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genugsam

nhd. bis GWB · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

genugsam

Bd. 5, Sp. 3514
genugsam , verstärktes genug, schon mhd. einzeln für das gewöhnliche genuhtsam, das da abkommt, von fülle und überflusz (s.genucht). auch genungsam, wie genung: ob iemand solicher antwurt nit vor genungsam versteen wolt. Frankf. reichsc. 2, 92; nach genungsamer verhörung. Nürnb. chron. 2, 164, 24, beide stellen aus der 1. hälfte des 15. jahrh.; (das) haben andere ... genungsam erwiesen. Opitz poet. 2. cap. (s. 9 Br.). 11) es gilt anfangs und lange völlig gleich genug, als dessen vollere form. 1@aa) daher genugsam sein, wie genug sein, genügen: wir haben ein kleines brot, das uns allen dreyen genuogsam ist. Steinhöwel Es. 94b; und dazu müssen dienen böse zungen, böse untreue menschen, und wo die menschen nicht gnugsam sind, auch die teufel. Luther 1, 78b; dennoch ist kein ursach auf erden gnugsam, aufrhur zu erregen. 3, 129b; ob das büchlein wirdig und gnugsam were an den tag zu geben. 3, 437a; ich teufe euch mit wasser zur busze, der aber nach mir kompt, ist sterker denn ich, dem ich auch nicht gnugsam bin seine schuch zutragen. Matth. 3, 11; als ich polizei und commun zu verwalten nicht gnugsam bin. Melanchthon sendbr. an einen kartheuser (1524) f 2a; den rechten genugsam sein. Reutter kriegsordn. 53; die elende menschen nicht gewust, das gott mächtig und gnugsam wehre, alle und ide dinge in der welt zugleich zu regiren. Butschky kanzl. 755. noch im 18. jahrh.: die natur ist sich selbst genugsam. Kant 8, 224. 1@bb) selbst genugsam thun, wie genug thun, mit dativ: wo gottes gnade in eim richter nicht wonet, so thut er seim ampt nimermehr gnugsam. Luther 4, 529b. 1@cc) bei andern verben, auch substantivisch: dasselbe (ross) gieng herumb an dieser bäche strand, da es denn frisches laub und gras genugsam fand. Werder Ariost I, 36, 8; allein auch das ärgste, was Hippias gesagt haben konnte, schien ihr nicht genugsam, eine so tiefe wunde zu machen. Wieland 1, 311; freud und leid haben wir in diesen zwanzig jahren genugsam erlebt. Göthe an Zelter 416. das subst. auch, wie bei genug, im gen.: solten christen farren, wieder, tauben opfern für die sünden, wie bei juden, würden christen derer kaum genugsam finden. Logau 2, zug. 70; um zu beurtheilen, in wie fern dieses Winckelmann gelungen, liegen der documente nunmehr genugsam vor uns. Göthe 37, 32. 22) das recht, als adj. auch endungen anzunehmen, blieb ihm länger als genug (s. d. 2, a), bis in neueste zeit: wer des überweist oder auszerhalb genugsamer beweisung darumb gerügt würde ... Nürnb. pol. 262, 15. jahrh.; einen versiegelten gnugsamen gewalt (vollmacht). Luther 3, 107a; mit gnugsamer schrift. 112a; sie bestellen denn andere tüchtige und gnugsame an ire stat. 392b; der nicht rechten oder gnugsamen glauben hat. 400a; habe er sie auch mit gnugsamen darzu gehörigem hohen verstand .. auszgerüstet. Schuppius 33; dasz ihm nichts fehlete als genugsame leute. Felsenburg 1, 64; dasz unsere tugenden ihre genugsame vergeltung haben. J. E. Schlegel 3, 351; personen von einer ohnedem schon genugsamen berühmtheit. Lessing 8, 448; weil es ihnen an genugsamer stärke des gemüths mangelt. Wieland 1, 109; einen genugsamen vorrath von diesem wahren steine der weisen zu bekommen. 136; ohne genugsamen grund. 11, 39; eine genugsame anzahl. Herder zur lit. 1, 206; genugsamer spielraum Göthe 43, 258, vorrath 25, 56, genugsame vorkenntnis 46, 254; dasz er (Öser) seine jungen jahre nicht in genugsamer thätigkeit verwendet. 25, 151. auch mit gen. (vgl. u. c): durch sichere boten, deren ihnen genugsame an mehreren orten angedeutet sind. Göthe 22, 150; ländliche gartenumgebungen, deren ja Rom in seinen mauern genugsame einschlieszt. 29, 217 u. öfter. 33) jetzt ist es eigentlich nur noch als adverb gangbar, hat aber auch so etwas altväterisches um sich, man zieht genügend vor, wie beim adj. 3@aa) seit dem 15. jahrh.: wir sind sein nu genugsam bericht. fastn. sp. 181, 10; den kan man nicht genuogsam lonen. Brant narr. 97 überschr. gotte, den eltern und schulmeistern kan man nimmer gnugsam danken. Luther catech. 1529 F ija; also habt ir nun gnugsam von den Türken gehöret. buch der liebe 27b; die beiden sich nit gnugsam von diser red verwundern mochten. 245b; die sollen auch auf eure syllogismos, welche ihr gemacht habt in barbara und celarent, in darapti und felapton, genugsam antworten. Schuppius 6; ich schaffe gnugsam ins hausz. 203; du sehr verachter baurenstand bist doch der beste in dem land, kein man dich gnugsam preisen kan u. s. w. Simpl. 1, 17 Kurz; wie kann ich gott gnugsahm loben und danken! Olearius pers. ros. 3, 3. 2, 8 u. öfter so; sie glaubten sich meines untergangs noch nicht genugsam versichert zu haben. Wieland 2, 122; auch später scheint er an ihren gebräuchen nicht genugsam festgehalten .. zu haben. Göthe 37, 31 (Winckelmann); nicht genugsam vorbereitet. 33 u. oft; indem unser lehrer das verdienst derselben genugsam herauszusetzen wuszte. 25, 159; genugsam bekannt. 46, 328; ihr heidenthum hatte sich bis zur bildung der groszreiche genugsam ausgelebt. Dahlmann n. gesch. 1, 166. 3@bb) bemerkenswert ist, dasz es sein adj. (oder adv.) auch, wie genug (s. d. 2, c) gern vorausgehen läszt: were aber das wort gottes nicht klar gnugsam geleret. Luther 3, 33a; wer des unschuldigen handel defendirt, der ist allzeit beredt genugsamb. Lehman flor. 1, 202; ward so hoffärtig sie und stolz, ja also gar, dasz keiner in der welt ihr gut genugsam war. Werder Ariost XIX, 18, 4. vorangestellt bei flectiertem adj., z. b.: dies ist ein gnugsamb spitzfindiges inventum. Schuppius 705; ein gnugsamb groszen acker. 734; einen genugsam aufgeräumten und muntern geist. Lessing 3, 4; an diesem schon genugsam wilden angebirge. Göthe 48, 122; ein genugsam weites thal. 124; vergl. unter genug 2, d. 3@cc) oberd. ein adv. mit -en als endung: dieweil ich durch mein vielfaltiges wandern genugsamen erfahren habe. Paracelsus 1, 633b, es ist wie die adv. auf -lichen u. ähnl. 44) anders genugsam persönlich, befriedigt u. ä., s. genügsam 2. 3, mit dem sichs auch sonst mischt.
6072 Zeichen · 154 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Genugsam

