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Beschlagen

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
13 in 11 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Beschlagen

Bd. 1, Sp. 900
Beschlagen, verb. irreg. (S. Schlagen,) welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Activum, mehrmahls an etwas Schlagen. So werden in den Münzen die Thaler beschlagen, wenn sie rund geschlagen werden, wobey man sie mit der Beschlagezange hält. Am häufigsten wird es in verschiedenen weitern Bedeutungen gebraucht. 1) Dinge, die zur Befestigung oder Zierde einer Sache gereichen, mit Hammerschlägen an dieselbe befestigen. Eine Thür, ein Rad, einen Wagen beschlagen, das nöthige Eisenwerk daran befestigen. Mit Golde beslagen, in dem alten Gedichte auf Carls des Großen Feldzug bey dem Schilter. Ein Pferd beschlagen, ihm die Hufeisen aufschlagen, in welcher Bedeutung es schon in dem Schwabenspiegel vorkommt. Einen Tisch mit Wachseinwand beschlagen. 2) Behauen, bey den Zimmerleuten, Tischlern und Steinmetzen. Einen Baum beschlagen, ihn viereckt hauen. Einen Stein beschlagen. 3) Eine gläserne Retorte beschlagen, sie mit einer Rinde von Thonerde überziehen. 4) Befruchten, von einigen Thieren. So beschlägt bey den Jägern der Hirsch das Wild, und das Thier gehet hoch beschlagen, wenn es trächtig ist, und bald setzen will. Ein beschlagenes, d. i. trächtiges Thier. 5) Die Decke beschlagen, oder das Bett beschlagen, ist eine alte Redensart von der feyerlichen Beschreitung des Ehebettes nach der priesterlichen Einsegnung, welche aber doch nicht alle Mahl die wirkliche Vollziehung der Ehe mit in sich schließet. 6) Zeichnen, bezeichnen, besonders so fern solches vermittelst eines Schlages geschiehet. So werden in den Salzwerken zu Halle die[] Salzstücke beschlagen, wenn sie mit dem eisernen Thalzeichen bemerket werden, und in den Manufacturen wird ein Stück Zeug beschlagen, wenn es nach der Besichtigung mit einem Stückchen Bley behänget, und der Stämpel darauf geschlagen wird, welches man auch plombiren nennet. 7) Belegen, besonders in der R. A. eine Sache mit Arrest beschlagen. 8) Die Segel aufbinden, in der Seefahrt. Daher die Beschlaglinien, kleine Stricke, die Segel damit aufzubinden. 9) In einer Sache wohl, oder schlecht geübt, oder erfahren seyn; vielleicht als eine Anspielung auf ein wohl beschlagenes Pferd, zumahl da die Niedersachsen von einem listigen, verschlagenen Menschen sagen, daß er hinten und vorn beschlagen sey. S. auch Verschlagen. Daher die Beschlagung in allen obigen Bedeutungen. S. auch Beschlag. II. Als ein Neutrum, welches das Hülfswort seyn erfordert, mit Feuchtigkeiten überzogen werden. So beschlagen die Gläser, die Fenster, metallene Gefäße, u. s. f. wenn sie erkältet sind, und sich wärmere Dünste daran hängen, und dem Auge sichtbar werden. Das Brot, das Leder u. s. f. beschlägt, wenn es schimmelig wird. Anm. Veraltete, oder nur in einigen Mundarten übliche Bedeutungen sind noch: 1) Bedecken. So sagen noch die Niedersachsen, ein Land beschlagen, wenn sie es besäen, oder mit dem Viehe betreiben. 2) Bestellen, besprechen. Korn, Waaren beschlagen. Die Herberge beschlagen, bey dem Kaisersberg. 3) Über einem Verbrechen ertappen. Einen Dieb beschlagen, so wohl in Niedersachsen, als in Oberdeutschland. S. Schlagen. In Niedersachsen lautet dieses Zeitwort beslaen, und im Osnabrückischen beslaunen.
3171 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Beschlagen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Beschlagen , verb. irreg. (S. Adelung Schlagen ,) welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Activum, mehrmahls…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    beschlagen

    Goethe-Wörterbuch

    beschlagen 1 ‘etw mit etw b.’: etw auf etw befestigen, anbringen; auch ellipt; überwiegend im Zustandsperf a etw mit Met…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Beschlagen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Beschlagen , in waidmänn. Sprache die Begattung der Hirsche, Rehe und Wildschweine.

  4. modern
    Dialekt
    beschlagen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    b e schlage n 1. den Pferden Hufeisen auflegen allg. D e r Fritz het noch e Ross ze b e schla g e n Betschd. 2. Baumstäm…

  5. Sprichwörter
    Beschlagen

    Wander (Sprichwörter)

    Beschlagen 1. Dî äs uf alle Vären, af alle Segten 1 beschlôen 2 . ( Siebenbürg.-sächs. ) – Frommann, V, 33, 32. 1 ) Seit…

  6. Spezial
    beschlagen2

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    be|schla|gen 2 adj. 1 (angelaufen) atanfé (-fá, -fada), apané (-ná, -nada) 2 ‹fig› (bewandert) espert (-rc, -a). ▬ die F…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit beschlagen

3 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von beschlagen

be- + schlagen

beschlagen leitet sich vom Lemma schlagen ab mit Präfix be-.

beschlagen‑ als Erstglied (1 von 1)

beschlagenheit

DWB

beschlagen·heit

beschlagenheit , f. exiguitas, beschränktheit: ich wil vielmehr eines andern naturkündigers urtheil hierüber hören, als aus beschlagenheit m…

beschlagen als Zweitglied (1 von 1)

unbeschlagen

DWB

unbe·schlagen

unbeschlagen , part.-adj. , nicht beschlagen, in der weiten bedeutung des verb. mhd. unbeslagen; mnd. unbeslagen ungelöscht v. kalk (?) Lübb…

Ableitungen von beschlagen (1 von 1)

unbeschlagen

DWB

unbeschlagen , part.-adj. , nicht beschlagen, in der weiten bedeutung des verb. mhd. unbeslagen; mnd. unbeslagen ungelöscht v. kalk (?) Lübb…