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furchen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

furchen

Bd. 4, Sp. 679
furchen , ahd. furhan, mit ausgestoszenem h furen (gl. florent. 985a), mhd. mit nicht durchgebrochenem umlaute vurhen (Ben. 3, 447a), dagegen noch jetzt mit umlaut bair. fürchen (Schmeller 1, 560. von furche sp. 673. 11) transitiv: zu einer furche oder zu furchen machen, zu einer furche oder zu furchen gestalten, und zwar 1@aa) eine furche oder furchen machend bearbeiten, pflügen, sulcare. furchen, furchen machen, ziehen, pflugen, sulcare, lirare, ducere sulcos. Henisch 1293, 32. nach dem gebote der herscherin furchen wir äcker! Voss Tibull 2, 3, 53 (78); wann der pflüger rechter hand pfeift durch schwarzgefurchtes land. dessen lyr. ged. 4, 194. s.schwarzgefurcht. das werkzeug zum ziehen der furche ist selbstverständlich der pflug, aber auch mit einem andern geräthe, als dem pfluge, kann eine furche oder können furchen gezogen werden: und sie (Ceres) nimmt die wucht des speeres aus des jägers rauher hand, mit dem schaft des mordgewehres furchet sie den leichten sand, nimmt von ihres kranzes spitze einen kern mit kraft gefüllt, senkt ihn in die zarte ritze, und der trieb des keimes schwillt. Schiller 55b. 1@bb) wie mit einer furche oder furchen durchschneiden: (eins) zauberte mich in segensgefilde, wo die pflugschaar nur blinkte, kein furchendes schwert. Klopstock 2, 135, wo das wort scheinbar intransitiv verwendet ist. 1@cc) wie eine furche oder furchen ziehen oder anlegen, besonders nach einschnitt und linie: zugleich hat man, mit unglaublicher anstrengung und kosten, tiefe canäle in den sumpf gefurcht, damit man, auch zur zeit der ebbe, mit kriegsschiffen an die hauptstellen gelangen könne. Göthe 27, 141. 1@dd) scheidend abtheilen? so ... schüttet (man beim glasschmelzen, um schöne gläser zu bilden) in den ersten hafen sandt, asch unnd saltz, das mssen die schürbuoben rren und umbwenden, wie man jetzt die ertzt, nach der newen und nützlichen kunst rret, furchet und wendet, wenn man sie brennet und röstet. Mathesius Sarepta 276b. 1@ee) schwimmend einen streif ziehend durchschneiden. von einem vogel, einem wasserfahrzeug, einem fisch. das meer furchen, auf demselben segelnd oder schiffend einen streif ziehen, durch dasselbe schiffen. bäch und teiche, blank und weit, hier gefurcht von ent und schwan, dort vom kleinen fischerkahn. Voss lyr. ged. 4, 195. eben so lat. sulcare von dem wasserfahrzeuge, dem schiffe und dessen kiele: arbore sulcamus maria. Plin. hist. nat. 12, 2; sulcavimus aequor. Ovid. Pont. 1, 4, 35; sulcavimus undas. 2, 10, 33; et longae sulcant vada salsa carinae. Virgil. Aen. 5, 158. schwimmend als einen streifen einschneiden: eine bahn furchen im meer: [] sanftwiegend schwimmt, gleich einem stolzen schwan, das schiff dahin, zum wunder aller söhne des ozeans, auf kaum gefurchter bahn. Wieland Ob. 6, 13; (gedächtnisbilder) malen mir des kahnes schwanken den gefurchten pfad (im wasser) entlang. Platen 5. mit acc. der sache und dat. der person: der wallfisch furcht sich eine bahn durchs meer. Alxinger. 1@ff) in falten ziehen, runzeln. die haut furchen, das gesicht oder angesicht furchen, die stirne furchen, die augenbraunen furchen u. s. w. ähnlich findet sich auch lat. sulcavit cutem rugis bei Ovid. met. 3, 276. dem harten schicksal flucht' er (Bardin) mit gebrülle ..., indesz die hände hart und wild verfahren mit der gefurchten haut, den greisen haaren. Gries Ariost 43, 168; ist diesz Thyest, der einst an reiz dem jungen Bacchus glich? wie hat der gram sein angesicht gefurcht! C. F. Weisze trauersp. 