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Genugsam , adj. et adv. so viel als genug ist, als erfordert wird, auf eine hinlängliche Art, so wohl der Menge, als dem…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    genugsam

    Goethe-Wörterbuch

    genugsam rund 700 erfaßte Belege; überwiegend adv (iUz häufigerem, weithin gleichbedeutendem ‘genug’ potentiell verstärk…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit genugsam

8 Bildungen · 5 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von genugsam 2 Analysen

ge- + nugen + -sam

genugsam leitet sich vom Lemma nugen ab mit Präfix ge-, mit Suffix -sam, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: genug+-sam

genugsam‑ als Erstglied (5 von 5)

genugsame

FWB

1. ›Genügen, Zufriedenheit‹.; 2. ›Fülle, Überfluss, Reichtum, ausreichende Menge‹.

genugsamkeit

DWB

genugsam·keit

genugsamkeit , f. 1 1) genüge, auch fülle ( s. genüge 2, c ): und ( gott ) uns alle gnade und genuchsamkeit verlychen wil durch das mittel d…

genugsamkeit

FWB

1. ›hinreichender Vorrat, Fülle, Überfluss‹.; 2. ›Genügsamkeit, Enthaltsamkeit‹.

genugsamklar

GWB

genugsam·klar

genugsam-klar durch einen genugsam-klaren, ausführlichen Bericht [ üb ein hervorragendes Kunstwerk ] B34,135,16 Maria Paulowna 19.2.21 Syn z…

genugsamlich

DWB

genugsam·lich

genugsamlich , adv. zu genugsam, mhd. genuocsamlîche ( Lexer 1, 866 ): er hat genugsamlich gefochten. fastn. sp. 389, 31 ; das ich mit meine…

genugsam als Zweitglied (1 von 1)

allgenugsam

DWB

allgenug·sam

allgenugsam , adv. affatim: die ganze seele eines genies allgenugsam auszufüllen. Herder 2, 274 .

Ableitungen von genugsam (2 von 2)

ungenugsam

DWB

ungenugsam , adj. adv. , gth. von genugsam ( s. d. ). mhd. ungenuocsam; mnl. ongenoechsam; nl. ongenoegzam. Staub - Tobler 4, 700 . veraltet…

ungenugsamlich

DWB

ungenugsamlich , adj. , gth. von genugsamlich: wie er sich, solche grosze bürden ... auff sich zu nehmen, zu viel ungenugsamlich achtet zu s…