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Hölle

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Adelung
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14 in 12 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Hölle

Bd. 2, Sp. 1264
Die Hölle, plur. doch nur in der ersten eigentlichen Bedeutung, die -n, ein hohler, verborgener, versteckter Ort. 1. Eigentlich, in welcher Bedeutung es noch hin und wieder im gemeinen[] Leben üblich ist. Besonders führet diesen Nahmen der gemeiniglich enge und dunkle Raum zwischen dem Ofen und der Wand, in den Häusern gemeiner Leute, besonders auf dem Lande, wo es aber gemeiniglich Helle lautet. Lag ich müd schlafend in der Hell, Hans Sachs. Die Nebenseiten einer Malzdarre neben dem Hitzofen führen gleichfalls den Nahmen der Hölle oder Helle, so wie im Hüttenbaue, der zwischen dem hintern Schürloche des Treibeherdes unter dem Treibehute befindliche Raum. S. 2 Helle. Das Nieders. Holl bedeutet, so wie das Holländ. Hollte, in weiterm Verstande noch ein jedes Loch. 2. In engerer Bedeutung und ohne Plural, die untersten tiefsten Räume der Erde, im Gegensatze des Himmels. 1) * Eigentlich. Fordere dir ein Zeichen, es sey unten in der Hölle, oder droben in der Höhe, Es. 7, 11. Führe ich gen Himmel, siehe so bist du da, bettete ich mir in die Hölle u. s. f. Ps. 139, 8. Er ist höher denn der Himmel tiefer denn die Hölle, Hiob 11, 8. Im Deutschen ist es in dieser Bedeutung veraltet. 2) Figürlich. (a) * Das Grab, und nach einer noch weitern Figur, der Zustand nach dem Tode, ohne Beziehung auf dessen glückliche oder unglückliche Beschaffenheit, das Reich der Schatten, das Reich des Todes; eine gleichfalls veraltete Bedeutung, welche in der Deutschen Bibel noch sehr häufig vorkommt. Wer in die Hölle hinunter fähret, kommt nicht wieder herauf, Hiob 7, 9. Die Hölle ist mein Haus, Kap. 17, 13. Wer will dir in der Hölle danken, Ps. 6, 6. Nun muß ich zur Höllen Pforten, Es. 38, 40, d. i. in das Grab. Jonas schrie aus der Höllen, (aus der Hölle,) aus dem Bauche des Wallfisches, Jon. 2, 3; und so in andern Stellen mehr. Im Schwed. bedeutet Hael, und im Meklenburgischen der Hel noch jetzt den Tod, daher das dreyfüßige Pferd, worauf der große Haufen den Tod zu Pestzeiten herum reiten siehet, daselbst Helheß heißet, von Heß, Hest, ein Pferd. Bey den alten Schweden war Hela die Göttinn des Todes. (b) Der Aufenthalt der Verdammten nach diesem Leben, der Ort ihrer Qual, weil man diesen Ort schon in den ältesten Zeiten im Innersten der Erde nicht weit von ihrem Mittelpuncte annahm. Bey den ältern Schriftstellern heißt er auch die untere Hölle, im Gegensatze der obern. Notker sagt Ps. 85, 8, die Seelen der Gerechten wären vor Christi Ankunft in der obern Hölle aufbehalten worden; dagegen die untere für die Verdammten bestimmt sey. S. auch Vorhölle. (α) Eigentlich. In die Hölle kommen, im gemeinen Leben, verdammt werden. In die Hölle, zur Hölle fahren. Überall werde ich Flüche hören, jeder Ort wird sich um mich her in eine Hölle verwandeln. Die Hölle an jemanden verdienen. Jemanden die Hölle heiß machen, ihm die Hölle als heiß vorstellen, d. i. sein Gewissen auf das lebhafteste rühren, ihm einen hohen Grad der Angst erwecken. (β) Die in der Hölle befindlichen Teufel. Die menschliche Zunge zündet an alle unsern Wandel, wenn sie von der Hölle entzündet ist, Jac. 3, 6. Die ganze Hölle jauchzte, Klopst. (γ) Die daselbst für die Verdammten bestimmte Qual. Die Hölle auf der Erde haben. Anm. Die in der Deutschen Bibel mehrmahls befindliche Form der Höllen, für der Hölle, in der zweyten und dritten Endung gehöret der Oberdeutschen Mundart zu, welche auch Erde, Ehre, Grube, Wiege, Seele u. a. m. auf ähnliche Art decliniret. In der letzten Bedeutung des Ortes der Verdammten lautet es schon bey dem Kero, Ottfried und andern Hella, Helli, Hello, im Nieders. Hölle, im Angels. Helle, im Engl. Hell, im Dän. Helvede, im Schwed. Haelwite, von Wite, Wette, die Strafe. Man hat es von dem alten Eld, Ild, Feuer, ableiten wollen, S. Hell, weil der Begriff des Feuers sich schon von den ersten Zeiten der christlichen Religion an mit in dieses Wort eingedränget[] hat. Allein es ist wohl unstreitig, daß es mit zu dem Geschlechte der Wörter Höhle und hohl gehöret; zumahl da es eine bloß buchstäbliche Übersetzung des Latein. Infernus ist. Ottfried nennet die Hölle an einigen Stellen auch then Vucuuon, die Wohnung, den Wohnort des Wehes, d. i. der Qual.
4180 Zeichen · 78 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hölle

