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gelände

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gelände n.

Bd. 5, Sp. 2855
gelände, n. in verschiedener bedeutung. 11) zu land, als coll. 1@aa) ahd. gilenti arva, culta, colonia Graff 2, 236, auch niugelenti novalia das., selgelente, selglente terra salica Dronke trad. Fuld. 131 (s. salilant Graff 2, 235), alts. gilendi Crecelius coll. 1, 25, mhd. gelende, gleich länderei, landbesitz, auch landgut, wie von ländern, z. b. der Berberei. eine nrh. nebenform gelendz (s. sp. 1610 γ): die eirste daichreys durch gar schone slechte fruchtbar gelendtz. Harf pilg. 160, 32. 1@bb) nhd. anfangs noch wie mhd., ahd., länderei, nicht als dichterischer, sondern auch z. b. als rechtsausdruck: da, wo auf solchen fall der lehenherr das gelendt gar gemessen haben will, musz der lehenherr das meszgelt, der landtsiedel aber die stein (marksteine) und was man davon musz zu setzen geben, entrichten. Lennep landsiedelrecht 2, 23, v. j. 1581; das gelendt einem andern verleghen (verliehen). das. auch für gartenbeet, wie land, vgl. geländlein 1. auch noch für land überhaupt, gleichsam grosze länderei: von Österrich dem fürsten sietz (sints?) kommen in sein glend. Schmid schwäb. wb. 341 aus Fabers bilgerbuch; alle gelend, die ganze erde: hat gott gemacht die himmel, d'erd, die sternen all und s'firmament, ouch loub und gras und alle glend. Ruff Ad. u. Heva 5349. es hat sich in der Schweiz und am Oberrhein im gebrauch erhalten auch im leben (vgl.ausgelände, fürgelände), desgleichen in Schwaben, 'ein aus mehreren abtheilungen bestehendes land', auch 'mehrere kleinere länderstücke zusammen', gefilde Schmid 341, für das hd. aber war es verloren, obschon es noch Steinbach 1, 968, Frisch 1, 568a aufführen, gelände agri, prata; bei Adelung ist es besternt, als nur oberd., z. b. das gut hat 148 morgen gelände, länderei, auch 'für land', ein schönes fruchtbares geländ aus Bluntschli. auch bair. geländ tractus regionis, landstrich noch aus einem voc. v. 1735 bei Schmeller 2, 475, der es 'der aufnahme in die schriftsprache würdig' nannte. 1@cc) es hatte aber schon wieder eingang gefunden, zuerst bei oberd. dichtern, für landschaft: der berge wachsend eis, der felsen steile wände, sind selbst zum nutzen da und tränken das gelände. Haller 44 (die Alpen) das fruchtbare land, welcher begriff noch vorwiegend ist; da thut sich ein lachend gelände hervor, wo der herbst und der frühling sich gatten. Schiller XI, 399 (berglied); nord- und südliches gelände ruht im frieden seiner hände. Göthe 5, 8 (divan); die ernte reift sie nicht? ein grün gelände zieht sichs nicht hin am flusz durch busch und matten? 3, 25 (elegie); der wirth .. verlangte, wir sollten den morgenden tag noch zugeben, versprach auch von einer benachbarten höhe die weiteste schönste aussicht über ein bedeutend gelände. 30, 179 (camp. in Fr.); das reiche gelände flieht vorüber (bei der seefahrt), dorf um dorf, gehöft um gehöft bleiben zurück. 23, 173 (wand. 3, 13); da lag der herrliche Rhein .. und die gesegneten gelände an beiden seiten. Bettine br. 1, 110; die reifende fülle der gelände die sich im flusz spiegelt. tageb. 1; zur seite das schöne gelände und vor uns den Rigi. Hegner 4, 175; durch freundliche, durch blumige gelände schlingt meines lebens flusz die sanfte strömung. Platen 43; er strich zwischen unbekannten bergen, thälern, geländen umher. Immermann Münchh. 