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Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Fett

Bd. 2, Sp. 692
Fett, eine allgemein bekannte thier. oder vegetabil. Substanz. Physicalische Eigenschaft des F.es ist neben einem mehr oder weniger hohen Grade von Adhärenz das Vermögen, durch möglichst große Zertheilung seiner Molecule eine glatte Oberfläche darzustellen, deßwegen die allgemeine Anwendung der F.e als Schmiermittel zur Verminderung der Reibung; dabei haben alle F.e eine große lichtbrechende Kraft, leiten dagegen die Wärme u. Electricität sehr schlecht, daher ihre Anwendung als electr. Isolatoren. Mit Wasser läßt sich das F. zu einer microscopisch gleichförmigen Masse nicht mischen, sondern stellt im Zustand der größten Vertheilung als microscopische Bläschen alsdann das dar, was wir Milch (lac, emulsio) nennen. Je nachdem der Ursprung des F.es ist, unterscheidet man Thier- und Pflanzenmilchen. Chemisch betrachtet, besteht das F. aus C+H+O mit Ausschluß des N. Die 3 Elemente sind auf verschiedene Art combinirt, je nach der Art des F.es, jedoch wesentlich so, daß der O (Sauerstoff) nie hinreicht, C (Kohlenstoff) zu Kohlensäure u. H (Wasserstoff) zu Wasser zu oxydiren. Dieser Ueberfluß von C nur ist es allein, von welchem man im gewöhnlichen Leben Anwendung macht und zwar vornehmlich als Beleuchtungsmaterial. Während ein Theil des überflüssigen C an der Oberfläche der Flamme zu Kohlensäure und Kohlenoxydgas verbrennt, wird der noch nicht verbrannte Antheil von C durch den Verbrennungsprozeß an der Oberfläche glühend gemacht u. diese glühende Kohle in der größten mechan. Zertheilung leuchtet. Hauptsächlich auf dem Unterschied des Aggregationszustandes bei gewöhnlicher Temperatur beruht der Unterschied des Elains und Stearins, jenes den flüssigen, dieses den festen Bestandtheil der natürlichen F.e vorstellend. Ersteres kommt hauptsächlich im Pflanzen-, dieses im Thierreich vor. Doch nicht allein der lebende Organismus der Pflanzen u. Thiere kann F.e darstellen, auch der todte Chemismus kann unter gegebenen Umständen aus thierischen Ueberresten, Weichtheilen, F. darstellen, nämlich das sog. Leichenf., eine stearinreiche, wachsartige Masse, die man zuerst bei Ausgrabungen auf alten Kirchhöfen kennen gelernt hat. Neben gehemmtem Zutritt der Luft scheint insbesondere auch die Gegenwart von Wasser erforderlich zu sein. Säuren zersetzen die F.e auf verschiedene Weise, entweder bei stärkster Einwirkung direct in ihre Elementarbestandtheile u. ersten Verbindungen: Kohlenoxyd, Kohlensäure mit Ausscheidung von Kohle, Kohlenwasserstoff u. Wasser, od. bei schwächerer Einwirkung, wie unter Einwirkung von Salzbasen und Wasser geschieht, in F.säuren. Diese F.säuren in Verbindung mit den chemischen Basen, Alcalien, Erden u. Metallen bilden das, was man Seifen nennt. Nicht alle F.e haben diese Eigenschaft, man unterscheidet deßhalb verseifbare und nicht verseifbare F.e. Vom physiologischen Standpunkt scheint das F. ein mit den Lebenszwecken des Organismus nicht wesentlich zusammenhängendes, sondern mehr zufällig vorhandenes u. verwendbares Product des Organismus selbst zu sein. Im Pflanzenreich kommt es insbesondere in dem Eiweiß und den Samenlappen des Embryo's (doch ausnahmsweise auch in allen übrigen Theilen der Pflanze, am seltensten in der Wurzel) vor und scheint in solchen Samen die Stelle des Amylums als erste Nahrung für die keimende Pflanze zu ersetzen. Im Thiere stellt das in eigenen Zellen wie bei den Pflanzen eingeschlossene, an sich ganz formlose, F. das Material vor, welches der Organismus als einen für den Augenblick nicht verwendbaren Vorrath zur Erzeugung und Erhaltung der thierischen Wärme, da u. dort im Zellgewebe für künftige Zeiten aufgespeichert hat. Behält man das Bild von Liebig in seinen chem. Briefen bei, wo er den Organismus mit einer Dampfmaschine vergleicht, so stellt das F. das im Tender aufgespeicherte Brennmaterial vor. In gewöhnlichen Zeiten enthalten die täglich eingeführten Nahrungsmittel an sich schon so viel stickstofffreie sog. Respirationsmittel, um den nöthigen Grad von thierischer Wärme zu erhalten. Werden dergleichen Nahrungsmittel, stärkemehl- u. zuckerhaltige, in größerer Menge als der sofortige Verbrauch erheischt, eingeführt, so verwandeln sich diese Stoffe durch Desoxydation in F., wohl auf die gleiche Weise wie solches auch in der Pflanze aus den gleichen Stoffen entsteht.
4283 Zeichen · 59 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fêtt

