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Gewebe

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
18 in 15 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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77

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Gewebe

Bd. 7, Sp. 776
Gewebe (Tela, Zellgewebe; hierzu Tafel »Gewebe des Menschen«), Anhäufungen gleichartiger Zellen im tierischen und pflanzlichen Körper. Über die G. der Pflanzen s. Zellgewebe. Im Tier unterscheidet man hauptsächlich: Haut-, Binde-, Muskel- und Nervengewebe. 1) Das Haut- oder Epithelgewebe besteht aus dicht nebeneinander liegenden Zellen ohne Zwischensubstanz und bekleidet die freien Oberflächen des Körpers, also die äußere Haut (Tafel, Fig. 7 u. 8), die Haut des Darmes (s. Tafel »Eingeweide III«, Fig. 1 u. 2), der Drüsen etc. (s. Epithelium). 2) Das Bindegewebe ist dadurch gekennzeichnet, daß sich zwischen seinen Zellen eine häufig außerordentlich reichliche Zwischensubstanz (Interzellularsubstanz, s. d.) befindet, die in ihrem Bau viel größere Verschiedenheiten darbietet als die Zellen, von denen sie herstammt. Die hauptsächlichsten Arten sind: a) zelliges Bindegewebe, bei dem die Interzellularsubstanz verhältnismäßig gering ist, die Zellen rundlich und groß sind; es kommt bei Wirbeltieren nur in der Rückensaite, bei den wirbellosen Tieren häufiger vor. b) Gallert- oder Schleimgewebe, mit teils rundlichen, teils in die Länge gezogenen Zellen und gallertiger durchscheinender Zwischensubstanz; es findet sich bei den Wirbeltieren, z. B. im Glaskörper des Auges. c) Gewöhnliches oder faseriges (fibrilläres) Bindegewebe, dessen reichliche Zwischensubstanz in Fasern zerfällt, während die Zellen spindelförmig sind und sich z. T. gleichfalls in Fasern verlängern (sogen. Bindegewebskörperchen). Aus ihm bestehen z. B. die Sehnen der Muskeln, die Häute um die Knochen, die Lederhaut (Tafel, Fig. 7 u. 8); sind seine Zellen mit Fett erfüllt, so entsteht das Fettgewebe. Eine andre Modifikation ist das elastische G. (Tafel, Fig. 6), mit elastischen Fasern. d) Knorpelgewebe, mit meist runden Zellen und einer härtern Zwischensubstanz (s. Knorpel). e) Knochengewebe, dessen Interzellularsubstanz durch Aufnahme von Kalksalzen sehr hart und fest wird (Tafel, Fig. 1–4; s. Knochen und Zähne). 3) Das Muskelgewebe zeichnet sich durch die Kontraktilität, d. h. die Fähigkeit, sich auf Reize zusammenzuziehen, aus; die kontraktile Substanz ist umgewandelter Zellinhalt (Protoplasma, s. d.). Man unterscheidet a) glattes Muskelgewebe, bei dem die kontraktile Substanz gleichmäßig ist (Tafel, Fig. 6) und b) quergestreiftes, bei dem sie in eigentümlicher Weise quer gestreift ist. Ersteres zieht sich auf Reiz langsam, letzteres rasch zusammen (s. Muskeln). 4) Das Nervengewebe endlich empfängt und leitet die Reize, setzt sie in Empfindungen um und erzeugt Willenserregungen. Es gibt dreierlei Elemente dieses Gewebes, nämlich a) Nervenfasern (Tafel, Fig. 5), die zur Fortleitung dienen, sowie b) Nervenzellen und c) Ganglienzellen (s. Ganglien und Nerven). Die Lehre von den Geweben heißt Histologie (s. d.). – Über das G. der Pflanzen, s. Zellgewebe.
2877 Zeichen · 56 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gewëbestn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    gewëbe stn. gewebe. ein spinne er spinnen sach ir gewebe Teichn. 51.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gewêbe

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Gewêbe , des -s, plur. ut nom. sing. von dem Zeitworte weben. 1. Die Handlung des Webens; ingleichen ein anhaltendes…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gewebe