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Hölle , plur. doch nur in der ersten eigentlichen Bedeutung, die -n, ein hohler, verborgener, versteckter Ort. 1. Ei…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hölle

    Goethe-Wörterbuch

    Hölle vereinzelt ‘Höle’ (zB 39,182,16 Götz 1 V ); ‘Helle’ 41 2 ,535 Übs:LeGlobe Var ; mehrf apokopiert (meist im Vers u …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hölle

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Hölle (abgeleitet v. altdeutschen H el, dem Namen der Göttin der Unterwelt bei den alten Germanen). Sowohl die semitisch…

  4. modern
    Dialekt
    Hölle

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Hölle 2 s. Halde , Hälde .

  5. Sprichwörter
    Hölle

    Wander (Sprichwörter)

    Hölle 1. Aus der Hölle her kommt man nimmermehr. Es ist sehr wol möglich, dass die Seele sich endlich im Pfuhl des Unrei…

  6. Spezial
    Hölle

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Höl|le f. (-,-n) infer (-s) m. ▬ in die Hölle kommen jí al infer; die Flammen der Hölle les flames dl infer. ✒ der Weg z…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hoelle

274 Bildungen · 272 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

hoelle‑ als Erstglied (30 von 272)

höllenab

DWB

hoelle·nab

höllenab , adv. : dasz meine phantasei, voll kraft, vernichtet welten, welten schafft, und höllenab und himmelan sich senken und erheben kan…

Höllenantlitz

Campe

hoellen·antlitz

◬ Das Höllenantlitz , des — es, Mz. die — e , ein im höchsten Grade schreckliches, abscheuliches Antlitz. Uneigentlich, ein schreckliches Äu…

Höllenarbeit

PfWB

hoellen·arbeit

Höllen-arbeit f. : 'sehr schwere Arbeit', Helleääʳwet [ LU-Opp ], -aaʳwet [ ZW-Battw ]. Südhess. III 671 . —

Höllenausbrut

Campe

◬ Die Höllenausbrut , d. Mz . ungew. eine Ausbrut der Hölle, ein teuflisches Werk, ein Werk, das von bösen, abscheulichen Menschen herrührt.…

höllenbach

DWB

hoellen·bach

höllenbach , m. : flieh, wenn du willst, zum schwarzen höllenbach, ich folge dir ins reich der schatten nach. Wieland 17, 29 ( Idris 1, 34).

