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triumph

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

triumph m.

Bd. 22, Sp. 694
triumph, m. , aus lat. triumphus, tritt in der zweiten hälfte des 15. jhs., zunächst noch vereinzelt, hervor; 1473 triumph bei Stainhöwel de clar. mul. 121; 185 lit. ver., daneben auch driumph ebenda 78. in zusammenhängender bezeugung seit dem anfang des 16. jhs. in compositionen seit 1493 triumphspiel s. u.C 1; lexikalisch verzeichnet seit Dasypodius dict. lat.-germ. (1536) 244a; Frisius (1556) 1332a; Rot teutscher dict. (1571) q 4a. das wort gehört der höheren sprache an, in die eigentliche mundart ist es nicht eingedrungen. über das verhältnis zu trumpf s. d. sowie unter B 5. die beiden hauptbedeutungen des lat. triumphus 'prunkvoller einzug nach einem siege' (A) und 'sieg' (B) sind ins deutsche übernommen und weiterentwickelt worden. AA. auf der grundlage der bedeutung 'prunkvoller einzug nach einem siege'. A@11) in eigentlichem sinne. A@1@aa) der vom römischen senat nach einem bedeutenden siege dem feldherrn und seinen soldaten zugestandene feierliche einzug in Rom, der prunkvolle festzug zu ehren des siegers: die andern beut vnnd gefangne hat er zuo seinem einzug vnd zier des triumphs gebraucht Xylander Polybius (1574) 90; die gewaltigen sieg des groszen Pompei sampt seinen prechtigen titlen und herrlichen triumphen J. Heyden Plinius (1565) 39; häufig natürlich in den neueren darstellungen der römischen geschichte, z. b.: selbst die besseren waren befriedigt, wenn ... das consulat und der triumph und im rathe ein ehrenplatz errungen war Mommsen m. gesch.4 3, 9; Scipio liesz eine menge schöner statuen nach Rom bringen, seinen triumph zu verherrlichen H. Meyer gesch. d. bild. künste (1824) 1, 223; vgl. noch Ranke w.2 14, 8. festere verbale fügungen sind einen triumph halten, vgl. triumphatus von welchem triumph gehalten ist Dasypodius dict. lat. germ. (1536) 244a: die Römer haben sein (des myrtenbaums) gebraucht zu krentzen, wenn sie triumph gehalten haben Luther 23, 510 W.; Duellius ... zu Rom den ersten triumph oder sieggebrenge ... gehalten hat J. Barth weiberspiegel (1565) n 5a; ebenso muszten triumphe zu Rom über die Deutschen gehalten werden M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 1, 38; seltener führen, vgl. unter c: in der pracht dieses ... schmucks soll Tarquinius ... den ersten triumph geführt haben B. G. Niebuhr m. gesch. 1, 218; im triumph einziehen: wie sie vorzeiten die römische feldherren, wann sie im triumf eingezogen, gebrauchet S. v. Birken forts. d. Pegnitzschäferey (1645) 49; im triumph (auf) führen: die gfangnen im triumph ... füren Frisius (1556) 65b; Gilimer (wurde) ... vom Bellisario, kaysers Justiniani generalen, überwunden, gefangen und im triumph aufgeführet (1641: im triumpff geführet) Micraelius altes Pommerland 1 (1723) 37; um sie (die vornehmsten Numantias) in seinem triumphe aufzuführen Mommsen m. gesch.6 2, 17. in geistlicher übertragung von Christus: hat ausgezogen die fürstenthum vnd die gewaltigen vnd sie schaw getragen öffentlich vnd einen triumph aus jnen gemacht durch sich selbs (palam triumphan sillos in semetipso) Coloss. 