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Flamme

mnd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Flamme

Bd. 6, Sp. 658
Flamme, ein an der Luft verbrennender Dampf- oder Gasstrom. Alle Körper, die sich an der Luft entzünden lassen und mit F. verbrennen, sind so flüchtig, daß sie sich bei der Entzündungstemperatur in Dampf verwandeln, oder so leicht zersetzbar, daß sie bei jener Temperatur dampf- oder gasförmige Zersetzungsprodukte entwickeln. Alle Körper, die weniger flüchtig sind oder sich nicht in der angegebenen Weise zersetzen, verbrennen beim Erhitzen an der Luft nur unter Erglühen, wie z. B. das Eisen im Schmiedefeuer zu Hammerschlag verbrennt. Erhitzt man Holz, Fett, Steinkohle etc. bei Abschluß der Luft, so entwickeln sich bei bestimmter Temperatur brennbare Gase, die an einen andern Ort geleitet und dort entzündet werden können (Leuchtgas). Erhitzt man aber dieselben Körper auf dieselbe Temperatur bei Zutritt der Luft, so entzündet sich das entwickelte Gas, sowie es sich bildet, in unmittelbarer Nähe der erhitzten Körper, und es macht den Eindruck, als ob diese selbst und nicht ihre Zersetzungsprodukte mit F. verbrennen. Wird ein Gasstrom entzündet, so erfolgt die Verbrennung nur an den Stellen, wo das Gas mit der Luft in Berührung tritt, also an der Peripherie des Gasstroms, und so bildet die F. einen kegelförmigen Mantel mit einem Kern von unverbranntem Gas. Hält man in die F. schräg aufwärts ein enges Gasröhrchen, so strömt das unverbrannte Gas an dessen Spitze aus und kann hier entzündet werden. Die Gestalt der F. hängt ab von der Gestalt des Querschnitts und von der Geschwindigkeit des Gasstromes und ist modifiziert durch den Einfluß der Diffusion. Die Luft dringt von außen in den Gasstrom ein und gelangt um so tiefer hinein, je länger sie auf ihn einwirkt. Daher wird der Querschnitt der F. nach obenhin mit der Entfernung vom Docht oder Brenner immer kleiner, und so entsteht die kegelförmige F., an der man den innern, nicht leuchtenden Kern, aus noch nicht brennenden Gasen bestehend, den leuchtenden Mantel und eine nicht oder sehr wenig leuchtende äußere Schicht unterscheidet. Zu diesen drei Schichten kommt dann noch die blaue, nicht leuchtende Basis der F., die so weit reicht, wie die Luft frei in die F. einströmen kann. Die Temperatur der F. ist abhängig von der Natur des verbrennenden Körpers und der Verbrennungsprodukte. Nicht alle Körper liefern bei vollständiger Verbrennung dieselbe Wärmemenge, und die verschiedenen Verbrennungsprodukte bedürfen überdies, um auf eine bestimmte Temperatur gebracht zu werden, verschiedener Wärmemengen. Mischen sich dem verbrennenden Gas nicht brennbare Gase, wie Kohlensäure oder Stickstoff, bei, so kann die Temperatur der F. so stark herabgedrückt werden, daß sich kaum noch Papier darin entzünden läßt. Die sehr heiße Wasserstoffflamme ist kaum sichtbar, Schwefel brennt mit sehr schwach leuchtender blauer F., ebenso reiner Spiritus, während die F. unsrer Leuchtmaterialien mehr oder weniger weißes Licht ausstrahlt. Im allgemeinen sind Flammen, in denen sich nur Gase befinden (wie in der Wasserstoff-, Schwefel-, Spiritusflamme), nicht leuchtend, während in den meisten leuchtenden Flammen staubförmig verteilte Körper vorhanden sind. In der F. unsrer Leuchtmaterialien befindet sich gasförmiges Äthylen C2H4, und wenn dieses stark erhitzt wird, zerfällt es in Methan CH4 und Kohlenstoff. Das Methan verbrennt und erhitzt den ausgeschiedenen Kohlenstoff zur Weißglut. In der nicht leuchtenden Methanflamme strahlt also glühender Kohlenstoff weißes Licht aus, und dieser Kohlenstoff verbrennt, sobald er in die äußere Schicht der F. gelangt. Beschränkt man aber den Luftzutritt, so daß der Kohlenstoff nicht hinreichend Sauerstoff zur Verbrennung findet, dann scheidet er sich als Ruß aus, die F. qualmt oder blakt. Eine solche F. entwickelt auch, entsprechend der unvollkommenen Verbrennung, viel Kohlenoxyd. Mischt man dagegen Leuchtgas, das ebenfalls Äthylen enthält, mit Luft, so brennt es mit blauer, nicht leuchtender F., weil der Kohlenstoff im Moment der Abscheidung aus dem Äthylen durch überall im Innern der F. reichlich vorhandenen Sauerstoff verbrannt wird und daher nicht als glühender Körper auftreten kann. Aber auch bei der Vermischung des Leuchtgases mit nicht brennbaren Gasen, wie Kohlensäure oder Stickstoff, wird die Leuchtkraft der F. vernichtet, weil die bei der Verbrennung des Gases erzeugte Wärme zur Erhitzung der nicht brennbaren Gase verbraucht und dadurch die Temperatur so stark herabgesetzt wird, daß es gar nicht zur Ausscheidung von Kohlenstoff kommt. Erhitzt man aber dies Gasgemisch vor der Entzündung, so brennt es ebenfalls mit leuchtender F. Übrigens geben manche Körper, die an freier Luft mit nicht leuchtender F. brennen, in komprimierter Luft eine leuchtende F.
4694 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    flammeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    flamme , F. Vw.: s. vlamme

