lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Eitel

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
18 in 14 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
24
Verweise raus
29

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Eitel

Bd. 1, Sp. 1778
Eitel, eitler, eitelste, adj. et adv. leer, der Gegenwart anderer Dinge beraubt. 1. Eigentlich, im physischen Verstande leer. So quement Romani ouh ubar thaz nement thaz lant allaz, ioh ouh thes giftizent, iz italaz lazent, über dieß werden alsdann auch die Römer kommen, das ganze Land besetzen,[] und sich befleißigen, es leer zurück zu lassen, Ottfr. B. 3, Kap. 25. Thie odegun alle firliaze er itale, die Reichen alle ließ er leer, ebend. B. 1, Kap. 7; welches auch bey dem Tatian Kap. 3, heißt Otage forliez itale. De ydele wagen sal rumen dem geladenen, der leere Wagen soll dem geladenen ausweichen, im Sachsensp. und den Goslar. Statuten. Wenn jemand eines andern Sacke idel edder full van der Moclen foerer, in den Brem. Statuten. In dieser eigentlichen Bedeutung kommt es nur noch hin und wieder in den gemeinen Mundarten vor. Es ist mir so eitel in dem Magen, sagt man im Oberdeutschen, wenn man eine unangenehme Leere in demselben empfindet. Das Brot eitel essen, im Oberdeutschen, es leer, ohne Butter essen. 2. Figürlich. 1) Aller andern Dinge oder Prädicate entblößet, für lauter. Bey eytler vinster Nacht, Theuerd. Kap. 29. Eitele Butter, eiteles Brot, eiteles Fleisch essen, lauter Butter, Butter allein u. s. f. essen, ohne Brot essen, in den gemeinen Mundarten Oberdeutschlandes. Am häufigsten wird es in dieser Bedeutung so wohl im Niedersächsischen als Oberdeutschen als ein Nebenwort für nichts als gebraucht, welches sich noch häufig in der Deutschen Bibel findet. Die machten beyde Isaac und Rebecca eitel Herzeleid, 1. Mos. 26, 35. Und war eitel Segen des Herren in allem, Kap. 39, 5. Esset eitel ungesäuert Brot, 2. Mos. 12, 20. Da eitel Dürre und kein Wasser war, 5 Mos. 8, 15. Es ist eitel Boßheit unter ihrem Haufen, Ps. 55, 16. Es ist eitel nichts und ein verführisch Werk, Jer. 10, 15. Und so in vielen andern Stellen mehr. Ihn träumt von eitel Rache, Uz. Allein in der guten Schreibart der Hochdeutschen ist es veraltet. 2) Im moralischen Verstande leer, leer an Gründlichkeit, an Wahrheit, an Dauer, an Nutzen. (a) Leer an Gründlichkeit und Wahrheit. Es ist ein eiteles Gedicht, ein leeres Gedicht, eine bloße Erdichtung. Ein eiteles (grundloses,) Geschwätz. Eine eitele (ungegründete,) Hoffnung. Ihre Götzen sind Wind und eitel, Es. 41, 29. Und weichet nicht dem Eiteln nach, denn es nutzet nicht, und kann nicht erretten, weil es ein eitel Ding ist, 1 Sam. 12, 21. Wie habt ihr das Eitel so lieb, und die Lügen so gern? Ps. 4, 3; wo es in der Michaelischen Übersetzung heißt: wie lange wollt ihr leere Erdichtungen lieben? Auch in dieser Bedeutung wird es in der anständigern