2, 15; im anschlusz an diese und ähnliche bibelstellen: vergleichung und gegensatz desz irrdischen vergenglichen triumphs keysers Titi (nach der eroberung Jerusalems) und des geistlichen ewigen triumphs Jesu Christi Ad. Reiszner Jerusalem 2 (1565) 144a; der triumph und das sieggepräng (der Römer) hat einen gantzen tag gewäret ... Christus hat seinen triumph am creutz und in der aufferstehung angefangen, der wäret noch auff den heutigen tag und wirdt erst am letzten tag desz gerichts offenbar und gesehen werden und bleiben in ewigkeit ebenda 153a. in dieser vorstellung des römischen triumphes auch bildlich, besonders im erotischen bereich, vgl. auch triumphbogen c, triumphwagen b: triumph der liebe (d. i. in gestalt eines triumphzuges, vgl. die illustration) D. Federmann sechs triumph (1578) vorr. ):( ):( ):( 4b; ... ich schwere bey der schönen ..., die mich führt im triumph ... Opitz teutsche poemata 68 ndr.; die keuschheit entflieht, und sie (die dame) führt ihren verehrer an den siegeswagen geschlossen, zum stolzen triumpf fort Fr. W. Zachariä poet. schr. (1772) 24. A@1@bb) allgemeiner feierlicher einzug oder aufzug eines siegers überhaupt, ohne die vorstellung des römischen triumphators: als er (Agamemnon) von Troia mit triumph sighafft wider kam (1473) Stainhöwel de claris mulieribus 121 lit. ver.; er (der überwinder) zog in seinem freudenfeste mit des triumphs gepränge zu dem todtentantz A. Gryphius trauersp. 150 lit. ver.; wüste schrecken und ein traurig ende hat den rückkehrenden (von Troja) statt des triumphs ein feindlich aufgebrachter gott bereitet Göthe I 10, 38 W. auch hier festere wendungen wie im triumph einziehen u. a.: du ... kömmst davor (vor Stralsund), zerschmetterst erd und stein und ziehest im triumph zum neuen stadtthor ein in H. v. Hoffmannswaldau u. a. auserl. ged. (1697 ff.) 7, 223; des andern tages zog unser sieghaffter kayser in herrlichstem triumphe, als ein doppelter überwinder, in die stadt v. Ziegler asiatische Banise (1689) 352; wir wurden (nach dem sieg) mit einem groszen triumf ins lager eingeholet A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 92; 'wir haben ... den winter im triumph zurückgebracht!' so riefen die niedergefallenen schneeflocken A. G. Meiszner skizzen (1778) 1, 181; und schimpflicher wird man nun im triumph uns als gefangne nach Palermo führen F. Raupach dram. w. ernster gatt. (1835 ff.) 7, 229. der errungene erfolg braucht nicht immer kriegerischer art zu sein: nach geendigter wahl wird der erwählte im triumphe nach hause gebracht Archenholz England u. Italien (1785) 1, 1, 24. in geistlicher umdeutung auf Christus bezogen, vgl. oben 1 a: der bischoff (fragt) seinen artzt, ob er auch wisse, woher es komme, das man (bei der kirmesz) fanen auszstecke und spricht, es bedeüt den triumph Christi, da er seinen feinden obgesiegt hat J. Agricola 750 teutscher sprichw. (1534) e 4b; du (Christus) bist mit einem herrlichen triumph aufgefahren zu den himmelen Fr. v. Spee güld. tugendb. (1649) 21; vgl. Göthe I 37, 6 W. von den seligen im himmel: deine (des verstorbenen) wunderpracht und himmlischen triumph bei Weichmann poesie d. Nieders. 2, 187. in mehr bildlicher verwendung: aber du Carole, wöllest nit gestäten den ewigen feinden dieses reichs ... ausz vberwindung meiner einen triumph zuo füren (triumphare victoriam) U. v. Hutten opera 1, 376 Böcking; (gott gestatte nicht) das wir imals von uonsern feinden uberweltiget waerden, sonder nach daem sein reich mitten uonter uons bestetiget worden, wir triuomf halten, singende uont dein lob uont preis erhebende zuor ewikait Schede psalmen 77 ndr. gelegentlich mit dem besonderen sinne 'siegesfest', vgl. triumph ... 