    Goethe-Wörterbuch

    Gewebe vereinzelt Kleinschr, im Vers auch ‘Geweb’’; ausgebreiteter metaphor Gebrauch (vor allem im Bereich von 2) mit ei…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gewebe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Gewebe , nennt man in der Anatomie die aus der Zusammenstellung und Anordnung der einfachsten, mikroskop. Formbestandthe…

  5. modern
    Dialekt
    Geweben.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Ge-webe n. : wie schd., Geweb (-wEb) [Zweibr], (-web) [ Lambert Penns 64]; vgl. Spinnenwebe . Südhess. II 1326 ; Rhein. …

  6. Sprichwörter
    Gewebe

    Wander (Sprichwörter)

    Gewebe 1. Feine Gewebe wollen scharfe Augen. 2. Je feiner das Gewebe, je sicherer der Fang. 3. Wer ein Gewebe angefangen…

  7. Spezial
    Gewebe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|we|be n. (-s,-) 1 tesciü (-s) m. , peza (pezes) f. , drap (-s) m. 2 ‹med, biol› tesciü (-s) m. ▬ feines Gewebe tesciü…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gewebe

16 Bildungen · 13 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gewebe 2 Analysen

ge- + webe

gewebe leitet sich vom Lemma webe ab mit Präfix ge-.

Alternativen: gewebern+-e

gewebe‑ als Erstglied (13 von 13)

gewebebaum

DWB

gewebe·baum

gewebebaum , m. wie andere ähnliche zusammensetzungen von gewebe ist auch dieses substantiv jüngeren ursprungs. bei fast allen diesen compos…

gewebegeschirr

DWB

gewebe·geschirr

gewebegeschirr , n. das einzige früh belegte compositum mit gewebe als erstem theil ( vgl. webergeziuge, gezouwe Lexer 3, 717 ): die tuocher…

gewebelehre

DWB

gewebe·lehre

gewebelehre , f. , das compositum entspringt dem oben behandelten anatomischen begriff: gewebelehre ( histologie ), die lehre oder wissensch…

Gewebere

GWB

gewe·bere

Gewebere Iterativbildung zu webern, wohl dialektal (frankf) das Gewimmel, Durcheinander, die lebhafte Unruhe, Geschäftigkeit (ohne Sinn u Zw…

geweberen

KöblerMhd

gewe·beren

geweberen , sw. V. nhd. „gewebern“, sich hin und her bewegen Q.: Lanc (1240-1250), Urk E.: s. ge, weberen W.: nhd. (ält.) gewebern, sw. V., …

gewebern

DWB

gewe·bern

gewebern , verb. , s. geweber : auch hat ich selber willen bi uch zu riden, da viel mich ein swacheit an, daʒ ich nit geweberne kunde (1411)…

Geweber(s)

PfWB

gewe·bers

Ge-weber(s) n. : 1. a. 'lebhafte Bewegung, rege Tätigkeit', Gewewweʳ (-węwəʳ) [KU-Kaulb HB-Limb verbr. NPf KL-Mehling Hoheck Stelzbg NW-Lach…

gewebeschneidemaschine

DWB

gewebeschneidemaschine , f. : gewebeschneidemaschine, s. zuschneidemaschine. Lueger lex. d. ges. technik 4, 633 .

Gewebespannung

Meyers

gewebe·spannung

Gewebespannung , ein Zustand in der lebenden Pflanze, bei dem zwei miteinander verbundene Gewebe ungleiches Bestreben, sich auszudehnen, äuß…

gewebe als Zweitglied (2 von 2)

spinnengewebe

DWB

spinnen·gewebe

spinnengewebe , spinngewebe , n. das netzartige gewebe der spinne, s. auch unten spinnewebe. ein spinnengeweb, vesca Corvinus 59 b . 1 1) in…

zellengewebe

DWB

zellen·gewebe

-gewebe , n. , s. zellgewebe . — -gewölbe, n.: das z. ist eine ausgestaltung des kreuzgewölbes, dadurch bewirkt, dasz die schichten der kapp…

Ableitungen von gewebe (1 von 1)

urgewebe

DWB

urgewebe Herder 6, 367 (ur- C 4 c),