Schreibart der Hochdeutschen wenig mehr gebraucht. (b) Leer an Dauer, vergänglich, welche Bedeutung auch in der edlen Schreibart noch gangbar ist. Es ist alles eitel. So lange du das eitle Leben hast, Pred. 9, 9. Denn alles was ihm begegnet ist eitel, Kap. 11, 18. Eitele (vergängliche,) Freuden, eitele Schönheit, eitele Wollüste. Eitele (zeitliche, vergängliche,) Ehre, welche nur von kurzer Dauer ist. Eitler Ruhm u. s. f. In welchem Verstande ital Ruam schon bey dem Kero vorkommt. (c) Leer an wahrem Nutzen, unnütz, vergeblich. Thaz fin tod ubaral ni uuese in uns so idal, daß sein Tod an uns keinesweges vergebens sey, Ottfr. B. 3, Kap. 36. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube eitel, 1 Cor. 15, 17. Eitele, brotlose Künste, die keinen wahren Nutzen bringen. Mache dir nicht solche eitele (vergebliche,) Gedanken. (d) Leer an Tugend, leer an Frömmigkeit, lasterhaft; doch nur in einigen Stellen der Deutschen Bibel. Ich sitze nicht bey den eiteln Leuten, ich habe nicht Gemeinschaft mit den Falschen, Ps. 26, 4; wo es bey Michaelis heißt: ich sitze nicht bey denen die Böses thun. 3) Neigung zu eiteln Dingen habend, so fern eitel, leer an Gründlichkeit, Dauer und bleibendem Nutzen bedeutet, als eine Fortsetzung der vorigen Figur. So nennet man eine Person eitel, wenn sie dem Putze, der Eigenliebe, dem Lobe mehr ergeben ist, als diese Dinge es[] werth sind, und als der Wohlstand es erfordert. Sie ist sehr eitel, sie ist dem Putze zu sehr ergeben. Ingleichen, diese Neigung an den Tag legend, darin gegründet. Ein eiteler Anzug, eine eitele Kleidung, ein eiteles Betragen. Anm. Eitel ist, wie aus dem vorigen erhellet, ein Wort, welches sich so wohl in der eigentlichen, als figürlichen Bedeutung schon bey unsern ältesten Schriftstellern findet. Im Angels. lautet es idel, aidlige, aydlige, im Nieders. Holländ. Schwed. und Dän. idel. Das Nieders. bedeutet über dieß auch flüchtig, munter, lebhaft. Im Engl. ist idle müßig. Das Zeitwort aritalen gebraucht Tatian als ein Neutrum für dumm, kraftlos, unbrauchbar werden, von dem Salze; aber bey dem Isidor heißt es so viel als erniedrigen, und wird daselbst von Christo gesagt. S. Vereiteln. Ihre hält das Wallisische eidil, dünn, geschlank, für das Stammwort des Beywortes eitel; wenn es aber so viel als lauter, nichts als, bedeutet, soll es von dem Schwed. Id, ein Werk, Geschäft, und ida, handeln, wirken, bewegen, abstammen; allein dieser Unterschied ist unnöthig und ein wenig zu spitzfindig. Beyde Bedeutungen lassen sich vermittelst der Ableitungssylbe -el ganz bequem von einem einzigen Stammworte ableiten, welches das Wort öde zu seyn scheinet, S. dasselbe. Das Griech. υΘλος, Possen, ευτελες, schlecht, geringe, und das Latein. futilis, sind wenigstens dem Klange und der Bedeutung nach mit diesem Worte verwandt.
5423 Zeichen · 112 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Eitel

