oder aufl…

ausläufer

DWB

aus·laeufer

ausläufer , m. ein diener zum ausschicken, puer a pedibus; im bergwerk, der das gewonnene erz zu tage fördert; eine auslaufende rebe oder sp…

brunnenläufer

DWB

brunnen·laeufer

brunnenläufer , m. picus, baumhacker, weil er die brunnen mit groszer geschwindigkeit auf und ab steigt.

feuerläufer

DWB

feuer·laeufer

feuerläufer , m. nuntius incendii, eilbote an einen fremden ort, zum ansagen der ausgebrochnen feuersbrunst, auch herzueilender helfer: man …

grasläufer

DWB

gras·laeufer

grasläufer , m. 1) bezeichnung des wachtelkönigs, crex crex L.; vgl. Krünitz öcon. encycl. 19 (1780) 767 ; Naumann vögel (1822) 9, 498. 2 ) …

heideläufer

DWB

heide·laeufer

heideläufer , m. niederer forstbedienter ( nach heide 3, spalte 798), der sein waldrevier untersuchend begeht. in Norddeutschland.

Hundsläufer

Adelung

hunds·laeufer

Der Hundsläufer , des -s, plur. ut nom. sing. im Bergbaue, diejenigen Arbeiter, welche Schutt und Erz vermittelst des Hundes, d. i. Laufkarr…

irrläufer

DWB

irr·laeufer

irrläufer , m. der in der irre umher läuft, landstreicher: irrleufer, vagabundus, erro Stieler 1081 ; zum exempel aller irrläufer, die ihre …

karrenläufer

DWB

karren·laeufer

karrenläufer , m. im bergwerk, bergknecht, grubenjunge, der erz und gestein auf dem laufkarren fortschafft, ' läuft ', zu tage führt, s. kar…

landläufer

DWB

land·laeufer

landläufer , m. 1 1) landstreicher, vagabund: vagus lantleuffer, lantloffer, lantlOeffer, lantlauffel Dief. 605 b ; mimus lantlauffer, lantl…

pfannenläufer

DWB

pfanne·n·laeufer

pfannenläufer , m. zu klein geratene stücke oder körbe voll salz, salzstück ( wegen auslaufens der sole aus einer schadhaften pfanne ) Frisc…

Rostläufer

Adelung

rost·laeufer

Der Rostläufer , des -s, plur. ut nom. sing. im Hüttenbaue, ein Arbeiter, der das geröstete Erz aus den Rösten in den Schmelzofen läuft, d. …

sandläufer

DWB

sand·laeufer

sandläufer , m. 1 1) name verschiedener im sande lebender thiere: 1@a a) glareola, auch sandhuhn, grieshuhn, beckasine genannt. Adelung. Jac…

schlackenläufer

DWB

schlacken·laeufer

schlackenläufer , m. in den hüttenwerken ein arbeiter, welcher die schlacken mit einem karren fortschafft und auf einen haufen zusammenbring…

strandläufer

DWB

strand·laeufer

strandläufer , m. 1 1) tringa L., gattung der schnepfenfamilie, s. Suolahti deutsche vogeln. 289 ; Brehm tierl. 6, 37 ; Riesenthal jagdlex. …

überläufer

DWB

ueber·laeufer

überläufer , m. 1 1) transfuga. von allen wbb. seit dem 15. jahrh. gebucht, vgl. besonders Diefenbach gloss. 593 a ; Hulsius (1618) 253 b ; …

unterläufer

DWB

unter·laeufer

unterläufer , m. , mhd. underloufer; vgl. unterläufel . 1 1) mit 1 unter III B 1 a. 1@a a) subambulus Diefenbach gl. 559 a : für nethinim ( …

Ableitungen von laeufer (1 von 1)

Verläufer

Campe

Der Verläufer ( Verlaufer), — s, Mz . gl. 1) Einer der sich verläuft. 2) I Balltafelspiele, derjenige Fehler da man sich verläuft. S. Verlau…