lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

genug

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
12 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
41
Verweise raus
32

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Genug

Bd. 2, Sp. 569
Genug, adj. et adv. welches in doppelter Gestalt üblich ist. 1) Als ein eigentliches Adverbium oder Umstandswort, diejenige Beschaffenheit einer Sache oder Handlung zu bezeichnen, da sie zu einem Bedürfnisse, zu einer Kraft, oder zu einer Absicht hinreichend ist, zunächst wohl von der Menge, dann aber auch von einer jeden Beschaffenheit. Ich habe genug gegessen, genug geschlafen, genug gearbeitet, genug gegangen, genug gesehen u. s. f. so viel als ich bedurfte, als nöthig war. Sie haben genug zu essen, zu trinken, zu thun, zu arbeiten. Das ist nicht genug. Er wird doch einmahl genug bekommen. Der Geitzige bekommt nie genug. Bald ist es genug. Ich habe genug mit mir selbst zu thun. Eine einzige feyerliche Züchtigung würde bey dem Anfange genug gewesen seyn, hinlänglich, Gell. Ich habe genug erfahren. Der natürliche Trieb der geselligen Eigenschaft, den man nie genug ausbilden kann. Es wäre an Einer genug. Für mich ist es genug; oder mit der dritten Endung, mir ist es genug. Laß dir das genug seyn, laß dich daran begnügen, sey damit zufrieden. Sich genug essen, schlafen u. s. f. im Oberdeutschen, so viel als man verlangte. Sich selbst genug seyn, so viel Kräfte haben, als man zu Erreichung einer Absicht bedarf, oder doch so viel zu haben glauben. Viele glauben, daß sie sich selbst zur Tugend genug sind. Der Weise ist sich selbst genug, ist mit seinem Zustande zufrieden. Wer das thut, was er soll, der thut sich selbst genug, Weiße, der empfindet die angenehme Überzeugung, daß er seine Pflicht erfüllet habe. Einem genug thun, ihm das leisten, wozu man ihm verpflichtet ist. Dem Gesetze genug thun, es wirklich erfüllen, entweder durch Gehorsam, oder durch Erduldung der Strafe; Nieders. vulldoon. Dem Kläger genug thun. S. Genugthuung. Ingleichen eines Verlangen, eines Willen erfüllen. Pilatus gedachte dem Volke genug zu thun, Marc. 15, 15. Zuweilen hat es den Begriff der Menge oder eines ziemlich hohen Grades bey sich, in welchem Falle es auch hinter dem Zeitworte stehen kann. Sie habens ja getrieben genug; und ihr habt euch ja gesperret genug, Weiße.[] Sehr oft wird es auch andern Nebenwörtern nachgesetzet, eben diesen Begriff der Hinlänglichkeit auszudrucken. Es ist breit, tief, groß, weit genug. Er ist alt genug dazu. Du wirst noch früh genug kommen. Für ihn ist sie artig genug. Er ist mir oder für mich nicht klug genug. Es ist süß genug. Es ist übrig genug, im gemeinen Leben, es ist überflüssig, mehr als hinreichend. Wo es zuweilen, besonders in der vertraulichen Sprechart, den Nebenbegriff der Vielheit, oder eines ziemlich hohen Grades der durch das andere Nebenwort ausgedruckten Beschaffenheit hat. Ich habe ihn oft genug gesehen, schon sehr oft. Ich habe sie oft genug mit der Ruthe aus dem Bette gehohlet, Weiße. Ich habe es theuer genug bezahlen müssen. Schlimm genug, daß man den Neid an so vielen Menschen gewahr werden muß! Es ist leider gewiß genug! Oft aber auch den Nebenbegriff der Mittelmäßigkeit, für ziemlich. Die Witterung war uns noch günstig genug. Nun, nun, sie mag artig genug seyn, Weiße. Gut genug, wenn man das recht gute dagegen stellt, ist nicht viel mehr als ziemlich schlecht, Less. 2) Als ein unabänderliches Adjectiv, welches Hauptwörtern beygesellet wird, eben diese Hinlänglichkeit zu bezeichnen, da es denn am liebsten hinter dem Hauptworte stehet. Er gibt den Müden Kraft, und Stärke genug den Unvermögenden, Es. 40, 29. So wird der Herr euch Regen genug geben, Zachar. 10, 1. Ich habe Zeit genug dazu. Ist eine gute Erziehung nicht Erbtheil genug? Gell. Ich bin nicht Kenner genug, um davon urtheilen zu können. Ein Liebhaber, den du verstießest, weil er nicht Weltmensch genug war, Dusch. Wenn ich artiger bin, alsdann ist es Zeit genug, Gell. In einigen Fällen auch vor dem Hauptworte. Ich bin nicht genug Kenner, um darüber urtheilen zu können. Er hat freylich selber genug Vermögen, Gell. Genug Mahl, im gemeinen Leben, besser oft genug. Zuweilen, besonders im Oberdeutschen, wird es auch mit der zweyten Endung des Hauptwortes verbunden. Brots genug, Ps. 132, 15. Zorns genug, Esth. 1, 18. Wassers genug, Ezech. 31, 5. Unglücks genug, 4 Esr. 12, 43. Das ist doch wohl Einwurfs gegen meine Deutung genug? Less. Verdienen sie wohl, daß ich noch Freunds genug bin, mit ihnen ohne Verstellung zu reden? ebend. Ist er nicht Freunds genug, mir ungefragt zu sagen? ebend. Oft hat es in der vertraulichen Sprechart auch hier den Nebenbegriff der Menge oder eines ziemlich hohen Grades. Es gibt überall armer Leute, oder arme Leute genug. Es ist Glück genug für ihn, wenn er noch so davon kommt. Ehedem wurde es in dieser Gestalt eines Beywortes ordentlich abgeändert. Mit reinidon genuagen, mit genugsamer Reinigkeit, Ottfr. Genuege leute, Leute genug, Stryk. S. Genugsam. Anm. Dieses Wort lautet bey dem Ottfried ginuag, ginuht, nug, bey dem Notker genuoge, im Schwabensp. genuk, bey dem Ulphilas ganoh, im Angels. genog, genoch, im Nieders. noog, im Dän. nok, im Schwed. nog, im Engl. enough, im Lettischen gannu. Das ge ist die bloße hauchende Verlängerung. Genung für genug ist ein bloßer Mißbrauch nieselnder Mundarten, welche vor den Hauchlauten so gern ein n vorher schleichen lassen.
5183 Zeichen · 99 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Genug

