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daemon

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DWB2
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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

DÄMON m.

Bd. 6, Sp. 164
DWB2DÄMON m. DWB2ende des 16. jhs. aus mlat. daemon ‘teufel’ entlehnt (A). mitte des 18. jhs. erneute entlehnung (B) aus lat. daemon, gr. δαίμων, dessen lautlicher einfluß in der vereinzelt, z. b. Goethe IV 10,33 W., bezeugten nbf. daimon zu spüren ist. in anderen europ. sprachen erfolgt die entlehnung des wortes in den dem dt. entsprechenden bedeutungen z. t. früher als im dt., it. dèmone seit dem 13. jh., frz. demoygne (nach lat. daemonium) 13. jh., démon seit dem 16. jh., engl. demon seit ende des 14. jhs. dagegen sind spätere entlehnungen nl. demon, n. dæmon, schwed. demon. – das wort hat gemischte deklination, im sing. stark, im plur. schwach. ausnahmen: 1768 dämons (n. pl.) Halle staatshist. 1,18; 1841 dämone (n. pl.) Feuerbach wesen 52; 279; 1913 Burger Cézanne 31. dämon ist auf die schriftsprache beschränkt. DWB2 DWB2A in spezifisch christlichem gebrauch für eine gottfeindliche macht, selten bezeugt. DWB21 DWB2 dämon bezeichnet seit ende des 16. jhs. als lehnwort aus mlat. daemon die person des teufels schlechthin, auch, im rahmen der älteren christlichen teufelslehre, engel, böse geister, übernatürliche wesen. DWB2– das lat. wort in dt. texten und glossen: 11.jh. superbias demonum ubermuoti dero tîefelo in: Notker 3,2,512 ATB. 15.jh. demon dufel, tuifel (obd.) Diefenbach gl. 1,173a. 1537 daemon fere accipitur .. für den teuffel Dasypodius dict. lat. germ. F 6d. 1581 Fischart teuffelsheer 13. 1612 werden .. teufel genent .. daemones Albertinus tummel-platz 21. als lehnwort: 1586 die beschwerung deß demons Fuglinus teuffelsgespenst 117a. 1612 vnterschidliche namen gibt die heilige schrifft dem teufel: dann erstlich wirdt er genent diabolus .. am andern ein demon, das ist ein wissender, der alles waist Albertinus tummel-platz 14. 1644 Klaj höllenfahrt 3. im 19. jh. noch vereinzelt bezeugt, aber durch B 1 beeinflußt: 1832 warum lassen die alten mythen den verderber über das feuer herrschen, und sein reich ein flammenreich seyn? weil du der mächtigste dämon bist, und der unbegreiflichste, und der uranfänglichste Bechstein arabesken 17. DWB22 vereinzelt, zunächst noch als fremdwort, für heidnische gottheiten: v1605 der berg Apollinis tempel treit/ der delphisch dæmon vnd abgott/ treib da mit aller welt sein spott Rebmann gastmal (1620)403. 1839 der eine, große fels .. soll ein erinnerungszeichen an den dämon (teufel) sein, dem das volk der insel .. göttliche verehrung bezeugte Schubert morgenland (1838)3,424. DWB2B im allgemeinen sprachgebrauch seit mitte des 18. jhs., anknüpfend an lat. daemon, gr. δαίμων. vgl. als fremdwort in wbb.: 1727 Sperander a la mode-spr. 176a. DWB21 als figur, als personal vorgestelltes wesen. DWB2a numinose zwischenwesen und gottheiten, die macht über menschen haben und wirkungen positiver wie negativer art auf sie ausüben können, vgl. 1752 und selbst dämonen, sich in zwey geschlechter schränken Wieland natur 112. es überwiegt jedoch der negative aspekt. der gebrauch des wortes geht einerseits auf die vorchristliche griechische dämonologie zurück: 1752 ein dämon, der durch zwischenwelten steiget Wieland natur 122. 1782 Amor .. ist ein großer dämon F. A. Wolf verm. schr. (1802)318. andererseits schließt er an die neutestamentliche dämonologie an, dämon bezeichnet demzufolge die bösen geister in den besessenen und kranken: 1789 was damals unter den Juden für eine lehre von den engeln, bösen geistern und dämonen war Goeze Cornelius 1,179. 1846 dämonen, []welche (nach dem bericht der evangelisten) von den menschenseelen besitz nehmen und sie plagen de Wette glaube 209. im allgemeinen sprachgebrauch fließen antike und christliche vorstellungen ineinander: 1752 diese gott ähnlichen dämonen also, von welchen uns herr Klopstock eine so schöne beschreibung macht, werden die höchste sphäre einnehmen Wieland natur b 3a. 1831 ich erkenne aber auch diese gunst der dämonen und respectire die winke dieser unerklärlichen wesen Goethe IV 48,103 W. 1910 auch kann ich mir, wie es ja alle religionen annehmen, das weltall recht wohl mit geistern und engeln, genien und dämonen und allerhand ähnlichen wesen bis hinauf zu den obersten erzengeln erfüllt denken Lienhard ges. w. (1924) I 2,57. 1958 das waren gesichter von bösen dämonen. nichts menschliches war mehr darin zu hause Niekisch leben 278. DWB2b selten für die als geisterwesen vorgestellten seelen verstorbener, zunächst noch in lat. form: 1690 (eine seele, die) ein dæmon, oder geist nach dem tode und lar, genannt würde, so ferrn sie ein tugendhafftes leben geführt; hingegen aber larva hiesse, so sie übel gewandelt bey leibes leben Francisci Proteus 386. 