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fett

nhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
33 in 18 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

fett

Bd. 2, Sp. 872
Wossidia fett fett: obesus 'vett' Chytr. 115; Mi 21b; bezeichnet 1. den Fettgehalt oder -reichtum von Nahrungsmitteln: 'van alleme vetten dinge, also is selsmer, swinen smer unde talch, vor iowelk punt vier penninge' (Wi 1328) UB. 7, 612; fetten Speck, fett Fleisch, fett Botterbrot, fetten Braden u. ähnl.; Peter heet he, Up 'n Dack set he, Fett Speck et he Wo. V. 4, 245 c; Bull Bull Botterbrot, Stöt mi nich in 'n deipen Sod, Süs kriggst du kein fett Stück Botterbrot 2, 1066; 'eine vette brade' Gry. Paw. Uu 2a; 'n fetten Happen allgem. auch übertr. von einer reichen Braut; dickflüssig, ölig von Getränken: cerevisia crassa 'dick fett Beer' Chytr. 448; Elisabeth, De Kohl is fett, De Klüt sünd gor, Giff mi ok 'n poor Wo. V. 4, 364; übertr.: dat maakt den Kohl nich fett das bedeutet nichts, macht nicht viel aus Ro; Reut. 3, 139; vor zu reichlichem Fettgenuß wird gewarnt: Kinner möten nich so fett Botter äten, süs rott't ehr de Hals af Wo. V. 3, 1932; im Wundsegen: Schal vull Mähl Is ok nich tau väl, Gaut Stück Speck Is ok nich tau fett 573; iron. von sehr magerem Fleisch: dat Fleisch is so fett as 'n Flöhschinken RoRostock@KühlungsbornKühl; Krähengespräch: achtern Barg dor liggt Aas. Is 't gaut fett? 2, 757; brav fett? 755. 2. den Fettansatz, die Wohlbeleibtheit bei Menschen und Tieren: dinen dicken fetten Knecht Wo. V. 1, 6 h; fette Ossen Reut. 1, 81; Up 'n Kiker steiht väl Gras, Dor lopen de fetten Ossen in up un af Wo. V. 1, 164 a; Buhkauh von Allern, Wat steiht in unsen Stallen? Eine fette bunte Kauh, Dei hüürt unsen Vadder tau 3, 83 a; beim Versiegen einer Einnahmequelle, dem Tod eines reichen Wohltäters, heißt es: denn' starwt ne fett Koh af StaStargard@TriepkendorfTriepk; im Bastlösereim: Hinner Berlin Dor liggt 'n fett Swin, Hinner Pernau Dor liggt ne fett Sau Wo. V. 4, 611; Hott hott hott ho, Nah Hamborg hento, Nah Lübeck hendal, Dor sünd de fetten Aal 3, S. 348; der Leibesumfang wird durch Vergleiche verdeutlicht: fett as ne Snick Glob. 8, 274; ... as ne Aalquapp MaMalchin@RemplinRempl; im Spiel Is de Butt noch nich bald fett? geht der Vater mit dem Kinde auf dem Rücken herum und fordert die Anwesenden auf, sich durch Drücken und Kitzeln von dessen Körperfülle zu überzeugen Wo. V. 3, 378c; Ossen ... fett häuden (sie zur Mast auf die Weide treiben) 2, 286 b; sülfst äten maakt fett, seggt dei Buer tau 'n Slachter un maakt em dei Stalldör vör dei Näs' tau RoRostock@KlockenhagenKlock; ein Mensch, bei dem das Essen nicht anschlägt, ward nich fett un wenn hei ok in Fett begraben ward SchwSchwerin@PinnowPinn; ähnl. im Rätsel von der Bratpfanne: in uns' Hus dor is 'n Ding, dat hett dree Been un ett Fett un frett Fett un ward doch nich fett Wo. V. 1, 387; beim Schlagen mit der Fastnachtsrute sagt man: Ick quitsche di, ick quäke di, De leew Gott dee bäter di, Alle Dag' 'n Pund, So ward'st du dick un fett un rund 4, 809. 