'die siegesfeyer' Voigt hwb. f. d. geschäftsf. (1807) 2, 514: wann sie (die Südamerikaner) ... den gefangenen wollen schlachten, richten sie dazu ein groszen trieumff U. Schmidel reise d. Südamerika 105 lit. ver.; nach des kampfes schreckenstag kommt die spuknacht des triumphes; hunderttausend freudenlampen lodern auf in Mexiko Heine werke 1, 379 Elster. A@22) weitergreifend als festlicher zug, ohne die vorstellung eines voraufgegangenen kampfes und sieges, besonders bei festlichen empfängen und ähnlichen feierlichkeiten, vgl. triumff, prächtiger einzug entrée solennel Wiederhold (1669) 342b. A@2@aa) den übergang von 1 her vermitteln wendungen wie als im triumph, gleichsam im triumph: ich sehe den August, indem er dich umpfangen, bey deinem einzug heut als im triumphe prangen, weil wohl nichts tröstlichers für diesen helden ist, als dasz du seines ruhms und landes erbe bist v. König ged. (1745) 27; die Römer ... führten ihn ... mit grösztem pomp und gleichsam im triumph in ihre stadt M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778 ff.) 3, 90; geschmückt wie zum triumph waren die Pariser (bei der krönung), in jeder gasse stiegen ehrenbogen, durch die der engelländsche könig zog Schiller werke 13, 201 G. A@2@bb) schon früh in unmittelbarer verwendung: da nun der könig ausz Franckreich vername, dasz die fürsten unnd herren gar nahe zu Parisz zu kamen, rheyt er gar köstlich und mit einem groszen triumpf jhnen entgegen und empfieng sie buch d. liebe (1587) 10b; die schuler ... den tag mit einem groszen triumph, gros und klein in schöne kleider verstalt, in der stadt herumbgangen (1613) quellen z. gesch. der stadt Kronstadt 4, 172; vom freudenzug des Dionysos: ist somit das füllhorn für die Dionysosgemahlin indischer triumphe nachgewiesen Ed. Gerhard akad.-abh. (1866 ff.) 2, 398; mosaike ..., deren eines einen triumph des Bacchus ... darstellt archäol. ztg. 1, 141. zuweilen geradezu als 'festliche veranstaltung': da hielt ich ouch grosz triumph und fest mit spilen, prassen, buolen, schlemmen N. Manuel 480 Bächtold; also hat uns die zeitung von den triumfen, so der wirtembergische printz, sowol unserer (der englischen), als seiner nation zu ehren, angeordnet, ... gezwungen ... dem behertzenden trometenschall zuzueylen Weckherlin ged. 1, 17 lit. ver. ohne die vorstellung eines zahlreichen festzuges vom feierlichen und jubelnden geleit durch einzelne personen, durchweg in der wendung im triumpf (heim)führen u. ä.: da fanden mich treue diener meines erlauchten hauses und führten mich im triumph heim! G. Keller ges. w. 2, 59; mein vetter ... sieht mich gleich von weiten, umarmt mich, lasst die hund aus und führt mich im triumph in sein haus A. Bäuerle kom. theater (1820 ff.) 2, 50; ähnlich aus dieser (der tür) trat ... der gutsherr selbst, der mich auf den ersten blick erkannte, voll herzlicher freundlichkeit willkommen hiesz ... und mich im triumphe nach seinem wohnzimmer leitete Holtei erz. schr. (1861 ff.) 29, 271. A@33) von 1 und 2 aus gelegentlich in älterer sprache ganz concret von der äuszeren ausschmückung für einen festlichen einzug, insbes. auf die 'triumphbögen' bezogen: in der mahler werckstätt zu Antorff, im zeughausz, do sie dem triumph zurichten, dardurch man könig Carl solt einführen. daselb werck ist lang jjjjhundert pögen und ein jeglicher 40 schuh lang, und wird auf beden seyten der gassen aufgemacht Dürer tagebuch 53; vgl.also wolten die Römer Constantino eynen grossen triumph uffrichten, antwurt er: nit mir, sonder Christo geben den triumph, vnd er liesz ein herlich krütz uffrichten (1521) Judas Nazarei v. alten u. neuen gott 12 ndr. A@44) fester und geläufiger sind