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Hölle

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
14 in 12 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Hölle Die

Bd. 2, Sp. 771a
Die Hölle, Mz. in der ersten Bedeutung, die — n, überhaupt ein hohler, versteckter Ort. 1) Х Der schmale und gewöhnlich dunkle Raum zwischen dem Ofen und der Wand in den Stuben gemeiner Leute, besonders auf dem Lande, in welcher Bedeutung es gewöhnlicher Helle lautet. S. d. und 2. das Hell. 2) Die untersten und tiefsten Räume in der Erde; ohne Mehrzahl und in Gegensatz von Himmel. »Führe ich gen Himmel, siehe so bist du da, bettete ich mir in die Hölle«  Ps. 139, 8. »Er ist höher denn der Himmel — tiefer denn die Hölle.« Hiob 11, 8. Besonders, nach der Vorstellung des großen Haufens, die Räume im Inersten der Erde oder sonst wo, welche den Bösen und Verdammten nach diesem Leben zum Aufenthalt angewiesen werden, wo sie von Teufeln, womit man jene Räume bevölkert, auf alle Art zur Strafe für ihre Sünden gequält und gemartert werden, und wobei besonders ein ungeheures Feuer, welches in jenen Räumen brennen soll, zur Marter dient. Der Begriff eines solchen Ortes ist sehr alt, nur die Vorstellungen davon waren verschieden, wenn sie auch in der Hauptsache übereinstimmten. Für Hölle nach den Begriffen der alten Griechen und Römer (Orcus, Tartarus, Erebus), welche sie nicht ganz so schrecklich machten als die Neuern, ist Unterwelt passender. Bei den ältern Schriftstellern wird die eigentliche Hölle auch untere Hölle genannt, indem sie noch eine obere, eine Vorhölle, welche sie sich weniger schrecklich vorstellten, annahmen. I der eigentlichen Bedeutung ist Hölle meist nur im gemeinen Leben üblich. I die Hölle kommen, verdammt werden. I die Hölle oder zur Hölle fahren. Die Hölle an einem verdienen, so an einem handeln, daß man verdient, dafür in die Hölle zu kommen. Einem die Hölle heiß machen, ihm die Hölle als heiß, qualvoll vorstellen und dadurch große Angst erwecken, oder dadurch sein Gewissen rühren  Allen Sündern soll vergeben Und die Hölle nicht mehr sein. Schiller. Uneigentlich. (1) △ Die nach der gemeinen Vorstellung in der Hölle befindlichen Teufel, auch wol mit Einschluß der daselbst befindlichen Verdammten. »Die ganze Hölle jauchzte« Klopstock. O menschliches, o himmlisches Gesetz; Ein Höllenantlitz lieh die Hölle dir. Collin. (2) Eine Qual oder Pein, wie sie nach der gemeinen Vorstellung in der Hölle empfunden wird, oder eine dieser ähnliche Qual; die Höllenqual, Höllenpein, Höllenmarter. Die Hölle in seinem Busen tragen, von Gewissensbissen gefoltert werden. 3) ◬ Höllische Denkart, Gesinnung. Mir strömet von Hölle der glühende Busen Über und über — Sonnenberg. (4) * * I der Bibel für Grab, Zustand nach dem Tode, ohne Bezug auf gute und schlimme Beschaffenheit desselben. »Wer in die Hölle hinunterfährt, kommt nicht wieder herauf.« Hiob 7, 9. I diesem Sinne kann auch die Höllenfahrt Kristi verstanden werden. »Jonas schrie aus der Höllen« (aus der Hölle), aus dem Bauche des Fisches. Jon. 2, 3. (5) I den Hüttenwerken, beim Treibherde, der dem Gebläse gegenüber befindliche Raum unter dem Treibhute, wo die größte Hitze ist, wenn getrieben wird. — I O. D. lautet der zweite und dritte Fall Höllen, welche Form in den Zusammensetzungen mit Hölle üblich ist.
3121 Zeichen · 42 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hölle

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Hölle , plur. doch nur in der ersten eigentlichen Bedeutung, die -n, ein hohler, verborgener, versteckter Ort. 1. Ei…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hölle

    Goethe-Wörterbuch

    Hölle vereinzelt ‘Höle’ (zB 39,182,16 Götz 1 V ); ‘Helle’ 41 2 ,535 Übs:LeGlobe Var ; mehrf apokopiert (meist im Vers u …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hölle

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Hölle (abgeleitet v. altdeutschen H el, dem Namen der Göttin der Unterwelt bei den alten Germanen). Sowohl die semitisch…

  4. modern
    Dialekt
    Hölle

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Hölle 2 s. Halde , Hälde .

