befreien auch -ey-; von rund 450 Belegen rund 75 ‘sich b.’, nahezu 100 Belege im Zustandspass (bes in Punkt 2); überwiegend iVbdg mit ‘von’, selten mit ‘aus’ (meist in 1 a). Etwa zwei Drittel der Belege in poet Texten 1 jdm zur Freiheit verhelfen; selten mit nichtpers bzw personifiziertem Obj; mehrf ‘aus etw b.’, häufig ohne Präpositionalobj a jdn aus Gefängnis, Haft herausholen, vereinzelt: auslösen; aus jds Gewalt, aus gefährl, bedrängter Situation erretten (bes als Mythen-, Märchen-, Legendenmotiv); auch: aus Umschlingung, Fesseln lösen; selten ‘sich b.’ bzw ‘befreit’ iSv entkommen; meist im dichterischen Werk, bes in Dramen [Clär:] wir b. ihn gewiß .. Jeder fühlt .. in sich die brennende Begier .. dem Freiesten die Freiheit wiederzugeben GWB8,274,8 Egm V [Franz zu Weisl:] Er [der Bischof] wollte gleich alles herausgeben, den Knaben und noch Geld drauf nur euch zu befreyen GWB39,48,5 Götz1 I = 8,48 Nun ließ ich mich sachte hinab [vom Gefängnisturm] .. ich glaubte befreit [isciolto] zu sein GWB43,330,4 Cell II 11 Sternthal .. werde .. von feindseligen Geistern gefangen gehalten, die auch ihr nach der Freiheit strebten, deßwegen sie unerkannt und heimlich herumwandern müsse, bis sie Gelegenheit und Mittel fände ihn zu b. GWB12,53,18 Lila I ein Trupp verlaufnen Gesindels | .. sie stürmten gefühllos | Auf die zitternde Schaar .. mit männlichen Streichen befreite sie [Dor] tapfer die Mädchen GWBHermDor VI 116 Der älteste Sohn .. sucht sich von der leicht umwindenden Schlange zu b. GWB47,113,5 Laokoon GWBFaust I 4424 ~ GWB39,313 Urfaust Kerker 14 GWBFaust II 10293 [für: briser la chaîne de quelq’un] Mahom 449 uö im Bild u im geistig-seel bzw existentiellen Bereich, mehrf iSv erlösen (aus dem Verhaftetsein im Irdischen); einmal metaphor im Naturbereich, einmal ‘der Befreite’ für jdn, der sich einer großen Aufgabe zugewandt hat Ich fügte [in BeitrOpt II] die Abbildung des großen Wasserprismas hinzu .. weil ich .. die Natur aus der dunklen Kammer und von den winzigen Prismen [wie sie Newton benutzte] zu b. dachte GWBN4,306,5 FlH VI Konfess dVerf wenn .. ihr [der Sonne] lezter zukkender Blik den summenden Käfer aus seinem Grase befreyte AA59,23 Werth I [Thaer setzte sich als erster für die Rationalisierung der Landwirtschaft ein; zuvor war er im Gartenbau tätig] Er schreitet nach der Gartenthür | Und draußen ist er schon. | Im Felde gibt’s genug zu thun, | Wo der Befreite schweift GWB4,41 Zu Thaers Jubelfest 18 [Christus, auf die Erde zurückkehrend:] O Welt .. Die Schlangenknotige Begier, in der du bebtest, | Von ihr dich zu befreyen strebtest, | Und dann befreyt dich wieder neu umschlangst, | Das rief mich her GWB38,60 EwJude 149f Von der Gewalt, die alle Wesen bindet, | Befreit der Mensch sich, der sich überwindet GWB16,178 Geheimnisse 192 GWB51,229,13 ThS III 7 GWB23,70,19 Lj VII 6 uö iSv freilassen Schon war ich verurtheilt, gefangen, gebunden, | Aber der König bezeigte sich gnädig, befreite mich wieder GWBReinF VI 183 uö b polit-milit, gesellschaftl, geistig: ein Volk, ein Land von Fremdherrschaft, Diktatur, eine belagerte Stadt, eine unterdrückte Gesellschaftsklasse befreien; auch iron-polem, bes im epigrammat Vers, einmal in pointierter Gegenüberstellung von altruist u egoist Freiheitsbestrebungen im Gefolge der Frz Revolution; mehrf mBez auf die