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Blume

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Blume

Bd. 1, Sp. 1086
Die Blume, plur. die -n, Diminutivum das Blümchen, im Oberdeutschen Blümlein. 1. Eigentlich, die zur Erzeugung neuer Pflanzen nöthigen Theile der Befruchtung, nach ihrer ersten Entwickelung. In dieser weitesten Bedeutung kommt dieses Wort nur bey den Schriftstellern des Naturreiches vor. Im gemeinen Leben pfleget man diese Theile nur bey den Pflanzen mit dem Nahmen der Blumen zu belegen, da man von den Bäumen und Sträuchen das Wort Blüthe gebraucht. In noch engerer Bedeutung führen nur diejenigen Blüthen der Pflanzen und einiger Sträuche den Nahmen der Blumen, welche man um ihrer angenehmen Farbe oder um ihres Geruches willen schätzet. In dieser Bedeutung heißen die Blüthen der Rosen, Nelken, Tulpen, Anrikeln, Lilien u. s. f. Blumen. S. Blüthe. Blumen pflücken. Blumen sammeln. Ich will sein Grab mit Blumen bestreuen. 2. Figürlich. 1) Diejenigen Pflanzen selbst, welche vornehmlich um ihrer Blumen wegen geschätzet werden. So begreift man im gemeinen Leben, die Nelkenpflanzen, die Tulpenpflanzen u. s. f. unter dem allgemeinen Nahmen der Blumen. Das Feld ist mit den schönsten Blumen bewachsen. 2) Das feinste und beste von einer Sache, in einigen besondern Fällen. So nennt man in der Scheidekunst die feinsten flüchtigsten Theile der Körper, welche in der Sublimation von den gröbern geschieden werden, im Plural[] Blumen, flores. 3) Das Nierenfett in den Thieren, und das Schmalzfett bey dem Geflügel wird im gemeinen Leben gleichfalls die Blume, oder im Plural Blumen genannt, entweder nach eben der Figur, nach welcher die Scheidekünstler dieses Wort gebrauchen, oder auch von einem eigenen noch unbekannten Stammworte. Denn im Nieders. heißt dieses Fett Flomen, dagegen eine Blume in eben dieser Mundart Blome lautet. 4) Die monathliche Reinigung des andern Geschlechtes wird von einigen gleichfalls die Blume, oder auch im Plural Blumen genannt; eine Bedeutung, welche vielleicht noch ein Überbleibsel des ersten allgemeinsten Gebrauches des Wortes blühen ist. 5) Bey den Färbern ist die Blume der schöne blaue Schaum, welchen der Indigo im Aufwallen in der Küpe macht. 6) In den Hüttenwerken sind die Blumen Blasen, welche sich auf den Blick des Silbers setzen, wenn es bald abgetrieben ist. Das Silber geht in Blumen, es wird bald blicken. 7) Ein weißer Fleck auf der Stirn des Rindviehes und der Pferde, eine Blässe, heißt im gemeinen Leben gleichfalls eine Blume. Bey den Jägern führet die Spitze des Schwanzes an den Füchsen gleichfalls diesen Nahmen. Füchse die eine weiße Blume haben, heißen Birkfüchse, die mit einer schwarzen Blume aber Brandfüchse. 8) Bey dem Rothwildbret wird der ganze Schwanz von den Jägern die Blume, bey den Hasen aber das Blümchen genannt. 9) Die Blume an einem Geschwüre, ist dessen Kopf, oder der erhabene weißliche Fleck, wo es sich gemeiniglich zu öffnen pflegt. Anm. Blume lautet bey dem Übersetzer Isidors Blomo, bey dem Ottfried, Notker und Willeram Bluomo und Bluoma, bey dem Ulphilas Bloma, im Isländ. Bloma, im Schwed. Blomma, im Holländ. Bloeme, im Nieders. Blome. Einige Mundarten haben noch ein s in der Mitte, wie das Latein. Flos, das alte Oberdeutsche Blast und Blust, das Angels. Blosma, Blosm, Blosan, das Engl. Blossom und das Dän. Blomster. Beyde Mundarten stammen aus verwandten Quellen her, welches die Verba blühen und blasen, leuchten, scheinen, sind. S. Blühen. Notker und einige Dichter unter den Schwäbischen Kaisern gebrauchen dieses Wort auch im männlichen Geschlechte, der Blume. In der Blume des Lebens, für in der Blüthe, wie Klopstock Ein Mahl sagt, ist wider den Sprachgebrauch.
3581 Zeichen · 54 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Blume