andere ablösungen aus 1 und 2 geworden. A@4@aa) als 'pracht, prunk', zumeist noch im vorstellungskreis von A 1 u. 2, vgl. triumphus ein siegesgepräng ... triumph nomencl. (Hamb. 1634) 546: (sie führten ihn) gegen der stadt ... mit groszer freud, triumph und solcher glory, die man gegen den siegern zu gebrauchen pfleget Amadis 103 lit. ver.; mit was herrlichem triumph, der gleichen kaum auff dem mör gesehen ist, dye romisch kayserliche und christliche maiestät ... zu schiff gangen ... ist Ch. Scheurl briefbuch 2, 140 v. Soden-Knaake; hast du bemerkt, dasz all der triumph, all die herrlichkeit heute (bei der geburtstagsfeier) sie mehr in verlegenheit setzte, als erfreute Göthe I 38, 114 W.; Hippolyta! ich habe mit dem schwert um dich gebuhlt, durch angethanes leid dein herz gewonnen; doch ich stimme nun aus einem andern ton, mit pomp, triumph, bankett und spielen die vermählung an A. W. Schlegel Shakespeare (1797 ff.) 1, 178. A@4@bb) als 'jubel': und welch eine freude und triumph richten sie an, als er (der kaiser) nu jtzt komen wolt? da war eitel rhümen, jauchtzen, singen und springen Luther 34, 2, 467 W.; da (bei der krönung könig Ludwigs) sang der bischoff Tulpin das ampt der heyligen mesz, und der patriarch von Jerusalem dienet jhme, und solches mit grossem triumpff und frolocken P. v. d. Aelst Heymonskinder (1604) 29; (Dionysos) ist die sichtbargewordene ewige fröhlichkeit ... sein daseyn ist ein ewiger triumph unter trauben ... unter dem ewigen freudenliede Herder s. w. 17, 355 S. A@4@cc) als ehre, ruhm und deren äuszere und zumeist als äuszerlich gekennzeichnete entsprechung: solltest allen weltlychen triumpff, eere und rüm verachten Hutten opera 2, 190 Böcking; vnd ist Oede hochfart, wann jhener, der in jmselbs lAer vnd zenichtig ... ist, suecht auswendigen lob vnd weltlichen triumph B. v. Chiemsee teutsche theologey (1528) o 3b; ach der narren die nichts gesüchen noch erfaren, vermeynen schlecht, die göucheri der gröst triumpf uf erden sy Fischart glückh. schiff 35 ndr. 'ehrung, huldigung': nach einer langen deliberation ... gieng dieser triumph oder ovation oder leichenconduct an v. Hippel lebensläufe (1778) 1, 48; Wanda ... sah in diesem beständigen sichwenden an ihre person selbstverständlich nichts als einen ihr zustehenden triumph und berauschte sich in der fülle der ihr immer eindringlicher zuteil werdenden huldigungen Fontane ges. w. I 5, 30. A@55) in neuerer sprache verinnerlicht. A@5@aa) als 'genugtuung', in den prägungen einen triumph haben, gönnen u. ä.: diesen triumph sollen sie nicht haben, zu erleben, dasz Agathon sich vor ihnen demüthige Wieland Agathon (1766) 1, 364; ich hatte den triumpf, Kathinka eifersüchtig zu sehen Fontane ges. w. I 2, 32; ich wollte Theresen den triumph nicht gönnen, die zerrüttung meines gemüthes in jedem meiner züge zu lesen Pfeffel pros. vers. (1810) 5, 54; wie würde es mich reuen, dir den triumpf zu geben, gegen dich klagen zu müssen Knigge roman m. lebens (1781) 2, 60. A@5@bb) als 'triumphgefühl': triumph schwamm über diese witzige antwort in meines vaters auge J. J. Chr. Bode Tristram Schandi (1774) 5, 30; izt fühle ich, dasz ich bin! welche wonne, welch ein triumph ist in diesem gefühl Wieland werke I 2, 353 akad.; auf die stirne flog es wie ungeheurer stolz und triumph ... so sasz sie und badete das gehobne antlitz in den strahlen des mondes Stifter s. w. (1901) 1, 282; ich weisz, dasz eure wunden (über den tod der kinder) sich ofte genug wieder öffnen werden, wenn ihr andre in ihren