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klauber

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

klauber

Bd. 11, Sp. 1024
klauber , f. klaue, kralle, fessel, ein seltnes, gewiss altes wort, mit reichen nebenformen. 11) klauber, mhd. klouber wb. 1, 846a. 1@aa) klaue: daʒ dich der tiufel hie vür wâr hât in sîner klouber (: zouber). Konrad Silv. 4967; ich kume nit in die (dîn?) klôber (: zôber). gr. Wolfdietr. 533, 2. pl. klaubern im 15. jh. für hände, in feindlichem sinne, wie klauen und klaber sp. 888: wan ir feint wurden (würden, kämen) in ir klaubern (: saubern), so sollt sie gut wider ubel thun. Rosenblüt, fastn. sp. 1146. mit gesteigertem wurzelauslaut noch bair., klauper f., pl. klaupern, dem. klauperle katzenkralle Schm. 2, 360; ebenso klaper neben klaber kralle, s. klaupe unter 2, a. b. 1@bb) wahrscheinlich auch übertragen fessel, wie klammer klaue auch fessel ist (vgl.klamme 3); bildlich für fesselung, gewaltsames festhalten mhd. klouber schwanr. 803, auch stellen unter a lassen sich so fassen. in eigentlicher bed. mnd. cluve manica, vinculum Dief. 347a (zur form s. 2, b). 22) nebenformen und herkunft. 2@aa) klaube, mhd. wahrscheinlich kloube f.: wann sies fest han in den klauben. Waldis päbstl. reich 1, 5. das kann zwar für klauwe (klaue) stehn, aber gesichert ist klaube durch ein Bregenzerwälder klaupa pl., derb für hände; kralle: der teufel hat den schon halb in (in'n) klaupa. Felder (au gleich mhd. ou). vielleicht auch nd. clôve: pedica, en teen (zehe) vel en clove. Dief. 420a, denn das lat. wort wird das. auch als klae, klawe klaue erklärt; freilich kann auch kloben, vogelkloben gemeint sein, doch vgl. götting. klôwe und klâwe kralle Schamb. 104a (w aus v). Ganz nahe liegt auch altn. isl. klauf f. kralle (auch fusz, eig. zehen), norw. klauv, n. klov, schw. klöf. 2@bb) und dazu wieder eine nebenform: schweiz. klupe klaue, derb für finger Stalder 2, 111, Tobler 110b; das deutet auf mhd. klûbe neben kloube, und ebenso besteht neben nd. klôve ostfries. kluven pl. klauen (he hett hüm in de kluven) Stürenb. 114b holsteinisch einen in de kluve kriegen Schütze 2, 293, nl. kluyve neben klauwe unguis Kil., vgl. mnd. clûve unter 1, b Selbst zu mhd. klouber möchte eine nebenform klûber bestanden haben, denn wie schweiz. klupe gibt es auch klupere f. klaue (klupern festhalten, s. klate 3, b) Stalder 2, 112, und Rosenblüts reim unter 1 weist auch auf û (sûber), nicht ou. 2@cc) die doppelform mit und ohne ableitendes r ist ganz wie bei klater und klate klaue, klammer und klamme klaue, klambe und mhd. wol klamber klaue. die doppelform des vocals aber stimmt zum ursprunge: klouber stellt sich zum praet. von klieben, mhd. kloup, die nebenform klûbe (klûber) zu klûben klauben; doch hatte auch letzteres eine nebenform klouben. die klaue ist also da benannt als das kliebende, klaubende naturwerkzeug (nicht als die gespaltene, das wäre zu naturwissenschaftlich), wie in klaue selbst auch, in klammer als das klemmende, packende. 2@dd) aber noch mehr manigfaltigkeit stellt sich dar im vocal. kloper (s. d.) und klopper klaue kommt leicht bei klieben unter. mit i altengl. cliver klaue, schon ags. nach 'ungularum clifra' Haupt 9, 526b, Mones anz. 8, 243b, vgl. 242c (clyfrian scabere Ettm. 394); das stimmt aber zu der hd. nebenform klîben für klieben (s. d. 4). woher aber das a in klaber, klaper klaue? die form, nur ohne das r, scheint auch nd. vorzuliegen in mekelnb. klaben pl. klauen, westf. klave (br. wb. 2, 811), osnabr. klawwe Strodtmann 105, nordfries. klaw (neben klau) Johansen 104a, götting. klâwe (2, a). 2@ee) endlich hat wol auch anspruch als nebenform mit anderm stammauslaut hd. klater und klate klaue, das sonst ganz einsam steht; der merkwürdige auslaut könnte wol an bair. kleuzen spalten eine stütze finden.
3707 Zeichen · 110 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Klauber

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Klauber , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Klauberinn, eine Person, welche klaubet, d. i. das Gute von dem Sch…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klauber

13 Bildungen · 9 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von klauber

klaubeln + -er

klauber leitet sich vom Lemma klaubeln ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von klauber 2 Komponenten

klau+ber

klauber setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

klauber‑ als Erstglied (9 von 9)

klauberei

DWB

klauberei , f. subst. verb. zu klauben. 1 1) ins kleine gehende oder kleinliche arbeit, eig. knaupelige händearbeit: eine homerische überset…

klauberich

DWB

klau·berich

klauberich , n. im bergbau, das beim erzklauben ausgesuchte bessere gestein. Frisch 1, 520 a , Chemnitzer bergwerksl. ( nach Adelung aber da…

Klaubericht

Campe

klauber·icht

Klaubericht , des — es , d. Mz . ungew. im Bergbaue, das Schlechte, velches vom Guten geklaubet , d. h. davon abgesondert wird.

klauberig

DWB

klau·berig

klauberig , adj. knaupelig, zu klaubern, knaupeln: fische .. bleiben eigentlich immer eine klaubrige speise. Holtei Lammfell 1, 168 ; oberla…

klauberin

DWB

klau·berin

klauberin , fem. zu klauber m. Adelung. beim bair. fidern, behandeln der bettfedern, sind auch klauberinnen beschäftigt. Schmeller 1, 513 .

klauberisch

DWB

klauber·isch

klauberisch , adj. zu klauber: ein rauberischer und klauberischer gesell. Conlin ( Birl. Augsb. wb. 280 a ), zu klauben 3 rauben; ausgläuber…

Klauberjunge

RhWBN

klauber·junge

Klauber-junge Bergmspr. Saar m.: junger Bergmann, der Klauberarbeit verrichtet (s. d.).

klauber als Zweitglied (4 von 4)

Wortklauber

RDWB1

Wortklauber m auch Silbenstecher буквоед, педант, казуист, демагог

haarklauber

DWB

haar·klauber

haarklauber , m. der kleinigkeiten peinlich sorgfältig bearbeitet ( vgl. klauben bd. 5 sp. 1021. 1022): er hatte funfzig und mehr gesellen, …

Kräuterklauber

Wander

kraeuter·klauber

Kräuterklauber Es ist ein Kräuterklauber. So nennt der Volksmund in Tirol einen Botaniker. ( Westermann, 25, 619. )

wortklauber

DWB

wort·klauber

wortklauber , m. , wie das folgende im 18. jh. auftretend, doch s. wortklauben . 1) ' wer mit dem eigenen wort oder dem eines anderen kleinl…