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Genug , adj. et adv. welches in doppelter Gestalt üblich ist. 1) Als ein eigentliches Adverbium oder Umstandswort, dieje…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    genug

    Goethe-Wörterbuch

    genug öfter metrisch bedingt u in Br (bes der Frühzeit) ‘gnug’ (‘g’nug’); mehrf (zT reimbedingt) in der vor allem md For…

  3. modern
    Dialekt
    genugAdv.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    genug , genung Adv. : wie schd., genung (gənuŋg) [weithin herrschend], (gənūŋg) [ HB-Neualth ], genong (gənoŋg) [ HB-Kir…

  4. Sprichwörter
    Genug

    Wander (Sprichwörter)

    Genug 1. Besser genug, als zu viel. Das Wörtlein »genug« steht nicht im Wörterbuch eines Reichen. Frz. : Assez vaut un f…

  5. Spezial
    genug

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ge|nug I adv. (ausreichend, befriedigend) assá, sufiziënt, sufizientamënter II interj. basta! ▬ genug davon! basta!; ara…

Verweisungsnetz

59 Knoten, 67 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 7 Hub 1 Kompositum 47 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit genug

31 Bildungen · 19 Erstglied · 11 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von genug

ge- + nugen

genug leitet sich vom Lemma nugen ab mit Präfix ge-, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

genug‑ als Erstglied (19 von 19)

genugan

KöblerAe

genugan , Prät.-Präs. nhd. genügen Hw.: s. ganeah E.: germ. *ganah, Prät.-Präs., genügt; s. idg. *enek̑-, *nek̑-, *enk̑-, *n̥k̑-, *h₁nek̑-, …

genugbeschehung

DWB

genugbeschehung , f. befriedigung: ir werd gar bald sehen die gnugbeschehung und satisfaction deren, so euch das unrecht und gewalt gethan. …

genugsam

DWB

genug·sam

genugsam , verstärktes genug, schon mhd. einzeln für das gewöhnliche genuhtsam, das da abkommt, von fülle und überflusz ( s. DWB genucht ). …

genugsame,

FWB

1. ›Genügen, Zufriedenheit‹.; 2. ›Fülle, Überfluss, Reichtum, ausreichende Menge‹.

genugsamkeit

DWB

genugsam·keit

genugsamkeit , f. 1 1) genüge, auch fülle ( s. DWB genüge 2, c ): und ( gott ) uns alle gnade und genuchsamkeit verlychen wil durch das mitt…

genugsamkeit,

FWB

1. ›hinreichender Vorrat, Fülle, Überfluss‹.; 2. ›Genügsamkeit, Enthaltsamkeit‹.