Freiheitskriege gegen Napoleon möge Deutschland bald, kriegerisch befreyt, staatenhaft befestigt und gerundet seyn, damit wir andern die zu Wort und Zeichen berufen sind, auch wieder einmal freyes Spiel haben GWBB24,372 Radlof [20.3.14] K [wohl mBez auf den Wiener Kongreß] Sie werden so lange votiren und schnacken | Wir sehen endlich wieder Kosacken, | Die haben uns vom Tyrannen befreit, | Sie befrein uns auch wohl von der Freiheit GWB51,121 ZXen VIII 532f Alle Freiheits-Apostel, sie waren mir immer zuwider; | Willkür suchte doch nur jeder am Ende für sich. | Willst du Viele befrein, so wag’ es Vielen zu dienen. | Wie gefährlich das sei, willst du es wissen? Versuch’s! GWB1,320 VenEpigr 263 [sozialrevolutionäre Gesinnungen zur Zeit des Sturm u Drang] Dieser Geist und Sinn zeigte sich damals überall, und gerade da nur wenige bedrückt waren, wollte man auch diese von zufälligem Druck b. GWB28,140,7 DuW 12 GWB18,101,18 Unterhaltungen uö iS der Emanzipierung von relig, wiss, ästh Traditionen, von Autoritäten, Normen, Moden, mehrf ‘sich b.’; im Bereich von Literatur u Dichtung vereinzelt mit krit Akzent (zB gegen romant Subjektivität); mehrf in bildl Vbdgn: ‘aus, von Knechtschaft, Fesseln, Banden b.’ Luther arbeitete uns von der geistlichen Knechtschaft zu b. GWB37,163,11 BriefPastors Wenn man den menschlichen Geist von einer Hypothese befreit, die ihn unnöthig einschränkte, die ihn zwang falsch .. zu sehen .. so hat man ihm schon einen großen Dienst erzeigt GWBN11,132,17 MuR(1223) [mBez auf die Homer-Analyse FAWolfs] Scharfsinnig habt ihr, wie ihr seid, | Von aller Verehrung uns befreit, | Und wir bekannten überfrei | Daß Ilias nur ein Flickwerk sei GWB3,159 Homer wieder Homer 2 Man sieht manch schönes Naturell, das sich von herkömmlichen Regeln befreit hat .. dagegen aber auch noch nicht dahin gelangte, sich selbst Gesetze vorzuschreiben und in den von der Natur gezogenen Kreis zu beschränken GWB412,279,10 Neueste dtPoesie GWB1,294 HermDorEleg 28 GWBN2,14,3 FlP 24 [für: s’affranchir] GWB45,316,7 Diderot,Malerei uö PartPrät attr zur Charakterisierung nichtklass literar Formen [Ilme, üb G-s Bühnenstücke:] Immer nach verschiednen Formen, | Strengen und befreiten Normen GWBMaskenz 1818 Festz 472 2 etw Störendes beseitigen, sich einer Sache entledigen; häufig im Zustandspass a von einer äußeren Last, Einengung befreien, überwiegend von einer (objektiven od subjektiv empfundenen) Bedrängnis, Beeinträchtigung durch Personen, materielle Not, alltägl Widrigkeiten usw (auch: von Verdacht, Vorwurf), mehrf ‘von Sorge b.’; vereinzelt negativ iSv sich einer lästigen Verpflichtung, Mühe entziehen Die Mutter .. geht mit dem Vater .. spazieren. Kaum ist Lissel von ihnen befreit, so erklärt sich, daß sie einen Liebhaber .. erwarte GWB411,151,11 Rez:Arnold,Pfingstmontag Ich werde suchen ihn [den jungen Graveur Facius] .. vorwärts .. zu bringen .. Sie versagen mir eine Kleinigkeit nicht nur um .. ihn von der ganz gemeinen Arbeit zu befreyen, mit der er bißher sein Brod verdiente GWBB9,139,19 CarlAug 10.7.89 Schnee und Kälte drängten uns immer mehr in’s Enge und erst jetzt, da sich die Natur wieder aufthut, fühlen wir uns einigermaßen befreyter GWBB47,24,10 Marianne 19.4.30 [Oheim üb ‘die Schrecknisse eines Familientisches’:] So manches Übel .. muß man tragen, von diesem