kindern glücklich seht: ein glück, das sonst euer stolz und euer triumph war Thom. Abbt verm. w. 2 (1783) 107; Karl dagegen, voll triumph und glückseligkeit, rief ihr nach G. Keller ges. w. 6, 268; seine seele ergözt sich in stillem triumph am anblick der ordnung, des wolstands, der harmonie, die er gestiftet hat Wieland werke I 3, 20; auch in abfälligem sinne: in wessen mienen sich der ausdruck des boshaftesten triumpfes spiegelte, das war niemand anders als ihre excellenz M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893 f.) 4, 45; es kommt mir alles darauf an, ob man die sache für gelungen oder miszlungen hält, auf die man mit so gottlosem triumph zählte G. Forster s. schr. (1843) 9, 35. BB. auf der grundlage von 'sieg'. B@11) im bedeutungsumfang des nhd. sieg: (man hat) ir ze eren ain bild uff die höhin desz hailigen wegs geseczet, zu öwiger gedächtnusz, die man doch allain umb ritterliche tätten und triumph den überwindern gewonlich seczet (1473) Stainhöwel de claris mulieribus 185 lit. ver.; dergleich Franciscus Petrarcha beschreibt ein gantzes buch alda von des gewalting todes triumpff, wie er unter sein füsz so stumpff all menschen werff mit seiner krafft und an in allen wer sieghafft Hans Sachs werke 7, 431 lit. ver.; (Salomo) hat an all sein feinden sieg und hat triumph in allem krieg ebda 19, 372. in geistlicher übertragung von Christi leiden und tod: sin (Christi) sig und driumph (1473) Stainhöwel de clar. mul. 78 lit. ver.; (die inschrift auf dem kreuz) heisset der triumpfftitel, wan er den triumpff Christi vfftruckt Keisersberg narrenschiff (1520) q 1a; den sieg und triumph seines sones (d. i. Christi) ... wider die sünde, tod, teuffel und helle Luther 10, 3, 56 Weim.; 17, 1, 190 u. ö. allgemein übertragen: triumphe sind wie niederlagen, wenn ihre frucht besteht in klagen Platen werke 1, 104 Hempel; in abstrakterer anwendung: der mund ist grob, ... ohne allen ausdruck, den geübte geduld, unterdrückter schmerz, triumph über sich selbst ... den lippen einprägen sollte Lavater physiogn. fragm. (1775) 1, 129; der triumph einer menschenhand über die hartnäckige gegenwehr der natur Schiller werke 3, 576 G.; ein wahrer triumph der geister über alles kleine und schwache Hölderlin ges. dicht. 2, 26 Litzmann. statt der festen verbindung von triumph mit über (vgl. oben sowie A 1 a) steht in der bedeutung 'sieg' in älterer sprache auch wider (s. oben Luther 10, 3, 56 W.) und an: ja, mich erfrewet zu der frist der sieg, den dir gott geben hat und der triumph am Goliath W. Spangenberg ausgew. dicht. 174 Martin. von den festeren verbalen fügungen enthält die bes. in übertragener anwendung häufige verbindung einen (glänzenden) triumph feiern u. ä. 'siegen', 'sich durchsetzen', 'recht behalten' (s. auch bei 2 u. 3) einen einschlag der bedeutung A 1: als Skobeleff ... vor Samarkand seine triumphe feierte Fontane ges. w. I 4, 297; so feierte die hofpartei nach allen seiten triumphe F. C. Dahlmann gesch. d. frz. revolution (1845) 62; als er (der gottesleugner) späterhin starb, that er dies so verzagt und ... nach gebet verlangend, dasz die guten leute (d. i. die frommen) einen glänzenden triumph feierten G. Keller ges. w. (1907) 1, 71. sonst einen triumph erringen, gewinnen, seltener erwerben (s. auch 2), vor allem davon tragen, in derselben bedeutung, in der sieg mit diesen verben verbunden steht: (Christus) hat uns triumph erworben über tod, sünd, hell Luther 17, 1, 190 W.; Jarno ... hatte ... den gröszten spasz, wenn er den alten herrn