Höllenbadascher

PfWB

hoellen·badascher

Höllen-badascher m. : = Höllenbraten . Der Höllebaddescheer hot manchen schun geliwwert, vergift, dorch seiⁿ Gepansch [ Keiler 121]; vgl. Ba…

höllenbande

DWB

hoellen·bande

höllenbande , n. plur.: der teufel hat diejenigen mit höllenbanden bestrickt. Butschky Patm. 194 .

höllenbang

DWB

hoellen·bang

höllenbang , adj. : acht höllenbange monde sind es schon, dasz von der hohen schule mich der könig zurückberief, ... acht höllenbange monde,…

Höllenbeherrscher

Campe

hoellen·beherrscher

◬ Der Höllenbeherrscher , des — s , d. Mz . w. d. Ez. der Beherrscher der Hölle, der Höllengott. — nachstarrt ihm mit Hohn der Höllenbeherrs…

höllenbesen

DWB

hoellen·besen

höllenbesen , m. schelte für ein böses weib; der zweite theil des compositums steht wol in der bedeutung zuchtrute ( vgl. besem 1, theil 1, …

Höllenbessen

MeckWB

hoellen·bessen

Höllenbessen m. Höllenbesen, Schelte für ein bösartiges Frauenzimmer Ro; Sta Ahr ; Wa; s. Hellbessen. Me. 2, 913.

Höllenbild

GWB

hoellen·bild

Höllenbild a angsteinflößende (Geister-)Erscheinung [ Dämon der Unterdrückung: ] Aufgeregte H-er, | Zeigt euch wild und immer wilder 16,361 …

höllenblick

DWB

hoellen·blick

höllenblick , m. : verbannung, tod, entwürdigung umschlieszen mich fest und ängsten mich einander zu. und wie ich mich von einem schaudernd …

Höllenbock

Wander

hoellen·bock

Höllenbock En Hellebock. ( Westf. ) Von einem ungezogenen Kinde, das im Zorn nach andern spuckt. Der Höllenbock ist eigentlich der Teufel. (…

Höllenborg

MeckWB

hoellen·borg

Höllenborg f. Höllenburg; die Gottlosen werden 'mit ach unde wee tho der rodtfrigen Hellenborch getagen unde geslagen' Gry. Lb. 3, L 2 a .

höllenbrändisch

DWB

höllenbrändisch , adj. und adv. : sie fangen es mit einem worte zu teufelmäszig an, zu satanisch, zu höllenbrändisch. Tieck 10, 119 .

höllenbrand

DWB

hoellen·brand

höllenbrand , höllbrand , m. einer der in der hölle brennen wird, das höllenfeuer speist, groszer bösewicht ( vgl. unten höllenscheit), bere…

höllenbrauch

DWB

hoellen·brauch

höllenbrauch , m. : Mephistopheles ( zu den satanen ). was duckt und zuckt ihr? ist das höllenbrauch? Göthe 41, 327 .

Höllenbraut

GWB

hoellen·braut

Höllenbraut mBez auf ein von Tieck erläutertes Puppenspiel ‘Faustina’ 1) Tieck .. erinnert mich an ein altes Marionettenstück .. die Höllenb…

höllenbrecher

DWB

hoellen·brecher

höllenbrecher , m. der selbst die hölle bricht, ironische bezeichnung eines kriegshelden: solche mechtige eisenfresser und hellenbrecher. Lu…

Höllenbrett

MeckWB

hoellen·brett

Höllenbrett n. Höllenbrett, das Brett, an welches auf manchen Höfen zum Arbeitsbeginn geschlagen wurde Ro Langsd , aus Hillebille entstellt,…

hoelle als Zweitglied (1 von 1)

vorhölle

DWB

vor·hoelle

vorhölle , f. , mhd. vorhelle mhd. wb. 1, 677 b ; Lexer 3, 468 ; limbus vorhelle Diefenbach gl. 330 a ; tenebrae vorhell 577 b ; vorhelle ò …

Ableitungen von hoelle (1 von 1)

urhölle

DWB

-hölle Herder 18, 296 S., beide mit ur- C 4 c.