Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Bilanz f.
Bilanz f.
Bilanz f. ‘vergleichende Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben, Rechnungsabschluß’, auf gleichbed. ital. bilancio (zu spätlat. bilanx ‘Waage mit zwei Waagschalen’, s. Balance) beruhend, ist im Dt. seit der Mitte des 16. Jhs. nachweisbar (vorher Ende des 15. Jhs. vereinzelt in obd. Geschäftsbriefen in der Form balanc, balanca, wohl nach gleichbed. span. balanza, älter balança). Entsprechend der ital. Vorstufe erscheint der kaufmännische Ausdruck im 16./17. Jh. häufig als Maskulinum und Neutrum. Das seit dem 16. Jh. daneben vorkommende Femininum setzt sich im 18. Jh. durch, offenbar unter dem Einfluß von frz. balance f. ‘Waage, Gleichgewicht, Bilanz’, das zeitweilig auch auf die im Dt. übliche Schreibung (Bilance öfters im 17./18. Jh.) und Lautgestalt (Nebenform Balance, Balanz, 17. bis 19. Jh.) einwirkt. – bilanzieren Vb. ‘die Bilanz ziehen’, seit Anfang des 17. Jhs. zu Bilanz (nach ital. bilanciare ‘abwägen, prüfen’); vom 18. bis ins 20. Jh. auch in der an frz. balancer angelehnten Form balancieren (s. Balance).