habe ich mich zu b. gewußt GWB24,104,1 Wj I 6 zerstörende Kritik .. man darf sich nur irgend einen Maßstab .. aufstellen, sodann aber kühnlich versichern: vorliegendes Kunstwerk passe nicht dazu .. so befreit man sich von aller Dankbarkeit gegen den Künstler GWB411,345,24 Carmagnola GWBB34,175,17 CarlAug 29.5.21 GWB422,168,1 MuR(445) GWB18,90,13 MädchOberkirch I 2 uö sich einer Verpflichtung (Arbeit, Geldschuld) durch Erfüllung entledigen Einer .. schwer lastenden Bürde [Lj] entledigte ich mich gegen Ende Augusts .. Kaum aber hatte ich mich durch successive Herausgabe davon befreit GWB35,65,12 TuJ [Juliette:] Von drückenden Pflichten kann uns nur die gewissenhafteste Ausübung b. GWB24,124,19 Wj I 7 GWB36,351,18 Trauerloge 1821 uö konkr-räuml u körperl, meist mit sachl AkkObj: etw die natürl lebendige Bewegung, die eigentl Funktion Hemmendes entfernen, bes ‘vom Schnee, Eis, Winter b.’ uä; auch iSv räumen; bei Wachstumsprozessen iSv (sich) ablösen, herausschälen; einmal erot iSv entkleiden, entblößen Vom Eise befreit sind Strom und Bäche | Durch des Frühlings holden belebenden Blick GWBFaust I 903 Schmilzt aber von einer zurückkehrenden Sonne der Schnee, befreit sich ein erwärmter Boden nur einigermaßen von dieser lästigen Decke GWB40,265,15 Rez: Voß,Ged [G/Voß dJ] [Erdaushübe in Karlsbad nach dem Brand von 1795] um die Stadt von den Schutthaufen zu b. GWBN9,36,11 JMüllerSammlg Man blicke eine Zeit lang durch eine blaue Scheibe, so wird die Welt nachher dem befreiten Auge, wie von der Sonne erleuchtet erscheinen GWBN1,25,19 FlD 55 Valisneria .. der ganze Complex der männlichen Blume löse sich los von dem .. Stengel, von welchem er sich durch heftige Bewegung absondere und befreie [divincolandosi ed agitandosi] GWBN7,65,23 SpiralTend GWB53,4 RömEleg Nachtr 20 uö b von Fehler bzw Überflüssigem befreien, reinigen, häufig von körperl od seel Krankheit, insbes von ‘patholog’ Zuständen (bes Lebensüberdruß, Weltschmerz), ferner von Empfindung, Affekt uä (auch: von Besorgnis, Zweifel, Irrtum), mehrf durch Produktivität, Sichmitteilen ua, häufig ‘sich b.’; mehrf ‘von Übeln b.’ Möchten Sie auch bald, zu freyerer geistiger Wirckung von allen körperlichen Übeln befreyt seyn GWBB32,82,16 Ziegesar 24.10.19 Als der Dichter den Werther geschrieben, um sich wenigstens persönlich von der damals herrschenden Empfindsamkeitskrankheit zu b. GWB411,331,24 Üb:Harzreise man werde sich aus einem schmerzlichen, selbstquälerischen, düstern Seelenzustande nur durch Naturbeschauung und herzliche Theilnahme an der äußern Welt retten und b. GWB33,223,19 Camp Weislingen erscheint an der Spitze von .. Kriegsvolk .. um Götzen habhaft zu werden und sich vom leidigen Gefühl der Subalternität zu b. GWB40,103,26 Üb dtTheat ein unwiderstehlich Bedürfniß meinen Geist von dem Bilde jener Blondine durch Plaudern zu b., mein Herz von den Gefühlen zu erlösen GWB251,47,25 Wj II 11 AA49,21 Werth I GWB28,212,8 DuW 13 GWBB44,27,14 Carlyle 14.3.28 Beilage GWB37,20 Annette Lyde 57 uö im eth u moral Sinne: sich von einem Vergehen, sein Gewissen von Schuldbewußtsein durch Wiedergutmachung, Beichte, Reue entlasten; einen Fehler überwinden daß er .. seinem Vater die entwendete Summe wieder erstatten und sich also von dieser drückenden Last auf einmal b. könne GWB18,207,28 Unterhaltungen [Reineke zu