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Fleiß

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Fleiß

Bd. 2, Sp. 202
Der Fleiß, des -es, plur. car. 1. * Eigentlich, Eilfertigkeit, das Eilen. So du mit deinem Widersacher vor den Fürsten gehest, so thue Fleiß auf dem Weg, daß du seiner los werdest, Luc. 12, 58. Thue Fleiß, daß du vor dem Winter kommest, 2 Timoth. 4, 21. In diesem Sinne ist es im Hochdeutschen veraltet, wo man es nur noch 2. in einigen figürlichen Bedeutungen gebraucht. 1) Die Fertigkeit, alles was man zu thun hat, aus eigenem Antriebe und ohne Zeitverlust zu verrichten, thätiger Beweis der Lust zu arbeiten. Ein anhaltender Fleiß. Man muß seinen Fleiß um seiner Gesundheit willen zurück halten. Sein Fleiß hat gar sehr nachgelassen. Ich schenke es dir zur Belohnung deines Fleißes. Jemanden zum Fleiße antreiben. Sprichw. Der Jugend Fleiß ist des Alters Ehre. 2) Sorgfalt, Aufmerksamkeit, Richtung der Empfindungs- und Verstandeskräfte auf das, was man thut. Vielen Fleiß auf etwas menden. Das Gemählde, die Bildsäule, das Stück ist mit großem Fleiße gearbeitet. Mit allem Fleiße, im Oberd. alles Fleißes, bestes Fleißes. Ich will es an meinem Fleiße nicht ermangeln lassen. Die biblischen Ausdrücke Fleiß thun, anlegen, ankehren u. s. f. sind im Hochdeutschen ungewöhnlich. 3) Der Vorsatz, Vorbedacht, ohne Artikel und nur mit dem Vorworte mit. Ich habe es nicht mit Fleiß gethan, aus Versehen, aus Übereilung. Mit Fleiß wird er es wohl nicht gethan haben. Entweder sie verstellen sich mit Fleiß, oder sie kennen sich selbst nicht. Anm. Dieses Wort lautet in den heutigen Bedeutungen bey dem Ottfried und Willeram Fliz, im Nieders. Fliet, im Holl. Vlyt, im Dän. Fliid, im Schwed. Flit. Das es eigentlich das Eilen bedeutet habe, erhellet noch aus den verwandten Sprachen; denn im Engl. ist to flit, und im Schwed. flyta noch jetzt eilen, und im Isländ. bedeutet fliotr schnell. S. Flitzbogen. Ottfried gebraucht für Fleiß auch Agáleiz, welches seiner letzten Sylbe nach gleichfalls hierher gehöret. Nach einer andern Figur bedeutet Flyz schon bey dem Kero Zank, Streit, und Notker nennet den Teufel Widerfliez, Widersacher. Aus allem erhellet, daß auch dieses Wort zu dem zahlreichen Geschlechte derer gehöret, welche ursprünglich eine Bewegung bezeichnen. Siehe Fließen.
2187 Zeichen · 48 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fleiß

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Fleiß , des -es, plur. car. 1. * Eigentlich, Eilfertigkeit, das Eilen. So du mit deinem Widersacher vor den Fürsten …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Fleiß

    Goethe-Wörterbuch

    Fleiß -s eigenh (zeitlebens), -ss vereinzelt eigenh (zB DjG 3 2,61,20 ) u Schreiberh vor der ital Reise; annähernd 450 B…

  3. modern
    Dialekt
    Fleißm.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Fleiß m. : 1. 'Beflissenheit, Arbeitseifer', in der lebenden Alltagssprache kaum gebräuchlich; vgl. fleißig . SprW.: Fle…

  4. Sprichwörter
    Fleiss

    Wander (Sprichwörter)

    Fleiss 1. Besser Fleiss und Kunst als Fürwort und Gunst. 2. Dem fleiss steht nicht vor. – Franck, I, 159 a ; Petri, II, …

  5. Spezial
    Fleiß

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Fleiß m. (-es) 1 lezitënza (-zes) f. 2 (Strebsamkeit) diligënza (-zes) f. 3 (Eifer) premura (-res) f. ▬ zu Fleiß aposta;…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fleiss

20 Bildungen · 15 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

fleiss‑ als Erstglied (15 von 15)

Fleißbelohnung

Campe

fleiss·belohnung

◎ Die Fleißbelohnung , Mz. die — en , die Belohnung des Fleißes (Praemium ). Dann etwas, das zugleich zur Aufmunterung des Fleißes dient ode…

Fleißbrief

Campe

fleiss·brief

○ Der Fleißbrief , des — es, Mz. die — e , ein Brief d. h. ein Zeugniß des Fleißes. »Diese Zahlen erwarben, wenn sie auf eine gewisse festge…

Fleißen

Adelung

fleis·sen

* Fleißen , verb. irreg. reciproc. Imperf. ich flíß, Mittelw. geflissen, Fleiß, Sorgfalt anwenden, in der zweyten figürlichen Bedeutung des …

Fleißgenosse

GWB

fleiss·genosse

Fleißgenosse idVbdg ‘Zeit- und F.’ für einen Kollegen auf gemeinsamen Forschungsgebieten B40,83,19 Blumenbach 5.10.25 K Rüdiger Welter R. W.

fleißig

Pfeifer_etym

fleis·sig

Fleiß m. ‘Eifer, Arbeitsamkeit’, ahd. flīʒ ‘Kampf, Streit, körperliche Anstrengung, geistige Anspannung, Übereifer’ (8. Jh.), mhd. vlīʒ, vli…

Fleissige (der)

Wander

fleissig·eder

Fleissige (der) 1. De Flitige löpt sik dood, un de Fule dricht sik dood. ( Süderdithmarschen. ) 2. Dem Fleissigen guckt der Hunger wol zuwei…

Fleißigen

Adelung

fleis·sigen

* Fleißigen , verb. reg. recipr. Fleiß anwenden, mit Sorgfalt zu erhalten suchen, welches im Hochdeutschen eben so sehr veraltet ist, als fl…

Fleissknäuel

RhWBN

fleiss·knaeuel

Fleiss-knäuel Gummb-Berghsn m.: Kn. Wollgarn met wat Leckersch in der Meddsen drin zum fleissigen Stricken.

fleisslehter

KöblerMhd

fleisslehter , st. M. Vw.: s. vleischslahtære

fleisslich

RhWB

fleis·slich

fleiss-lich -īsələχ Aden , Ahrw , Rheinb , Eusk , Köln Adj.: fleissig; fl.ə Lück (Leute) stonn met der Sonn op Allg.; et deht en spare on fl…

fleiss als Zweitglied (3 von 3)

Ohnefleiss

Wander

ohne·fleiss

Ohnefleiss Hans onfleiss würt nimmer weiss. – Franck, II, 68 a ; Eiselein, 500; Simrock, 2517; Germberg, V, 323.

Unfleiß

Adelung

Der Unfleiß , des -es, plur. car. der Gegensatz von Fleiß, der Mangel des Fleißes, als ein glimpflicher Ausdruck für das härtere Faulheit. U…

Ableitungen von fleiss (2 von 2)

befleißen

Pfeifer_etym

Fleiß m. ‘Eifer, Arbeitsamkeit’, ahd. flīʒ ‘Kampf, Streit, körperliche Anstrengung, geistige Anspannung, Übereifer’ (8. Jh.), mhd. vlīʒ, vli…

Unfleiß

Adelung

Der Unfleiß , des -es, plur. car. der Gegensatz von Fleiß, der Mangel des Fleißes, als ein glimpflicher Ausdruck für das härtere Faulheit. U…