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Gelenk

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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18 in 13 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Gelenk

Bd. 7, Sp. 520
Gelenk (Articulatio), die Art der Knochenverbindung, bei der zwei oder mehrere mit Knorpel oder Bandmasse überzogene Knochenenden untereinander beweglich verbunden sind (Diarthrose), von denen das eine häufig konvex (Gelenkkopf), das andre konkav (Gelenkpfanne) ist. Die Vereinigung der Gelenkenden wird vorzugsweise bewirkt durch die fibrösen Gelen k- oder Kapselbänder (s. die Tafeln »Bänder des Menschen«), die mit der Knochenhaut beider Knochenenden verschmelzen und so um letztere herum die Gelenkkapsel mit einem geschlossenen Hohlraum, der Gelenkhöhle, bilden. Die Innenfläche des Kapselbandes ist von der Synovialhaut (Gelenkhaut, membrana synovialis) überkleidet, die eine dickliche, klebrige Flüssigkeit (Gelenkschmiere, Gliedwasser, synovia) absondert. Von ihr gehen zuweilen zur Auspolsterung der Gelenkhöhle Falten und Zotten (Gelenk-, Synovialzotten) in sie hinein. Zur Einschränkung der Beweglichkeit in bestimmten Richtungen finden sich oft noch Hilfs- oder Hemmungsbänder (s. Bänder). Über den Gelenkmechanismus läßt sich folgendes sagen: da die einander im G. berührenden überknorpelten Knochenflächen glatt sind, gleiten sie bei der Bewegung der Glieder leicht auseinander. Die Synovia wirkt dabei wie das Ol, mit dem man bewegliche und einander berührende Maschinenteile schmiert. Die an manchen Gelenkverbindungen teilnehmenden Zwischenknorpel vergrößern die Berührungsfläche der Gelenkenden und ermöglichen ein ruhiges Gleiten derselben auch in den Fällen, in denen die Formen der miteinander artikulierenden Flächen sich nicht genau entsprechen. Die in den Gelenken aufgehängten Glieder werden außer durch die Gelenk- und Kapselbänder sowie die Spannung der die Gelenke umgebenden Muskeln vom Luftdruck getragen, indem er das Auseinanderweichen der Knochenenden, wodurch in der Gelenkhöhle ein leerer Raum entstehen müßte, verhindert. An gefunden Gelenken kann dieses nur gewaltsam geschehen (Verrenkung, Luxation). Je nach der Verbindung und Bewegbarkeit der Knochen unterscheidet man mehrere Arten Gelenke: 1) Einachsige Gelenke, bei denen die Bewegungen in ein und derselben Ebene erfolgen. Das ist bei dem Scharnier- oder Winkelgelenk (Ginglymus) der Fall, bei dem sich in einer querliegenden rinnenförmigen Pfanne ein zylinderförmiger Gelenkkopf bewegt. Der Gelenkkopf kann durch eine mediane Vertiefung in zwei Teile geteilt sein, denen dann eine durch eine Erhöhung geteilte Pfannenfläche entspricht. 2) Zweiachsige Gelenke, bei denen die Bewegung in zwei sich rechtwinklig kreuzenden Ebenen erfolgt. Hierher gehört das Knopfgelenk (Condylarthronis) mit ellipsoidem Gelenkkopf und entsprechend gestalteter Pfanne (Ellipsoidgelenk); ferner das Sattelgelenk mit sattelförmigen, in zwei verschiedenen Richtungen gekrümmten Gelenkflächen. 3) Vielachsige Gelenke mit ungefähr kugelförmig gekrümmtem Gelenkkopf und ebenfalls sparisch gekrümmter Pfanne. Hierher gehört das Kugelgelenk (Arthrodie), bei dem die Pfannenfläche einem kleinern Teil der Kugelfläche entspricht und daher ein großer Spielraum für die Ausführung der Bewegung vorhanden ist; ferner das Nußgelenk (Enarthrosis), bei dem die Pfanne mehr als die Hälfte des Gelenkkopfes umfaßt, wodurch die Bewegungen mehr beschränkt sind. – Bei dem Roll- oder Drehgelenk (Rotatio) endlich fällt die Drehachse in den sich an einem andern Skeletteil bewegenden Knochen oder liegt außerhalb desselben. Als falsches G. (Scheingelenk, Pseudarthrosis) bezeichnet man eine widernatürliche bewegliche Knochenverbindung, wie sie nach Knochenbrüchen zwischen den Bruchenden zurückbleibt, wenn der Heilungsvorgang gestört wird. Es kommt dann nicht zur Vereinigung der Bruchenden durch feste Knochenmasse, sondern es bildet sich zwischen den Bruchenden eine fibröse Gewebslage, die ihnen eine gewisse Beweglichkeit gestattet. Die Bruchenden können sogar einen Knorpelbelag erhalten und die umgebenden Weichteile eine Art Gelenkkapsel liefern, in der eine Gelenkhöhle bestehen bleibt. Solche Pseudarthrosen sind immer, namentlich am Ober- und Unterschenkel, sehr störend, weil die Knochen ihre Starrheit einbüßen und dem Körper nicht mehr zur Stütze dienen können. Zur Heilung ist die Entfernung der sehnigen Verbindung notwendig; die neuen Schnittflächen werden dann im Gipsverband oder durch Naht zum Verwachsen gebracht. Ein neues G. (Neartbrosis) bildet sich oft bei veralteten Verrenkungen, wenn der verrenkte Gelenkkopf nicht in die Pfanne zurückgebracht wird, an der Stelle, die er nunmehr zufällig einnimmt. Künstliches G. endlich nennt man die auf operativem Wege hervorgerufene bewegliche Knochenverbindung, bei der die Knochenenden durch fibröse Massen vereinigt sind; es wird nach Resektion (s. d.) der Gelenkenden oder auch bei knöcherner Verschmelzung derselben angelegt.
4791 Zeichen · 33 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gelênk