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Flamme

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Flamme , plur. die -n, Diminut. das Flämmchen, Oberd. das Flämmlein, die entzündete Sammlung von Dämpfen an und über…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Flamme

    Goethe-Wörterbuch

    Flamme Von rund 380 Belegen etwa 3/4 im dichterischen Werk; neben detaillierter Beschreibung der konkr Feuererscheinung …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Flamme

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Flamme , nennt man die besondere Art der Lichterscheinung beim Verbrennen brennbarer Gasarten. Die mit F. brennenden Kör…

  5. modern
    Dialekt
    Flammef.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Flamme f. : 1. a. wie schd., Flamm ( flḁm und flam, s. F.) [allg.], Pl. -e ; Dim. Flämmche [WPf NPf nördl. VPf], Flämmel…

  6. Sprichwörter
    Flamme

    Wander (Sprichwörter)

    Flamme 1. Die flamm ist dem rauch am nächsten. – Henisch, 1126. Lat. : Flamma fumo est proxima. 2. Die flamm ist die see…

  7. Spezial
    Flamme

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Flam|me f. (-,-n) 1 flama (-mes) f. 2 füch (füc) m. 3 (Gefühlswallung) flama (-es) f. 4 ‹fig, umor› (Angebetete) flama (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit flamme

188 Bildungen · 182 Erstglied · 5 Zweitglied · 1 Ableitungen

flamme‑ als Erstglied (30 von 182)

flamme 1 und häufiger

KöblerAfries

flamme 1 und häufiger , st. F. (ō) nhd. Flamme ne. flame (N.) Q.: GF I.: Lw. lat. flamma E.: s. lat. flamma, F., Flamme; s. idg. *bʰleg-, V.…

flammegebend

DWB

flammegebend , flammen gebender brennstof

flammenähnlich

GWB

flammen·aehnlich

flammenähnlich ‘etw F-es’ für eine physiolog bedingte, blitzartig phosphoriszierende Farbenerscheinung N1,24,2 FlD 54 Dorothea Weiss-Schäfer…

flammenartig

GWB

flammen·artig

flammenartig a aufleuchtend wie eine Flamme, nur von Farberscheinungen; substantivisch auch als Wesensmerkmal der Farbe N5 1 ,353,10 Fl Nach…

flammenathem

DWB

flammen·athem

flammenathem , m. der nachtwind bespülte mit kühlen wellen ihre feuerwange und Gustavs flammenathem. J. P. uns. loge 1, 146.

