Halbgott 1 mythol: Wesen von göttl-menschl Herkunft, Natur, Gottwesen von niederem Rang; fast ausschließl im Bereich der griech-röm Antike (bes für Naturgottheiten, -dämonen, auch für myth Heroen); gelegentl mit charakterist Zügen wie Unsterblichkeit, Stärke, Schönheit; mehrf ‘Götter und Halbgötter’, ‘Halbgötter und Helden/Heroen’ wie sie [die ersten gebildeten Völker] diese Räume mit Göttern, Halbgöttern und Wundergestalten bevölkerten GWB40,281,26 Üb:Voß,Ged Felsen und Ströme sind von Halbgöttern belebt, Untergötter endigen unterwärts in Thiere GWBN6,361,17 PoetMetam die Dioskuren, Hercules, die Äaciden, Boreaden und was von Halbgöttern blühte zu der Zeit GWB491,97,8 Philostrat Seine Unsterblichkeit teilt mit dem sterblichen Bruder [Kastor] der H. [Pollux] GWB51,278 XenNachl 63 GWB27,320,4 DuW 10 GWB412,548,5 Eurip,Bacch Plp GWB422,50,21 Ind Dichtgn uö im indirekten Vergl einen myth-heroischen Status andeutend [Manto üb Chiron u Faust:] Halbgötter treten heran GWBFaust II 7473 [G üb Napoleon:] Sein Leben war das Schreiten eines H-es von .. Sieg zu Sieg Gespr(FfA II 12,651,10) Eckerm 11.3.28 im iron-satir Kontext [Herkules zu Wieland:] Kannst nicht verdauen, daß ein H. sich betrinkt und ein Flegel ist, seiner Gottheit ohnbeschadet GWB38,35,26 GöttHeldWieland uö(ebd) metonym [mBez auf Ganymed-Statue] dem benachbarten jungen H-e meine .. Aufwartung .. machen GWBB43,289,8 CarlAug [26.2.28] K GWBB21,303,2 Knebel 16.5.10 2 mBez auf Christus als Gottmensch den .. sittlich Wirkenden, ungerecht Leidenden .. später als H. verklärt, als wirklicher Gott anerkannt und verehrt GWB422,192,5 MuR(669) 3 übertr in der (hyperbol) Überhöhung des/eines Menschen a auf das Gattungswesen [] bezogen, im Hinblick auf Schöpfertum wie Selbstüberhebung Sobald er [der Mensch] nichts zu sorgen .. hat, greift der H. .. umher nach Stoff ihm seinen Geist einzuhauchen GWB37,148,28 Von dtBaukunst 1773 Was ist der Mensch? der gepriesene H.! AA113, 1 Werth1 II~Werth2 b für einzelnes, herausragendes Individuum α als Leit- u Identifikationsfigur, auch iSv Abgott, Idol [Wilh:] wenn wir unsere Halbgötter [auf der Bühne] jeden wichtigen Schritt gesetzt und fest thun sehen GWB51,113,1 ThS II 2 von der Jugend für einen H., von gesetztern Personen für einen Aufschneider gehalten zu werden GWB31,201,20 ItR GWB40,172,21 Üb:Iffland,TheatAlmanach AA101,5 Werth II GWB152, 207 Helena Plp 1,191 uö β in Gegenüberstellung zu ‘Ungeheuer’, ‘Lump’ in moral-sittl Bestimmung [Iph:] es erzeugt nicht gleich | Ein Haus den H. noch das Ungeheuer; | Erst eine Reihe Böser oder Guter | Bringt endlich das Entsetzen, bringt die Freude | Der Welt hervor GWBIph2 356~GWB39,335,13 Iph1 I 3 praedikat eines Lumpen oder eines H-es [Schurken oder göttlichen Mannes GWB412,175,25f Plato Mitgenosse christlOffenb] GWB412,489,4 Plp γ als Herrscher-Topos, auch im Ausdruck kultischer Verehrung von Amt od Rang Der Doge präsidirt .. ein H. GWB411,209,8 Üb:Manzoni,Carmagnola 1820 [Tasso mBez auf Papst Gregor:] Welt, | Die sich .. | Um Einen großen, einzig klugen Mann | Gemessen dreht und ihren Lauf vollendet, | Den ihr der H. vorzuschreiben wagt Tasso 794 Bänder, mit inschriftlicher Widmung: dem triumphirenden H. Julius Cäsar [“divo Iulio Caesari”1)] GWB491,262,10 Mantegna,Triumphzug δ iron-distanzierend Der moderne H.2) | Christlicher Hercules, du ersticktest so gerne die Riesen GWB51,221 Xen 118(791) Titel [Geister-Chor zu Faust:] Du hast sie zerstört, | Die schöne Welt .. | Ein H. hat sie zerschlagen! GWBFaust I 1612 1) vgl FfA I 21,Abb 12d 2) bezogen auf FLStolbg u dessen neuchristl inspirierte Antike-Aneignung (vgl WA I 412,169ff: Plato als Mitgenosse einer christlichen Offenbarung) Christiane SchulzCh.S.