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Eitel , eitler, eitelste, adj. et adv. leer, der Gegenwart anderer Dinge beraubt. 1. Eigentlich, im physischen Verstande…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    eitel

    Goethe-Wörterbuch

    eitel flekt auch nichtsynkopiert ‘eitele’ A Adj 1 sinnlos, nichtig, mehrf im Kontext mit ‘leer’ a vergeblich, unnütz; im…

  3. modern
    Dialekt
    eitel

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    eitel hd. nichtig: es ist alles eitel, seggt Salomo, donn künn hei nich mihr Schw Gad ; unwahr: dat (Sagen und ähnl.) is…

  4. Sprichwörter
    Eitel

    Wander (Sprichwörter)

    Eitel 1. Alles ist eitel, säd Salomon, as he dôrmit fârig 1 wier. – Hoefer, 887. 1 ) Fertig, zu Ende. 2. Es ist alles ei…

  5. Spezial
    eitel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ei|tel adj. 1 (selbstgefällig) vanitus (-sc, -tosa), sabe (sabi, sabia) zite (ziti, zitia) 2 cochet (-ec, -a) 3 (stolz) …

Verweisungsnetz

51 Knoten, 45 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 5 Hub 1 Kompositum 33 Sackgasse 12

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit eitel

61 Bildungen · 40 Erstglied · 19 Zweitglied · 2 Ableitungen

eitel‑ als Erstglied (30 von 40)

EITELBAR

DWB2

eitel·bar

EITELBAR adj. abl. von eitel adj. leer; trügerisch: ⟨u1360⟩ von mir selber bekenne ich, herr, .. das ich niht anders bin wenne .. ein eitelb…

Eitelbauch

GWB

eitel·bauch

Eitelbauch Name für ein junges gefräßiges Tier, eigentl: Leerbauch der Wolf, er hatte zwei Kinder, | E. [ Reinke de Vos: Ydelbalch ] hieß de…

Eitelberger von Edelberg

Meyers

Eitelberger von Edelberg , Rudolf , Kunstgelehrter, geb. 14. April 1817 in Olmütz, gest. 18. April 1885 in Wien, studierte in Olmütz und Wie…

eitelbürgerlich

DWB2

eitel·buergerlich

eitelbürgerlich adj. : 1768 die unglaubigen bürger .. wurden .. im sittlichen zwar christen, im eitelbürgerlichen aber .. heiden seyn Trautw…

eiteldarm

DWB

eitel·darm

eiteldarm , m. ventriculus inanis, nnl. ijdeldarm, leerdarm, einer, der immer hungrig ist.

eitelehre

DWB

eitel·ehre

eitelehre , f. vanus honor: zu falscher eitelehre. Luther 3, 25 ; in der eitelehre. 3, 50; es ist manch streit verloren, der sonst gewonnen …

eiteleitel

DWB2

eitel·eitel

eiteleitel adj. : dr. 1637 voll eitel-eitler eitelkeit / ist alles zeitlich glücke kirchenlied 1,462 a F./T.

Eitel-Friedrich

Meyers

eitel·friedrich

Eitel-Friedrich ( Eitelfriedrich ), alter deutscher Vorname (eitel = lauter, glänzend), findet sich besonders im Geschlechte der Grafen von …

eitelhände

DWB2

eitelhände adj. mit leerer hand: ⟨u1210⟩ Gottfried 4 7126R. 2 zu eitel 2. a zu eitel 2 a

eitelhaft

DWB

eitel·haft

eitelhaft , vanus: wofern diese ( trost ) gründe euch nicht gefallen, so verwerfet sie deswegen nicht, sondern habt sie für ein andermal zum…

eitelheit

DWB

eitel·heit

eitelheit , f. vanitas: also setzt uns auch der teufel für die nichtigkeit und eitelheit des evangelii. Melanchthon 2 Cor. 11. auch Melissus…

eitelig

FWB

1. ›rein, unvermischt, unverfälscht‹; häufig: ›echt, vollgewichtig, den vollen Wert habend‹ (von Geldstücken); 2. s. eitel (Adj.) 7.; 3. s. …

eitelisch

DWB

eitel·isch

eitelisch , inanis: lügen und eitelische gedanken spinnen. Reinike fuchs. Rostock 1650 s. 183.

eitelkeit

DWB

eitel·keit

eitelkeit , f. 1 1) vanitas, ματαιότης , nach der sechsten oder etwa fünften bedeutung des adj. eitel, mhd. îtelkeit. myst. 319, 10. Keisers…

eitelkeit

FWB

1. ›Leere; Hohlheit‹; in Texten der Mystik auch: ›Losgelöstheit, Enthobenheit von irdischer Einbindung, Verhaftung‹; 2. ›Nichtigkeit, Nutzlo…

EITELKEITSTEUFEL

DWB2

eitelkeit·s·teufel

EITELKEITSTEUFEL m. zuss. mit eitelkeit f. 3. die eitelkeit unter dem bilde eines den menschen zu ihr verleitenden teufels: ⟨1809/10⟩ zuweil…

eitellötig

DWB

eitellötig , levis ponderis: es seind die blawen enten mit ewern fabeln und eitellötige fallaciae. Paracelsus 1, 781 b .