3, 194; (sie) furchten das gesicht. zwei löwen gleich an wut. Rückert Rostem nr. 100; und Raufbold furchte schon mit runzeln seine stirn, die tod und schrecken drohn. vergebens suchen ihn zween herrn zu unterhalten, er legt die krause stirn in unzufriedne falten. Zachariä renommist 4, 211; eifernd droht sie mit den zähnen, furchet ihre schöne stirne, schilt und sieht ihn feindlich an. Dusch schoszhund 53; mögt so gern den bauersmann bespötteln, ha! und furcht die stirn bei allem gold! Schmidt v. W. ged. 280; das alter hat die stirne mir gefurcht. Gotter 2, 241; schon viele tage seh ichs schweigend an, wie finstrer trübsinn deine stirne furcht. auf deinem herzen drückt ein still gebresten. Schiller 519a (Tell 1, 2); doch möcht ich mich den glatten stirnen lieber, als jenen tiefgefurchten, anvertrauen. 378b (Wall. tod 3, 7); hat ein andrer schlimme launen, furcht er wol die augenbraunen. Rückert ges. ged. (1836) 1, 447. falten furchen. pfeilgeschwinde zeit! schon furchst du mir um die augen falten und verscheuchst der jugend fröhlichkeit. Musäus nachgel. schr. 113. 1@gg) Das part. praet. gefurcht wird adjectivisch für »furchen- oder rinnenartig gestaltet, furchen- oder rinnenartig gestreift« gesetzt. so namentlich in der pflanzenkunde, wo ein stengel, der auf seiner oberfläche hohle, der länge nach einen einschnitt bildende linien zeigt, als gefurchet oder gefurcht, sulcatus, bezeichnet wird, eben so ein blumenstiel, so wie ein blatt das auf seiner oberfläche mit tieferen und breiteren streifen durchzogen ist, eine hülse. Plenk botan. terminol. 22. 42. 100. Bischoff wb. d. bot. 202. vgl.furche 8) c). auch bei theilen von thieren wird der ausdruck gebraucht, wenn furchenartige streifen sichtbar sind: der kopf verlängert sich in eine starke oft wulstige oder gefurchte schnauze. Brehm illustriertes thierleben 1, 71. von steinen vgl. furchenstein. 22) reflexiv sich furchen. eigentlich wie bildlich: faltenreich und kleingeädert ist des königs (Friedrich der grosze ist gemeint) gesicht — voller entwürfe — und durcheinander sich furchender anschläge. Lavaters physiogn. fragm. bd. 3, abschnitt 12 fragm. 10 (W. Wackernagels leseb. 3, 2, 522, 37). ach! unaufhaltsam strebet das schiff mit jedem momente durch die schäumende fluth weiter und weiter hinaus! langhin furcht sich die gleise des kiels, worin die delphine springend folgen. Göthe 1, 295; es furchet tief des denkers stirne sich. Chamisso (1836) 4, 188. Zusammensetzungen, in welchen furchen zuletzt steht, sind: abfurchen, anfurchen oder anfürchen (bair. ein acker anfürchen, durch jeden bifang desselben die zwei ersten furchen ziehen. Schmeller 1, 560), auffurchen (ein bei Voss beliebtes wort), ausfurchen oder ausfürchen (bair.), befurchen, durchfurchen, einfurchen, entfurchen, hinfurchen, zerfurchen.
6355 Zeichen · 130 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Furchen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Furchen , verb. reg. act. Furchen ziehen, machen. Auch figürlich, Runzeln machen, verursachen. Und Raufbold furchte scho…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    furchen