mitunter irre machen konnte. dieser gewann aber bald einen groszen triumph Göthe I 23, 293 W.; der könig ... glaubte hier mit dem bloszen gesunden verstande einen triumph über die verwickeltste juristenpractik errungen zu haben K. Fr. Becker weltgesch. (1801 ff.) 9, 634; wer hätte ihme etwas anderst eingebildt, als dasz diese (Judith u. Holofernes) in der kammer in einer vertreulichen kammeradschafft werden leben und die cyprische göttin den triumph darvongetragen Abr. a s. Clara etwas f. alle 1 (1699) 232; (er) trug in jener denkwürdigen mühlensitzung ... einen vollständigen triumph über Gerngroszen davon Holtei erz. schr. (1861 ff.) 24, 192. in bildhafter und übertragener anwendung wie sieg oft in verbindung mit abstrakten genetiven: da war noch recht des stärkeren, triumpf persönlicher tapferkeit v. Knigge roman m. lebens (1781) 3, 17; als wann ich den triumph der warheit ... wolte in einem dantzspiel vorstellig machen Harsdörffer frauenz.-gesprächspiele (1641 ff.) 2, 257; wenn uns das erste (buch Mosis) den triumph des glaubens darstellte Göthe I 7, 157 W.; alle züge des charakters des fräuleins geben mir hoffnung zu einem triumphe der tugend S. v. Laroche frl. v. Sternheim (1771) 1, 150; wiederholt in titeln: triumph der tugend Göthe I 37, 29 W.; triumpf der empfindsamkeit ebda I 17, 1; triumph der wissenschaft (komödie) O. Hinnerk 1932; triumph des willens reichsparteitagfilm 1934. von anfang an gern in steigernder verbindung mit sieg, vgl. (1473) Stainhöwel oben B 1 anf.; da ist eyn sieg und triumph unter der grossten schwacheyt verborgen Luther 19, 219 W.; 18, 201; 10, 3, 56; alle diese siege vnd triumphe, die er durch so viel bataillen erhalten v. Chemnitz schwed. krieg 1 (1648) 205; bis zum sieg und triumph der liebe G. Keller ges. w. 2, 152; auch in umgekehrter folge: ein triumph und siege wider sund, tod Luther 32, 39 W.; mein herr könig hat sich beladen mit manchem gefärlichen krieg, all mal erlangt triumph und sieg Hans Sachs werke 10, 367 lit. ver.; ähnlich welcher am meisten weins in sich schüttet, füret den triumph und victory heim Ambach v. zusauffen (1544) d 1a. B@22) in neuerer sprache auch ohne deutliche vorstellung eines vorhergehenden kampfes oder eines unmittelbaren gegners, im sinne von 'erfolg': Buonaroti gesellte zu einem reichen schatze wissenschaftlicher kenntnisse die glänzendsten triumphe der architektur, der skulptur, der malerey und der dichtkunst v. Matthisson schriften (1825 ff.) 4, 71; der schauplatz seiner ersten triumphe (im militärdienst) Fontane ges. w. I 4, 100; einer der schönsten triumphe der wissenschaft ist es ..., die existenz einer groszen gruppe von dingen zu erschlieszen, welche unserer wahrnehmung ... entzogen sind L. Boltzmann pop. schr. (1905) 29. auch hier in der wendung einen triumph feiern: auf demselben Karlstheater feierte die signora Patti unendliche triumphe Hebbel werke 10, 340 Werner; ähnlich einen triumph erwerben: doch haben wir in diesen tagen noch einen gröszern theatralischen triumph erworben, indem wir den standhaften prinzen von Calderon ... aufgeführt Göthe IV 22, 29 W. B@33) aus 1 und 2 ergibt sich in verbindung mit abstrakten die bedeutung 'höhepunkt', die seit der zweiten hälfte des 18. jhs. zu belegen ist; besonders im bereich der kunst: diese allmähliche gradation des affekts ... ist das meisterstück, der triumph der kunst Gerstenberg Schlesw. litbr. 121 lit.