Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Gicht f.
Gicht f.
Gicht f. Seit 1848 versteht die Medizin unter Gicht eine durch ungenügende Harnsäureausscheidung hervorgerufene Gelenkentzündung; vorher werden verschiedene Krankheiten darunter zusammengefaßt wie Gliederschmerzen aller Art, Entzündungen der Haut, Krämpfe, Lähmungen u. ä. Ahd. firgiht f. (9. Jh.), gigiht f. (Hs. 12. Jh.), gigihti n. (Hs. 13. Jh.), mhd. giht n. f., gegihte n., mnd. gicht, jicht, mnl. ghicht(e), jicht(e), nl. jicht sind Verbalabstrakta zu dem unter Beichte (s. d.) behandelten Verb ahd. jehan ‘sagen, sprechen, bekennen’ (8. Jh.) und seinen Entsprechungen bzw. den dazu gebildeten Präfixkomposita; sie sind also gleichen Ursprungs wie ahd. jiht (9. Jh.), gijiht (10. Jh.) ‘Aussage, Bekenntnis’, mhd. giht, gegiht, gegihte ‘Aussage, Bekenntnis, Geständnis’. Der Name der Krankheit bedeutet danach ursprünglich soviel wie ‘die durch Besprechung, Behexung angezauberte Krankheit’. – gichtbrüchig Adj., mhd. gihtbrühec ‘vom Schlag gelähmt’ (eigentlich ‘durch Behexung gebrechlich gemacht’), dann ‘an der Gicht erkrankt’.