Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
erleiden swV.
2 tr. ‘(jmdm.) jmdn./etw. verhasst machen, verleiden’
2.1 mit Dat. und Akk.d.P.
2.2 mit Dat.d.P. und Akk.d.S.
3 refl. ‘sich bei jmdm. unbeliebt machen’
1 intr. ‘jmdm. unangenehm, verhasst sein, werden’ si sal mir râten her zû, / mit welhen dingen ich daz tû, / daz mir Ênêas erleide / unde ich mîn herze scheide / von sînen minnen En 2289; do wart ez so geschaffen, / daz si den selben phaffen / so sere minnen began, / daz ir erleidet der rehte man StrKD 27,170; mir hânt diu wîp vil gar verzigen, / daz mir dur nôt daz singen muoz erleiden SM:UvS 6: 1,4. – swenne in [den Wucherer] bestet des libes tot, / daz ist sin iungisteu [La. minnestev, ringeste ] not, / daz er von den luten scheidet; / die warn im doch erleidet StrKD 138,20; fy, fy! [...] du bist mir erleit Pilgerf 10803 2 tr. ‘(jmdm.) jmdn./etw. verhasst machen, verleiden’ 2.1 mit Dat. und Akk.d.P.: ich kund dir in erleiden niht EnikWchr 16177; er woldes von dem libe / han getan vor zorne. / ‘du bist es diu verlorene’, / sprach er, ‘sint ich niht enkan / dir erleiden vremde man’ Frauenlist 588; diu liebe liebet sich san [= sam ] mir, / daz mir die lieben nieman kan erleiden SM: UvS 6: 5,2; KLD:RvB 4:4,8; BuchdRügen 1008. – mit Ersparung des Dat.d.P.: wer chan sey [personif. Unkeuschheit] erleiden / das sy auf den purgen nicht hab tail? / in den stetten ist sy wol vail, / dew dorffer sy nicht vermeyden wil HvBurg 290 2.2 mit Dat.d.P. und Akk.d.S.: die er hie laze, / den irleide [versperre] du die straze Rol 560; durch daz sî tugende ist volkomen, / [...] so enmac mir dehein nôt / âne den gemeinen tôt / den willen erleiden / noch mînen muot gescheiden / hinnen fürder von ir HartmKlage 1533; ich [Teufel] kan im niht erleiden / rehticheit und guottæt EnikWchr 13376; der gelust ist daz ubel wip, / diu daz gotes hus, des menschen lip, / dem grozen got erleidet, / daz er gar von dannen scheidet StrKD 122,131; walt und ouwe, daz gevilde / hât bedecket rîfe und anehanc, / daz erleidet in der wilde / kleinen vogelînen ir gesanc KLD:KvK 4:1,3; ich kund im hoher vreuden vil erleiden JTit 5272,2. – mit Ersparung des Dat.d.P.: sumelih prunno irleidit winis wunne Merig 28,1 3 refl. ‘sich bei jmdm. unbeliebt machen’ fröide ist süeze, sorge ist sûre. / ich was sorgen nâchgebûre: / diu hât mir erleidet sich KLD:UvL 24: 3,7; nu weiz got wol das ich an dir / nie nit gesach wande das dich mir / leipte und erleidet nie, / sit das ich kunde din gevie RvEWchr 25993
MWB 1 1981,38; Bearbeiter: Tao