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Auferstehung

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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10 in 10 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Auferstehung

Bd. 2, Sp. 88
Auferstehung (A. der Toten, A. des Leibes oder Fleisches, lat. Resurrectio mortuorum), die dereinstige Wiederherstellung des im Tod aufgelösten Menschenkörpers und seine Wiedervereinigung mit der Seele zu neuem, unsterblichem Leben. Die Lehre von einer solchen A. findet sich weder im abendländischen Heidentum noch im ältern Mosaismus, wohl aber im Parsismus. Teils unter den Einflüssen dieser Vorstellung, teils als Konsequenz des Glaubens an ein zukünftiges messianisches Reich bildete sich die e'ehre des spätern Judentums von der A. aus, deren erste Spuren sich bei den Propheten (Jes. 26,19; Hesek. 37, 1 ff.) finden, und die besonders von den Pharisäern gepflegt wurde, die sich ein künftiges Leben nur als Wiederherstellung und A. des Leibes, ja des Fleisches vorstellen konst ten. Aus dem Scheol (Hades, Unterwelt, Totenreich) wird der Messias zunächst die, die an ihn glauben, zu neuem Leben hervorrufen; dann sollen einer weiter entwickelten, auch Offenb. 20, 5. 12 f. vertretenen Lehrweise zu folge nach dem messianischen Reich eine zweite, allgemeine A. und das Gericht folgen. Das Grobsinnliche an dieser Vorstellungsweise ist gesteigert in den Mohammedanismus übergegangen. Eine andre und neue Bedeutung erhält die Lehre von der A. im Christentum (vgl. 1. Kor. 15), wo sie mit den Gedanken des ewigen Lebens und des Reiches Gottes verknüpft und durch die A. Jesu (s. d.) eingeleitet und vorgebildet wird. Im übrigen schließt sich die christliche Lehrweise z. T. an die pharisäisch-jüdische an, während dagegen Paulus von einem himmlischen Auferstehungsleib spricht, zu dem der gegenwärtige in dem Verhältnis des Saatkorns zur Pflanze stehe. In der Lehrentwickelung der christlichen Kirche treten mit der Zeit drei verschiedene Grundrichtungen auf, auf die noch jetzt alle die zahlreichen philosophischen und theologischen Versuche, den Inhalt dieser Lehre näher zu begründen, zurückgeführt werden können. Die einen, an ihrer Spitze die Gnostiker, lassen jede körperliche A. fallen und halten nur die Unauflöslichkeit alles wahrhaft geistigen Lebens fest. Es füllt daher die A. zusammen mit der Wiedergeburt oder sonstwie mit dem Eintritte des höhern Selbstbewußtseins im Menschen. Ihnen gegenüber stehen diejenigen, die eine wirkliche A. des Leibes annehmen, so daß der Auferstehungsleib identisch mit dem jetzigen, aber eine verklärte Form desselben sein soll. Diese Auffassung hat in den Worten »A. des Fleisches« schon in dem sogen. römischen Symbol (s. Apostolisches Glaubensbekenntnis) eine symbolische Feststellung erhalten und ist in die Kirchenlehre übergegangen. Die dritte, schon von dem Alexandriner Origenes, neuerdiuqs von einzelnen Theologen, wie Rothe, vertretene Anschauung geht davon aus, daß der wirksame Geist niemals eines körperlichen Organs entbehren könne, läßt daher die vollendete Persönlichkeit eine vergeistigte Leiblichkeit wiedergewinnen. Die Konsequenz dieser Auffassung ist die Beschränkung der A. auf die geistig gereifte Menschheit, die neuerdings sogen. bedingte Unsterblichkeit.
3032 Zeichen · 44 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Auferstehung

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Auferstehung , plur. inusit. in dem theologischen Verstande, das Aufstehen von dem Tode, die Wiederherstellung des n…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Auferstehung

    Goethe-Wörterbuch

    Auferstehung a zu auferstehen 1 a; auch für das Jüngste Gericht Sprach mit Goethe .. von der A. Christi Gespr(He1,99) La…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Auferstehung

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Auferstehung (der Todten, des Fleisches) ist eine Fundamentallehre der Kirche, gegründet auf die klaren Worte der hl. Sc…

  4. modern
    Dialekt
    Auferstehungf.

    Pfälzisches Wb.

    Auf-erstehung f. : ' Auferstehungsfeier ', am Karsamstagabend in der katholischen Kirche.

  5. Spezial
    Auferstehung

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Auf|er|ste|hung f. (-,-en) ressoreziun f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit auferstehung

16 Bildungen · 16 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von auferstehung

auferstehen + -ung

auferstehung leitet sich vom Lemma auferstehen ab mit Suffix -ung, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von auferstehung 2 Komponenten

aufer+stehung

auferstehung setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

auferstehung‑ als Erstglied (16 von 16)

Auferstehung Jesu

Meyers

Auferstehung Jesu . Obgleich die Berichte der biblischen Schriftsteller über die A. I. und die Erscheinungen des Auferstandenen so weit und …

auferstehungsfeld

DWB

auferstehung·s·feld

auferstehungsfeld , n. kirchhof: eine summe, wovon er das äuszere der kirche sowol als das innere herzustellen und mit dem davor liegenden a…

Auferstehungsgarten

Campe

auferstehung·s·garten

◬ Der Auferstehungsgarten , des — s, Mz. die — gärten, eigentlich, der Garten der Auferstehung, der Garten, in welchem Kristus in eine Gruft…

auferstehungsgeist

DWB

auferstehung·s·geist

auferstehungsgeist , m. : ein herrlicher auferstehungsgeist arbeitet und glühet jetzt (1808) im vorigen reichskirchhof. J. Paul dämmerungen …

Auferstehungshöhle

GWB

auferstehung·s·hoehle

Auferstehungshöhle wohl analog zu Auferstehungsfeld gebildet, für eine neuentdeckte Höhle in Yorkshire, in der fossile Reste von Hyänen, Tig…

auferstehungsmänner

DWB

auferstehung·s·maenner

auferstehungsmänner : der zeitungsleser findet artikel interessant und lustig beinah, wenn er von auferstehungsmännern erzählen hört. Göthe …

Auferstehungsmann

GWB

auferstehung·s·mann

Auferstehungsmann nur Pl, in wörtl Übs der engl Bezeichnung ‘resurrection-men’ (auch ‘resurrectionists’) 1) für Leichenräuber u -händler [ G…

Auferstehungsmänner

Herder

Auferstehungsmänner nennt der englische Volkswitz die Leute, welche frische Leichen ausgraben und an die anatomischen Lehranstalten verkaufe…

Auferstehungsposaune

Campe

auferstehung·s·posaune

◬ Die Auferstehungsposaune , Mz. die — n, bildlich und dichterisch, die Posaune, der Ruf zur Auferstehung. »Leben! in diesen Todesgedanken d…

Auferstehungstaler

DRW

auferstehung·staler

Auferstehungstaler Triumph- und Jesustaler, 1538, 1545, 1516 in Braunschweig mit Bezug auf B.'s Beitritt zum Schmalkald. Bund geprägt Halke,…

Auferstehungsthaler

Herder

auferstehung·s·thaler

Auferstehungsthaler wurden 1538, 1545 und 1546 in Braunschweig geschlagen, das Glück bedeutend, das Braunschweig durch den Anschluß an den S…