1772 das zeugniß aller alten geschichtschreiber, dichter und philosophen, daß die eigentlichen gegenstände des heidnischen götterdienstes diejenigen abgeschiedne menschenseelen wären, von denen man geglaubt hätte, daß sie dämonen würden frankf. gel. anzeigen 1,260 DLD. 1865 aus den tiefen/ aufflatternd kommen finstere dämonen,/ wie fledermäuse in der dämmerung,/ und kreisen um des Nero goldnes haus Hamerling s. w. 3,129 R. 1951 am ende des lebens gehen dem gefaßten geist gedanken auf, bisher undenkbare, sie sind wie selige dämonen, die sich auf den gipfeln der vergangenheit glänzend niederlassen Benn 1,555 W. DWB2c verharmlost für kobolde und neckische gespenster: 1816 deshalb vermelde daß, wenn die dämonen nicht wieder grillenhafte streiche spielen, ich den eilften september hoffe in Weimar zu seyn Goethe IV 27,150 W. 1880 hier hätte ein nicht allein schalkhafter, sondern auch schadenfroher dämon so recht gelegenheit, sein loses spiel zu treiben Jung zustände 115. 1936 plötzlich ist nichts mehr an seinem platz – der lichtschalter auf der andren seite, die türklinke verkehrt, die gegenstände von den dämonen verstellt Zuckmayer ges. w. (1960)2,127. DWB2d als figur in bildnerischer darstellung: 1839 (Eros ist) auf archaischen vasenbildern, denen die palästrische geltung des Eros nahe lag, von Agon, dem dämon des wettkampfs, kaum zu unterscheiden Gerhard abh. (1866)1,169. 1947 neben den tierkreiszeichen waren auf anderen (mosaiken) verschlungene linien, schlangenornamente, goldblumen, strahlenförmige fische, halbfiguren zwischen greifen und dämonen erkennbar Kasack stadt 132. DWB2e in der physik als bezeichnung für ein erdachtes, übermenschlich begabtes wesen. insbesondere vom maxwellschen dämon (von Maxwell selbst als being bezeichnet) 1933 (vortrag 1908) den maxwellschen dämonen .., welche .. die schnelleren moleküle eines gases von den langsameren zu trennen vermögen Planck wege 8. 1957 (ich) arbeitete an meiner dissertation (über die bedeutung des sogenannten maxwell’ schen dämons) Frisch homo 45. DWB22 DWB2 als unpersönliche macht, die im menschen oder auf den menschen wirkt. meist negativ empfunden und mit betonung des unwiderstehlichen zwangs, der von ihr ausgeht: 1756 wofür anders sollen wir die stimme der klage oder des unmuths, die sich manchmal in uns empören, halten, als für giftige anhauchungen eines bösen dämons, der uns, wider unsre absicht, gegen unsern schöpfer undankbar machen .. will Wieland sympathien 75. 1848 aber Rambleton steht auch wieder seinerseits unter dem dämon seiner gewaltigen natur, und ihrer leidenschaftlichen triebe Jung charaktere 2,78. 1906 verschwenderische hingabe an die üblichen pflichten würde ihn (den künstler) mit unfruchtbarkeit bedrohen und den dämon ertöten, ohne den er nicht wäre was er ist Dessoir ästhetik 268. 1963 wenn er morgens zum frühstück herunterkam, blickte meine mutter ihn jedesmal an, als erwarte sie, die spuren seines nächtlichen ringens mit dem dämon zu entdecken Böll ansichten 51. bei Goethe in einem speziellen []gebrauch als ontologischer begriff, der die entelechie der menschlichen person bezeichnet: 1820 der dämon bedeutet hier (in ‘urworte orphisch’) die nothwendige, bei der geburt unmittelbar ausgesprochene, begränzte individualität der person, das charakteristische, wodurch sich der einzelne von jedem andern bei noch so großer ähnlichkeit unterscheidet Goethe I 41,1,216 W. DWB2– häufig mit dem attributiven genitiv von wörtern, meist abstrakta, die besondere objektive werte, phänomene und dgl. bezeichnen: 1767 Archytas hatte die macht des dämons der liebe nie erfahren Wieland Agathon (1766)2,326. 1825 der dämon des zorns, der eifersucht und der liebe schmiedete einen gräslichen plan in ihrem gehirne Pöck lustwäldchen 67. 1962 wenn die solidarität, von der ich spreche, nicht existierte oder zu bestehen aufhörte, dann würde ganz Europa zum schauplatz der dämonen des unheils europa-arch. 2, D 356 C. – dämon bezeichnet direkt derartige phänomene: 1780 husch! springt bey seinen (des hundes) raschen sprüngen/ der dämon laune hinter der Goeckingk ged. 1,167. 1899 der dämon finsternis hatte sich in die tiefsten schatten des dichtesten blätterwerkes zurückgezogen H. Seidel erz. schr. 1,160. 1949 er war von dem augenblick an .. von dem dämon zeit noch viel grausamer gepeitscht als vorher Diesel jahrhundertwende 86. DWB23 übertragen auf menschen und andere anthropomorph gesehene wesen: 1802 wenn nun gar der landesherr der feindseligste dämon des unterthans ist .. wie kann da kultur und wohlstand gedeihen? reminiszenzen feldzug am Rhein 299. 1907 die frau war, was man zu sagen pflegt, ein frommer dämon. sie hatte alles im banne C. Hauptmann Einhart 1,87. 1954 Shylock war (in der darstellung durch den schauspieler Bassermann) ein bedrohlich aufgerichteter dämon Bab kränze 322. B. Horlitz DWB2
9511 Zeichen · 170 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    dämonm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    dämon , m. genius. der griechische δαίμων bezeichnet einen bösen sowol als einen guten geist, einen schutzgeist: dem chr…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Dämon