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Blume , plur. die -n, Diminutivum das Blümchen, im Oberdeutschen Blümlein. 1. Eigentlich, die zur Erzeugung neuer Pf…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Blume

    Goethe-Wörterbuch

    Blume 1 in ihrem Erscheinungsbild wesentl durch die Blüte geprägte Pflanze; in Wild- od Kulturform, als geschnittene bzw…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Blume

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Blume wird im gewöhnlichen Leben die farbige Blüthe einer Pflanze genannt, der Botaniker versteht darunter jeden einzeln…

  4. modern
    Dialekt
    Blume

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Blume Band 2, Spalte 2,1377–1380

  5. Sprichwörter
    Blume

    Wander (Sprichwörter)

    Blume 1. Auch aus einer blühenden Blume kann man leicht Asche machen. Flüchtigkeit des menschlichen Lebens. Heute roth –…

  6. Spezial
    Blume

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Blu|me f. (-,-n) 1 ‹bot› ciüf (-s) m. 2 flu (flus) f. 3 (Bouquet, Duft) parföm (-s) m. , bouquet m. 3 (Jägersprache: Sch…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit blume

948 Bildungen · 457 Erstglied · 490 Zweitglied · 1 Ableitungen

blume‑ als Erstglied (30 von 457)

blumelig

PfWB

blumelig Adj. : 1. 'geblümt', von Stoffen, blumelich (blūməliχ) [ KU-Schmittw/O RO-Unkb ]; — 2. 'bläulichrot', von stark geäderten Wangen [ …

Blumenbank

SHW

Blumen-bank Band 1, Spalte 957-958

Blumenbeet

SHW

Blumen-beet Band 1, Spalte 957-958

Blumenerde

SHW

Blumen-erde Band 1, Spalte 957-958

Blumenfrau

SHW

Blumen-frau Band 1, Spalte 957-958

Blumenhut

SHW

Blumen-hut Band 1, Spalte 959-960

Blumenkohl

SHW

Blumen-kohl Band 1, Spalte 959-960

Blumenkorb

SHW

Blumen-korb Band 1, Spalte 959-960

Blumenland

SHW

Blumen-land Band 1, Spalte 959-960

blume als Zweitglied (30 von 490)

Adonis-Blume

Adelung

adonis·blume

Die Adonis-Blume , plur. die -n, oder das Adonis-Röschen, eine Pflanze, welche wild unter dem Getreide wächst; Feuerröschen, Feld-Anemone, F…

angerblume

DWB

anger·blume

angerblume , f. bellis perennis, sonst maszlieb, gänseblume: 'du bist kurzer, ich bin langer' alsô strîtents ûf dem anger bluomen unde klê. …

Ankerblume

Adelung

anker·blume

Die Ankerblume , plur. die -n, der Nahme einer ausländischen Pflanze; Rhexia, L.

Armesünderblume

DRW

Armesünderblume "die Wegwarte heißt Armesünderblume, weil man Selbstmörder auf Scheidewegen an der Dorfgrenze begrub" GrRA.⁴ II 327 Faksimil…

bachblume

DWB

bach·blume

bachblume , f. caltha palustris, sumpfblume, dotterblume, butterblume.

Bandblume

Adelung

band·blume

Die Bandblume , plur. die -n, künstliche aus seidenen Bändern nachgemachte Blumen; Bänderblumen.

Ableitungen von blume (1 von 1)

Unblume

RhWBN

Un-blume -ō:m Düss-Stdt f.: Seerose.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „blume". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/blume/adelung?formid=B03185
MLA
Cotta, Marcel. „blume". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/blume/adelung?formid=B03185. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „blume". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/blume/adelung?formid=B03185.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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