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Das Gelênk des -es, plur. die -e, Dimin. Gelenkchen, Oberd. Gelenklein, diejenige Zusammenfügung zweyer Körper, vermitte…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gelenk

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    gelenk eigenh mehrf -ck; einmal ‘das G-e’ 1 als phys Qualität a (leicht, voll) beweglich, geschmeidig, elastisch, meist …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gelenk

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gelenk (articulus) , in dem thierischen Körper die Verbindung zweier Knochen durch Mittelglieder, entweder beweglich (Di…

  4. modern
    Dialekt
    Gelënk

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Gelënk [Klak Lutterb. Ingersh. ] n. 1. Gelenk. S macht m i r we h im G. Lutterb. 2. die Gerte des Weinstockes Ingersh.

  5. Spezial
    Gelenk

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|lenk n. (-[e]s,-e) 1 ‹anat› lisöra (-res) f. 2 ‹tecn› spangia (-ges) f. , öga (öghes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gelenk

115 Bildungen · 107 Erstglied · 5 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von gelenk

ge- + lenk

gelenk leitet sich vom Lemma lenk ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gelenk 2 Komponenten

gel+enk

gelenk setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gelenk‑ als Erstglied (30 von 107)

Gelenkband

SHW

Gelenk-band Band 2, Spalte 1225-1226

Gelenkgicht

SHW

Gelenk-gicht Band 2, Spalte 1225-1226

Gelenkknopf

SHW

Gelenk-knopf Band 2, Spalte 1225-1226

Gelenkkopf

SHW

Gelenk-kopf Band 2, Spalte 1225-1226

Gelenkleder

SHW

Gelenk-leder Band 2, Spalte 1225-1226

Gelenkpuppe

SHW

Gelenk-puppe Band 2, Spalte 1225-1226

Gelenk (Adj.)

Wander

Gelenk (Adj.) Gelenk (Adj.). So gelenk sein wie ein bleierner Vogel.

Gelenkamboß

Campe

gelenk·amboss

Der Gelenkamboß , des — sses, Mz. die — sse , bei den Kupferschmieden, ein Amboß, der aus einer eisernen starken Stange besteht und an dem e…

Gelenkapophyse

GWB

gelenk·apophyse

Gelenkapophyse für den Gelenkfortsatz auf jeder Seite des Unterkiefers (Processus condylaris) [ für: apophyse coronoïde ] N13,263,18 Morph P…

Gelenkblutader

Campe

gelenk·blutader

Die Gelenkblutader , Mz. die — n , in der Zergliederungskunst, die Blutadern, welche von den Gelenken kommen (Venae articulares ).

Gelenkegge

PfWB

gelenk·egge

Gelenk-egge f. : 'Egge mit Gelenken, die das aufgenommene Unkraut abstoßen', -ee [ FR-Albsh ]. —

gelenken

DWB

gelen·ken

gelenken , 1 1) verstärktes lenken ( das ge- von mag herbeigeführt ), sich mit rede gelenken, gewandt reden: nu kan ich doch keins sins gede…

Gelenkende

Campe

gelenk·ende

Das Gelenkende , des — s, Mz. die — n , in der Zergliederungskunst, das Gelenkende eines Knochens, dasjenige Ende desselben, an welchem er m…

Gelenker

ElsWB

gelen·ker

G e lenke r [Klèkə NBreis. ] m. Schimpfname für einen Mann, der Gelenkrheumatismus hat.

gelenk als Zweitglied (5 von 5)

Handgelenk

RDWB1

Handgelenk n etw. aus dem ~ schütteln idiom. - хоть ты тресни идиом. , кровь из носу идиом. , вынь да положь идиом. , разг.

handgelenk

DWB

hand·gelenk

handgelenk , n. das gelenk an der handwurzel. sprichwörtlich etwas, eine arbeit aus dem handgelenk machen, leicht und zierlich, ohne den arm…

(rügge)lenk

MNWB

ruegge·lenk

*° (rügge)lenk , rüc- , n. : Rückenwirbel, „Spondyli verticuli, vertebræ ... ruͤgglenck / de knorren am ruͤggeknaken ” (Chytr.); — oder zu l…

ungelenk

DWB

ungel·enk

ungelenk , adj. adv. , gth. von gelenk. mhd. mnd. ungelenke. zur verbreitung s. gelenk und lenken 5; vom 16. bis 18. jh. im schriftsprachlic…

Ableitungen von gelenk (3 von 3)

Gelenke

Campe

Х Das Gelenke , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

ungelenk

DWB

ungelenk , adj. adv. , gth. von gelenk. mhd. mnd. ungelenke. zur verbreitung s. gelenk und lenken 5; vom 16. bis 18. jh. im schriftsprachlic…

ungelenke

Lexer

un-gelenke adj. BMZ ungelenk, unbiegsam Berth. Kl. 191. Wh. v. Öst. 69 b . Pass. 132,90. 145,21. K. 301,67. Myst. 2. 654,8. Ludw. 89,6.