    Goethe-Wörterbuch

    Dämon ΔΑΙΜΩΝ 3,95 -ai- GWB B10,33,2 Voigt 10.10.92 134 Belege, überwiegend in der Dichtung. Der in der dt Literatur erst…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Dämon

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Dämon (griech.), Bezeichnung für Mittelwesen zwischen Gottheit und Menschen, teils guter, teils böser Natur. Die religiö…

  4. Sprichwörter
    Dämon

    Wander (Sprichwörter)

    Dämon Nicht jeder Dämon geht in die Glasflasche. – Burckhardt, 617. Es gelingt uns nicht, jeden zu bestimmen, zur Erreic…

  5. Latein
    daemonm.

    Mittellateinisches Wb.

    daemon (de-, doe-) , -onis m. (f.: MLW l. 46) ( δαίμων ) MLW script. : daim-: MLW l. 39 . dom-: Vita Emm . 7 (var. MLW l…

  6. Spezial
    Dämon

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Dä|mon m. (-s,-en) 1 (Teufel) demon (-s) m. , malan (-s) m. , diau m. 2 ‹fig› (böser Geist, Böses im Menschen) malan (-s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit daemon

100 Bildungen · 82 Erstglied · 17 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von daemon 2 Komponenten

dae+mon

daemon setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

daemon‑ als Erstglied (30 von 82)

daemonaticus

MLW

daemonaticus v. MLW daemoniaticus . Lawo/Gansweidt

Dämonchen

GWB

daemon·chen

Dämonchen für einen der ‘kleinen Dämonen’, stummen Gehilfen des ‘Dämons der Unterdrückung’ GWB 16,358 Epimen Regiebem vor 493 vgl Teufelchen…

