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Hopfen

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
21 in 15 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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46
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16

Eintrag · Rheinisches Wb.

Hopfen

Bd. 3, Sp. 804
Hopfen hǫpə(n), –ǫb-, –ob-; doch hp, –o-, –a- uSaar; -- WEif; -ǫ- Rip, Nfrk (lrhein.); -u- Heinsb-Breberen Millen; -ō- Heinsb-Kirchhv; -o- Simm-Laub; hǫpš Kobl-Kettig; -a- (wilder H.) Neuw-Raub Sg. t. m.: wie nhd., humulus lupulus; H.bau früher im Kylltal, Neuw-Isenbg (bis 1910), MGladb-Neersen Schiefbahn; der H. wird gesetzt; die jungen Triebe werden im Frühjahr ufgegrabe u. gestickt mit H.stangen; später wird der H. beschnirre (beschnitten); die jungen Triebe dienen zu H.gemes (-gemüse); die stehengebliebenen Sprossen werden mit Lind (Bast) angebunn; im Laufe des Sommers wird der H. geblatt (entblättert), von den Blättern wird H.schlot (-salat) bereitet; zur Zeit der Ernte wird der H. afgedohn, geblickt u. gestoppt; des Abends versammelt sich die ganze Familie, nicht selten durch die hilfsbereite Nachbarschaft verstärkt u. unterstützt, um einen mächtigen H.haufen, u. mit staunenswerter Gewandheit lassen die emsigen Finger ein Köpfchen nach dem andern über die vorgebundene Schürze in den Korb rollen; so ist unter fröhlichen Liedern u. mehrfachen Neckereien (Pfänderspielen), bei welchen sich die Nachbarn gern die vollsten Dolden in unbewachten Augenblicken auszuspannen suchen, der H.vorrat mehr u. mehr zusammengeschmolzen; schliesslich müssen sich die Schnitter bis nahe an den Boden bücken, um den kleinen Rest noch erreichen zu können; aber dort liegt noch die Mutsch, ein Gemisch von abgerissenen Blättern, Köpfchen u. Stielen; die M. ist gewöhnlich der Schnitter Verdruss; indess auch sie muss ausgerafft werden, u. so nimmt die ganze Gesellschaft auf der blossen Erde Platz, um auszuraffen; ist diese lästige Arbeit vollendet, tragen die Schnitter et Geläf (Geläube) in den Futterraum, kehren das Zimmer aus u. reinigen sich die Hände in warmem Wasser von dem dick anhaftenden, klebrigen, ausserordentlich bitter schmeckenden H.mehl; nicht jeder, bes. nicht schwachnervige Personen, hält es einen ganzen Abend in der von einem durchdringenden Geruche erfüllten H.stube aus; vor dem Rupfen erfolgt ein Vorsprechsp.: Hier ist der Schlüssel vom Sack, wo der Hafer drin stak, wo das Pferd draus frass, wo der Mann drauf sass, der den Knüppel trug, der den Hund tot schlug, der der Katze nachlief, die am Ofen schlief oder Hier ist der Schlüssel zur Kappelle; hier ist das Band, woran der Schlüssel hing; hier ist die Maus, die das Band zernagte, woran der Schlüssel hing zur Kapelle; hier ist die Katze, die die Maus frass, die das Band zernagte, woran ...; hier ist der Hund, der die Katze biss, die die Maus frass, die ...; hier ist der Wolf, der den Hund zerriss, der die Katze biss, die ...; hier ist der Jäger, der den Wolf schoss, der den Hund zerriss, der die Katze biss, die ...; von dem lustigen Treiben der H.zupfer erfährt auch die Nachbarschaft oft, wenn auf der Strasse der Hilferuf ertönt: Ihr Leutchen, eilt u. helft mir schnell; ich kann fast nicht mehr von der Stell; ich bin grad wie ein Stockfisch steif; kommt, schippelt mich wie einen Reif; nach dem H.plicken gab es einen Schmaus, bestehend aus Kaffee mit Brot, Butter, Limburger Käse, Kuchen u. Kümmel, Madelgast genannt Neuw-Isenbg. — RA.: Dat wiəss (wächst) wie H. sehr üppig Sieg. Vell H., vell Koərn Verbr. Wenn de H. gestakt es, don (dann) föngt der Öngerer (Mittagsruhe, Under) ane Heinsb-Kirchhv. Do üs H. un Mault (Malz) dra verloren Mülh-Ruhr, Allg. Wo mer H. schött, sch. mer kei Malz Köln-Stdt. Wenn H. un M. der Bräuer scheut, der Drinker dat et mihts (meist) bereut ebd. H. binne (binden) Verstecksp. Koch-Laub. Rätsel: Krengele, Kr. öm de Stecke, wor die Buren dat Bier af make; roje, r., wat es dat? Geld.
3635 Zeichen · 68 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hopfenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    hopfen swv. s. hupfen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hopfen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Hopfen , verb. reg. act. Das Bier hopfen, ihm Hopfen geben, es mit Hopfen kochen.