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Das Fêtt , des -es, plur. inus. diejenige weißliche, schmierige und unempfindliche Materie in den thierischen Körpern, w…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fett

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    fett a von Lebewesen: mit reichl Fettgewebe ausgestattet, dick, wohlgenährt; vom Tier auch: gemästet Drüsensystem [ der …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fett

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Fett , eine allgemein bekannte thier. oder vegetabil. Substanz. Physicalische Eigenschaft des F.es ist neben einem mehr …

  4. modern
    Dialekt
    fëtt

    Elsässisches Wb. · +13 Parallelbelege

    fëtt [fat U.; fæt Str. W. ] Adj. fett, Syn. feisst O.: dis macht m i r d Supp nit f. wenn bei einem Geschäft, einer Erbs…

  5. Spezial
    fettadj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    fett , adj шрифт , м , жирный

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fett

691 Bildungen · 398 Erstglied · 288 Zweitglied · 5 Ableitungen

fett‑ als Erstglied (30 von 398)

Fettanke

SHW

Fett-anke Band 2, Spalte 691-692

Fettarsch

SHW

Fett-arsch Band 2, Spalte 691-692

Fettauge

SHW

Fett-auge Band 2, Spalte 691-692

Fettbacke

SHW

Fett-backe Band 2, Spalte 691-692

Fettbalg

SHW

Fett-balg Band 2, Spalte 691-692

Fettbart

SHW

Fett-bart Band 2, Spalte 691-692

Fettbauch

SHW

Fett-bauch Band 2, Spalte 691-692

Fettbollen

SHW

Fett-bollen Band 2, Spalte 691-692

Fettbrühe

SHW

Fett-brühe Band 2, Spalte 691-692

Fettdrüse

SHW

Fett-drüse Band 2, Spalte 691-692

Fettfaß

SHW

Fett-faß Band 2, Spalte 693-694

Fettgriebe

SHW

Fett-griebe Band 2, Spalte 693-694

Fetthafen

SHW

Fett-hafen Band 2, Spalte 693-694

Fetthals

SHW

Fett-hals Band 2, Spalte 693-694

Fetthering

SHW

Fett-hering Band 2, Spalte 693-694

Fettkachel

SHW

Fett-kachel Band 2, Spalte 693-694

Fettkuh

SHW

Fett-kuh Band 2, Spalte 693-694

Fettkübel

SHW

Fett-kübel Band 2, Spalte 693-694

Fettlappen

SHW

Fett-lappen Band 2, Spalte 693-694

fettlappig

SHW

fett-lappig Band 2, Spalte 693-694

Fettlatz

SHW

Fett-latz Band 2, Spalte 693-694

fettleibig

SHW

fett-leibig Band 2, Spalte 693-694

fett als Zweitglied (30 von 288)