3. in übertr. Bedeutung fruchtbar, von schwerem, lehmigem Acker, der gute Erträge liefert, und von Wiesen, die saftiges Gras tragen, s. die FN.; solum pingue 'vett, fruchtbar Erdtryck' Chytr. 44; üppig, von guten Zeiten, in denen kein Mangel herrscht, z. B. der Schlachtzeit um Weihnachten herum, die allgem. dat fett Vierteljohr genannt wird, so auch im Beispielsprichwort: dat fett Vierteljohr is angahn, hett de Jung' seggt, hett ant Finster säten un mit 'n swarten Snauzboort (den er sich mit Schwarzsauer angegessen hatte) rutkäken MaMalchin@RemplinRempl; ähnl.: dee kickt mit 't fett Mul œwer de Dör HaHagenow@BoizenburgBoiz; gistern hebben wi mit 'n fett Mul œwern Disch käken RoRostock@LichtenhagenLicht; dat is 'n fett Läben, säd' de Lus, dor set se baben in 'n Schorf Wo. V. 2, 275; zu hohe Ansprüche werden abgewiesen: so fett fidelt Lux nich Schw Pamp; Wo. V. 3, 1927; ..., dat dor Parlen up fleiten MaMalchin@GnoienGnoi; so fett fidelt Voß nich, dat man dor Schauh mit smeren kann RoRostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; man soll aber auch nicht zu bescheiden sein, denn von 't Taukiken ward keiner fett Horn Selmsd. 1, 608; ferner: fett lachen selbstzufrieden allgem.; auch schadenfroh: Dei annern, dei lachten so fett un gel Seem. And. 92; lacht den Vagt fett in de Ogen Tarn. Mart. 58; fett roken (ausgiebig, stark): Reut. 2, 299; auch: fett dampen 1, 444; einen (einen Tanz) ut 't fett Enn' spälen vom besten Ende Wa; dreist: ick wir 'n fetten Bengel Wa; stark, kräftig: Dor nehm ick minen fetten Stock Un slög' den ollen Voß up 'n Kopp Wo. V. 2, 1715; weiterhin: de Kram ward mi to fett kostet zu viel Geld Ro; dee is schön fett betrunken RoRostock@WarnemündeWarn; dat is wat Fetts eine unanständige Geschichte PaParchim@GoldbergGoldb; dat sünd de Fetten die bessergestellten Gutsleute wie Förster, Statthalter, Stellmacher MaMalchin@RemplinRempl. 4. häufig mit mager gepaart: mi nich to fett (d. h. mir wird es nicht zu fett), seggt Jochen Mager, wenn ok Speck in Botter brad't ward PaParchim@PlauPlau; im Neckreim: Heine, wat büst du mager, Heine, wat büst du fett, Heine, du ward'st min Swager, Dat lett di gor to nett Wo. V. 4, S. 250; beim Holz wird das Stammende fett, das Toppenn' mager genannt Wa; beim Schlagballspiel sind die innerhalb des Mals Stehenden fett, die Außenpartei dagegen mager HaHagenow@BelschBelsch; Pa Parchim@WulfsahlWulfs; Fett un Mager ein Kartenspiel, das besonders in Schö@ üblich war Monh. 3, 147a; es wurde mit neun Karten gespielt, die ersten, höher bewerteten Stiche wurden als fett, die letzten geringer bezahlten als mager bezeichnet PaParchim@WulfsahlWulfs; Fett un Mager hießen die Lübecker im Munde der Seeleute wegen ihrer Flagge, die weiß und rot wie ein geräucherter Schinken ist Wo. Seem. 1, 129. 5. Zss.: pik-, quabben-, snicken-, specken-, spicken-, swabben-, swinfett. FN.: de fett Höörn, fett Koppel, ... Wisch. — Mnd. vet. — Br. Wb. 1, 383; Dä. 116b; Kü. 1, 449; Me. 2, 59.
5543 Zeichen · 95 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fêtt