-denkm.; die gemalten weintrauben des Zeuxis sind von alters her für den triumph der kunst ... ausgegeben worden Hegel werke (1832 ff.) 10, 1, 56; vergangenheit, gegenwart und zukunft sind (in dem werk) so glücklich in eins geschlungen, dasz man selbst zum seher, das heiszt: gott ähnlich wird. und das ist doch am ende der triumph aller poesie Göthe IV 27, 157 W.; Katharina Gabrieli ist der triumph der heutigen singkunst Schubart ästhetik d. tonkunst (1806) 56; ich habe nur behauptet, dasz dieses stück (gemälde Helenas) nicht der triumph der schönheit seyn würde Lessing werke 10, 243 L.-M.; astronomie, als wissenschaft der triumph mathematischer gedankenverbindung A. v. Humboldt kosmos (1845 ff.) 3, 625. von hier aus kann die wendung seinen triumph feiern auch den sinn 'seinen höhepunkt erreichen' gewinnen: eben in geschickter vereinigung des geistig bedeutenden und des sinnlich rührenden feiert die echte kunst ihren triumph Göthe I 49, 51 W. B@44) sehr häufig ist triumph als ausruf des sieges oder erfolges. in älterer sprache gelegentlich in anlehnung an den lateinischen ruf io triumphe: zu Augspurg muste ich mich auch demütigen, da meinet der cardinal, ich kröche zu creutze, und rieff schon: jo, triumph Luther 23, 31 W.; zumeist aber freier. B@4@aa) mit verben des sagens: triumph, du keusche lieb, triumph du nun solst singen J. W. Zinkgref auserles. ged. 32 ndr.; triumph, (schrein sie) triumph, triumph, victoria! Fr. W. Zachariä poet. schr. (1763) 1, 31; schon ruft das schöne weib triumph Schiller werke 4, 18 G.; vgl.: wenn ich zu meinem ziel gelange, erlaubt ihr mir triumph aus voller brust Göthe I 14, 23 W. B@4@bb) als selbständiger ausruf: triumph, triumph, der Mars ist fort J. Rist d. friedejauchzende Teutschl. (1653) 229; triumph! das blatt ist voll Stoppe Parnasz (1735) 342; triumph, du hast gesiegt Gottsched ged. (1751) 1, 340; in verbindung mit einer anrede: seit Juvenal sie (die geiszel) fallen lassen, liegt sie, triumph ihr laster! still Lessing werke 1, 140 L.-M.; triumph, ihr herrn! der sturm ist abgeschlagen! H. v. Kleist 2, 271 E. Schm.; triumf, herr ritter, triumf! gewonnen ist die schöne Wieland werke (1794 ff.) 22, 4 Göschen. B@4@cc) dann auch als 'triumphruf': so wird er dich lehren unter die zitternden stimmen den ton der triumphe zu mischen Klopstock Messias (1780) 156. B@55) in älterer sprache wird triumph unter französischem einflusz auch gelegentlich im sinne von trumpf (s. d.) gebraucht und bezeichnet die siegende karte im spiel: vnd siehet ein jeder in eins andern spil unnd hand, allein was er triumph, bilder und künig, aber nit wie viel sew er drinn hab Seb. Franck sprüchwörter (1541) 1, 126b; es ist der höchste triumf, wann man studieren wehlt, wer diese blätter hat, viel augen macht und zehlt Harsdörffer frauenzimmergespr. 3 (1643) 458; vgl. triumpf, labet, piket, alombre etc. spielen giocare il trionfetto Kramer teutsch-ital. dict. 2 (1702) 864a; vgl. auch unten triumpfblättlein; triumphen. auf neuerer entlehnung aus dem französischen beruht triumph als name eines kartenspiels mit pikettkarte unter gleichstarken, sich gegenübersitzenden parteien, auch triumph mit dem raubas, s. Meyers konvers.-lex.6 19, 731. CC. zusammensetzungen. C@11) zusammensetzungen mit triumph- erscheinen bald nach dem ersten auftreten des grundworts: 1493 triumphspiel; bei Keisersberg -bogen, -titel; 1528 -feuer; 1530 -zeichen; 1541 -lied; bei Hans Sachs -säule, -wagen, sieh an den alphab. stellen; gegen ende des 16. jhs. schon ansteigend in bildung und anwendung:
24516 Zeichen · 547 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Triúmph

