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fett

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DWB
Anchors
33 in 18 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

fett

Bd. 3, Sp. 1570
fett , pinguis, nnl. vet, schw. fet, n. fed. wie die mangelnde lautverschiebung zeigt, ein unhochdeutsches, erst durch Luthers bibel eingedrungnes wort, statt des hochdeutschen feisz (sp. 1466), welches in der form feiszt (sp. 1467) daneben fortdauert. weidmännisch wird noch zwischen feiszt und fett unterschieden, jenes nur den thieren der höheren jagd, fett denen der niederen jagd, so wie den raubthieren beigelegt: der hirsch ist feiszt, nicht fett, der hase fett, nicht feiszt. Döbel 1, 32. Hartig lehrb. 1, 40. dem hirsch und reh wurde die alte, heimische benennung gelassen, so wie feisz oder feiszt in oberdeutschen büchern lange vorherschte. die Züricher bibel setzt feiszt an die stelle des fett der lutherischen, selbst die zu Basel 1523 gedruckte hat 1 Mos. 41, 2 feiszt, nicht fett. feisz und feiszt verhalten sich wie pinguis und adipatus, saginatus, doch ist ersteres von letzterem verdrängt worden. lautete feisz, altn. feitr auf goth. faits, so wäre die formel feitan, fait, fitun, womit sich, wie in andern fällen, fitan, fat, fêtun berühren könnte. dem heutigen sprachgefühl ist jedoch feiszt beinahe entschwunden und wird meistentheils durch fett ersetzt, dessen vocal wir wie in bett oder wett aussprechen, richtiger wie in brett (bret) oder in betteln aussprechen sollten. 11) fett von menschen: da er aber fett und satt ward, ward er geil. er ist fett und dick und stark worden. 5 Mos. 32, 15; Eglon aber war ein seer fetter man. richt. 3, 17; er brüstet sich wie ein fetter wanst und macht sich fett und dick. Hiob 15, 27; ir person brüstet sich wie ein fetter wanst. ps. 73, 7; ein gut gerücht machet das gebeine fett. spr. Sal. 15, 30; zu der zeit wird die herlichkeit Jacob dünne sein und sein fetter leib wird mager sein. Es. 17, 4; daher werden sie gewaltig und reich, fett und glat. Jer. 5, 24; besser magerer herr als fetter knecht; Macer hat nichts fettes, auszen nicht, nur innen, ist von leibe mager, aber fett von sinnen. Logau 2, 121, 8; ein fetter mönch, ein fetter praelat; Hänsel, strecke deine finger heraus, damit ich fühle, ob du bald fett bist. kinderm. no 15; sie verderben mir die imagination, rief Aurelie, weg mit ihrem fetten Hamlet! Göthe 19, 179. 22) fett, von thieren: und sehe aus dem wasser steigen sieben schöne fette küe und giengen an der weide im grase. 1 Mos. 40, 2; feiszte wider und böcke mit fetten nieren. 5 Mos. 32, 14; opferte man ein ochsen und ein fett schaf. 2 Sam. 6, 13; fette ochsen haben mich umbringet. ps. 22, 13; sihe, ich wil richten zwischen den fetten und magern schafen. Ez. 34, 20; höret dis wort, ir fetten küe, die ir auf dem berge Samaria seid. Amos 4, 1; ein fettes zicklein, ein fettes schwein schlachten; des herren auge macht das pferd fett; fette hüner, fette lerchen. man sagt einem drohen wie einer fetten henne, wie einer fetten gans, die geschlachtet werden sollen. Simrock spr. 1684. Sackmanns predigten s. 75 (vgl. oben sp. 1468). es galt im mittelalter für schwere beleidigung, einem als gabe einen fetten hund hinzuwerfen (RA. 717). 33) fett, von speise: ein fetter brate, ein fetter bisse, ein fettes stück fleisch; fette milch; eine fette brühe oder suppe; fette augen auf der suppe; von Asser kompt sein fett brot. 1 Mos. 49, 20; die fetten töpfe gehen uns ab, die küche ist mager geworden. sich ein fettes maul machen, ein fettes maul haben, schwelgen. 44) fett, von erde, land, weide, wohnung: fette oder magere erde; ein fetter grund und boden; fetter acker; du wirst eine fette wonung haben auf erden und vom taw des himels von oben her. 1 Mos. 27, 39; und was fur land sei, obs fett oder mager sei und ob bewme drinne sind oder nicht, seid getrost. 4 Mos. 13, 21; und funden fette und gute weide. 1 chron. 5, 40; und sie gewunnen feste stedte und ein fett land. Nehem. 9, 25; in dem weiten und fetten lande, das du inen dargelegt hast. 9, 35; die wonunge in der wüsten sind auch fett, das sie triefen. ps. 65, 13; daselbs werden sie in sanften hürten ligen und fette weide haben auf den bergen Israel. Ez. 34, 14; und fettes land, wohin man tritt. Burmanns fabeln 152; so wird der überflusz auf deinem hause ruhn, so wird die erde selbst dir ihren schosz aufthun, so wird des himmels thau die fetten furchen segnen und tausendfache frucht in deine saaten regnen. Lichtwer recht der vernunft 118; [] fette und in den besten himmelsstrichen liegende länder. Kant 9, 5. fett heiszt der thon oder mörtel, in dem sich zu wenig sand befindet. 