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Das Fêtt , des -es, plur. inus. diejenige weißliche, schmierige und unempfindliche Materie in den thierischen Körpern, w…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Fett

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Fett 1 Fettgewebe im tierischen od menschl Körper; einmal im Gleichnis warum diese Geschöpfe [ Pachydermen ] dickhäutig …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fett

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Fett , eine allgemein bekannte thier. oder vegetabil. Substanz. Physicalische Eigenschaft des F.es ist neben einem mehr …

  4. modern
    Dialekt
    Fëtt

    Elsässisches Wb. · +13 Parallelbelege

    Fëtt n. Fett. Rda. ‘Sunst het mer glich kriej't sin Fett’ seine Strafe. Boese Schk. 193. — Bayer. 1, 778.

  5. Spezial
    fettadj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    fett , adj шрифт , м , жирный

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fett

416 Bildungen · 398 Erstglied · 13 Zweitglied · 5 Ableitungen

fett‑ als Erstglied (30 von 398)

Fettanke

SHW

Fett-anke Band 2, Spalte 691-692

Fettarsch

SHW

Fett-arsch Band 2, Spalte 691-692

Fettauge

SHW

Fett-auge Band 2, Spalte 691-692

Fettbacke

SHW

Fett-backe Band 2, Spalte 691-692

Fettbalg

SHW

Fett-balg Band 2, Spalte 691-692

Fettbart

SHW

Fett-bart Band 2, Spalte 691-692

Fettbauch

SHW

Fett-bauch Band 2, Spalte 691-692

Fettbollen

SHW

Fett-bollen Band 2, Spalte 691-692

Fettbrühe

SHW

Fett-brühe Band 2, Spalte 691-692

Fettdrüse

SHW

Fett-drüse Band 2, Spalte 691-692

Fettfaß

SHW

Fett-faß Band 2, Spalte 693-694

Fettgriebe

SHW

Fett-griebe Band 2, Spalte 693-694

Fetthafen

SHW

Fett-hafen Band 2, Spalte 693-694

Fetthals

SHW

Fett-hals Band 2, Spalte 693-694

Fetthering

SHW

Fett-hering Band 2, Spalte 693-694

Fettkachel

SHW

Fett-kachel Band 2, Spalte 693-694

Fettkuh

SHW

Fett-kuh Band 2, Spalte 693-694

Fettkübel

SHW

Fett-kübel Band 2, Spalte 693-694

Fettlappen

SHW

Fett-lappen Band 2, Spalte 693-694

fettlappig

SHW

fett-lappig Band 2, Spalte 693-694

Fettlatz

SHW

Fett-latz Band 2, Spalte 693-694

fettleibig

SHW

fett-leibig Band 2, Spalte 693-694

fett als Zweitglied (13 von 13)

Büfett

BWB

Büfett Band 3, Spalte 3,692

fuchsfett

DWB

fuchs·fett

fuchsfett , n. das fett vom fuchse. Fleming t. j. 2, 121 a . man gebraucht es als heilmittel z. b. bei erfrornen oder durch krämpfe gelähmte…

gänsefett

DWB

ganse·fett

gänsefett , n. gänseschmalz, adeps anserinus Henisch 1349 , Frisch 1, 317 c , gänsfett Rädlein 319 a , dazu gänsefettbrot, gänsefettbemme, m…

grāfett

KöblerAe

grāf·ett

grāfett , st. N. (a) nhd. Gehölz Hw.: s. grāf E.: s. grāf L.: Hh 136

hasenfett

DWB

hasen·fett

hasenfett , n. fett des hasen: das hasenfett, besonders wenn es alt ist, zeitiget die geschwüre. öcon. lex. (1731) 934. mehrfach in umschrei…

kammfett

DWB

kamm·fett

kammfett , n. fett aus dem kamm (4, f ) der pferde oder rinder, auch pferdefett überhaupt.

nierenfett

DWB

nieren·fett

nierenfett , n. das die nieren umgebende fett. Rädlein 676 b . Kramer 1, 218 a . Frisch 2, 18 c .

speckfett

DWB

speck·fett

speckfett , adj. grasso come lardo, tutto lardo, grassissimo. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702) , 854 a , lardum sub cute habens. Frisch 2…

Ableitungen von fett (5 von 5)

entfetten

DWB

entfetten , obesitatem demere: schulstuben voll licht sollen zum entfetten und abmagern der inwohner helfen. J. P. herbstblum. 3, 141.

fette

DWB

fette , f. pinguedo: zu der zeit wird seine last von deiner schulter weichen müssen und sein joch von deinem halse, denn das joch wird verfa…

Unfett

Campe

Unfett , adj . u. adv . s. Unfeist .

verfetten

DWB

verfetten , verb. fett werden: der körper verfettet immer mehr.

verfettung

DWB

verfettung , f. fett werden, herzverfettung.