eitelmacherin

DWB

eitel·macherin

eitelmacherin , f. mhd. îtelmecherinne, eine frau, die mit blick, rede, gewand männer an sich zieht. Berthold 389. 454 und in Göbels ausgabe…

eitelmut

DWB

eitel·mut

eitelmut , m. levitas animi: ich ehrte die grenzen meines geistes und kein eitelmut stolzen erforschens risz mich hin zu ihrer überschreitun…

Eitelmuth

Campe

eitel·muth

○ Der Eitelmuth , des — es, o. Mz. eitler Muth, d. h. eitle Gesinnung, Eitelkeit. »Wenn sie — mir — in meiner schimmerndsten That nur — männ…

eitel als Zweitglied (19 von 19)

bannreitel

DWB

bann·reitel

bannreitel , m. junger gehegter baumstamm, den man schont; auch ein mit dem beil gezeichneter baum, laszreis.

banreitel

Lexer

banre·itel

ban-reitel stm. hegreis, junger gehegter baumstamm. von banraiteln St. ( Warthausisches vogtbuch v. j. 1446). Schm. 3,50.

Bescheidenheitel

Wander

Bescheidenheitel Bescheidenheitel kommt um den Geldbeutel. Will sagen: Nur nicht zu blöde und höflich!

Bëttelmeitel

Idiotikon

Bëttelmeitel Band 4, Spalte 81 Bëttelmeitel 4,81

eingeschneitel

DWB

ein·geschneitel

eingeschneitel , n. insicia, ab eo quod insecta caro, farcimen, Schm. 3, 501 hat geschnätzel quisquiliae, 3, 497 geschnait, geschnaitelwerk.

hirnscheitel

DWB

hirn·scheitel

hirnscheitel , m. für hirnschädel: cranium hirnscheydel Dief. 155 a ; Alboinus hat diesen herrlichen sieg damit verderbet, dasz er des ersch…

mülmeitel

KöblerMhd

mülmeitel , st. N. nhd. Mühlmädchen, Getreide in die Mühle tragendes Mädchen Q.: StRFeldk (1399) E.: s. mül W.: nhd. DW- L.: Lexer 1 2224 (m…

pfeitel

KöblerMhd

pfeitel , st. N. nhd. „Pfeidel“, Hemd, Hemdchen ÜG.: lat. (sacrilis) Gl Vw.: s. krisem- Q.: Enik, HTrist (FB pheitel), Gl (Ende 12. Jh.), Ov…

pheitel

Lexer

pheitel stn. dem. zum vorig. Trist. H. Enenk. pfaidly Wolk. 63. 2,13.

scheitel

DWB

sche·itel

scheitel , f. , diminutivbildung zu scheite, f. in oberdeutschen mundarten, plur. im sinne von hobelspäne. Zingerle 50 a . Stalder 2, 305 . …

Schnappreitel

DRW

schnapp·reitel

Schnappreitel, m. ein Strafgerät zur Wassertauche, auf den Schnappreitel setzen hier wohl übtr.: im Ungewissen lassen vgl. Gießhübel wie vng…

Schnellreitel

DRW

schnell·reitel

Schnellreitel, m. ein Jagdgerät [dass] nicht schnure, schnellreithell, sennssen noch einige andere geuerliche vbung zu niederwerffung des wi…

schupfreitel

DWB

schupf·reitel

schupfreitel , m. ( ? vgl. reitel , theil 8, 767): item ain vogtherr mag in der vogty verbietten lassen ... hürdvallen schupfraittel und der…

Speitel

Idiotikon

spei·tel

Speitel Band 10, Spalte 603 Speitel 10,603

Taschenveitel

Wander

Taschenveitel Ein Taschenveit'l (Kerbmesser) ist kein Säbel. ( Steiermark. ) – Sonntag.

zweitel

DWB

zwei·tel

zweitel , n. , aus zweiteil ( s. d. ). 1 1) ein feldmasz: desz zweitel (15 ar ) neben dem weeg ( v. j. 1347) Alsatia (1862) 293; vgl. der he…

Ableitungen von eitel (2 von 2)

uneitel

DWB

uneitel Hermes herm. 1, 49 . —

vereitelung

DWB

vereitelung , f. : vereitelung eines planes.