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bannen

mhd. bis spez. · 27 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MWB
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31 in 27 Wb.
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

bannen

Bd. MWB 1 427, Sp. 52
bannen stV. (VII) (selten swV., vgl. WeistGr und UrkCorp (WMU) 1797B) 1 ‘jmdn. bannen, den Kirchenbann über jmdn. verhängen’
2 ‘jmdn. vor Gericht bringen, laden’
3 ‘jmdn./etw. (durch magische Kraft) vertreiben, fernhalten’
4 ‘jmdm. etw. (unter Strafandrohung) befehlen, gebieten, vorschreiben’
4.1 in der Wendung: (jmdm.) vride
4.1.1 ‘(jmdm.) Frieden gebieten’ (vgl. vrideban )
4.1.2 ‘jmdm. Frieden gewähren’
4.2 in den Wendungen gebannener vîretac/ vastetac/ tac ‘ vorgeschriebener Feiertag/ Fasttag/ Tag’
4.3 mit Akk.d.P.
5 etw. mit besonderen Rechten versehen
5.1 in der Wendung gebanneniu stat ‘Stadt mit eigener Gerichtsbarkeit’ (zu 1ban 2.1 ; vgl. banstat )
5.2 ‘etw. mit einem Vorrecht, Sondernutzungsrecht belegen’ (zu 1ban 2.2 )
   1 ‘jmdn. bannen, den Kirchenbann über jmdn. verhängen’ aber ib anders er tuͦt er werde gibannun BrZw 51; ob min herre der bischof [...] si vil leihte drvmbe bannen wolt UrkCorp (WMU) 2399,15; si [die Geistlichen] bienen, die si wolten, / und niht, den si solten Walth 9,32. 11,1; kristen laͤut sol man tuͦn in den pan. vnd ein iegleich obrister mag sein vndertaͤnig pannen [ excommunicare ] RechtssA B15,10; Ottok 49017. – mit Ersparung des Obj.: swer under stôle vluochet, schiltet, bennet / unt under helme roubet unde brennet, / der wil mit beiden swerten strîten RvZw 127,7. 127,1; da sol der abt nach clagen als nach des closters aigenem guͦt vnd darumbe bannen UrkCorp (WMU) 1435/1,35. – ‘Zwang ausüben’ der [das Amulett] ist guot wider der teufel pannen BdN 470,33    2 ‘jmdn. vor Gericht bringen, laden’ sollen sy ihre undertanen mit auswendigen rechten nit furnemen, wider laden noch bannen WeistRh 2,2:98,27 (a. 1336/1356 kopial); so sol im [dem Kläger] der amman den, der da beclegt wirt, bannen und och gebieten, daz er in rihti StRRavensb 118,19    3 ‘jmdn./etw. (durch magische Kraft) vertreiben, fernhalten’ wie sie [die Schlange] der meister bennet MügelnII Gr 1,10; laß zwivels orden bannen Mügeln 15,17; vnd wil in aller fröuden bannen Orend 2692 (App.); UvZLanz 731; Teichn 210,27. 336,45. 325,17; Minneb Prolog 2,10    4 ‘jmdm. etw. (unter Strafandrohung) befehlen, gebieten, vorschreiben’ swer vlaehsch [l. vleisch ] tiurer geit denne ez im gepannen oder gesetzet ist, der geit judici 60 dn [Denare] StRMünch 252,8. 