55) fett, von kräutern und gras; fette wiesen; ihr bäche dieser fetten wiesen, ja, ja, ihr flieszet ziemlich rein. Hagedorn 1800 4, 133; wo in den thälern, in den triften lacht fetter klee und blumen düften. Uz 1, 123; Damöt ist schlau genug, jetzt zieht er an den Rhein und nimmt die beste trift am fetten ufer ein. da gibt das futter milch, da kann man was gewinnen. Rost schäferged. 60; fetter grüne du laube am rebengeländer hier mein fenster herauf! Göthe 1, 92; fettes grün. J. P. Tit. 1, 29; eine mit fetterem grün bezeichnete quelle. biogr. bel. 1, 87; eine fette blumenebene. Hesp. 1, 152. 66) fett, von thau, regen, duft: ein fruchtbar fetter regen fällt. Gryphius 1, 522; so träg, als hübe sich ein adler in die lüfte den man vom raube scheucht, noch schwebt er drüber her, und witternd fette düfte entflieht er minder leicht. Lessing 1, 96. 77) fett, feucht, triefend: das vom blut fette schwert. Gryphius 2, 312. ähnlich, doch verschieden die biblische redensart: des herrn schwert ist vol bluts und dick von fettem (= von dem fetten, von dem fett), vom blut der lämmer und böcke, von der nieren fette aus den widern. Es. 34, 6. 88) ein fettes mäulchen, ein saftiges schmätzchen: (weiber, die) ihrem schatz ein fettes mäulchen drehn. Günther 385; aber auch drei fette (derbe) maulschellen. pol. colica 320. 99) fette lüge (wie feiszte sp. 1470): das Carlstad gute, fette, starke lügen ausleszt. Luther 3, 81b; diese lügen allein ist patzig und fett genug. Kirchhof wendunm. 357a; und lästert was doch taug, und tauscht für fette lügen die dürre warheit aus. Logau 3, 215. 1010) fette beute, fetter fang: so fette beut, als kaum ein jäger hoffen kan. Gryphius 1, 597; der süsze brauch zu machen fette beute aus allem was gott selbst gehabt und alle leute. Logau 1, 69; unterdessen hatte Solande dem armen Stolbio wieder zu dem seinigen, sich aber zu einer fetten beute geholfen. pol. stockf. 210. 1111) fette pfarre, pfründe, fettes amt, die viel eintragen, abwerfen: wenn ich oder ein ander predige umb einer guten fetten pfarr willen. Luther 6, 37b; man strafte nechsten tag den jungen prediger, der vor ein fettes amt viel beutel hingeschmissen. Günther 551; auf dem einsamen wege der tugend zu wandeln, wo noch kein hofmann eine fette pfründe erreicht hat. Thümmel Wilhelmine (1764) 70. 1212) fetter kostgänger, der viel bezahlt: Ögneck mochte sich innerlich nicht wenig freuen, einen so fetten kostgänger und patienten angetroffen zu haben, von welchen er keine magere brocken zu genieszen verhofte. irrg. d. liebe 327. fette, reiche braut, fette aussteuer; er ist ein fetter gast, opimis rebus abundat. Stieler 474. 1313) fettes urtheil, das viel zuspricht: es ist besser einen magern vertrag belieben, als einer fetten sentenz erwarten. Scriver seelensch. 2, 350 und danach Butschky Patm. 135. 1414) fetter pinsel, der farbe stark aufträgt, fett mahlt; fetter zug, fette schraffierung; auf eine fette manier arbeiten. 1515) fette titel: er kan die titel mästen, trägt stets den fetsten auf, zeucht stets herfür den besten, jedoch nur wann man da, der rücken sieht es nicht. Logau 3, 215. 1616) die fetten sind die reichen und stolzen: behüte mich für den gottlosen, die mich verstören, fur meinen feinden, die umb und umb nach meiner selen stehen, ire fetten halten zusammen, sie reden mit irem munde stolz (vulg. inimici mei adipem suum concluserunt, os eorum locutum est superbiam). ps. 17, 10; darum wird der herr Zebaoth unter seine fetten die darre senden (mittet in pinguibus ejus tenuitatem). Es. 10, 16; aber das fleisch der fetten werden sie fressen. Zachar. 11, 16; [] der, den die fetten in dem land verächtlich von sich stieszen. Schubart todesgesänge s. 211. es ist noch allzu fett für dich. Harnisch 275, es steht zu hoch, unerreichbar für dich. 1717) 'das wird das kraut noch nicht fett machen', nicht ausreichen: allein alles dieses würde, wie man spricht, das kraut nicht fett gemachet haben. ehe eines weibes 58; der wille ist gar gut, allein von gutem willen wird man nicht fett. Liselotte in Ranke fr. gesch. 5, 315 = der gute wille thuts noch nicht; davon wird keiner fett = das hilft keinem; es machte meine liebe zum erdkreise nicht fetter, dasz u. s. w. J. P. anhang zu Tit. 2, 71; vgl. mainstu es wachs mir schmer darbei? H. Sachs 1, 450a; mhd. dâ bî wuohs mir ninder smër. Neidhart 79, 4, dabei steckte ich nichts auf.
8885 Zeichen · 164 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fêtt

