ungenugsam,
adj. adv. ,
gth. von genugsam (
s. d.).
mhd. ungenuocsam;
mnl. ongenoechsam;
nl. ongenoegzam. Staub - Tobler 4, 700.
veraltet. nicht genug, unzureichend: die ersten verachten seine gnade, die andern widerfechtens sam ungenugsam Luther 15, 730, 8
W.; Luthers ungnugsam und zum teil ertichte ursachen Emser
streitschr. 1, 61
neudr.; ungnugsame ursachen J. Schenck
Paulus spr. d 1
b; jr wisst wol, das ich in verloffner zeit bin ungnuogsam (
nicht lange genug, nicht wie genügend, erforderlich, ersprieszlich?) eur prediger gesyn Eberlin v. Günzburg 2, 173
neudr.; im fall aber solche tücher u. wären, die wärme zu halten Balde
tr. trunkenheit 163; eines ungnugsamen und unmächtigen succurses Olearius
or. r. anh. 90; ein anderer umstand, welcher disere auszlegung vor u. dargibet Scheuchzer
phys. (1711) 1, 137.
von personen: das (
urtheil) nit vor dem ordentlichen gebrenden richter ausgesprochen und deshalb vergeblich gehandelt oder durch einen ungenugsamen gewalthaber
gerichtsordn. (1534) e 5
a; dasz er sich ... für ungenuogsam und untüchtig darzu achtet Alber
Loiola (1591) 294; Frisius 725
a; 508
b;
intestabilis Decimator
thes. dasz u.
positiven inhalt (
minderwerthig, unwürdig, gering, schwach, bescheiden u. ä.)
gewinnt, liegt nahe: der selb schmecht Christum als ain ... ungnuogsamen, schwachen erlöser Luther 15, 766, 13
W.; ungngsamer empfahung des .. sacrament Schwarzenberg
beschwerung (1523) v 4
b; practicken Paracelsus 2, 626 c; darumb er ... als zum kaiser ungenuogsam veracht Franck
G. chr. 190
b; nicht allain den frummen, sunder auch den ungnuogsamen (
dyscolis) Nas
antip. 1, 214
b; meins geringen ungnugsamen bedünckens
Amadis 1, 50
K.; pfand Kramer (1702) 2, 193
b; wie offt hilfft gott durch ein ungnugsames (
geringes) mittel? H. ... ward geheilet durch feigen Müller
erquickst. (1714) 132; die unkräfftige und ungenugsame tugendgestalten Zinzendorf
kl. schr. 724.
dazu ungenugsame, f. trag. Joh. d viii,
und ungenugsamkeit, f., unzulänglichkeit: der ungnuogsamkait deiner werk Keisersberg
pred. 94
b; Fischart
ehzuchtb. 214, 14
H.; von der ungenungsamkeit ihrer meriten Zinzendorf 21
disc. 88; unserer menschlichen u. Spangenberg
schluszschr. (1752) 2, 6;
mit dem neueren f. ungenügsamkeit
in bed. und form sich mischend: mochte dannocht jhrer ubermAeszigen ungenugsamkeit domit nit gesteweret werden Dreyfelder
hist. d. h. Este 175
a;
πλεονεξία, der schnöde geitz, die u. und unersättligkeit Dannhawer
cat. 2, 464; die armuth und ungenügsamkeit unsrer alten berufsarten Pestalozzi 3, 155.
s.genugsam 4; genugsamkeit 3. —