Dämonelix

Meyers

Dämonelix ( Teufelsschraube, Teufelspfropfenzieher ), ein Gebilde in den Badlands von Nebraska und Dakota, ähnelt einem großen, senkrecht in…

DÄMONEN

DWB2

DÄMONEN-. die kompositionen sind zum gen. pl. gebildet. einige bildungen wie dämonenbild, -fratze, die ihrer bedeutung nach eigentlich den g…

dämonenerfüllt

DWB2

dämonenerfüllt , dämonerfüllt adj. : 1930 Wolfskehl ges. w. 2,279 R./B.

DÄMONENHAFT

DWB2

daemonen·haft

DWB2 DÄMONENHAFT adj. DWB2 vereinzelt auch fugenlos dämonhaft. zu dämon B 1 , nach art der dämonen: DWB2 1873 da stockt ihm der athem vor lu…

daemon als Zweitglied (17 von 17)

AGATHODÄMON

DWB2

DWB2 AGATHODÄMON m. DWB2 guter geist, wohltätiger genius ( grch. ἀγαϑοδαίμων, lat. agathodaemon): DWB2 1716 agathodæmon, bonus genius, ist b…

Archädämon

GWB

archa·daemon

Archädämon wohl Namenbildung G-s für die männl Maske 1) der ‘Alten Zeit’ in ‘Alte und Neue Zeit’, mit dem weibl Pendant ‘Känodämonia’; dafür…

cacodaemon

MLW

cacodaemon (kako-, -cad-, -dem-) , -onis m. ( κακοδαίμων ) spiritus malus — böser Geist : MLW Heinr. August. planct. 171 nil creat eudemon v…

*calodaemon

MLW

calo·daemon

* calodaemon (ka-, -dem-) , -onis m. ( καλός et δαίμων , cf. κακοδαίμων) genius bonus — guter Geist : MLW Gunth. Par. (?) orat. 1,3 p. 108 C…

eudaemon

MLW

eudaemon (-dem-) , -onis m. ( εὐδαίμων ) spiritus bonus — guter Geist : v. vol. II. p. 12,12. Weber

EVDAEMON

Hederich

EVDAEMON , ŏnis, Gr . Ἐυδαίμων, ονος, ( Tab. XVIII .) einer von des Aegyptus funfzig Söhnen, welchen dessen Braut, Erade, die erste Hochzeit…

fluchdämon

DWB

fluch·daemon

fluchdämon , m. verwünschter geist. über Moses leichnam stritten selige mit fluchdämonen. Göthe 4, 374 .

Lacedämon

GWB

lac·e·daemon

Lacedämon Bezeichnung für den antiken Stadtstaat Sparta (nach dem gleichnamigen mythologischen Stammvater der Spartaner) GWB 15 2 ,227 Faust…

POLYDAEMON

Hederich

poly·daemon

POLYDAEMON , ŏnis , ein Nachkömmling der Semiramis, der sich mit unter des Phineus Haufen befand, von dem Perseus aber mit nieder gemacht wu…

qualdämon

DWB

qual·daemon

qualdämon , m. peinigender dämon, vgl. DWB quälgeist : oft aber wird, aus höllendunst gezeugt, mit seinen legionen von ungestalten qual-dämo…

sturmdämon

DWB

sturm·daemon

sturmdämon , m. , mythologische verkörperung des sturmwindes: die vorstellung eines reitenden sturmdämons und seelenführers Helm altgerm. re…

urdämon

DWB

urdämon Göthe gespr. 2, 293 B.; Droysen Äschylus 192 . —

würg(e)dämon

DWB

wuerge·daemon

-dämon , m. , dämon, der erdrosselt, tötet; auch auszerhalb der zss.: du trägst einen würgenden dämon im busen Klinger w. (1809) 1, 24 : jet…

zauberdämon

DWB

zauber·daemon

-dämon , m. , übernatürliches wesen: Wundt elem. d. völkerps. 497 ; frei: Tieck schr. 8, 71 . —

Ableitungen von daemon (1 von 1)

urdämon

DWB

urdämon Göthe gespr. 2, 293 B.; Droysen Äschylus 192 . —