Äditzfett

MeckWB

AEditz·fett

Wossidia Äditzfett n. herabsetzende Benennung des amerikanischen Schmalzes Wa.

aal(en)fett

PfWB

aalen·fett

aal(en)-fett Adj. : ' fett wie ein Aal '. Die Sau is oolefett [LA-Rhodt LU-Opp Altr Rh'gönh Heeger Tiere II 13], oolfett [ NW-Kallstdt GH-Ma…

Aantenfett

MeckWB

Wossidia Aantenfett n. Entenfett; Rda.: dor is Aantenfett (Wasser) unner Wa.

Adeborsfett

MeckWB

adebor·s·fett

Wossidia Adeborsfett n. das Fett des Storches gilt seit alters her als Heilmittel für Ohrenund Gichtleiden, jetzt nicht mehr erhältlich, da …

Angstfett

MeckWB

angst·fett

Wossidia Angstfett n. durch Nudeln erzeugtes Fett der Gänse Sta Stargard@Neubrandenburg NBrand .

Apenfett

MeckWB

apen·fett

Wossidia Apenfett n. Affenfett, spöttisch für amerikanisches Schmalz Sta Stargard@Userin User ; für Margarine Sta Stargard@Alt Strelitz AStr…

Armfett

RhWB

arm·fett

Arm-fett MGladb n.: in der Wend.: De hät Ä.əfett er ist stark.

Bauchfett

RhWB

bauch·fett

Bauch-fett RhWBN Aach Geilk , Heinsb , Grevbr n.: Darmfett des geschlachteten Tieres.

Borenfett

MeckWB

boren·fett

Wossidia Borenfett n. altes Arzneimittel; jetzt im Aprilscherz, indem man jem. in die Apotheke danach am 1. April schickt Gü Güstrow@Bützow …

bratenfett

DWB

braten·fett

bratenfett , n. , das aus dem braten trieft, auch bratfett, nnl. braadvet.

bratfett

DWB2

brat·fett

bratfett , bratenfett n .: 1550 Alberus fab. 202 HND. 2009 hamb. morgenpost (27.12.), IdS‐arch.

Brühefett

RhWB

bruehe·fett

Brühe-fett brī:də- Bitb , Prüm , Koch Sg. t. n.: das von der Fleischbr. abgeschöpfte F. zur Zubereitung der Speisen, bes. des Sauerkrautes.

Büfett

Pfeifer_etym

buf·ett

Büfett n. (auch Büffet und Buffet) ‘Geschirrschrank, Anrichte’, dann ‘Schanktisch’, Anfang des 18. Jhs. zunächst als Bufet aus gleichbed. fr…

Büfett

BWB

Büfett Band 3, Spalte 3,692

Dachpfëtt

ElsWB

Dachpfëtt f. = Pfëtt M. Bf. Z. Hag.

dachsfett

DWB

dachs·fett

dachsfett , n. gilt als heilmittel bei verrenkungen. s. DWB dachsschmalz .

Därmefett

PfWB

daerm·e·fett

Därme-fett , Därme-gichter s. PfWB Darmfett , PfWB -gichter(n) .

Dagfett

MeckWB

dag·fett

Wossidia Dagfett n. iron. vom Hering Ha Hagenow@Redefin Red .

Ableitungen von fett (5 von 5)

entfetten

DWB

entfetten , obesitatem demere: schulstuben voll licht sollen zum entfetten und abmagern der inwohner helfen. J. P. herbstblum. 3, 141.

fette

DWB

fette , f. pinguedo: zu der zeit wird seine last von deiner schulter weichen müssen und sein joch von deinem halse, denn das joch wird verfa…

Unfett

Campe

Unfett , adj . u. adv . s. Campe Unfeist .

verfetten

DWB

verfetten , verb. fett werden: der körper verfettet immer mehr.

verfettung

DWB

verfettung , f. fett werden, herzverfettung.