1, 221. so ist es aus den versen auch wieder in die prosa gekommen, aber auch da noch mit dichterischem duft. 1@dd) doch auch auf den ernst des lebens angewandt, für franz. terrain, wie es Schmeller a. a. o. empfahl, auch militärisch, wo sichs um eine schlacht handelt: Altenzaun .. liegt auf der senkung des hügeligen geländes, das rechts die uferwiesen der Elbe hat. Droysen York 1, 133; die landstrasze gen Sandau führt über das hügelige gelände zu dem geestgraben hinab. 134; hier im süden, wo das gelände sich steil hinabsenkt, haben die mönche sicher einst ihren klosterwein gebaut. Freytag verl. handschr. 1, 58. schon im 16. jh., vom land der eidgenossen: das gott usz gnad mit siner hand vormals und iez hatt styf und hart vereint mit gländ, mit glübt verwart. Ruff etter Heini 10, schon durch die landesbildung zur einheit bestimmt oder gestaltet, vgl. den herausg. s. 192 fg. ebenso wenn G. Oheim 25, 17 die geographische schilderung seiner insel überschreibt von dem gelend und gelegenheit Richenow (gen.) 25, 17, bodengestaltung, obschon auch die gestadebildung gemeint sein könnte (s. 2), wie es dann heiszt, sie sei von dem Rin und see gefangen und umbgeben. 1@ee) auch in zusammensetzung, wie schon ahd. u. a, z. b. berggelände, thalgelände: in jedes berggeländes falte der nebel weilt. Fried. Brun in Schillers musenalm. 1796 s. 183 (vgl. u. geklipp); Insbrugg ist in ainem schönen talgelent glegen umbgeben mit hohen bergen. Ernstinger raisbuch 3. gränzgelände, gränzlandschaft, gränze: so steht im zweifel noch, ob er nicht manches land und manche frömde statt, nur so von freier hand, nach gränz-geländ und art hätt deutlicher gerissen, als Ptolomäus selbs. Rompler 113. mhd. auch feldgelende als gegensatz zu holz (oder holzgelende?) Mones anz. 8, 483, 36, ûfgelende, hochgelegenes, oberrh. 14. jh.: muosz er (der amtmann) aber an die berg an das ufgelend (zum grenzbegang), so sol man von ie dem undergang 1 sch. geben (d. h. mehr als in der ebene). weisth. 4, 506, wo es zugleich terrain vertritt. 22) subst. verb. zu landen, länden (3), eig. landestelle (vgl.lände f.), dann ufer überhaupt, gestade, mhd. gelende auch die landung selbst, das lenden: nu si zÎrlande kâmen, ir gelende dâ genâmen. Trist. 8680, es kann doch die landestelle zugleich gemeint sein. nhd.: da nun das wasser abgelaufen war, lisz keyser Constantius .. pfäl einschlagen und darnach alles mit groszen steinen ausfüllen, damit das wasser nimmer hinzu mocht .. vermacht also alle gelend und porten des meers, dasz die Franken nicht mehr anfahren .. mochten. Aventin chr. 237b. für ufer: das münster ist von sant Pirminio in dem mittel der insul an dem gelend des sees gebuwen. vil wundrent, so doch das gelend des Rins lieplicher .. ist, nit dahin gebuwen sin. G. Oheim chron. v. Reichenau 26, 11, vom ufer nach dem see und nach dem Rheine zu. 33) noch ganz anders, gleich geländer (s. d. 1, b): pfäl oder stützen für die hagen, zum halter, gelänt und schwibogen. Sebiz feldbau 50 u. ö.; gelende, zaun, hag, leinwad (?), sepes etc. Henisch 1457, die lat. erklärung wörtlich aus Kilian (s. u. geländer 1, c); sie lag im bette, die linke hand ruhete an dem gelände des bettes. Auerbach dorfg. 1, 308; hinauf, hinab um die gelände (beim winzerhaus) zieht sprossend sich der rebe grün, umspinnend selbst des hauses wände. Roquette Waldmeisters brautfahrt (1876) 63. s. auch geländlein 2, kleines geländer, und geländer 3 gleich gelände.
6787 Zeichen · 162 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gelände