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hopfen

    Goethe-Wörterbuch

    Hopfen a zu den Maulbeergewächsen gehörige Kräuterpflanze, ‘Humulus lupulus’; insbes in Hinblick auf Anbau u Krankheitsb…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hopfen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Hopfen ( Humulus lupulus), bekanntes Rankengewächs, zur Familie der Urticeen gehörig, diöcisch, wird vornehmlich in Böhm…

  5. modern
    Dialekt
    Hopfen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Hopfe n , Hupf(e n ) [Hùpfə Roppenzw. Steinbr. Ruf. ; Hòpfə, Hòpf, Hopf K. Z. Han. ; Hùpf f. Betschd. , m. Bischw. ; Hop…

  6. Sprichwörter
    Hopfen

    Wander (Sprichwörter)

    Hopfen 1. Der Hopfen hat die Maische durchdrungen. ( Lit. ) Auch der Sanftmüthigste kann zuletzt zornig werden. 2. Es is…

  7. Spezial
    Hopfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hop|fen (Humulus lupulus) m. (-s,-) ‹bot› (Echter Hopfen) umulus m. , lupulus m.

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1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 9 Kompositum 41 Sackgasse 12

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hopfen

209 Bildungen · 190 Erstglied · 18 Zweitglied · 1 Ableitungen

hopfen‑ als Erstglied (30 von 190)

Hopfenfeld

SHW

Hopfen-feld Band 3, Spalte 699-700

Hopfenloch

SHW

Hopfen-loch Band 3, Spalte 699-700

Hopfensack

SHW

Hopfen-sack Band 3, Spalte 699-700

Hopfenacker

Campe

hopfen·acker

Der Hopfenacker , des — s, Mz. die — äcker . 1) Acker oder Land, welcher zum Hopfenbau tauglich ist, der Hopfenboden ; ohne Mehrzahl. 2) Ein…

hopfenanlage

DWB

hopfen·anlage

hopfenanlage , f. : hopfenanlagen nach neuestem system an drahtseilen. der arbeiterfreund 1868 s. 141.

hopfenarbeit

DWB

hopfen·arbeit

hopfenarbeit , f. : in denen vom corbeyischen abte Adalard im jahre 822 ertheilten statuten werden die mütter des stifts von der hopfenarbei…

hopfenart

DWB

hopfen·art

hopfenart , f. : unter den böhmischen hopfenarten ist besonders der vorzüglich und berühmt, der im Saazer kreise gebaut wird. Schedel waaren…

hopfenbau

DWB

hopfen·bau

hopfenbau , m. lupuli cultura. Stieler 103 : pfleget eures hopfenbaus ferner unverdrossen. Fürnstein bei Göthe 45, 242 .

hopfenbaum

DWB

hopfen·baum

hopfenbaum , m. carpinus ostrya, die italiänische hagebuche. Nemnich 2, 897 .