    Goethe-Wörterbuch

    furchen a trans: eine Rinne, Vertiefung ziehen hat man [ in Venedig ] .. tiefe Canäle in den Sumpf gefurcht GWB 30,139,2…

  3. modern
    Dialekt
    furchenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    furchen schw. : 1. 'mit der Hand oder der Hacke Setzfurchen oder -löcher ausheben', z. B. zum Bohnenlegen, foʳche (fǫʳχə…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit furchen

67 Bildungen · 42 Erstglied · 21 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von furchen

fur + -chen

furchen leitet sich vom Lemma fur ab mit Suffix -chen.

furchen‑ als Erstglied (30 von 42)

Furchenspur

SHW

Furchen-spur Band 2, Spalte 1011-1012

Furchenammelt

RhWBN

furchen·ammelt

Furchen-ammelt Wuppergeb. m., n.: zwei Eisenschienen im Ammeltstock des Wasserhammers, in die der Untersockel eingeschoben wird.

furchenausstreichen

DWB

furchen·ausstreichen

furchenausstreichen , n. das nach dem besäen des ackers erfolgende festere fahren des pfluges durch die grenz- oder scheidefurche zum völlig…

Furchende

RhWB

furch·ende

Furch-ende -ę·n., –ę·ŋ. May-Plaidt , Schleid-Alend Waldrf , Neuw-Haarhsn Linz , Sieg-Altenr Eckhsn Heide Lohmar Scheiderhöhe Seelschd Wahlsc…

furchenegge

DWB

furchen·egge

furchenegge , f. in Sachsen ein feldgeräth zur auflockerung und reinigung des kraut- oder kartoffelackers, das einer geieregge ( s. d. ) ähn…

furcheneis

DWB

furchen·eis

furcheneis , n. bei den nachtfrösten im frühling sich in furchen ansetzendes eis. ein landwirthschaftlicher ausdruck. Adelung.

furchengestreife

DWB

furchen·gestreife

furchengestreife , n. eine gesammtheit von furchen neben einander als streifen: äcker, wo stachlichte gerste bei bebendem roggen dahinwogt, …

Furchenhacke

Herder

furchen·hacke

Furchenhacke oder Furchenrechen , ein Instrument zu schnellerem Ziehen der Wasserfurchen, erfunden von Prof. Becker in Rostock, zweckmäßig, …

Furchenigel

Meyers

furche·nigel

Furchenigel , in der Breite verstellbare Eggen zur Bearbeitung von Furchen.

furchenkrebs

DWB

furchen·krebs

furchenkrebs , m. penaeus sulcatus, ein garnelenkrebs mit drei furchen auf dem schilde.

furchenlos

GWB

furchen·los

furchenlos Beynahe f-e, nicht perpendiculaire .. Stirne GWB 53,422,14 Physiognomisches Brigitte Mattausch B. M.

furchenmachen

DWB

furchen·machen

furchenmachen , n. , der ausdruck furchen machen ( s. sp. 675) substantivisch, wobei furche in fast allen bedeutungen gemeint sein kann.

furchenmacher

DWB

furchen·macher

furchenmacher , m. einer der furchen macht oder zieht, sulcator. Weber universalwb. 2, 760 b . vgl. furchenzieher.

furchennapf

DWB

furchen·napf

furchennapf , m. siphonaria, eine schnecke, die eine rechts verlängerte, also napfartige schale und eine leichte furche statt der kieme hat.

furchennest

DWB

furchen·nest

furchennest , n. ein in eine furche eines ackers gebautes nest: indessen hoch über dir die lerch in wolken singt, steigend auf und hernieder…

furchenrain

DWB

furchen·rain

furchenrain , m. die erhöhung oder der aufstrich einer furche. vgl. DWB furche 2). namentlich der aufstrich oder aufwurf, die erhöhung der e…

furchenrainle

DWB

furchenrainle , furchenrainlein , n. , das dim. des vorigen. porca in agro, furhenreinle, das reinle oder bühele zwüschend zweyen furhen. Fr…

furchenreich

DWB

furchen·reich

furchenreich , adj. viel furchen habend: itzt ziert die grüne saat das furchenreiche land. Brockes 1, 463 . Davon das gleichlautende und gle…

furchenschnee

DWB

furchen·schnee

furchenschnee , m. schnee der beim thauen in den furchen liegen bleibt und sich so, namentlich im frühjahre, länger erhält: sieh! bald kommt…

furchenschnittweise

DWB

furchenschnitt·weise

furchenschnittweise , adv. nach dem schnitte oder wie der schnitt des pfluges beim ziehen der furche, sulcatim. Weber universalwb. 2, 760 b …

furchenschrift

DWB

furchen·schrift

furchenschrift , f. , übersetzung des aus dem gr. adv. βουστροφηδόν gewordenen heutigen kunstausdruckes bustrophedon n., die bei den alten G…

furchenstein

DWB

furchen·stein

furchenstein , m. 1 1) ein zur bezeichnung der ackergrenze in die furche oder an das ende derselben gesetzter stein: wer esz sach, dasz eine…

furchen als Zweitglied (21 von 21)

abfurchen

DWB

abfurchen , desulcare, furchenweis abpflügen, abtheilen.

anfurchen

DRW

anfurchen die Furche beginnen Tirol/ÖW. V 797 Faksimile

auffurchen

DWB

auf·furchen

auffurchen , sulcare: die erde auffurchen; erst nun stellt er die äxt einher, auffurchend das estrich allen in éinem zug. Voss Od. 21, 120 .