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    * Das Gelände , des -s, plur. ut nom. sing. ein Oberdeutsches im Hochdeutschen ungewöhnliches Wort für Land, Länderey. D…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gelände

    Goethe-Wörterbuch

    Gelände a (kultiviertes) Land 1) , Landschaft; auch in ästhet Wahrnehmung Hinter einer Mühle beginnt ein fruchtbares G.,…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gelände

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gelände ( Terrain ), eine Strecke Land, besonders als Schauplatz kriegerischer Tätigkeit. Man spricht von G. im Gegensat…

  4. modern
    Dialekt
    Geländen.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Ge-lände n. : wie schd. 's weit Gelänn is flach un kahl [ Schandein Ged. 26]. Zs. Reb- , Wingertsgelände . Südhess. II 1…

  5. Spezial
    Gelände

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|län|de n. (-s,-) 1 areal (-ai) m. 2 (Gebiet) teritore (-ri) m. 3 (Feld) campagna (-gnes) f. 4 (Landschaft) contrada (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gelaende

27 Bildungen · 27 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gelaende

ge- + laende

gelaende leitet sich vom Lemma laende ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gelaende 2 Komponenten

gela+ende

gelaende setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gelaende‑ als Erstglied (27 von 27)

Geländeform

LDWB2

gelaende·form

Ge|län|de|form f. (-,-en) (Geomorphologie) forma dla contrada f. , forma dl terac f. , geomorfologia f.

geländegängig

Pfeifer_etym

gelaende·gaengig

Gelände n. ‘Teil der Landschaft in seiner natürlichen Bodengestalt und Bewachsung, für bestimmte Zwecke benutztes Stück Land’, ahd. gilenti …

geländerbaum

DWB

gelaender·baum

geländerbaum , m. baum am geländer, spalier: die gipfel von eichen und kastanien liefen nur wie fruchthecken und geländerbäume wallend um de…

Geländerbutzer

RhWB

gelaender·butzer

Ge-länder-butzer Bo-Stdt , Köln-Stdt m.: verächtl. einer, der an den Eisengittern am Rheinufer herumrutscht, –lungert, faulenzt.

geländerdocke

DWB

gelaender·docke

geländerdocke , f. in der baukunst, docke, wie sie das geländer stützen oder bilden. Adelung. vgl. dockengeländer vorhin.

Geländereiten

Meyers

gelaende·reiten

Geländereiten , das Reiten außerhalb eines begrenzten Raumes im Gegensatz zum Bahnreiten. S. auch Distanzritt und Kampagnereiten. Vgl. Sande…

Geländergang

Campe

gelaender·gang

○ Der Geländergang , des — es, Mz. die — gänge , ein mit einem Geländer versehener Gang, an der Seite eines Gebäudes, eines Schiffes, auf de…

geländerholz

DWB

gelaender·holz

geländerholz , n. holz, stamm zu einem geländer, musz im folgenden gemeint sein: von einem gelenter holz, 24 schuch lang, 28 pf., von einem …

geländerlein

DWB

gelaender·lein

geländerlein , n. : eh man noch ganz hinauf kommt ( auf der treppe ), ist ein absatz und ein eisern geländerlein. Göthe 42, 30 , in der lebe…

Geländern

Campe

gela·endern

○ Geländern , v. trs . mit einem Geländer versehen. Aber zwischen der ewigen Höh' und ewigen Tiefe Trägt ein geländerter Steg sicher den Wan…

geländert

DWB

gela·endert

geländert , mit geländer versehen: ein gelenderter steg, gradus clathrati. Henisch 1457 ; gelenderte säulen, die mit eisen herumb vergittert…

Geländewinkel

Meyers

gelaende·winkel

Geländewinkel ( Terrainwinkel ), der Winkel zwischen einer wagerechten und einer vom Geschützstand nach dem Fußpunkte des Ziels gedachten Li…