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Triúmph , des -es, plur. die -e, aus dem Lat. Triumphus. 1. Ein hoher Grad frohlockender Freude. Besonders die frohl…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Triumph

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Triumph [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Triumph

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Triumph , bei den alten Römern der feierliche Zug des siegreichen Feldherrn auf das Capitolium von der porta triumphalis…

  4. modern
    Dialekt
    Triumph

    Schweizerisches Idiotikon · +1 Parallelbeleg

    Triumph Band 14, Spalte 42 Triumph 14,42

  5. Sprichwörter
    Triumph

    Wander (Sprichwörter)

    Triumph Einen Triumph feiern. Cicero gebraucht dafür: »das Kapitol besteigen«, weil die einem siegreichen zurückkehrende…

  6. Spezial
    Triumph

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Tri|umph m. (-[e]s,-e) triunf (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit triumph

168 Bildungen · 168 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

triumph‑ als Erstglied (30 von 168)

triumphal

DWB

triumphal , adj. , triumphhaft; aus lat. triumphalis. a) zu triumph A 1: gegen zehn uhr traten der kaiser und die kaiserin ein ... ein klein…

triumphalisch

DWB

triumphal·isch

triumphalisch , adj. adv. , älter, seit dem 16. jh.; zu triumph A 1: sie bekleiden die triumphalischen bogen, deren ... in den straszen sehr…

triumphant

DWB

triumph·ant

triumphant , m. , aus lat. triumphans, -tis; vgl. triumphieren A 1: beschreibende hie der poet den triumph und pracht der todten, so der tri…

Triumphant I

Idiotikon

Triumphant I Band 14, Spalte 42 Triumphant I 14,42

Triumphant II

Idiotikon

Triumphant II Band 14, Spalte 43 Triumphant II 14,43

triumphator

DWB

triumphator , m. , lat. triumphator. 1 1) der im triumphzug einherziehende. 1@a a) im besonderen bei den römischen triumphen: vier rosse len…

triumphatorin

DWB

triumphatorin , f. , ' siegerin ' ( im wettlaufen ) Jean Paul 39, 67 Hempel.

triumphaufzug

DWB

triumph·aufzug

triumphaufzug , m. bei den Römern: wie trefflich sich bey denen triumphaufzügen der Römer die trompeten hören lassen muszten, ist aus Panvin…

triumphbalken

DWB

triumph·balken

triumphbalken , m. : ( in der gotischen kirche befestigte man unter dem triumphbogen ) ein kolossales kruzifix ... auf einem querbalken, tri…

triumphbett

DWB

triumph·bett

triumphbett , n. , bildlich nach A 1 a: Fernando muszte ... sich damit begnügen, mit der übrigen gesellschaft in der verstellten kranken die…

triumphbild

DWB

triumph·bild

-bild : eine gemalte tafel, worinnen brand und mord vorgestellet worden, ( man oft ) ja so andächtig und genau ansiehet als ein triumfbild S…

triumphblätter

DWB

triumph·blaetter

triumphblätter , plur. n., bei einem festlichen aufzug als schmuck verwandte ( palmen ) blätter: denn dieses examen ( d. besondere gericht n…

triumphbogen

DWB

triumph·bogen

triumphbogen , m. , arcus triumphalis; bei Hulsius - Ravellus dict. (1616) 329 b noch triumphboge; triumphsbogen bei Weismann lex. bip. (172…

triumpheinzug

DWB

triumph·einzug

triumpheinzug , m. , zu triumph A 1. im sinne des römischen triumphes: um selbige zeit hielte ... Domitius Corbulo ... in Rom seinen triumfe…

triumphen

DWB

triumphen , vb. , im 17. jh. als ableitung von triumph B 5 beim kartenspiel soviel wie trumpfen: da antwortete der arme tropff, dasz er kein…

triumphesschwanger

DWB

triumph·es·schwanger

triumphesschwanger : hört ihr drommeten schallen, triumphesschwangre, denkt, dasz er's gewesen. Werner der 24 . febr., prol. v. 47. unglücks…

triumphfähig

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triumph·faehig

triumphfähig , adj.; vom römischen triumph: sondern erst Scipio ( hat ) dieselbe ( stadt ) bezwungen und sich dadurch triumpffähig gemacht J…

triumphfahrt

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triumph·fahrt

-fahrt : römisch-keisrische triumphfahrten Francisci letzte rechenschaft (1681) 1099 ; Valvasor ehre d. herzogth. Crain (1689) 4, 2, 166 ; -…

triumphfanfare

DWB

triumph·fanfare

-fanfare , übertragen: mit hellen triumphesfanfaren blies vorweg eure presse sich heiser H. v. Blomberg treu z. tod (1872) 70 ; -gang ( Grab…