ausfurchen

DWB

aus·furchen

ausfurchen , sulcare: den acker gehörig ausfurchen; ausgefurchte wangen, ausgefurchtes gesicht.

befurchen

DWB

befurchen , sulco signare: der landmann befurcht den acker; die sorge befurcht seine wangen; das schif befurcht das meer; der schwan befurch…

dreifurchen

RhWBN

drei·furchen

drei-furchen -fūrə Mörs-Schaephuysen , Geld Sevelen , Klev-Goch schw.: den Acker zum zweiten Mal umbrechen; Reihenfolge: ströəpe, drifure, s…

drifurchen

RhWB

dri·furchen

drifurchen RhWBN drīforə Mörs-Xanten Wallach , Geld-Sevelen , Klev-Appeldorn schw.: tiefgepflügten Acker nochmals halbtief pflügen, brocken …

durchfurchen

DWB

durch·furchen

durchfurchen , mit furchen durchziehen. ( maulthiere ) muthig ein tief brachfeld mit gefügetem pflug durchfurchend Voss Ilias 10, 353 . im f…

einfurchen

DWB

ein·furchen

einfurchen , imporcare, einackern, mit furchen umziehen: von gram eingefurchte wangen.

entfurchen

DWB

ent·furchen

entfurchen , delere sulcos, die furchen wegschaffen: die stirn entfurchen, entrunzeln.

gefurchen

PfWB

 ge-furchen schw. : ' angrenzen ', vgl. PfWB befurchen , PfWB furchen 2, PfWB Gefurchenstein . a. 1463: ein Garten zu Colgenstein, geforcht…

gerfurchen

RhWB

ger·furchen

ger-furchen γērfōrə Mörs-Pelden , Rees schw.: ist ein Acker an einem Ende breiter als am andern, so muss man g., einzelne Furchen nach dem s…

Ortfurchen

RhWB

ort·furchen

Ort-furchen (s. S.) ărtvūərə Kemp ; ·ə.t- Erk-Elmpt (u. ·ə.rt- ) Matzerath Rath , MGladb-Hockst , Neuss-Büttgen Kaarst Pl. f.: die Furche…

Saatfurchen

Adelung

saat·furchen

Saatfurchen , verb. reg. act. eben daselbst, das letzte Mahl pflügen, worauf sogleich gesäet wird. Daher das Saatfurchen, im Meklenburg die …

Schälfurchen

RhWB

schael·furchen

Schäl-furchen -fūərən Schleid-Dreiborn Pl.: F., die man über den in das Schiffelland gesäten Roggen pflügt, damit dieser mit Erde bedeckt wi…

Schickfurchen

RhWB

schick·furchen

Schick-furchen -fu·r.ə MülhRh , Köln , Jül Pl.: F. beim Pflügen eines unwinkeligen Feldes, die allmählich von dem breitern Stück in das unwi…

Umfúrchen

Campe

○ Umfúrchen , v. trs . ich umfurche, umfurchet, zu umfurchen , mit einer Furche oder mit Furchen umgeben, umziehen. D. Umfurchen. D. — ung .

zerfurchen

DWB

zer·furchen

zerfurchen , verb. , furchen graben a) in das erdreich, den boden: zerbröckeltes und zerfurchtes erdreich Immermann 7, 180 B.; b) in das ant…

zweifurchen

RhWB

zwei·furchen

zwei-furchen -fy·ə.rə May-Kollig , Neuw-Etschd , Aden , Monsch , Schleid , Eusk , Rheinb , Bo , Dür , Bergh , Sieg , MülhRh schw.: so pflüge…

Ableitungen von furchen (4 von 4)

befurchen

DWB

befurchen , sulco signare: der landmann befurcht den acker; die sorge befurcht seine wangen; das schif befurcht das meer; der schwan befurch…

entfurchen

DWB

entfurchen , delere sulcos, die furchen wegschaffen: die stirn entfurchen, entrunzeln.

gefurchen

PfWB

 ge-furchen schw. : ' angrenzen ', vgl. PfWB befurchen , PfWB furchen 2, PfWB Gefurchenstein . a. 1463: ein Garten zu Colgenstein, geforcht…

zerfurchen

DWB

zerfurchen , verb. , furchen graben a) in das erdreich, den boden: zerbröckeltes und zerfurchtes erdreich Immermann 7, 180 B.; b) in das ant…