Grimbart:] Seitdem ich zum letzten | Euch gebeichtet, verging ich mich wieder .. Höret Großes und Kleines .. .. ich habe | Mein Gewissen befreit und mich von Sünden gereinigt GWBReinF VIII 80 Fehlst du, laß dich’s nicht betrüben: | Denn der Mangel führt zum Lieben; | Kannst dich nicht vom Fehl befrein, | Wirst du andern gern verzeihn GWB3,272 ZXen III 634 GWB20,373,27 Wv II 15 uö mit sachl u nichtpers AkkObj, mit Betonung des Aspekts der Reinigung, Läuterung: einen (Natur-)Gegenstand von konkr Mängeln bzw falschen Theorien befreien; auch für den Denkvorgang des Abstrahierens sowie konkr für den chem Scheideprozeß; einmal im Gleichnis der Eisenläuterung Kein Werk des Genies kann durch Reflexion .. verbessert, von seinen Fehlern befreyt werden GWBB15,213,11 Schiller [3. od 4.4.01] [gegen die Licht- u Farbentheorie Newtons u Fraunhofers] damit man nach einer gesunderen Farbenlehre das Licht sowohl von den Farben als von den Strichen befreye .. Beweis .. daß das ewig reine Licht weder gefärbt noch durchstrichelt werden kann GWBN52,390,26 Fl Plp die Gesetze der Epopée und des Dramas .. Die Schwierigkeit bey diesen theoretischen Bemühungen ist immer, die Dichtarten von allem zufälligen zu befreyen GWBB12,380,25 Schiller 20.12.97 eine glühende Masse Eisen auf dem Heerde .. daß soviel Schlacken drinn stecken als sich erst offenbaren wenn es unter den großen Hammer kommt .. Es scheint als wenn es eines so gewaltigen Hammers bedurft habe um meine Natur von den vielen Schlacken zu befreyen GWBB6,93,7 Jacobi 17.11.82 GWBN52,111,14 u 112,11 Fl Plp uö c dem Menschen zur Freiheit des Geistes u der Seele, zur Entfaltung u Steigerung seiner inneren Kräfte verhelfen, insbes als Wirkung der Kunst (iS einer erkennenden Distanzierung von den Belastungen u Wirrnissen des Lebens); mehrf ‘den Geist, die Seele b.’, auch iVbdg mit ‘erhöhen’, ‘heilen’, ‘stärken’; etwa seit 1800 Die wahre Poesie kündet sich dadurch an, daß sie, als ein weltliches Evangelium, durch innere Heiterkeit, durch äußeres Behagen, uns von den irdischen Lasten zu b. weiß .. Wie ein Luftballon hebt sie uns mit dem Ballast der uns anhängt, in höhere Regionen, und läßt die verwirrten Irrgänge der Erde in Vogelperspective vor uns entwickelt daliegen GWB28,213,25 DuW 13 Schätze [antike Kunstwerke] .. in deren Betrachtung wir über uns selbst und über die vorhandene Welt hinaufgehoben, von allem was mühsam, beschwerlich und unerfreulich in unsern Zuständen auf uns anzudringen kommt, ohne weiteres befreyt, geheilt und frisch gestärkt erfunden werden GWBB40,197,5 Klenze [26.?]12.25 K [Marie üb ihre Ehe mit Sickingen:] Ein Band heiliger Pflicht. Aber ach, nur Liebe befreit den Menschen, indem sie ihn bindet GWB132,337,5 Götz3 V Var GWB2,152 Einer hohen Reisenden 19 uö ‘den Geist b.’ auch als Möglichkeit zu Hemmungslosigkeit u Willkür Alles was unsern Geist befreit, ohne uns die Herrschaft über uns selbst zu geben, ist verderblich GWB422,174,18 MuR(504) [Meph rühmt sich seiner zahlreichen gekaperten Schiffe:] Das freie Meer befreit den Geist, | Wer weiß da was Besinnen heißt! | .. Man hat Gewalt, so hat man Recht GWBFaust II 11177 3 etw freisetzen, zur Entfaltung bringen, nur im Naturbereich: mBez auf die zu neuen Verbindungen u Gestaltungen, dh zu ‘Kristallisation’ (sd) befähigten Bestandteile eines ‘aufgelösten’ Gesteins [anläßl einer Anfrage Leonhards vom 15.2.16 üb die Bildung von Edelsteinen] die Veredelung in Freiheit, wenn die Masse Räume läßt, daß die in denselben .. ewig circulirenden Gasarten die Eigenthümlichkeiten des Gebirgs auflösen, b., verwandeln, zu Verwandtem Geselligkeit verstatten1) GWBN10,86,9 Edelsteine den sogenannten Krystallberg hinter Lügde [bei Pyrmont] .. kleinen Bergkrystallen .. Sie haben ihren Ursprung in kleinen Höhlen eines Mergelsteins .. ein neueres Erzeugniß, wo ein Minimum der im Kalkgestein enthaltenen Kieselerde, wahrscheinlich dunstartig befreit, rein und wasserhell im Krystalle zusammentritt2) GWB35,102,7 TuJ GWBN9,243,24 GebirgsGestaltg [1824] für das Entstehen von Leben aus dem gestaltlosen Element, iS einer Individuation Da, wo das Wasser sich entzweit, | Wird zuerst Lebendigs befreit3) GWB2,216 GottGemütWelt 38 4 rechtssprachl, jdn von Schulden, Abgaben, einer (Dienst-)Verpflichtung (auch: einem Gelübde, Bedingungen uä) entbinden, dispensieren, als Akt einer höheren, meist obrigkeitl Instanz; immer iVbdg mit ‘von’, vereinzelt ‘sich von etw b.’ iSv eine offizielle Dispensierung erreichen das Schuldenwesen der einzelnen Glieder [der Gemeinde Melpers] .. dass man sehen könne inwiefern sie nach und nach theils davon befreyt, theils erleichtert werden mögen A1,64,10 Regierg Eisenach 9.4.79 K Reskript es ist bey uns eine unbedingt ausgesprochene Einrichtung, daß, wer zehn Jahre bey’m Theater ist, vom Statisten-Dienst befreyt seyn soll GWBB25,237,10 Kirms 20.3.15 GWB26,33,15 DuW 1 GWB24,218,20 Wj I 11 uö 5 iSv bewahren, schützen (vor Gefahr, Strafe, Störendem usw); einmal ‘vor etw b.’4), sonst immer iVbdg mit ‘von’; mehrf Zustandspass ‘befreit (sein, bleiben)’, auch zur Charakterisierung eines gegebenen, nicht durch eine best Aktion erreichten Zustands iSv frei, unbelastet man muß es [Gebet] nüchtern des Morgens | Überlesen, so bleibt man des Tags von Noth und Gefahren | Völlig befreit GWBReinF XI 372 Vorfall .. wo ein Mann der 212 Gulden in der Tasche hat, sich mit 150 Gulden vom [drohenden] Arreste b. kann GWB18,353,25 Hausball [G/Seidel] so hat sie [die Natur] solches [das Flügelbein] .. vor allen grobern und gleichgültigeren Functionen befreit GWBN8,142,22 BeschreibgZwKnoch Dein Herz .. Wie das meine bleibt’s | Von Schrecken, Furcht und Wankelmuth befreit [incapable de] Tancred 968 GWBN51,122,3 FarbSchatt uö → GWBallbefreiend GWBzollbefreit vgl zu 1 GWBentbinden GWBerretten GWBfreimachen zu 1 a GWBentlassen zu 1 b GWBemanzipieren zu 2 GWBentbinden GWBentladen GWBentledigen GWBentlösen GWBerlösen GWBerretten GWBfreimachen zu 4 GWBdispensieren GWBentbinden GWBerlassen 1) vgl den Mineralkörpern .. gasförmig oder sonst aufgelöst, in Freyheit gesetzt GWBB26,349,5ff Leonhard 29.4.16 2) vgl MSemper, Die geol Stud G-s, 1914,142f: “Die Grundvoraussetzung der Geologie Werners war .. daß Kristalle nur aus Lösungen entstehen könnten .. Er [G] beruhigte sich über die Löslichkeit der Kieselerde in dem Gedanken, daß sie eine Säure sei” (dazu vgl GWBB24,40,12ff Trebra 24.11.13 K) 3) vgl DLohmeyer, Faust u die Welt, 1975,260; Staiger (G-s Ged 3,467) vermutet Aufnahme von Ideen Okens (Entwicklung der Organismen aus den Bläschen des Urschleims) 4) Vbdg mit ‘vor’ auch bei andern Autoren belegt, s DWb Sp 1270Rose Unterberger R. U.