  5. Sprichwörter
    Hölle

    Wander (Sprichwörter)

    Hölle 1. Aus der Hölle her kommt man nimmermehr. Es ist sehr wol möglich, dass die Seele sich endlich im Pfuhl des Unrei…

  6. Spezial
    Hölle

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Höl|le f. (-,-n) infer (-s) m. ▬ in die Hölle kommen jí al infer; die Flammen der Hölle les flames dl infer. ✒ der Weg z…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hoelle

274 Bildungen · 272 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

hoelle‑ als Erstglied (30 von 272)

höllenab

DWB

hoelle·nab

höllenab , adv. : dasz meine phantasei, voll kraft, vernichtet welten, welten schafft, und höllenab und himmelan sich senken und erheben kan…

Höllenantlitz

Campe

hoellen·antlitz

◬ Das Höllenantlitz , des — es, Mz. die — e , ein im höchsten Grade schreckliches, abscheuliches Antlitz. Uneigentlich, ein schreckliches Äu…

Höllenarbeit

PfWB

hoellen·arbeit

Höllen-arbeit f. : 'sehr schwere Arbeit', Helleääʳwet [ LU-Opp ], -aaʳwet [ ZW-Battw ]. Südhess. III 671 . —

Höllenausbrut

Campe

◬ Die Höllenausbrut , d. Mz . ungew. eine Ausbrut der Hölle, ein teuflisches Werk, ein Werk, das von bösen, abscheulichen Menschen herrührt.…

höllenbach

DWB

hoellen·bach

höllenbach , m. : flieh, wenn du willst, zum schwarzen höllenbach, ich folge dir ins reich der schatten nach. Wieland 17, 29 ( Idris 1, 34).

Höllenbadascher

PfWB

hoellen·badascher

Höllen-badascher m. : = Höllenbraten . Der Höllebaddescheer hot manchen schun geliwwert, vergift, dorch seiⁿ Gepansch [ Keiler 121]; vgl. Ba…

höllenbande

DWB

hoellen·bande

höllenbande , n. plur.: der teufel hat diejenigen mit höllenbanden bestrickt. Butschky Patm. 194 .

höllenbang

DWB

hoellen·bang

höllenbang , adj. : acht höllenbange monde sind es schon, dasz von der hohen schule mich der könig zurückberief, ... acht höllenbange monde,…

Höllenbeherrscher

Campe

hoellen·beherrscher

◬ Der Höllenbeherrscher , des — s , d. Mz . w. d. Ez. der Beherrscher der Hölle, der Höllengott. — nachstarrt ihm mit Hohn der Höllenbeherrs…

höllenbesen

DWB

hoellen·besen

höllenbesen , m. schelte für ein böses weib; der zweite theil des compositums steht wol in der bedeutung zuchtrute ( vgl. besem 1, theil 1, …

Höllenbessen

MeckWB

hoellen·bessen

Höllenbessen m. Höllenbesen, Schelte für ein bösartiges Frauenzimmer Ro; Sta Ahr ; Wa; s. Hellbessen. Me. 2, 913.

Höllenbild

GWB

hoellen·bild

Höllenbild a angsteinflößende (Geister-)Erscheinung [ Dämon der Unterdrückung: ] Aufgeregte H-er, | Zeigt euch wild und immer wilder 16,361 …

höllenblick

DWB

hoellen·blick

höllenblick , m. : verbannung, tod, entwürdigung umschlieszen mich fest und ängsten mich einander zu. und wie ich mich von einem schaudernd …

Höllenbock

Wander

hoellen·bock

Höllenbock En Hellebock. ( Westf. ) Von einem ungezogenen Kinde, das im Zorn nach andern spuckt. Der Höllenbock ist eigentlich der Teufel. (…

Höllenborg

MeckWB

hoellen·borg

Höllenborg f. Höllenburg; die Gottlosen werden 'mit ach unde wee tho der rodtfrigen Hellenborch getagen unde geslagen' Gry. Lb. 3, L 2 a .

höllenbrändisch

DWB

höllenbrändisch , adj. und adv. : sie fangen es mit einem worte zu teufelmäszig an, zu satanisch, zu höllenbrändisch. Tieck 10, 119 .

höllenbrand

DWB

hoellen·brand

höllenbrand , höllbrand , m. einer der in der hölle brennen wird, das höllenfeuer speist, groszer bösewicht ( vgl. unten höllenscheit), bere…

höllenbrauch

DWB

hoellen·brauch

höllenbrauch , m. : Mephistopheles ( zu den satanen ). was duckt und zuckt ihr? ist das höllenbrauch? Göthe 41, 327 .

Höllenbraut

GWB

hoellen·braut

Höllenbraut mBez auf ein von Tieck erläutertes Puppenspiel ‘Faustina’ 1) Tieck .. erinnert mich an ein altes Marionettenstück .. die Höllenb…

höllenbrecher

DWB

hoellen·brecher

höllenbrecher , m. der selbst die hölle bricht, ironische bezeichnung eines kriegshelden: solche mechtige eisenfresser und hellenbrecher. Lu…

Höllenbrett

MeckWB

hoellen·brett

Höllenbrett n. Höllenbrett, das Brett, an welches auf manchen Höfen zum Arbeitsbeginn geschlagen wurde Ro Langsd , aus Hillebille entstellt,…

hoelle als Zweitglied (1 von 1)

vorhölle

DWB

vor·hoelle

vorhölle , f. , mhd. vorhelle mhd. wb. 1, 677 b ; Lexer 3, 468 ; limbus vorhelle Diefenbach gl. 330 a ; tenebrae vorhell 577 b ; vorhelle ò …

Ableitungen von hoelle (1 von 1)

urhölle

DWB

-hölle Herder 18, 296 S., beide mit ur- C 4 c.