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Das Fêtt , des -es, plur. inus. diejenige weißliche, schmierige und unempfindliche Materie in den thierischen Körpern, w…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fett

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    fett a von Lebewesen: mit reichl Fettgewebe ausgestattet, dick, wohlgenährt; vom Tier auch: gemästet Drüsensystem [ der …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fett

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Fett , eine allgemein bekannte thier. oder vegetabil. Substanz. Physicalische Eigenschaft des F.es ist neben einem mehr …

  4. modern
    Dialekt
    fëtt

    Elsässisches Wb. · +13 Parallelbelege

    fëtt [fat U.; fæt Str. W. ] Adj. fett, Syn. feisst O.: dis macht m i r d Supp nit f. wenn bei einem Geschäft, einer Erbs…

  5. Spezial
    fettadj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    fett , adj шрифт , м , жирный

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fett

691 Bildungen · 398 Erstglied · 288 Zweitglied · 5 Ableitungen

fett‑ als Erstglied (30 von 398)

Fettanke

SHW

Fett-anke Band 2, Spalte 691-692

Fettarsch

SHW

Fett-arsch Band 2, Spalte 691-692

Fettauge

SHW

Fett-auge Band 2, Spalte 691-692

Fettbacke

SHW

Fett-backe Band 2, Spalte 691-692

Fettbalg

SHW

Fett-balg Band 2, Spalte 691-692

Fettbart

SHW

Fett-bart Band 2, Spalte 691-692

Fettbauch

SHW

Fett-bauch Band 2, Spalte 691-692

Fettbollen

SHW

Fett-bollen Band 2, Spalte 691-692

Fettbrühe

SHW

Fett-brühe Band 2, Spalte 691-692

Fettdrüse

SHW

Fett-drüse Band 2, Spalte 691-692

Fettfaß

SHW

Fett-faß Band 2, Spalte 693-694

Fettgriebe

SHW

Fett-griebe Band 2, Spalte 693-694

Fetthafen

SHW

Fett-hafen Band 2, Spalte 693-694

Fetthals

SHW

Fett-hals Band 2, Spalte 693-694

Fetthering

SHW

Fett-hering Band 2, Spalte 693-694

Fettkachel

SHW

Fett-kachel Band 2, Spalte 693-694

Fettkuh

SHW

Fett-kuh Band 2, Spalte 693-694

Fettkübel

SHW

Fett-kübel Band 2, Spalte 693-694

Fettlappen

SHW

Fett-lappen Band 2, Spalte 693-694

fettlappig

SHW

fett-lappig Band 2, Spalte 693-694

Fettlatz

SHW

Fett-latz Band 2, Spalte 693-694

fettleibig

SHW

fett-leibig Band 2, Spalte 693-694

fett als Zweitglied (30 von 288)