hopfenberc

KöblerMhd

hopfen·berc

hopfenberc , st. M. nhd. Hopfenberg Hw.: vgl. mnd. hoppenberch Q.: DRW (1351) E.: s. hopfe, berc (1) W.: nhd. Hopfenberg, M., Hopfenberg, ab…

hopfenberg

DWB

hopfen·berg

hopfenberg , m. ein abhängig gelegener hopfengarten. öcon. lex. (1731) 1076; hopfberg Mainzer hof 40.

hopfenbitter

DWB

hopfen·bitter

hopfenbitter , adj. bitter wie von hopfen: das bier ist hopfenbitter. auch als subst. n.: das bitter dieses bieres ist kein hopfenbitter.

hopfen als Zweitglied (18 von 18)

Augústhopfen

Adelung

august·hopfen

Der Augústhopfen , vulg. Augsthopfen, des -s, plur. car. eine Art Gartenhopfen, welcher bereits im August reif wird; früher Hopfen.

Êrdhopfen

Adelung

erd·hopfen

Der Êrdhopfen , des -s, plur. inus. ein Nahme, welcher von einigen der Johannispflanze, Hypericum, L. gegeben wird, weil sie dem Hopfen glei…

Frühhopfen

Adelung

frueh·hopfen

Der Frühhopfen , des -s, plur. inus. eine Art des Gartenhopfens, welcher früher als der gewöhnliche, und bereits im August reif wird; daher …

gartenhopfen

DWB

garten·hopfen

gartenhopfen , m. zahmer oder feldhopfen, im unterschied vom wilden. Nemnich 3, 183 , öcon. lex. 1071 fg.

grashopfen

DWB

gras·hopfen

grashopfen , m. , vgl. rasenhopfen : diesen hopfen, weil er nicht gehackt, nennet man rasen- oder grasehopffen (16. jh. ) haushaltung in vor…

hackhopfen

DWB

hack·hopfen

hackhopfen , m. hopfen der im jahre zweimal behackt und einmal gedüngt wird, im gegensatz des gras- und rasenhopfens. Jacobsson techn. wb. 2…

heckenhopfen

DWB

hecken·hopfen

heckenhopfen , m. wilder, in dornhecken und gebüsch wachsender hopfen. öcon. lex. (1731) 982; heckhopfen humulus. Nemnich.

Pachthopfen

DRW

pacht·hopfen

Pachthopfen, m. Hopfen als Pachtabgabe vgl. Pachtfrucht weil bishero wegen des pachthopfens einige irrung gewesen, als soll selbiger von nun…

rasenhopfen

DWB

rasen·hopfen

rasenhopfen , m. eine wilde art von hopfen, der in grasgärten an zäunen ohne weitere wartung wächst. öcon. lex. 1980.

schopfen

DWB

schopfen , verb. stopfen, s. schoppen .

Spathopfen

Adelung

spat·hopfen

Der Spathopfen , oder Späthopfen, des -s, plur. inusit. eine Art des Hopfens, welcher spät, und erst um Michaelis reif wird, zum Unterschied…

staudenhopfen

DWB

stauden·hopfen

staudenhopfen , m. wilder hopfen, ' vermuthlich, weil er in den hecken und dem gesträuche wächset, und sich an die stauden anranket; heckenh…

verschopfen

Lexer

ver·schopfen

ver-schopfen , ver-schoppen swv. BMZ verstopfen. verschoppen, obstruere Dfg. 390 c , n. gl. 268 b . opilare ib. 272 a . Mgb. Diem. arzb. Pra…

weidenhopfen

DWB

weiden·hopfen

weidenhopfen , m. die wilde form von humulus lupulus, weil sie sich an die weiden als ein weinreben anhänget Chomel öcon. lex. 5, 589 . zuer…

Ableitungen von hopfen (1 von 1)

behopfen

DWB

behopfen , humulo lupulo instruere: das bier behopfen; das bier ist wol behopft. figürlich, ist er doch aller geschossen, in seinem kopf all…