199,1    4.1 in der Wendung: (jmdm.) vride ~    4.1.1 ‘(jmdm.) Frieden gebieten’ (vgl. vrideban): swer avch in vnser chamer ist [...], dem pannen vnd gebieten wir frid [Friede zu halten] von dem gewalt vnser fvͤrstlichen ern UrkCorp (WMU) 2237B,20; so vride ie wart gebannen vur strit zu beiden siten JTit 939,1; Rab 468,5    4.1.2 ‘jmdm. Frieden gewähren’ so sal umi dan di sculteizi vride banne zu sineme liebi unde zu sinemi gute Mühlh 163,14. 113,6; ist daz ein man den andern [in Notwehr] ze tode sleht, [...] der ist dem vogte noh sinen friunden nihtes niht schuldic, unde sol im der vogt fride unde gnade bannen StRAugsb 112,28; vride sei iu gebannen / [...] / vor allen minen mannen / sit ane sorge sicherlich Rab 227,1; HvFritzlHl 194,32; LBarl 10560    4.2 in den Wendungen gebannener vîretac/ vastetac/ tac ‘ vorgeschriebener Feiertag/ Fasttag/ Tag’ swas tage dc sie, ane die súnnentage vnd gebannene virtage UrkCorp (WMU) N238B,25; ez sol auch kein jude noch nieman von sinen wegen an dem vritage noch an andern gebannen vastagen vische kauffen WüP 59,3; ez si denne ein gebanne vast tag den nieman brechin sol BrEng 53; mit den gepannen tagen Teichn 266,65    4.3 mit Akk.d.P.: der [Bischof] solt in [den Pfarrer] auf di chirchen pannen / als dw chon zu iͤr mannen. / [...] / also solt der pharrer wonnen / auf der chirchen spat und fruͤ Teichn 236,29    5 etw. mit besonderen Rechten versehen    5.1 in der Wendung gebanneniu stat ‘Stadt mit eigener Gerichtsbarkeit’ (zu 1ban 2.1; vgl. banstat): wir suͤlen [...] niemen chainen gewalt geben uͤber ir lip und uber ir guͦt, als verre der stat geriht get, wan nach der stat saettz [Satzung] und nach ir reht, wan ez ein gebanniu stat ist und hat geschribeniu reht StRMünch 43,24; daz man in sin stat ze Eystet noch in ander sin gepannen stet, iht rihten suͦl UrkEichst 2,123 (a. 1316)    5.2 ‘etw. mit einem Vorrecht, Sondernutzungsrecht belegen’ (zu 1ban 2.2): wan sol oͮch den hoͮ wider banan [den Weidgang im Kahlschlag verbieten] , wen dz holz dar ab kunt UrkThurgau 5,272 (a. 1349). 5,282; auch behalten wir [...] vnser gebennete boische [Wäldchen] , vnd vnser wiesen in allem recht WeistGr 2,4 (a. 1321); swa oͮch die bvrger gebannenvͥ [ gebannetv́ 1797B,36 ] hoͤlzer hant UrkCorp (WMU) 1797AB,35,36. – wohl hierher: nâch über drî wochen / ist der turnei gesprochen / ûf den Gebannenen clê / bî der niwen stat ze Djoflê UvZLanz 2669