Äditzfett

MeckWB

AEditz·fett

Wossidia Äditzfett n. herabsetzende Benennung des amerikanischen Schmalzes Wa.

aal(en)fett

PfWB

aalen·fett

aal(en)-fett Adj. : ' fett wie ein Aal '. Die Sau is oolefett [LA-Rhodt LU-Opp Altr Rh'gönh Heeger Tiere II 13], oolfett [ NW-Kallstdt GH-Ma…

Aantenfett

MeckWB

Wossidia Aantenfett n. Entenfett; Rda.: dor is Aantenfett (Wasser) unner Wa.

Adeborsfett

MeckWB

adebor·s·fett

Wossidia Adeborsfett n. das Fett des Storches gilt seit alters her als Heilmittel für Ohrenund Gichtleiden, jetzt nicht mehr erhältlich, da …

Angstfett

MeckWB

angst·fett

Wossidia Angstfett n. durch Nudeln erzeugtes Fett der Gänse Sta Stargard@Neubrandenburg NBrand .

Apenfett

MeckWB

apen·fett

Wossidia Apenfett n. Affenfett, spöttisch für amerikanisches Schmalz Sta Stargard@Userin User ; für Margarine Sta Stargard@Alt Strelitz AStr…

Armfett

RhWB

arm·fett

Arm-fett MGladb n.: in der Wend.: De hät Ä.əfett er ist stark.

Bauchfett

RhWB

bauch·fett

Bauch-fett RhWBN Aach Geilk , Heinsb , Grevbr n.: Darmfett des geschlachteten Tieres.

Borenfett

MeckWB

boren·fett

Wossidia Borenfett n. altes Arzneimittel; jetzt im Aprilscherz, indem man jem. in die Apotheke danach am 1. April schickt Gü Güstrow@Bützow …

bratenfett

DWB

braten·fett

bratenfett , n. , das aus dem braten trieft, auch bratfett, nnl. braadvet.

bratfett

DWB2

brat·fett

bratfett , bratenfett n .: 1550 Alberus fab. 202 HND. 2009 hamb. morgenpost (27.12.), IdS‐arch.

Brühefett

RhWB

bruehe·fett

Brühe-fett brī:də- Bitb , Prüm , Koch Sg. t. n.: das von der Fleischbr. abgeschöpfte F. zur Zubereitung der Speisen, bes. des Sauerkrautes.

Büfett

Pfeifer_etym

buf·ett

Büfett n. (auch Büffet und Buffet) ‘Geschirrschrank, Anrichte’, dann ‘Schanktisch’, Anfang des 18. Jhs. zunächst als Bufet aus gleichbed. fr…

Büfett

BWB

Büfett Band 3, Spalte 3,692

Dachpfëtt

ElsWB

Dachpfëtt f. = Pfëtt M. Bf. Z. Hag.

dachsfett

DWB

dachs·fett

dachsfett , n. gilt als heilmittel bei verrenkungen. s. DWB dachsschmalz .

Därmefett

PfWB

daerm·e·fett

Därme-fett , Därme-gichter s. PfWB Darmfett , PfWB -gichter(n) .

Dagfett

MeckWB

dag·fett

Wossidia Dagfett n. iron. vom Hering Ha Hagenow@Redefin Red .

Ableitungen von fett (5 von 5)

entfetten

DWB

entfetten , obesitatem demere: schulstuben voll licht sollen zum entfetten und abmagern der inwohner helfen. J. P. herbstblum. 3, 141.

fette

DWB

fette , f. pinguedo: zu der zeit wird seine last von deiner schulter weichen müssen und sein joch von deinem halse, denn das joch wird verfa…

Unfett

Campe

Unfett , adj . u. adv . s. Campe Unfeist .

verfetten

DWB

verfetten , verb. fett werden: der körper verfettet immer mehr.

verfettung

DWB

verfettung , f. fett werden, herzverfettung.