genugsamklar

GWB

genugsam·klar

genugsam-klar durch einen genugsam-klaren, ausführlichen Bericht [ üb ein hervorragendes Kunstwerk ] GWB B34,135,16 Maria Paulowna 19.2.21 S…

genugsamlich

DWB

genugsam·lich

genugsamlich , adv. zu genugsam, mhd. genuocsamlîche ( Lexer 1, 866 ): er hat genugsamlich gefochten. fastn. sp. 389, 31 ; das ich mit meine…

genugthätig

DWB

genug·thaetig

genugthätig , gleich und neben genugthuend: an stat der vergebenen oder nachgelassenen gnugthetigen pein oder strafe setzt der ablasz die ge…

genugthuend

DWB

genugthuend , befriedigend, satisfaisant: die genugthuende pein Christi. Luther 1, 14 b , s. das vorige; einen genugthuenden bericht. Wielan…

genugthuer

DWB

genug·thuer

genugthuer , m. einer der genugthun übt: die menschlichen gnugthuer. Luther evang. von ostern s 5 a .

genugthun

DWB

genug·thun

genugthun für genug thun, das doch vorherrschend blieb ( s. DWB genug 4, b ), schon im 16. jh., wie bei Maaler 188 c , gnuogthuon, er schrei…

genugthuung

DWB

genugthuung , f. satisfactio, anfangs auch eigner weise genugtunung Dief. nov. gl. 327 b , genugthunung Melber x 4 b , um thun darin deutlic…

genugtuend

GWB

genugtuend -th- 1 angemessen, adäquat [ betr G-s korrigierende Redaktion des Epos ‘Die Schwestern von Lesbos’ Avlmhoffs ] Das Verhältniß [ z…

genugtun

Pfeifer_etym

genug·tun

genug ‘ausreichend, in notwendiger Menge, zufriedenstellendem Maße vorhanden’ (in der Funktion eines Substantivs ‘ausreichende Menge’), iron…

genugtun,

FWB

1. ›einer Bitte nachkommen, jm. Genüge tun, entsprechen; Genugtuung leisten‹.; 2. ›Buße tun; für jn. büßen und ihn dadurch rechtfertigen (vo…

Genugtuung

Pfeifer_etym

genug ‘ausreichend, in notwendiger Menge, zufriedenstellendem Maße vorhanden’ (in der Funktion eines Substantivs ‘ausreichende Menge’), iron…

genug als Zweitglied (11 von 11)

Übergenug

Campe

Übergenug , adv . mehr als genug, überflüssig. (R.)

allgenug

DWB

all·genug

allgenug , verstärktes genug: becher, allgenug für götterzungen. Bürger 76 a .

bodengenug

DWB

boden·genug

bodengenug , adv. affatim, übergenug: des han ich iezund bodengnuog. fastn. sp. 842, 28 .

gutgenug

DWB

gut·genug

gutgenug , m. , mundartlich obd. gebildete zusammenrückung von gut genug ' das noch zu etwas taugliche ' ( s. DWB gut I A 2 c β ), meist hal…

Habegenug

Wander

habe·genug

Habegenug Der Habegenug ist ein reicher Mann. Böhm. : Snáze jest nemíti nemĕvšímu, neż pozbyvšímu. ( Čelakovsky, 58. ) Poln. : Lżéj niemieć …

Niegenug

Wander

nie·genug

Niegenug Er ist e Niegnueg. – Sutermeister, 63. Von einem, der kein Mass zu finden weiss, auch im Genuss. In diesem Sinne finden sich a.a.O.…

selbstgenug

DWB

selbst·genug

selbstgenug , adj. : dem einen staate, der sich glaubte selbstgenug abschlieszen zu können, lernte man seine richtigere stellung zuzuerkenne…

übergenug

DWB

ueber·genug

übergenug , adj. und adv. abundantly, plentifully überflüssig Hilpert (1845) 638 a ; was aber dieses wörtlein 'eitel' ... heisse, geben uns …

ungenug

DWB

ungenug , adj. , nicht genug: nun weist du doch wol, das eynem liebenden hertzen ungenuog ist alles, das sein eynigk lieb nit selber ist d. …

vollgenug

DWB

voll·genug

vollgenug , adv. , ganz und gar, durchaus genug: und deine kraft ist mir zu helfen vollgenug Droysen Äschylus (1841) 164 ; nachdem er seine …

Zeitgenug

PfWB

zeit·genug

Zeit-genug m. : ' bequemer, träger Mensch '. SprW.: De Gutgenungk ( Gutgenug ) un de Zeitgenungk sinn zwää schlimme Kumerade [ LU-Opp ].

Ableitungen von genug (1 von 1)

ungenug

DWB

ungenug , adj. , nicht genug: nun weist du doch wol, das eynem liebenden hertzen ungenuog ist alles, das sein eynigk lieb nit selber ist d. …