MWB 1 427,52; Bearbeiter: Schnell

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bannenstv. red. I, 1.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    bannen stv. red. I, 1. BMZ unter strafandrohung gebieten od. verbieten Troj. Myst. daʒ bannet man bî den vrouwen Msh. 2,…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bannenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    bannen , st. V. nhd. bannen, mit Arrest oder Strafe belegen (V.), verfesten, exkommunizieren, durch Fluchformeln herbeir…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bannen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Bannen , verb. reg. act. welches an den Schicksalen des Substantives Bann gleichfalls Theil genommen hat. Es bedeutet nu…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bannen

    Goethe-Wörterbuch

    bannen auch PartPrät(subst) 1 in abergläub Vorstellung: durch magische Gewalt jdm, einer Sache die Bewegungsfreiheit neh…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bannen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Bannen , einen Bannspruch sprechen, s. Festmachen .

  6. modern
    Dialekt
    bannen

    Bayerisches Wörterbuch · +10 Parallelbelege

    bannen Band 1, Spalte 1,1063f.

  7. Sprichwörter
    Bannen

    Wander (Sprichwörter)

    Bannen Was man heut' nicht bannt, morgen übermannt.

  8. Spezial
    bannen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ban|nen vb.tr. 1 (Kirche) scomuniché (-chëia) 2 (verbannen) baní (banësc), esilié (-liëia) 3 (bezaubern) incanté (-tëia)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bannen

24 Bildungen · 1 Erstglied · 20 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von bannen 2 Komponenten

ban+nen

bannen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

bannen‑ als Erstglied (1 von 1)

bannen als Zweitglied (20 von 20)

ūtbannen

KöblerMnd

*ūtbannen , sw. V. nhd. verbannen Hw.: s. ūtbanninge; vgl. mnl. utebannen E.: s. ūt..., bannen W.: vgl. nhd. ausbannen, sw. V., ausbannen, D…

Abbannen

Adelung

abba·n·nen

* Abbannen , S. Adelung Abfinden , in der Anmerkung.

anbannen

DWB

anbannen , incantamentis concludere, affigere, festbannen: aber die kraft besteht bis zum mittelpunct der erde dem boden angebannt. Göthe 1 …

anebannen

KöblerMnd

ane·bannen

anebannen , V. nhd. „anbannen“, bannen E.: s. ane (2), bannen R.: wedder anebannen: nhd. Bann erneut erklären, Gut des Schuldners erneut als…

ausbannen

DWB

aus·bannen

ausbannen , expellere, verbannen, nnl. uitbannen: du hast die völker aber ausgebannt. Opitz ps. 44 .

ausverbannen

DRW

aus·verbannen

ausverbannen jemanden ausweisen wer bürger anzunehmen oder auszuverbannen habe? oJ. GrW. VI 488 Faksimile

gebannen

KöblerMhd

geban·nen

gebannen , st. V. nhd. „bannen“ Hw.: vgl. mnl. gebannen Q.: Teichn (1350-1365) (FB gebannen), Urk, WüP E.: s. ge, bannen W.: nhd. DW-; L. .D…

Hinbannen

Adelung

hin·bannen

Hinbannen , verb. reg. act. an einen entfernten Ort bannen, von der redenden Person wegbannen. Und hat in Fesseln an der Höllenpforten Angel…

tauhopbannen

MeckWBN

Wossidia tauhopbannen durch einen Bann aneinander binden, s. bannen.

Teufelbannen

DRW

teufel·bannen

Teufelbannen, n. wie Teufelsbeschwörung sollen die prediger mit hohem fleiss und ernst wider solche sünde und laster, der zeuberei, weidlere…

verbannen

DWB

verb·annen

verbannen , verb. den bann verhängen. 1 1) ahd. farbannan, mhd. verbannen, verbennen, früher stark flectiert, ahd. part. praet. farbannan Gr…

vorbannen

MNWB

vor·bannen

vorbannen , stv. ( Prät. vorbên [-been] -ben, -bennen; Part. prät. vorbannen ), swv. ( Prät. vorbannede; Part. prät. vorbannet -bant ), vgl.…

vörbannen

KöblerMnd

vörbannen , st. V., sw. V. nhd. kraft der richterlichen Gewalt gebieten, verbieten, bannen, mit dem Bann strafen, in den Bann tun (als geist…

ūsbannen

Idiotikon

ūsbannen Band 4, Spalte 1279 ūsbannen 4,1279

ūzbannen

KöblerMhd

ūzbannen , sw. V. nhd. ausbannen, vertreiben ÜG.: lat. eliminare Gl Hw.: vgl. mnl. ūtebannen, mnd. *ūtbannen? Q.: Gl (15. Jh.) I.: Lüs. lat.…

Ableitungen von bannen (3 von 3)

Entbannen

Campe

◬ Entbannen , v. trs. bannend entfernen, verbannen; überhaupt wegschaffen, abschaffen. Als ein besserer Sinn, empört ob greulichen Frevels S…

gebannen

KöblerMhd

gebannen , st. V. nhd. „bannen“ Hw.: vgl. mnl. gebannen Q.: Teichn (1350-1365) (FB gebannen), Urk, WüP E.: s. ge, bannen W.: nhd. DW-; L. .D…

verbannen

DWB

verbannen , verb. den bann verhängen. 1 1) ahd. farbannan, mhd. verbannen, verbennen, früher stark flectiert, ahd. part. praet. farbannan Gr…