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Begêhren

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
20 in 15 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Begêhren

Bd. 1, Sp. 799
Begêhren, verb. reg. act. 1) Sinnlich oder mit Lebhaftigkeit verlangen. Er hat was sein Herz begehret. Reich seyn, heißt[] wenig begehren. Wer ein Weib ansiehet sie zu begehren, Matth. 5, 28. Wie er das Glück der Menschen aufrichtig begehrt, so rühret ihn auch das Elend derselben, Gell. 2) In weiterer und figürlicher Bedeutung. (a) Dieses Verlangen wirklich machen, nach etwas streben, die Vereinigung mit einer Sache suchen; in welcher Bedeutung es aber im Hochdeutschen größten Theils veraltet ist. Er begehrt die ganze Erbschaft, strebt nach derselben. Bey den Jägern kommt begehren in dieser Bedeutung noch häufig vor. Der Hirsch begehrt das Wildbret, die Hündin den Hund u. s. f. wenn sie die Begattung suchen; der Hirsch begehrt den Zeug, wenn er darüber zu springen sucht; er begehrt den Jäger, wenn er ihn aufzuspießen trachtet u. s. f. (b) Dieses Verlangen äußern, um etwas anhalten. Eine Person zur Ehe begehren. Was ist dein Begehren? In eines Begehren willigen, eines Begehren abschlagen. Auf sein Begehren. (c) Fordern, als eine Schuldigkeit verlangen. Gehorsam von einem begehren. Hierher gehöret auch die Oberdeutsche Wortfügung etwas an einen begehren, als ein glimpflicher und gemilderter Ausdruck für befehlen. Als der Erzbischof von Bremen 1636 an die Stadt Bremen schrieb, und sich darin des Ausdruckes befehlen bedienete, beschwerete sich die Stadt darüber, und behauptete, daß statt dessen bisher begehren üblich gewesen. (d) * Nöthig haben, bedürfen, bey einigen, besonders ältern Dichtern. Recht alsam ein rose diu sich us ir klosen lat Wenn si des siussen touwes gert, König Wenzel. Ich kann, weil Wahrheit Licht begehrt, Von dir kaum ohne Sünde schweigen, Günth. Ja man findet dieses Wort bey einigen Dichtern auch wohl von leblosen Dingen gebraucht, wenn sie ihrer natürlichen Schwere folgen. Der schwert knopff hinab ins tal gert, heißt es in dem Theuerdank Kap. 38. Statt des ungewöhnlichen Substantives Begehrung, woraus doch einige Neuere das Begehrungsvermögen zusammen gesetzet haben, ist das Begehren in allen obigen Bedeutungen, in der ersten eigentlichen aber auch die Begierde üblich. Anm. Für begehren, Dän. begiare, Schwed. begaera, war ehedem das einfache gehren sehr gebräuchlich, keron bey dem Kero, geron bey dem Ottfried, Notker, Willeram und Isidor, bey dem Ulphilas gairnan, im Angels. geornan, gyornan. Im Niedersächs. hat man auch noch giren, und im Holländ. gheren. Statt des Vorwortes von, etwas von einem begehren, gebrauchen die ältern so wohl als neuern Oberdeutschen das Vorwort an mit der vierten Endung, etwas an einen begehren. Bey beyden wird dieses Wort häufig mit der zweyten Endung der Sache verbunden, welche Wortfügung in Luthers Übersetzung der Deutschen Bibel hin und wieder beybehalten worden. Die all meiner Tochter begern, Theuerd. Niemand soll deines Landes begehren, 2 Mos. 34, 22. Im Hochdeutschen ist dieser Gebrauch, so wie die Verbindung so vieler anderer Zeitwörter mit dem Genitiv, abgekommen; daher der Unterschied, den Frisch und Aichinger zwischen, eine Sache begehren, und einer Sache begehren, machen, nicht nur unnöthig, sondern auch völlig unrichtig ist, wie sich leicht mit vielen Zeugnissen beweisen ließe, wenn es nöthig wäre.
3213 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Begêhren

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Begêhren , verb. reg. act. 1) Sinnlich oder mit Lebhaftigkeit verlangen. Er hat was sein Herz begehret. Reich seyn, heiß…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Begehren

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Begehren a dringender Wunsch, heftiges Verlangen, gelegentl mit erot Komponente, mehrf als menschl Triebkraft im Spannun…

  3. modern
    Dialekt
    begëhren

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    begë h re n [pəkárə fast allg.; pəkǽrə Str. W. ] wollen, verlangen (mit folgendem Inf. bisweilen ohne zu): er begë h rt …

  4. Sprichwörter
    Begehren

    Wander (Sprichwörter)

    Begehren 1. Also du begehrest de Kindelin, alse nimm di en Frurlin. ( Holst. ) 2. Begehre an den Tisch, so kommst du auf…

  5. Spezial
    begehren

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    be|geh|ren vb.tr. 1 dejidré (-rëia) 2 (heftig verlangen) ghiré (-ra), damané (-n a) 3 (wollen, wünschen) dejidré (-rëia)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit begehren

9 Bildungen · 4 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von begehren

be- + gehren

begehren leitet sich vom Lemma gehren ab mit Präfix be-.

Zerlegung von begehren 2 Komponenten

beg+ehren

begehren setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

begehren‑ als Erstglied (4 von 4)

begehrenswert

Pfeifer_etym

begehren·swert

begehren Vb. ‘wünschen, verlangen’. Ahd. gerōn (8. Jh.), mhd. gern sind wie die dazugehörige Präfixbildung mhd. begern, begirn Ableitungen v…

Begehrenswürdig

Campe

begehren·s·wuerdig

Begehrenswürdig , — er, — ste, adj. u. adv. werth oder würdig, daß man es begehrt, danach strebt. Ein begehrenswerthes Gut.

begehren als Zweitglied (5 von 5)

Volksbegehren

RDWB1

Volksbegehren n воля народа, всенародный референдум (не имеет отношения к "желать" или "домогаться")

anbegehren

DWB

anbegehren , petere ab aliquo: ich musz dir das auch noch anbegehren. richtiger schiene der acc. der person.

aufbegehren

DWB

auf·begehren

aufbegehren , insolescere, mehr als billig fordern, zornig auffahren: sie wollen hier noch aufbegehren! in anderm sinn, aufverlangen.

Prästationsbegehren

DRW

prästation·s·begehren

Prästationsbegehren, n. wie Prästationforderung sein rechtmaͤßig restitutions- und præstations-begehren 1648 Struve,PfälzKHist. 608 Faksimil…

Restitutionsbegehren

DRW

restitution·s·begehren

Restitutionsbegehren, n. wie Restitutiongesuch sein rechtmaͤßig restitutions- und præstations-begehren 1648 Struve,PfälzKHist. 608 Faksimile