flammenathmend

DWB

flammenathmend , begeisterung: flammenathmend erhellst du abgründe vor mir her. Stolberg 1, 82 .

flammenauge

DWB

flammen·auge

flammenauge , n. musz ich hicht aus deinen flammenaugen meiner wollust widerstrahlen saugen? Schiller 8 a : da reisz ich des bettes vorhang …

flammenbach

DWB

flammen·bach

flammenbach , m. der meister kann die form zerbrechen mit weiser hand, zur rechten zeit, doch wehe, wenn in flammenbächen das glühnde erz si…

Flammenbad

GWB

flammen·bad

Flammenbad -baad in vergleichender Anspielung auf die ‘sehend’ machende Wirkung des Feuerbades auf den Prinzen Biribinker in Wielands ‘Don S…

flammenbecher

DWB

flammen·becher

flammenbecher , m. bestand Brydone schönere gefahr, als er, ein gott, am ofnen flammenbecher des Aetna stand und hoher zecher der himmelslüf…

flammenbeschweift

DWB

flammenbeschweift , flammig geschwänzt, flammenbeschweifte nachtphantome. Matthisson 105 .

flammenbildung

DWB

flammen·bildung

flammenbildung , f. soll ich dir, flammenbildung, weichen? ich bins, bin Faust, bin deines gleichen. Göthe 12, 35 .

flammenblick

DWB

flammen·blick

flammenblick , m. ich liebe dich, sprach schnell, mit flammenblick, Teutona. Klopstock; es war schön anzusehn, wie er hoch aus der luft mit …

flammenblitz

DWB

flammen·blitz

flammenblitz , m. erliegst du ( rose ) nicht vor meinem flammenblitze? Rückert 132 . ges. ged. 1, 107.

flammenblume

DWB

flammen·blume

flammenblume , f. phlox, nnl. vlambloem, auch blosz 'die flamme': flamm und mädchen im busch ( nigella damascena ). Klopstock 2, 232 .

Flammenbogen

Meyers

flammen·bogen

Flammenbogen ( Davyscher Lichtbogen ), der Lichtbogen, der sich zwischen den Spitzen zweier Kohlenstäbe bildet, durch die elektrischer Strom…

flammenbote

DWB

flammen·bote

flammenbote , m. du bist es heilger geist, du warst die feurig kol, so des vorsagers lippen durch flammenbotten hand berührt hat. Rompler s.…

Flammenburg

GWB

flammen·burg

* Flammenburg ‘Apollons F.’ für den Wohnsitz des Sonnengottes [ für: δῶμα θερμὸν Ἡλίον] 41 2 ,408 Eurip,PhaetonVersuch Var [Göttling] [ bei …

flammendampf

DWB

flammen·dampf

flammendampf , m. zwischen dem abendroth und dem flammendampf des Vesuves. Stolberg 1, 403 .

flamme als Zweitglied (5 von 5)

Sparflamme

RDWB1

Sparflamme f auf ~ idiom. не спеша, про запас устойч. , на всякий случай идиом. , на всякий пожарный идиом. , разг. , на будущее, чем чёрт н…

feuerflamme

DWB

feuer·flamme

feuerflamme , f. flamma. mhd. fiures flamme ( wb. 3, 336 a ): von himel ein fewerflam. H. Sachs III. 2, 275 b ; ihr dunder, plitz und strahl…

lebensflamme

DWB

lebens·flamme

lebensflamme , f. 1 1) das leben unter dem bilde einer flamme: verschiebs nicht länger, die erliegende natur zu stärken, weil die lebensflam…

liebesflamme

DWB

liebes·flamme

liebesflamme , f. : diese liebesflammen umzingeln dein herz. Göthe briefw. m. e. kinde 3, 3 ; theilt, vermischt, vermehrt das feuer, das der…

vūrflamme

KöblerMnd

vūrflamme , F. Vw.: s. vǖrvlamme

Ableitungen von flamme (1 von 1)

geflamme

BMZ

geflamme swv. alsam ein vrowe geflammet sich, daʒ tuot ir dicke tougen brant Frl. 216,2.