Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
enden swV.
1.1 ‘etw. zu Ende bringen, beenden, vollbringen’
1.2 ‘(eine Rechtssache) abschließen, beilegen’
1.3 ‘etw. begrenzen, das Ende von etw. bilden’
2 ‘zu Ende gehen, an ein Ende kommen, aufhören’
2.1 intr.
2.1.1 ‘sterben’
2.1.2 subst. in der Wendung sunder ~ ‘endlos, für immer’
2.2 refl.
1 tr. 1.1 ‘etw. zu Ende bringen, beenden, vollbringen’ dise rede die huop Tristan / rîche unde willeclîchen an / und antes ouch mit sinnen Tr 5715; dise reise wil ich enden Wig 1116; nieman kan ünser ungemach / genden GTroj 14999; sin [Paris’] not doch sterben ante, / min not hat endelosen grunt Mügeln 216,11; SM:Had 31: 5,6; UvEtzAlex 25003. – ‘etw. vollbringen, vollführen’ unde alsô daz was gendet, / dô wart ein bote gesendet VAlex 441. 1207; daz wir ez beginnen, / als wir ez mvgen geenden Herb 2140; man sach si wunder enden / mit strîte ûf der plâniure KvWSchwanr 1138; das nie kein man geenden kund das ir zu ende hant bracht Lanc 635,32. 130,30; Tr 8534 1.2 ‘(eine Rechtssache) abschließen, beilegen’ daz al sach, krieg, klag vnd furgab [...] sollen fur gemärt werden vnd kunt gethon, gevrtailt vnd geendet [...] in dem palast zw Trint StatTrient 131; daz daz getædinget vnd geendet werde mit dem rechte, als ez begriffen ist an den vordern hantfesten UrkCorp (WMU) 1038,30. 3413,28; man sal nuchtern richten, unde daz gericht sal ouch nuchtern geant werdin RbMagdeb 255,50 1.3 ‘etw. begrenzen, das Ende von etw. bilden’ die creature ihht [hat] ein substancien, die gemezzen ist unde geendet [ modificatam et finitam ] ThvASu 260,21. 64,22; der zwaier himelspitzzen, die des himels ahsen enden, daruͤmb der werlde lauf ist, sei wir ain alle zeit ansehend KvMSph 22,8. – ‘etw. festlegen, bestimmen’ alse den andern formen von der gotlichen wisheit geendet [ determinata ] ist ein eigen mazze also ist ouch der gnade geendet ein eigen maz ThvASu 66,15. 44,23 2 ‘zu Ende gehen, an ein Ende kommen, aufhören’ 2.1 intr.: hie endet ditz mere ReinFu K,2251; im endet ie ze vuoz ein tac / daz einer in zwein gerîten mac Iw 2133; hie muoz in eime ringe / der kamph benamen enden / mit swerten und mit henden KvWSchwanr 777; Roth 3524 2.1.1 ‘sterben’ dannin [von Rom aus] santir [sandte er, St. Peter] drî heilige man, / ci predigene den Vrankan: / Eucharium unti Valêrium, / der dritti geinti ûffin leige [starb auf dem Felsen (s. Anm.z.St.)] Anno 32,8. – in der Wendung von diser werlde ~ : iz stan den gotin knectin / inir aldere rechte / daz sie mit gote uirdieneten / so sie uon diser werlde endin Roth 5127 2.1.2 subst. in der Wendung sunder ~ ‘endlos, für immer’ ein wib zu einem steine wart / vor Sodoma und heldet sunder enden / in menschen forme felses art Mügeln 15,12 2.2 refl.: an dem dage so endit sich die unfróde vnde engegent vns die froide Lucid 115,2; alsus endet sich diz liet Herb 18458; daz sich mîn lîp sol enden Iw 4173; diu nacht, diu wil sich enden SM:Te 7: 2,12; MF:Reinm 19: 1,4; StatDtOrd 125,36. – emoroides, daz sint die âdern, die sich zuo dem aftern endent an dem menschen BdN 272,28
MWB 1 1620,1; Bearbeiter: Runow